{"id":1014600,"date":"2025-03-07T11:25:07","date_gmt":"2025-03-07T10:25:07","guid":{"rendered":"https:\/\/europeannewsroom.com\/?p=1014600"},"modified":"2025-03-07T11:25:14","modified_gmt":"2025-03-07T10:25:14","slug":"nuklearer-schutzschirm-scholz-laesst-macron-abblitzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/nuklearer-schutzschirm-scholz-laesst-macron-abblitzen\/","title":{"rendered":"Nuklearer Schutzschirm: Scholz l\u00e4sst Macron abblitzen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Br\u00fcssel &#8211; Der scheidende deutsche Bundeskanzler <strong>Olaf Scholz<\/strong> hat sich zur\u00fcckhaltend zu den \u00dcberlegungen von Frankreichs Pr\u00e4sident<strong> Emmanuel Macron<\/strong> ge\u00e4u\u00dfert, europ\u00e4ische Verb\u00fcndete mit franz\u00f6sischen Atomwaffen zu sch\u00fctzen. Beim EU-Sondergipfel in Br\u00fcssel beantwortete der SPD-Politiker eine Journalistenfrage danach mit dem Hinweis auf die bestehende nukleare Abschreckung der Nato, die auf den Atomwaffen der USA basiert und an der Deutschland beteiligt ist. \u00abUnd ich glaube, das soll nicht aufgegeben werden, ist die gemeinsame Auffassung aller zentralen Parteien in Deutschland.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zuvor hatte Macron als Reaktion auf den Kurswechsel in der US-Au\u00dfenpolitik unter Pr\u00e4sident <strong>Donald Trump <\/strong>seine \u00dcberlegungen zu einer gemeinsamen nuklearen Abschreckung bekr\u00e4ftigt. Er hatte dabei an eine Aussage des potenziellen Nachfolgers von Scholz &#8211; CDU-Chef <strong>Friedrich Merz<\/strong> &#8211; angekn\u00fcpft. \u00abAls Antwort auf den historischen Aufruf des zuk\u00fcnftigen deutschen Kanzlers habe ich beschlossen, die strategische Debatte \u00fcber den Schutz unserer Verb\u00fcndeten auf dem europ\u00e4ischen Kontinent durch unsere Abschreckung zu er\u00f6ffnen.\u00bb Die Entscheidungshoheit \u00fcber einen Einsatz will er aber alleine bei Frankreich belassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Merz hatte kurz vor der Bundestagswahl im TV-Sender ZDF gesagt, man m\u00fcsse mit den europ\u00e4ischen Atomm\u00e4chten Gro\u00dfbritannien und Frankreich \u00fcber nukleare Zusammenarbeit reden. Die Frage einer gr\u00f6\u00dferen nuklearen Unabh\u00e4ngigkeit Europas sei in der Fachwelt schon seit Jahren Thema. \u00abNur sie ist leider in der politischen Welt bis heute nicht ausreichend diskutiert worden.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Noch etwa 100 US-Atombomben in Europa stationiert<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erforderlich w\u00e4ren vermutlich riesige Investitionen, weil die britischen und franz\u00f6sischen Atomwaffen derzeit nur eine Art nationale Erg\u00e4nzung zur US-Abschreckung \u00fcber die Nato waren. Die USA haben Expertensch\u00e4tzungen zufolge noch etwa 100 Atombomben in Europa stationiert &#8211; einige davon sollen auf dem Fliegerhorst B\u00fcchel in der Eifel lagern. Im Ernstfall sollen sie von Kampfjets der Bundeswehr eingesetzt werden. Auch in Belgien, den Niederlanden, Italien und in der T\u00fcrkei sollen noch US-Atombomben stationiert sein. Offizielle Angaben gibt es dazu nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit dem Amtsantritt Trumps wachsen die Zweifel daran, dass sich die Europ\u00e4er noch auf den Schutz der USA verlassen k\u00f6nnen. Macron hatte Deutschland und anderen EU-Partnern bereits 2020 w\u00e4hrend der ersten Amtszeit des US-Pr\u00e4sidenten Gespr\u00e4che \u00fcber eine europ\u00e4ische Kooperation bei der atomaren Abschreckung angeboten. Bei der damaligen deutschen Kanzlerin <strong>Angela Merkel<\/strong> (CDU) stie\u00df er aber zun\u00e4chst auf genauso wenig Resonanz wie bei Scholz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der \u00abSpiegel\u00bb berichtet jetzt allerdings, dass es seit mehr als einem Jahr \u00abeinen strukturierten strategischen Dialog\u00bb der deutschen Regierung mit Gro\u00dfbritannien und Frankreich unter anderem \u00fcber nukleare Abschreckung gebe, an dem seit April 2024 die Sicherheitsberater der Staats- und Regierungschefs beteiligt sind. Scholz best\u00e4tigte solche Gespr\u00e4che zwar. \u00abEs bleibt aber trotzdem dabei, dass wir uns gemeinsam dem Nato-Konzept verpflichtet f\u00fchlen und das ist Ihnen bekannt und das ist auch im Interesse der gemeinsamen Sicherheit in Europa\u00bb, f\u00fcgte er hinzu.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Merz auch in Br\u00fcssel &#8211; aber nicht beim Gipfel<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Macron setzt nun darauf, dass er mit Merz einen echten Verb\u00fcndeten f\u00fcr seine Idee findet. Der war am Donnerstag ebenfalls in Br\u00fcssel &#8211; aber nur zum Treffen der konservativen Staats- und Regierungschefs sowie Parteivorsitzenden vor dem Gipfel. Er \u00e4u\u00dferte sich nicht \u00f6ffentlich.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der polnische Ministerpr\u00e4sident <strong>Donald Tusk <\/strong>begr\u00fc\u00dfte den Vorsto\u00df Macrons. \u00abWir m\u00fcssen diesen Vorschlag ernsthaft in Betracht ziehen, denn es muss eine unserer Priorit\u00e4ten sein, alle unsere F\u00e4higkeiten in Europa zu koordinieren und wirklich eine gut koordinierte Streitmacht aufzubauen\u00bb, sagte er. Auch der litauische Pr\u00e4sident <strong>Gitanas Naus\u0117da<\/strong> sprach von einer \u00absehr interessanten Idee\u00bb, an die man \u00abhohe Erwartungen\u00bb habe. (6. M\u00e4rz)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Reaktion auf den Kurswechsel in der US-Au\u00dfenpolitik unter Pr\u00e4sident Donald Trump erw\u00e4gt Frankreichs Pr\u00e4sident Emmanuel Macron eine Ausweitung des franz\u00f6sischen Atomschirms auf europ\u00e4ische Partner. Der scheidende deutsche Bundeskanzler Scholz ist skeptisch. Sein wahrscheinlicher Nachfolger Merz zeigt Interesse.<\/p>\n","protected":false},"author":161,"featured_media":1014647,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[45],"tags":[],"class_list":["post-1014600","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-europe-in-brief"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1014600","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/161"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1014600"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1014600\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1014647"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1014600"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1014600"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1014600"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}