{"id":1015118,"date":"2025-03-07T15:54:14","date_gmt":"2025-03-07T14:54:14","guid":{"rendered":"https:\/\/europeannewsroom.com\/?p=1015118"},"modified":"2025-03-07T15:54:20","modified_gmt":"2025-03-07T14:54:20","slug":"jede-dritte-ist-opfer-gewalt-gegen-frauen-in-der-europaeischen-union","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/jede-dritte-ist-opfer-gewalt-gegen-frauen-in-der-europaeischen-union\/","title":{"rendered":"Jede Dritte ist Opfer: Gewalt gegen Frauen in der Europ\u00e4ischen Union"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kaum ein Tag vergeht in der Europ\u00e4ischen Union, ohne dass ein Mann eine Frau wegen ihres Geschlechts verletzt oder t\u00f6tet. Die \u00fcberwiegende Mehrheit der T\u00e4ter, die physische oder psychische Gewalt anwenden, sind die derzeitigen oder ehemaligen Partner der betroffenen Frauen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p>\u201eGewalt gegen Frauen wurzelt in Kontrolle, Dominanz und Ungleichheit.\u201c <\/p><cite>CARLIEN SCHEELE, DIREKTORIN EIGE<\/cite><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Carlien Scheele<\/strong>, Direktorin des Europ\u00e4ischen Instituts f\u00fcr Gleichstellungsfragen (EIGE), sprach bei der Vorstellung des aktuellen Berichts der Organisation im Februar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bek\u00e4mpfung geschlechtsspezifischer und h\u00e4uslicher Gewalt ist ein zentraler Bestandteil der EU-Politik. Die EU-Kommission hat sich im Rahmen der Gleichstellungsstrategie 2020\u20132025 dazu verpflichtet, Gewalt vorzubeugen und zu bek\u00e4mpfen, Betroffene zu unterst\u00fctzen und T\u00e4ter zur Rechenschaft zu ziehen. Ziel ist es, \u201esignifikante Fortschritte\u201c hin zu einem geschlechtergerechten Europa zu erzielen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die f\u00fcr Gleichstellung zust\u00e4ndige EU-Kommissarin, <strong>Hadja Lahbib,<\/strong> pr\u00e4sentierte am Freitag den neuen Plan der Kommission zur St\u00e4rkung von Frauenrechten. Die Freiheit t von geschlechtsspezifischer Gewalt soll ein erster Schritt auf diesem Weg sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den letzten Jahren hat die EU begonnen, Ziele wie dieses in den Fokus zu r\u00fccken, und ist unter anderem&nbsp; im Oktober 2023 der Istanbul-Konvention beigetreten. Dieses Abkommen des Europarats zur Verh\u00fctung und Bek\u00e4mpfung von Gewalt gegen Frauen ist das erste rechtlich bindende internationale Instrument seiner Art und definiert Gewalt gegen Frauen in vier Hauptformen: physische, sexuelle, psychologische und wirtschaftliche Gewalt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Mai 2024 verabschiedete der Rat die<a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/legal-content\/EN\/TXT\/PDF\/?uri=OJ:L_202401385&amp;qid=1716884102079\"> EU-Richtlinie zur Bek\u00e4mpfung von Gewalt gegen Frauen und h\u00e4uslicher Gewalt<\/a>. Sie kriminalisiert auf EU-Ebene bestimmte Formen von Gewalt gegen Frauen, wie weibliche Genitalverst\u00fcmmelung, Zwangsheirat und Gewalt im Netz \u2013 darunter die nicht einvernehmliche Verbreitung intimer Bilder, Cyberstalking, Cyberbel\u00e4stigung sowie Aufrufe zu Hass und Gewalt aufgrund des Geschlechts. Die Richtlinie wurde als gro\u00dfer Schritt in die richtige Richtung gefeiert, allerdings auch kritisiert, da sich die Mitgliedstaaten nicht einen einheitlichen Tatbestand f\u00fcr Vergewaltigung einigen konnten. Insbesondere fehlte ein Konsens \u00fcber eine Definition von Vergewaltigung, die auf Einvernehmen basiert (\u201eNur Ja hei\u00dft Ja\u201d).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Weit verbreitete Gewalt<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Mitgliedstaaten haben bis Juni 2027 Zeit, die Richtlinie in nationales Recht und nationale Politik umzusetzen. Die Fortschritte sind jedoch individuell unterschiedlich, dabei ist das Ausma\u00df der Gewalt erschreckend gro\u00df. Die Statistiken, die wie jedes Jahr rund um den Internationalen Frauentag am 8. M\u00e4rz ver\u00f6ffentlicht werden, sind ern\u00fcchternd.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der EIGE-Gleichstellungsindex 2024 pr\u00e4sentierte aktuelle politische und rechtliche Entwicklungen zur Gewalt gegen Frauen in der EU und den Mitgliedstaaten. Der Bericht zeigte auf, dass Gewalt gegen Frauen \u201eweit verbreitet und untererfasst\u201c sei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In dem zusammengesetzten Index f\u00fcr Gewalt in zw\u00f6lf Mitgliedstaaten lag der durchschnittliche Wert bei 31,9 Punkten, mit Griechenland (24,6 Punkte) und Finnland (41,7 Punkte) an den beiden Enden des Spektrums. Ein Wert von 1 steht f\u00fcr eine Situation ohne Gewalt, ein Wert von 100 zeigt, dass Gewalt gegen Frauen weit verbreitet und schwerwiegend ist.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-rich is-provider-bluesky-embed wp-block-embed-bluesky-embed\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\nhttps:\/\/bsky.app\/profile\/eurightsagency.bsky.social\/post\/3ldgmuhkmlk2b\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Laut den Statistiken und EU-weiten Umfragedaten, die f\u00fcr den Index verwendet wurden, haben 31 Prozent der Frauen \u00fcber 15 Jahren in der EU k\u00f6rperliche und\/oder sexuelle Gewalt erfahren. 57 Prozent der Betroffenen litten unter gesundheitlichen Folgen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einer aktuellen deutschen Umfrage gaben 92 Prozent der Frauen zwischen 18 und 35 Jahren an, Bel\u00e4stigung oder \u00dcbergriffe erlebt zu haben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was ist Femizid?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Laut EIGE ist die Erfassung von Femiziden \u2013 der Ermordung von Frauen oder M\u00e4dchen aufgrund ihres Geschlechts \u2013 in der EU schwierig, da die Definitionen variieren. Nicht alle Mitgliedstaaten verf\u00fcgen \u00fcber spezifische Gesetze in Sachen Femizid. L\u00e4nder wie Malta, Zypern oder Kroatien haben jedoch spezielle Bestimmungen in ihren Strafgesetzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dennoch werden in Europa weiterhin viele Frauen ermordet, wie diese Beispiele zeigen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>In Frankreich meldete das Innenministerium 2023 insgesamt 96 F\u00e4lle von sogenanntem \u201ekonjugalen (ehelichen) Femizid\u201c.<\/li>\n\n\n\n<li>In Spanien wurden 2024 insgesamt 48 Frauen durch \u201egeschlechtsspezifische Gewalt\u201c in einer Beziehung oder Familiensituation ermordet. Im selben Jahr starben neun Minderj\u00e4hrige durch Verbrechen, die von ihren V\u00e4tern oder den Partnern ihrer M\u00fctter begangen wurden. Zudem gab es mindestens sechs Femizide, die nicht von aktuellen oder ehemaligen Partnern begangen wurden. Seit 2003 wurden in Spanien insgesamt 1.293 Frauen von ihren Partnern oder Ex-Partnern ermordet.<\/li>\n\n\n\n<li>In Bosnien-Herzegowina (BiH) wurden 2024 zw\u00f6lf Frauen Opfer von Femizid. Da es jedoch kein einheitliches Register f\u00fcr h\u00e4usliche Gewalt gibt, ist das Ausma\u00df des Problems schwer zu erfassen, und die Reaktion der Institutionen ist nach wie vor unzureichend.<\/li>\n\n\n\n<li>Italien meldete 2024 mehr als 90 Femizide. Mindestens 48 der Opfer wurden von ihrem Partner oder Ex-Partner get\u00f6tet. Etwa jede f\u00fcnfte Betroffene war \u00fcber 70 Jahre alt.<\/li>\n\n\n\n<li>In Deutschland wird fast jeden Tag ein Femizid gemeldet. 2023 erlebten 938 M\u00e4dchen und Frauen versuchte oder vollendete Femizide, 360 davon starben. \u201eFast jeden Tag gibt es einen Femizid. T\u00e4glich sind etwa 400 Frauen Opfer von Gewalt in ihren Beziehungen,\u201c sagte Frauenministerin<strong> Lisa Paus<\/strong> im November bei der Vorstellung des ersten Lageberichts \u201eGeschlechtsspezifische Straftaten gegen Frauen\u201c.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Schutz der Opfer<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Rechtssysteme der europ\u00e4ischen L\u00e4nder zur Bek\u00e4mpfung geschlechtsspezifischer Gewalt befinden sich auf unterschiedlichen Entwicklungsst\u00e4nden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Spanien, wo die Bek\u00e4mpfung geschlechtsspezifischer Gewalt seit langem Priorit\u00e4t hat, diskutiert das Parlament \u00fcber die Erneuerung des sogenannten Staatspakts zur Bek\u00e4mpfung geschlechtsspezifischer Gewalt mit rund 460 Ma\u00dfnahmen zum Schutz der Opfer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Slowenien haben offiziellen Statistiken zufolge jede zweite Frau und jedes zweite M\u00e4dchen \u00fcber 15 Jahren mindestens eine&nbsp; Form von Gewalt erlebt. Ende 2024 verabschiedete das Land einen Aktionsplan zur Umsetzung eines nationalen Programms zur Verh\u00fctung h\u00e4uslicher Gewalt und Gewalt gegen Frauen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Nordmazedonien, einem EU-Beitrittskandidaten, wurde  die Istanbul-Konvention ratifiziert. Doch Aktivistinnen und Aktivisten weisen darauf hin, dass weiterhin gravierende Probleme bestehen: Obwohl \u00c4nderungen des Strafgesetzbuchs im Jahr 2023 nun die Definition von Vergewaltigung auf der Grundlage fehlender Zustimmung beinhalten und Stalking sowie sexuelle Bel\u00e4stigung unter Strafe stellten, bleiben einige Opfer ungesch\u00fctzt, da psychische Gewalt weder definiert noch kriminalisiert wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bosnien-Herzegowina (BiH) verabschiedete ebenfalls ein Gesetz zum Schutz vor h\u00e4uslicher Gewalt. Der F\u00f6derale Justizminister <strong>Vedran \u0160kobi\u0107<\/strong> erkl\u00e4rte, dieses Gesetz lege einen starken Fokus auf den Schutz von Frauen und wolle die Umsetzung der Istanbul-Konvention sowie bestimmter EU-Empfehlungen und Richtlinien f\u00f6rdern, die grundlegende Verpflichtungen im EU-Beitrittsprozess seien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sozialarbeiterin und Psychotherapeutin <strong>Tea Rebac Mikuli\u0107<\/strong> betont jedoch, dass Frauen in Bosnien-Herzegowina oft keine Gewalt meldeten \u2013 bedingt durch traditionelle Geschlechterrollen, wirtschaftliche Unsicherheit und eine unzureichende institutionelle Reaktion.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Bulgarien ergaben Eurostat-Daten aus dem Jahr 2024, dass nur 6 Prozent der Frauen angaben, Gewalt durch Nicht-Partner erlebt zu haben \u2013 der niedrigste Wert in der EU. Das Innenministerium stellte jedoch fest, dass die F\u00e4lle h\u00e4uslicher Gewalt sowie die erlassenen Schutzanordnungen und eingeleiteten Verfahren im Kontext h\u00e4uslicher Gewalt zunehmen. Justizminister <strong>Georgi Georgiev <\/strong>erkl\u00e4rte, die Regierung bereite sich aktiv auf die Umsetzung der EU-Richtlinie vor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die polnische Ministerin f\u00fcr Gleichstellung, <strong>Katarzyna Kotula,<\/strong> \u00e4u\u00dferte sich wiederholt zum Thema Gewalt gegen Frauen und betonte die ernste Bedeutung und den systemischen Charakter. Sie forderte dringende systemische Ver\u00e4nderungen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Fortschritt verz\u00f6gert und bedroht<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Fortschritte innerhalb der EU sind unterschiedlich. F\u00fcnf Mitgliedstaaten \u2013 Bulgarien, Tschechien, Ungarn, Litauen und die Slowakei \u2013 haben die Istanbul-Konvention noch nicht ratifiziert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Obwohl die EU rechtlich klare Schritte unternommen hat, erfordert der Kampf f\u00fcr echten Fortschritt dringend Ma\u00dfnahmen von politischen Entscheidungstr\u00e4gern, der Zivilgesellschaft und den B\u00fcrgern, mahnt das EIGE. Der Bericht zeige zudem besorgniserregende Toleranzwerte gegen\u00fcber Gewalt gegen Frauen: 17 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Berichte \u00fcber sexuellen Missbrauch oder Vergewaltigung oft \u00fcbertrieben seien. 46 Prozent der M\u00e4nner und 26 Prozent der Frauen halten finanzielle Kontrolle in Beziehungen f\u00fcr akzeptabel, und 27 Prozent der M\u00e4nner sowie 15 Prozent der Frauen glauben, dass sexuelle Bel\u00e4stigung am Arbeitsplatz hinnehmbar sei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch der politische Widerstand gegen die Gleichstellung der Geschlechter nimmt zu. In einem Bericht warnte die UNO-Frauenorganisation UN Women diese Woche, dass in einem Viertel der L\u00e4nder weltweit die Frauenrechte aufgrund von Faktoren wie Klimawandel und demokratischem R\u00fcckschritt geschw\u00e4cht worden seien. \u201eDie Schw\u00e4chung demokratischer Institutionen geht Hand in Hand mit einer R\u00fcckentwicklung in der Gleichstellung der Geschlechter,\u201c hei\u00dft es dort. Weiter wurde betont, dass \u201eAkteure gegen Frauenrechte lange bestehende Konsense zu zentralen Frauenrechtsthemen aktiv untergraben\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDie Gleichstellung der Geschlechter in Frage zu stellen bedeutet, den Fortschritt in Frage zu stellen. Die Gleichstellung der Geschlechter steht nicht zur Debatte \u2013 sie sollte so selbstverst\u00e4ndlich sein wie die Luft, die wir atmen. Sie ist das Herzst\u00fcck unseres europ\u00e4ischen Lebensstils,\u201c sagte Kommissarin Lahbib am Freitag bei der Vorstellung des Plans. \u201eDiese Roadmap f\u00fcr die Rechte der Frau ist unser Leitfaden, unsere Vision f\u00fcr eine Welt, in der Frauen und M\u00e4dchen frei von Gewalt und Diskriminierung ihr volles Potenzial entfalten k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-rich is-provider-twitter wp-block-embed-twitter\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-width=\"550\" data-dnt=\"true\"><p lang=\"en\" dir=\"ltr\">Investing in gender equality is investing in the future.<br><br>The new <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/RoadmapWomen?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#RoadmapWomen<\/a>\u2019s Rights sets a long-term vision on gender equality:<br><br>\ud83d\udd17 <a href=\"https:\/\/t.co\/f4X8S9CJWT\">https:\/\/t.co\/f4X8S9CJWT<\/a> \u00a0\u2640\ufe0f<br><br>The Roadmap aims to uphold and advance women\u2019s rights and to address new gender equality challenges \u2193 <a href=\"https:\/\/t.co\/LfCTzAhedK\">pic.twitter.com\/LfCTzAhedK<\/a><\/p>&mdash; EU Justice (@EU_Justice) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/EU_Justice\/status\/1897967464702452140?ref_src=twsrc%5Etfw\">March 7, 2025<\/a><\/blockquote><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwar verf\u00fcgen viele Mitgliedstaaten \u00fcber Aktionspl\u00e4ne zur Bek\u00e4mpfung von Gewalt gegen Frauen, doch deren Wirksamkeit variiert. Beispielsweise kritisierte das EIGE, dass die Finanzierung von Pr\u00e4ventionsprogrammen, der Zugang zu Schutzunterk\u00fcnften, Beratungs- oder anderen Unterst\u00fctzungsdiensten hinter den Anforderungen zur\u00fcckbleibe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Maria Mollica<\/strong>, die bei der Europ\u00e4ischen Kommission im Ressort Gleichstellungspolitik das Team Gewalt gegen Frauen leitet, das sich mit geschlechtsspezifischer Gewalt befasst, hofft, dass die Umsetzung der EU-Richtlinie zur Gewalt gegen Frauen bis Juni 2027 viele dieser Defizite beheben wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDurch die Umsetzung der Richtlinie m\u00fcssen die meisten Anforderungen der Istanbul-Konvention in nationales Recht \u00fcberf\u00fchrt werden, selbst in den Mitgliedstaaten, die die Konvention noch nicht ratifiziert haben,\u201c erkl\u00e4rte sie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kampf gegen Gewalt an Frauen erfordert nicht nur eine Ver\u00e4nderung der gesellschaftlichen Wahrnehmung, sondern auch mehr finanzielle Mittel, betonte <strong>Stephanie Futter-Ore<\/strong>l, Direktorin des Netzwerks Women Against Violence Europe (WAVE).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gewalt gegen Frauen verursacht nicht nur unermessliches Leid, sondern f\u00fchrt auch zu erheblichen wirtschaftlichen Kosten. Eine Sch\u00e4tzung des EIGE aus dem Jahr 2021 beziffert die Kosten in der gesamten EU auf etwa 366 Milliarden Euro, wobei Gewalt gegen Frauen 79 Prozent dieser Summe ausmacht. Die Kosten resultieren aus den k\u00f6rperlichen und emotionalen Folgen der Gewalt, den Ausgaben f\u00fcr Straf- und Ziviljustiz sowie aus den wirtschaftlichen Einbu\u00dfen durch Gewalt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Dieser Artikel wird zweimal pro Woche ver\u00f6ffentlicht. Der Inhalt basiert auf den Nachrichten der am European Newsroom beteiligten Agenturen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p> Eine Frau zu sein hei\u00dft nicht nur, t\u00e4glich geschlechtsspezifischer Diskriminierung oder Lohnl\u00fccken konfrontiert zu sein, sondern auch in Gefahr zu leben.  Anl\u00e4sslich des Internationalen Frauentags am 8. M\u00e4rz hier ein Blick darauf, wie die EU-Mitgliedstaaten geschlechtsspezifische Gewalt bek\u00e4mpfen wollen. Die Herausforderungen sind ebenso vielf\u00e4ltig wie Sichtweisen auf das Thema.<\/p>\n","protected":false},"author":71,"featured_media":151891,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":true,"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[39],"tags":[147,19009,8683,19008],"class_list":["post-1015118","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-key-story","tag-eu","tag-frauen","tag-gewalt","tag-weltfrauentag"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1015118","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/71"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1015118"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1015118\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/151891"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1015118"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1015118"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1015118"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}