{"id":1033363,"date":"2025-03-13T13:36:26","date_gmt":"2025-03-13T12:36:26","guid":{"rendered":"https:\/\/europeannewsroom.com\/?p=1033363"},"modified":"2025-03-13T13:36:34","modified_gmt":"2025-03-13T12:36:34","slug":"auf-zoelle-folgen-gegenzoelle-kommt-jetzt-der-handelskrieg-zwischen-der-eu-und-den-usa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/auf-zoelle-folgen-gegenzoelle-kommt-jetzt-der-handelskrieg-zwischen-der-eu-und-den-usa\/","title":{"rendered":"Auf Z\u00f6lle folgen Gegenz\u00f6lle: Kommt jetzt der Handelskrieg zwischen der EU und den USA?"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Br\u00fcssel\u00a0(dpa)\u00a0&#8211;\u00a0US-Pr\u00e4sident <strong>Donald Trump<\/strong> hat ungeachtet von Warnungen der EU neue Importz\u00f6lle auf Stahl- und Aluminiumprodukte einf\u00fchren lassen. Die Antwort aus Br\u00fcssel folgt prompt. Ist das nun der Beginn des gef\u00fcrchteten Handelskriegs zwischen Europa und den Vereinigten Staaten? <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was genau ist am Mittwochmorgen passiert?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um 5.01 Uhr mitteleurop\u00e4ischer Zeit lie\u00df Trump neue Z\u00f6lle in H\u00f6he von 25 Prozent auf die Einfuhr von Stahl und Aluminiumprodukten in die USA in Kraft treten. Bereits rund eine Stunde sp\u00e4ter k\u00fcndigte die EU Gegenma\u00dfnahmen an. Vom 1. April an werden demnach wieder EU-Extraz\u00f6lle auf die Einfuhr amerikanischer Produkte wie Bourbon-Whiskey, Videospielkonsolen, Boote und Erdnussbutter f\u00e4llig. Der Zollsatz soll zum Teil bei 50 Prozent liegen &#8211; zum Beispiel f\u00fcr Motorr\u00e4der, wie sie der bekannte Hersteller Harley-Davidson in den USA baut.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Pl\u00e4ne der f\u00fcr die EU-Handelspolitik zust\u00e4ndigen Europ\u00e4ischen Kommission sehen zudem vor, ab Mitte April in Abstimmung mit den Mitgliedstaaten noch zahlreiche weitere Importe mit Gegenz\u00f6llen zu belegen. Sie sollen Unternehmen treffen, die amerikanische Agrarprodukte wie Gefl\u00fcgel, Rindfleisch, bestimmte Meeresfr\u00fcchte, N\u00fcsse, Eier, Milchprodukte, Zucker und Gem\u00fcse in die EU verkaufen. Zudem soll es auch EU-Extraz\u00f6lle auf weitere Industrieprodukte wie Textilien, Lederwaren, Haushaltsger\u00e4te, Werkzeuge, Kunststoffe und Holzprodukte geben. Der Zollsatz k\u00f6nnte bei 25 Prozent liegen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was bedeutet der Zollstreit f\u00fcr Wirtschaft und Jobs?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">EU-Kommissionspr\u00e4sidentin <strong>Ursula von der Leyen<\/strong> sieht erhebliche Gefahren. Konkret prognostiziert sie steigende Preise, Probleme in Lieferketten und das Risiko von Jobverlusten. \u00abZ\u00f6lle sind Steuern. Sie sind schlecht f\u00fcr Unternehmen und noch schlechter f\u00fcr die Verbraucherinnen und Verbraucher\u00bb, sagt sie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00d6konomen teilen diese Sicht. Die entstehende Unsicherheit wirke sich negativ auf die Investitionen von Unternehmen und die Wirtschaft im Allgemeinen aus, analysiert <strong>Samina Sultan<\/strong> vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW). \u00abDas d\u00fcrfte auch Arbeitspl\u00e4tze auf beiden Seiten des Atlantiks gef\u00e4hrden.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Welche Produkte k\u00f6nnten teurer werden?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Grunds\u00e4tzlich alle, die von den Z\u00f6llen betroffen sind. \u00abWie viel teurer h\u00e4ngt etwa davon ab, wie hoch die Nachfrage danach ist oder ob man die Produkte leicht ersetzen kann, durch gleichwertige Produkte aus Europa\u00bb, erkl\u00e4rt \u00d6konomin Sultan. Bei Jeans h\u00e4lt der Modeverband Deutschland die Auswirkungen zum Beispiel f\u00fcr \u00fcberschaubar. Auf dem Markt hierzulande spielten Produkte, die direkt aus den USA kommen, keine gro\u00dfe Rolle, sagt eine Sprecherin. Die wichtigsten Herstellerl\u00e4nder seien China, Bangladesch und die T\u00fcrkei. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ist das jetzt der Beginn eines gro\u00dfen europ\u00e4isch-amerikanischen Handelskriegs?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das h\u00e4ngt wohl vor allem von Donald Trump ab. <strong>Thomas Gitzel,<\/strong> Chefvolkswirt der VP Bank in Liechtenstein, sieht die Gefahr einer Eskalationsspirale. Im Gegensatz zum Handelskonflikt zwischen EU und USA in Trumps erster Amtszeit k\u00f6nnten die US-Strafma\u00dfnahmen nur der Auftakt einer ganzen Reihe von Z\u00f6llen sein. \u00abEin globaler Handelskrieg nimmt also langsam Fahrt auf\u00bb, sagt er. Trump hat bereits angek\u00fcndigt, auch auf Autos und andere Waren aus der EU neue Z\u00f6lle verh\u00e4ngen zu wollen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Folge von erh\u00f6hten US-Z\u00f6llen gegen China k\u00f6nnten zudem Waren aus Fernost verst\u00e4rkt nach Europa str\u00f6men, sagt <strong>Rolf Langhammer,<\/strong> \u00d6konom am Kiel Institut f\u00fcr Weltwirtschaft (IfW). \u00abZu bef\u00fcrchten ist ein Negativsummenspiel, bei dem alle verlieren.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wie geht es jetzt weiter?&nbsp;<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kommissionspr\u00e4sidentin von der Leyen betont, dass die EU verhandlungsbereit ist. \u00abWir sind fest davon \u00fcberzeugt, dass es in einer Welt voller geo\u00f6konomischer und politischer Unsicherheiten nicht in unserem gemeinsamen Interesse liegt, unsere Volkswirtschaften mit solchen Z\u00f6llen zu belasten\u00bb, sagt sie.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was k\u00f6nnte die EU Trump anbieten?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Einsch\u00e4tzung der EU-Kommission k\u00f6nnten die Europ\u00e4ische Union und Trump etwa einen neuen Deal zum Ausbau amerikanischer Exporte von Fl\u00fcssiggas (LNG) schlie\u00dfen. Zudem w\u00e4re es m\u00f6glich, mehr Milit\u00e4rtechnik und Agrarg\u00fcter aus den USA zu importieren und die Importz\u00f6lle f\u00fcr US-Autos zu senken. Diese lagen zuletzt mit zehn Prozent deutlich \u00fcber dem US-Zollsatz in H\u00f6he von 2,5 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was sind die Druckmittel der EU?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Extra-Z\u00f6lle der EU k\u00f6nnten manche US-Unternehmen, empfindlich treffen. Trump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit von 2017 bis 2021 Sonderz\u00f6lle auf die Einfuhr von Stahl- und Aluminiumprodukten eingef\u00fchrt und dies \u00abmit Interessen der nationalen Sicherheit\u00bb begr\u00fcndet. Die EU reagierte damals schon mit Vergeltungsz\u00f6llen auf US-Produkte wie Bourbon-Whiskey und Motorr\u00e4der &#8211; und Hersteller wie Harley-Davidson beklagten negative Auswirkungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man versuche, die USA dort zu treffen, wo es weh tue, sagte ein EU-Beamter am Mittwoch in Br\u00fcssel. Das bedeute, dass man eine Liste von Produkten habe, die einen hohen ikonischen und symbolischen Wert besitzen. Um m\u00f6glichst gro\u00dfen politischen Druck aufzubauen, werden zudem Produkte ins Visier genommen, die aus der Heimat von einflussreichen Parteifreunden Trumps kommen. So soll es etwa neue EU-Z\u00f6lle auf Sojabohnen geben, die unter anderem in Louisiana, der Heimat von Repr\u00e4sentantenhaussprecher<strong> Mike Johnson<\/strong>, produziert werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum f\u00fchrt Trump die Z\u00f6lle \u00fcberhaupt ein?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trump will die USA als Produktionsstandort st\u00e4rken und Handelsdefizite abbauen. Ihm ist es zum Beispiel ein Dorn im Auge, dass europ\u00e4ische Unternehmen deutlich mehr Waren in den USA verkaufen als amerikanische Firmen in der EU. Das betrifft vor allem Deutschland: Deutsche Exporteure verkauften 2024 Waren im Wert von 161,4\u00a0Milliarden Euro in die USA, gut zehn Prozent aller deutschen Exporte. Umgekehrt wurden 2024 Waren im Wert von 91,4 Milliarden aus den USA importiert. Die Folge war ein deutscher Rekord-Handels\u00fcberschuss von rund 70 Milliarden Euro mit den USA.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die EU-Kommission argumentiert, dass die USA aber mehr Dienstleistungen in die EU verkaufen als umgekehrt. Ber\u00fccksichtige man sowohl Waren als auch Dienstleistungen, habe es etwa 2023 nur einen geringen \u00dcberschuss von 48\u00a0Milliarden Euro gegeben. Das entspreche drei Prozent des gesamten Handels zwischen den USA und der EU. (12. M\u00e4rz)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit diesem Mittwoch treffen neue US-Z\u00f6lle direkt auch die EU. 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