{"id":1088476,"date":"2025-03-28T15:24:40","date_gmt":"2025-03-28T14:24:40","guid":{"rendered":"https:\/\/europeannewsroom.com\/?p=1088476"},"modified":"2025-03-28T17:00:20","modified_gmt":"2025-03-28T16:00:20","slug":"korruption-totet-proteste-auf-dem-balkan-erschuttern-nachbarschaft-der-eu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/korruption-totet-proteste-auf-dem-balkan-erschuttern-nachbarschaft-der-eu\/","title":{"rendered":"\u201eKorruption t\u00f6tet&#8220;: Proteste auf dem Balkan ersch\u00fcttern Nachbarschaft der EU"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach einer Reihe t\u00f6dlicher Trag\u00f6dien, die Dutzende von Menschenleben gefordert haben, haben sich die massiven, von Studenten angef\u00fchrten Proteste gegen die Korruption von Serbien auf die benachbarten Balkanl\u00e4nder ausgeweitet. Tausende demonstrierten unter dem Motto \u201eKorruption t\u00f6tet\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Einsturz eines Bahnhofsdachs in Serbien, ein verheerender Brand in einem Nachtclub in Nordmazedonien, politische Unruhen in Bosnien und Herzegowina (BiH) sowie in Bulgarien: Die europ\u00e4ische Balkanregion wird von Krisen heimgesucht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Junge Menschen haben die Kundgebungen genutzt, um ihrer Wut Luft zu machen \u2013 in einer Region Europas, die nach Ansicht von Menschenrechtsgruppen unter weitverbreiteter Korruption leidet. Allein in Serbien gingen Hunderttausende auf die Stra\u00dfe, um Ver\u00e4nderungen zu fordern.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Serbien steht im j\u00fcngsten <a href=\"https:\/\/www.transparency.org\/en\/cpi\/2024\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">globalen Korruptionsindex<\/a> auf Platz 105 von 180 L\u00e4ndern \u2013 die schlechteste Position seit mehr als einem Jahrzehnt. Nordmazedonien schneidet mit Platz 88 nur geringf\u00fcgig besser ab, und das EU-Mitglied Bulgarien liegt auf Platz 76.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Region hat seit langem mit Korruption, schwacher Rechtsstaatlichkeit und politischer Instabilit\u00e4t zu k\u00e4mpfen, was einigen L\u00e4ndern den Weg in die EU erschwert hat, denn f\u00fcr die Europ\u00e4ische Union sind die Ma\u00dfnahmen zur Bek\u00e4mpfung der Korruption eine wichtige Priorit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nordmazedonien wurde 2005 EU-Beitrittskandidat, gefolgt von Serbien im Jahr 2010. Serbiens Fortschritte sind jedoch in den vergangenen Jahren ins Stocken geraten. Das Haupthindernis ist die angespannte Beziehung zum Kosovo. Bulgarien hingegen trat der EU 2007 bei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier erfahren Sie, was Sie wissen sollten:<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Serbien: Einsturz eines Bahnhofsvordachs<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Demonstrationswelle, wie sie in Serbien seit den 1990er Jahren nicht mehr zu beobachten war, hatte begonnen, nachdem am 1. November in Novi Sad ein k\u00fcrzlich renoviertes Bahnhofsgeb\u00e4ude eingest\u00fcrzt war. Bei dem Einsturz kamen 16 Menschen ums Leben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In ganz Serbien ist auf Transparenten, Anstecknadeln und W\u00e4nden eine blutrote Hand zu sehen, die zum Symbol der Proteste geworden ist. Viele Kritiker machen Korruption und unzureichende \u00dcberwachung von Bauprojekten f\u00fcr die Todesf\u00e4lle verantwortlich, zumal die Sanierungsarbeiten an dem Bahnhof erst kurz vor dem Ungl\u00fcck abgeschlossen worden waren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An der Massenkundgebung am 15. M\u00e4rz in Belgrad nahmen sch\u00e4tzungsweise zwischen 100.000 und 300.000 Menschen teil, die gr\u00f6\u00dfte Zahl in der Geschichte Serbiens. Die weitgehend friedliche Demonstration wurde jedoch unterbrochen, nachdem ein unbekanntes Ger\u00e4usch eine kurze Panik ausgel\u00f6st hatte. Einige Demonstrierende und Mitglieder der politischen Opposition sagten aus, die Beh\u00f6rden h\u00e4tten eine Schallwaffe eingesetzt, ein milit\u00e4risches Ger\u00e4t, das zur Aufl\u00f6sung von Menschenmengen verwendet wird. Die Regierung bestreitet dies.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Serbiens Pr\u00e4sident <strong>Aleksandar Vu\u010di\u0107<\/strong> teilte Reportern nach einem Arbeitsessen mit dem Pr\u00e4sidenten des Europ\u00e4ischen Rates, <strong>Ant\u00f3nio Costa<\/strong>, und der Pr\u00e4sidentin der Europ\u00e4ischen Kommission, <strong>Ursula von der Leyen<\/strong>, am Dienstag in Br\u00fcssel mit, dass er die EU-Beamten dar\u00fcber informiert habe, dass es keine Schallkanone gegeben habe. Serbien sei bereit, diese Behauptung zu \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Erkl\u00e4rung der EU-Kommissarin f\u00fcr Erweiterung, <strong>Marta Kos<\/strong>, in der sie das Treffen mit Vu\u010di\u0107 in der vergangenen Woche als konstruktiv bezeichnete, hatten mehrere zivilgesellschaftliche Organisationen \u00f6ffentlich verurteilt, sie warfen der EU Heuchelei vor. In einem Interview mit slowenischen Medien am Donnerstag wischte Kos diese Kritik beiseite und sagte, dass es in Serbien derzeit niemanden gebe, mit dem man reden k\u00f6nne, um sicherzustellen, dass das Land auf dem Weg zum EU-Beitritt bleibe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die monatelangen Proteste sind die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung f\u00fcr die zw\u00f6lfj\u00e4hrige Regierungszeit von Vu\u010di\u0107. Sie haben bereits zum R\u00fccktritt mehrerer hochrangiger Beamter gef\u00fchrt, darunter Ministerpr\u00e4sident <strong>Milo\u0161 Vu\u010devi\u0107<\/strong>. Mehr als ein Dutzend Personen wurde im Zusammenhang mit der Trag\u00f6die angeklagt, darunter der ehemalige Verkehrsminister <strong>Goran Vesi\u0107<\/strong>, der wenige Tage nach dem Vorfall zur\u00fccktrat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Menschen in der Nachbarschaft Serbiens haben sich den Protesten in Belgrad angeschlossen, zum Beispiel in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana. Slowenien wartet weiterhin auf eine Erkl\u00e4rung der serbischen Beh\u00f6rden, die einem Nachrichtenteam des slowenischen Fernsehsenders POP TV im Vorfeld der Demonstration am 15. M\u00e4rz die Einreise nach Serbien verweigert hatten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/europeannewsroom.com\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/2_Z0n6U9A5z-1024x683.jpg\" alt=\"Protests in North Macedonia. Photo: Frosina Naskovikj\/MIA\" class=\"wp-image-1083394\" srcset=\"https:\/\/europeannewsroom.com\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/2_Z0n6U9A5z-980x653.jpg 980w, https:\/\/europeannewsroom.com\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/2_Z0n6U9A5z-480x320.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Eine Kerze wird zum Gedenken an die Opfer des Brandes im Nachtclub Ko\u010dani angez\u00fcndet. Foto: Frosina Naskovikj\/MIA<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Nordmazedonien: T\u00f6dlicher Brand in einem Nachtclub<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Symbol der Proteste in Serbien \u2013 der blutige rote Handabdruck \u2013 tauchte auch bei Kundgebungen im benachbarten Nordmazedonien auf, nachdem am 16. M\u00e4rz bei einem Brand in einem Nachtclub in Ko\u010dani, der mit einer zweifelhaften Lizenz betrieben worden war, 59 Menschen get\u00f6tet und fast 200 verletzt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ko\u010dani ist eine Stadt mit 30.000 Einwohnern, so dass der Tod von 59 Menschen \u2013 die meisten von ihnen Jugendliche und junge Erwachsene \u2013 fast jeden Haushalt betraf. Der Vorfall war der schlimmste Verlust an Menschenleben in dem Balkanland seit 1993, als sich zwei t\u00f6dliche Flugzeugabst\u00fcrze ereigneten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Brand wurde mit einem B\u00fchnenfeuerwerk in Verbindung gebracht, das einen Ansturm auf den Ausgang ausl\u00f6ste. Die Staatsanwaltschaft erkl\u00e4rte, der Club habe gegen zahlreiche Brandschutzvorschriften versto\u00dfen wie eine unzureichende Ausstattung mit Feuerl\u00f6schern und Notausg\u00e4ngen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">34 Personen, darunter hochrangige Beamte, werden verd\u00e4chtigt, gegen Sicherheitsvorschriften versto\u00dfen zu haben. Am Sonntag ordnete ein Gericht in Ko\u010dani f\u00fcr 24 Verd\u00e4chtige eine 30-t\u00e4gige Haftstrafe an. Unter den Festgenommenen befinden sich auch drei ehemalige B\u00fcrgermeister von Ko\u010dani, von denen der letzte einen Tag nach dem tragischen Ereignis zur\u00fccktrat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der gr\u00f6\u00dfte \u00f6ffentliche Protest nach dem Vorfall wurde am 24. M\u00e4rz organisiert, als Tausende von Demonstrierenden in der Hauptstadt Skopje unter dem Motto \u201eDas System ist dran\u201c auf die Stra\u00dfe gingen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p>\u201eDies ist kein Kampf zwischen euch und uns, kein Kampf zwischen politischen Parteien, sondern ein Kampf zwischen den Ehrlichen und den Korrupten. Wir wollen einen Systemwandel \u2013 aber einen sinnvollen Wandel, keinen kosmetischen. Und w\u00e4hrend sie sich die Taschen f\u00fcllen, werden wir die Stra\u00dfen f\u00fcllen, und das werden wir so lange tun, bis wir einen echten Wandel sehen.\u201c<\/p><cite><em>Erkl\u00e4rung der B\u00fcrgerbewegung \u201cWer ist der N\u00e4chste?\u201d<\/em><\/cite><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Zeichen der Solidarit\u00e4t hielten in Bulgarien Menschen, die in der vergangenen Woche gegen Bestechung demonstrierten, eine Schweigeminute zum Gedenken an den Ko\u010dani-Vorfall ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch im benachbarten Griechenland gab es Proteste nach dem Brand von Ko\u010dani. Dutzende von Menschen standen am Wochenende auf dem Platz in der Innenstadt von Thessaloniki in Nordgriechenland eine Stunde lang still.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Rum\u00e4nien ereignete sich 2015 ein \u00e4hnliches Feuer im \u201cColectiv Club\u201d in Bukarest. Mit 64 Toten und 163 Verletzten war dies eine der gr\u00f6\u00dften Trag\u00f6dien des Landes in den vergangenen 50 Jahren. Nach massiven Protesten, die ebenfalls unter dem Motto \u201eKorruption t\u00f6tet\u201c standen, trat der damalige Ministerpr\u00e4sident <strong>Victor Ponta<\/strong> zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Bulgarien: Oligarchen und Tierqu\u00e4ler<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Bulgarien sind die Demonstrierenden zuletzt aus verschiedenen Gr\u00fcnden auf die Stra\u00dfe gegangen. Die bei weitem gr\u00f6\u00dften Proteste galten der Unterst\u00fctzung der Rechtsstaatlichkeit und der Bek\u00e4mpfung von Tierqu\u00e4lerei. Aber auch Medienschaffende und Besch\u00e4ftigte des Gesundheitswesens demonstrierten f\u00fcr h\u00f6here Geh\u00e4lter und bessere Arbeitsbedingungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Rechtsstaatlichkeit:<\/span><\/strong> Am 19. M\u00e4rz versammelten sich B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger vor dem Justizpalast in der Hauptstadt Sofia, um unter dem Motto \u201ePeevski raus aus der Macht\u201c f\u00fcr Rechtsstaatlichkeit zu demonstrieren. <strong>Delyan Peevski<\/strong> gilt als m\u00e4chtiger Oligarch in Bulgarien und ist Vorsitzender der Partei MRF-Neuanfang. Obwohl er nicht Teil der Regierungskoalition ist, wird ihm weithin ein gro\u00dfer Einfluss auf die Entscheidungsfindung zugeschrieben. Die Demonstrierenden erkl\u00e4rten, die Bulgaren h\u00e4tten Peevski nicht gew\u00e4hlt, um das Land zu regieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Peevski wurde von den USA im Rahmen des Global Magnitsky Act im Jahr 2021 als Oligarch eingestuft, der regelm\u00e4\u00dfig Einflussnahme und Korruption betrieben habe, um seine Interessen durchzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Tierqu\u00e4lerei:<\/span><\/strong> Am 23. M\u00e4rz fanden in mehreren bulgarischen Gro\u00dfst\u00e4dten Proteste gegen Tierqu\u00e4lerei und -missbrauch statt. Ausl\u00f6ser war der Fall zweier Personen, die angeklagt wurden, weil sie gegen Geld Videos von Tiermisshandlungen gefilmt hatten. Die Demonstrierenden forderten harte Strafen f\u00fcr Tierqu\u00e4lerei, die tats\u00e4chliche Durchsetzung von Strafen und ein hartes Vorgehen gegen Online-Plattformen, die tierqu\u00e4lerische Inhalte verbreiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"684\" src=\"https:\/\/europeannewsroom.com\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Photo-5-1024x684.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1083528\" srcset=\"https:\/\/europeannewsroom.com\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Photo-5-980x654.jpg 980w, https:\/\/europeannewsroom.com\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Photo-5-480x321.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Der Pr\u00e4sident der Republika Srpska (RS), Milorad Dodik. Foto: FENA<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Bosnien-Herzegowina: katastrophale \u00dcberschwemmungen und Dodik auf freiem Fu\u00df<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Oktober 2024 wurde Bosnien-Herzegowina von schweren Regenf\u00e4llen heimgesucht, die zu \u00dcberschwemmungen und Erdrutschen f\u00fchrten, die H\u00e4user und Menschen unter sich begruben. Die Trag\u00f6die hat in Bosnien und Herzegowina Fragen aufgeworfen zu Korruption und institutioneller Verantwortungslosigkeit. Die Notwendigkeit von Transparenz und Effizienz bei der Verwaltung der nat\u00fcrlichen Ressourcen und dem Schutz der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger ist dadurch deutlich geworden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zugleich nimmt die politische Instabilit\u00e4t in Bosnien-Herzegowina aufgrund von rechtlichen und politischen Krisen weiter zu. Blockaden bei der Verabschiedung wichtiger Reformgesetze, Konflikte zwischen politischen F\u00fchrern und ein Mangel an Zusammenarbeit auf staatlicher Ebene behindern das Funktionieren der Institutionen und den europ\u00e4ischen Weg des Landes erheblich. Dies betrifft insbesondere den Pr\u00e4sidenten der Republika Srpska, <strong>Milorad Dodik<\/strong>, der seit Jahren mit einer Abspaltung dieser Entit\u00e4t von Bosnien-Herzegowina droht und behauptet, das Land habe keine Zukunft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die heutige Organisation von Bosnien-Herzegowina wurde mit dem Friedensabkommen von Dayton im Jahr 1995 vereinbart. Ein wesentlicher Bestandteil dieses Friedensabkommens ist die Verfassung, auf deren Grundlage Bosnien-Herzegowina funktioniert. Laut dieser Verfassung ist Bosnien-Herzegowina in zwei Entit\u00e4ten unterteilt: die Republika Srpska (RS), die 49 Prozent des Territoriums ausmacht und mehrheitlich von Serben bewohnt wird, und die F\u00f6deration von Bosnien und Herzegowina (FBiH), die fr\u00fcher als bosniakisch-kroatische F\u00f6deration bezeichnet wurde, da ihre Bev\u00f6lkerung haupts\u00e4chlich aus Bosniaken (bosnischen Muslimen) und Kroaten besteht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gericht von Bosnien-Herzegowina verurteilte Dodik im Februar zu einem Jahr Gef\u00e4ngnis und einem sechsj\u00e4hrigen Verbot der politischen Bet\u00e4tigung, weil er die Entscheidungen des Hohen Repr\u00e4sentanten, <strong>Christian Schmidt<\/strong>, missachtet hatte. Der Hohe Repr\u00e4sentant \u00fcberwacht die Umsetzung des Friedensabkommens. Die Staatsanwaltschaft hatte einen Haftbefehl gegen Dodik erlassen, nachdem er einer Vorladung zur Vernehmung wegen Untergrabung der verfassungsm\u00e4\u00dfigen Ordnung nicht nachgekommen war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dodik verlie\u00df jedoch k\u00fcrzlich Bosnien-Herzegowina und nahm an Veranstaltungen in Serbien und Israel teil. Das hatte eine Untersuchung dahingehend ausgel\u00f6st, wie es sein konnte, dass er die Grenze trotz bestehenden Haftbefehls \u00fcberquert hatte. Diese Entwicklungen haben die Spannungen in Bosnien-Herzegowina weiter versch\u00e4rft, w\u00e4hrend die internationale Gemeinschaft vor schwerwiegenden Folgen f\u00fcr die regionale Stabilit\u00e4t warnt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Inzwischen bedrohen auch politische Blockaden in den Institutionen von Bosnien-Herzegowina eine m\u00f6gliche Zukunft des Landes in der EU. Die Nationalversammlung der Republika Srpska hat einen Beschluss gefasst, der die Arbeit der staatlichen Institutionen, einschlie\u00dflich der Verabschiedung der f\u00fcr die EU-Integration erforderlichen Reformgesetze, behindern soll.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Dieser Artikel wird zweimal pro Woche ver\u00f6ffentlicht. Der Inhalt basiert auf den Nachrichten der am European Newsroom beteiligten Agenturen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Balkan wird derzeit von Protesten ersch\u00fcttert, angefacht durch t\u00f6dliche Katastrophen im Zusammenhang mit Korruption. Von Serbien bis Nordmazedonien gehen junge Menschen auf die Stra\u00dfe und fordern Rechenschaft in einer Region, in der die Bestrebungen, der Europ\u00e4ischen Union beizutreten, fortw\u00e4hrend mit Bestechung und Kriminalit\u00e4t  kollidieren.<\/p>\n","protected":false},"author":119,"featured_media":1083328,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[39],"tags":[18704,147,5217,1325],"class_list":["post-1088476","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-key-story","tag-erweiterung","tag-eu","tag-korruption","tag-proteste"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1088476","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/119"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1088476"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1088476\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1083328"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1088476"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1088476"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1088476"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}