{"id":1206984,"date":"2025-04-30T14:32:55","date_gmt":"2025-04-30T12:32:55","guid":{"rendered":"https:\/\/europeannewsroom.com\/?p=1206984"},"modified":"2025-04-30T14:35:28","modified_gmt":"2025-04-30T12:35:28","slug":"eu-rechnungshof-europa-muss-mehr-mikrochips-produzieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/eu-rechnungshof-europa-muss-mehr-mikrochips-produzieren\/","title":{"rendered":"EU-Rechnungshof: Europa muss mehr Mikrochips produzieren"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Br\u00fcssel &#8211; Die EU d\u00fcrfte ihr Ziel, bis 2030 einen Anteil von 20 Prozent am globalen Markt f\u00fcr Mikrochips zu haben, nicht erreichen. Dies geht aus einem am Montag ver\u00f6ffentlichten Bericht des Europ\u00e4ischen Rechnungshofs hervor. Das EU-Chip-Gesetz von 2022 habe der europ\u00e4ischen Mikrochip-Industrie neuen Schwung verliehen, doch zu geringe Investitionen der EU-Kommission, der Zugang zu Rohstoffen, hohe Energiekosten und geopolitische Spannungen hemmen die Branche laut Bericht weiterhin.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mikrochips sind kleine, aber sehr leistungsstarke elektronische Bauteile, die in vielen elektronischen Ger\u00e4ten zum Einsatz kommen. Sie spielen im Alltag eine zentrale Rolle. Der weltweite Mangel w\u00e4hrend der Corona-Pandemie hat laut ERH-Bericht deutlich gemacht, wie wichtig sie f\u00fcr die Wirtschaft sind. In ihrer Strategie f\u00fcr die digitale Dekade hat die EU-Kommission das Ziel festgelegt, dass die EU bis 2030 einen wertm\u00e4\u00dfigen Anteil von 20 Prozent an der weltweiten Produktion hochmoderner und nachhaltiger Mikrochips erreicht, um unabh\u00e4ngiger von anderen Produzenten zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">EU-Rechnungshof: &#8222;Mikrochips sind \u00fcberall&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Nichts funktioniert ohne Mikrochips, sie sind \u00fcberall&#8220;, sagte Annemie Turtelboom, das f\u00fcr den Bericht zust\u00e4ndige Mitglied des EU-Rechnungshofs, in der Pressekonferenz zum Bericht. Sie fordert einen &#8222;Realit\u00e4tscheck&#8220; der Strategie: &#8222;Wir konkurrieren in einem globalen Rennen auf den hinteren Pl\u00e4tzen.&#8220; Die Entwicklung in der Branche sei rasant, und es gebe einen intensiven geopolitischen Wettbewerb. Konkurrenten wie die USA oder China &#8222;sitzen nicht still, sie beschleunigen ihre Produktion&#8220;, warnt Turtelboom.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch globale Z\u00f6lle und Exportverbote k\u00f6nnten sich auf die Halbleiterproduktion und -verf\u00fcgbarkeit auswirken: &#8222;Ein Grund f\u00fcr den Chip Act ist es, weniger abh\u00e4ngig von anderen Kontinenten zu sein&#8220;, so die ehemalige belgische Politikerin. Wenn Europa unabh\u00e4ngiger sein wolle, und bei einem Ziel von 20 Prozent die derzeitige, eigene Prognose nur 11 Prozent betrage, &#8222;ist das nat\u00fcrlich beunruhigend&#8220;. Konkrete Auswirkungen der von US-Pr\u00e4sident Donald Trump angedrohten Z\u00f6lle seien in diesem Bericht noch nicht ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch \u00d6sterreich nutzt EU-Mittel<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00d6sterreich war nicht unter den drei f\u00fcr diesen Bericht speziell gepr\u00fcften EU-L\u00e4ndern. Allerdings waren bei einigen in einer Stichprobe untersuchten Projekten auch \u00f6sterreichische Partner beteiligt. Mikrochipunternehmen in \u00d6sterreich nutzen laut ERH den von der EU gebotenen Rahmen, um weitere Investitionen zu f\u00f6rdern. \u00d6sterreich ist auch Partner des gemeinsamen Unternehmens f\u00fcr Chips der EU in Br\u00fcssel (&#8222;Chips Joint Undertaking&#8220;). Dieses f\u00f6rdert die Entwicklung innovativer Halbleitertechnologien der n\u00e4chsten Generation.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die EU-Kommission komme insgesamt nur f\u00fcr 5 Prozent (4,5 Mrd. Euro) der im Chip-Gesetz bis 2030 geplanten Mittel von rund 86 Mrd. Euro auf, kritisiert der Rechnungshof. Der Rest m\u00fcsse von den EU-L\u00e4ndern und der Industrie kommen. Die weltweit f\u00fchrenden Chip-Hersteller h\u00e4tten im Vergleich dazu in einem Zeitraum von nur drei Jahren (2020 bis 2023) 405 Mrd. Euro an Investitionen mobilisiert. Die EU-Kommission habe kein Mandat, die nationalen Investitionen auf EU-Ebene zu koordinieren, kritisiert der Bericht weiter. Dar\u00fcber hinaus fehle es dem Chip-Gesetz an Klarheit bei Zielvorgaben und \u00dcberwachung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rechnungshof fordert Realit\u00e4tscheck<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Pr\u00fcfenden empfehlen daher der EU-Kommission, nach einem Realit\u00e4tscheck n\u00f6tige Korrekturma\u00dfnahmen zu setzen, und eine systematische \u00dcberpr\u00fcfung der Ziele und m\u00f6glicher Hindernisse des Chip-Gesetzes durchzuf\u00fchren. Zudem sollte in enger Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten und der Industrie die Ausarbeitung der n\u00e4chsten Halbleiterstrategie erfolgen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dem Bericht zufolge beeinflussen mehrere weitere Schl\u00fcsselfaktoren die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der EU in diesem Bereich und die Chancen auf eine erfolgreiche Umsetzung des Chip-Gesetzes. Genannt werden die Abh\u00e4ngigkeit von Rohstoff-Importen, hohe Energiekosten, geopolitische Spannungen oder der Fachkr\u00e4ftemangel. Au\u00dferdem bestehe die Mikrochip-Industrie in der EU aus einigen wenigen gro\u00dfen Unternehmen, was zu einer Konzentration der Mittel f\u00fchre. Der Abbruch, die Verz\u00f6gerung oder der Misserfolg eines einzelnen Projekts k\u00f6nnten dadurch erhebliche Auswirkungen auf die gesamte Branche haben. (28.04.2025)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das EU-Ziel, bis 2030 einen globalen Marktanteil von 20 Prozent zu haben, liegt laut neuestem Bericht des EU-Rechnungshofes in weiter Ferne.<\/p>\n","protected":false},"author":91,"featured_media":243060,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[45],"tags":[19524,147,19715,19716],"class_list":["post-1206984","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-europe-in-brief","tag-digital-4","tag-eu","tag-it","tag-microchips"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1206984","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/91"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1206984"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1206984\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/243060"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1206984"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1206984"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1206984"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}