{"id":1240232,"date":"2025-05-09T16:06:14","date_gmt":"2025-05-09T14:06:14","guid":{"rendered":"https:\/\/europeannewsroom.com\/?p=1240232"},"modified":"2025-05-09T16:06:17","modified_gmt":"2025-05-09T14:06:17","slug":"gefaehrliche-abhaengigkeit-die-eu-will-endgueltig-weg-von-russlands-fossiler-energie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/gefaehrliche-abhaengigkeit-die-eu-will-endgueltig-weg-von-russlands-fossiler-energie\/","title":{"rendered":"Gef\u00e4hrliche Abh\u00e4ngigkeit: Die EU will endg\u00fcltig weg von Russlands fossiler Energie"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele Jahrzehnte war Energie aus Russland in ganz Europa allgegenw\u00e4rtig: Mit ihrer Hilfe wurden slowakische Wohnungen beheizt und die deutsche Industrie angekurbelt. Stimmen, die davor warnten, dass diese Abh\u00e4ngigkeit von \u00d6l, Gas und Kohle eines einzigen Anbieters riskant sein k\u00f6nnte, blieben in der Minderheit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einen ersten D\u00e4mpfer f\u00fcr diese Energie-Honeymoon-Zeit gab es bei der Annexion der Krim durch Russland im Jahr 2014. Das volle Gefahrenpotenzial dieser Situation wurde den meisten Europ\u00e4ern jedoch erst mit der Invasion der Ukraine 2022 bewusst. Seitdem versucht die Europ\u00e4ische Union, sich von ihrer Abh\u00e4ngigkeit von russischen fossilen Brennstoffen zu l\u00f6sen. Dabei muss sie auch interne Widerst\u00e4nde einiger Mitgliedstaaten gegen diese Politik \u00fcberwinden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Russlands Einmarsch in die Ukraine verh\u00e4ngte die Union Sanktionen gegen Russland und ergriff Ma\u00dfnahmen, um Kohle- und \u00d6limporte zu reduzieren. Nun r\u00fcckt das Thema Gas st\u00e4rker in den Fokus. Da weltweit mehr Fl\u00fcssigerdgas (LNG) verf\u00fcgbar wird, plant die EU, Erdgas aus Russland durch LNG zu ersetzen \u2013 m\u00f6glichst aus anderen Quellen als dem Kreml.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anfang dieser Woche stellte die EU-Kommission ihre <a href=\"https:\/\/energy.ec.europa.eu\/document\/download\/d681d15f-ceca-4b20-bcc2-b84334a8fc0e_en?filename=Roadmap%20towards%20ending%20Russian%20energy%20imports.pdf\">REPowerEU-Roadmap <\/a>vor. Sie sieht einen \u201ekoordinierten und schrittweisen Ausstieg aus russischen Energieimporten\u201c bis 2027 vor.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p>\u201eMit REPowerEU haben wir unsere Energieversorgung diversifiziert und Europas fr\u00fchere Abh\u00e4ngigkeit von fossilen Brennstoffen aus Russland drastisch reduziert. Es ist nun an der Zeit, dass Europa seine Energiebeziehungen zu einem unzuverl\u00e4ssigen Lieferanten vollst\u00e4ndig abbricht.\u201c<\/p><cite>Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen<\/cite><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein weiteres Ziel des Plans ist, die Wende der EU in Richtung erneuerbare Energien zu st\u00e4rken. \u201eWir tun dies, um unsere Sicherheit zu bewahren. Aber es ist auch ein wichtiger Schritt, um energieunabh\u00e4ngig zu werden. Wir produzieren unsere eigene saubere und erschwingliche Energie, anstatt teure fossile Brennstoffe zu importieren,\u201c sagte Energiekommissar <strong>Dan J\u00f8rgensen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch diese Ziele zu erreichen, k\u00f6nnte leichter gesagt als getan sein.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"525\" src=\"https:\/\/europeannewsroom.com\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/enr_Jorgensen-1024x525.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1048880\" srcset=\"https:\/\/europeannewsroom.com\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/enr_Jorgensen-980x503.jpeg 980w, https:\/\/europeannewsroom.com\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/enr_Jorgensen-480x246.jpeg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">EU-Kommissar Dan J\u00f8rgensen im Gespr\u00e4ch mit dem European Newsroom enr.\nFoto: Mirko Paradiso\/European Newsroom<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Importe aus Moskau kommen mit einem hohen Preis<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Laut der Kommission sank der Anteil Russlands an den Gasimporten der EU von 45 Prozent im Jahr 2021 auf 19 Prozent im Jahr 2024. Die Pipeline-Gasimporte gingen stark zur\u00fcck, aber mehrere EU-L\u00e4nder erh\u00f6hten ihre LNG-K\u00e4ufe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">LNG wird per Schiff transportiert, in H\u00e4fen entladen, regasifiziert und dann ins europ\u00e4ische Netz eingespeist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es besteht ein vollst\u00e4ndiges Importverbot f\u00fcr Kohle. Die \u00d6limporte aus Russland machen 3 Prozent des Gesamtvolumens aus, verglichen mit 27 Prozent Anfang 2022.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch laut Sch\u00e4tzungen der Datenberatungsfirma Kpler machte russisches Gas von Januar bis April 2025 noch 9 Prozent des EU-Verbrauchs aus. Russland bleibt damit einer der drei gr\u00f6\u00dften Gaslieferanten in der EU neben Norwegen und Algerien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der weltweit arbeitende Energie-Thinktank <a href=\"https:\/\/ember-energy.org\/app\/uploads\/2025\/03\/Ember-Report-The-final-push-for-EU-Russian-gas-phase-out.pdf\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/ember-energy.org\/app\/uploads\/2025\/03\/Ember-Report-The-final-push-for-EU-Russian-gas-phase-out.pdf\">Embe<\/a>r erkl\u00e4rte, dass die Gasimporte im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent gestiegen seien, haupts\u00e4chlich aufgrund erh\u00f6hter Importe nach Tschechien, Italien und Frankreich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Ansicht des tschechischen Analysten Ji\u0159\u00ed <strong>Tyle\u010dek<\/strong> unterstreicht der Anstieg der russischen Gasimporte die anhaltenden Probleme in der europ\u00e4ischen Energiesicherheit. \u201eDie Wirtschaft ist sehr pragmatisch, und die Importeure k\u00fcmmern sich nicht allzu sehr darum, ob der Bezug von russischem Gas politisch problematisch ist. Wirtschaftlich handeln sie rational, und solange es keine rechtlichen Hindernisse wie ein Embargo gibt, konzentrieren sie sich darauf, g\u00fcnstigeres russisches Gas zu importieren. Dieses Vorgehen wird durch die wachsende Nachfrage in Europa unterst\u00fctzt\u201c, sagte Tyle\u010dek.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Der Fahrplan in die Zukunft<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kommission will nun alle russischen Gasimporte bis Ende 2027 beenden. Zu diesem Zweck will&nbsp; sie im n\u00e4chsten Monat Gesetzesvorschl\u00e4ge vorlegen. \u00d6l und nuklearer Brennstoff stehen ebenfalls im Fokus. Russland ist ein bedeutender Lieferant von Uran. Zudem betreiben einige EU-Mitgliedstaaten Reaktoren russischer Bauart.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eWir wollen nicht von [Russlands Pr\u00e4sident Wladimir] Putin kontrolliert werden,\u201c sagte J\u00f8rgensen bei der Vorstellung der Ma\u00dfnahmen. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p>\u201eWir wissen, dass er Energie als Waffe einsetzen wird, wenn er glaubt, dass es in seinem Interesse liegt.&#8220;<\/p><cite>Energiekommissar Dan J\u00f8rgensen<\/cite><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kommissar stellte fest, dass der Block seit 2022 mehr Geld f\u00fcr fossile Brennstoffe aus Russland ausgegeben habe als f\u00fcr Hilfe an die Ukraine.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gesetzesvorschl\u00e4ge m\u00fcssen sowohl vom EU-Parlament als auch von den Mitgliedsstaaten best\u00e4tigt werden. Die Kommission ben\u00f6tigt f\u00fcr die Importverbote nicht die Zustimmung aller 27 Mitgliedstaaten&nbsp; \u2013 es reicht eine qualifizierte Mehrheit von 15 L\u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ungarn und die Slowakei, die enge Beziehungen zu Moskau pflegen, haben die Pl\u00e4ne bereits kritisiert. \u201eIch weigere mich, wirtschaftlichen Selbstmord zu begehen; es ist einfach wirtschaftlicher Selbstmord, die Idee zu verfolgen, dass weder Gas, noch Kernenergie, noch \u00d6l fortgef\u00fchrt werden sollen, nur weil ein neuer eiserner Vorhang zwischen der westlichen Welt und m\u00f6glicherweise der Russischen F\u00f6deration sowie anderen L\u00e4ndern errichtet wird\u201c, sagte der slowakische Ministerpr\u00e4sident <strong>Robert Fico<\/strong>. Er betonte aber zugleich, dass er das Ziel einer Reduzierung der Energieabh\u00e4ngigkeit anerkenne.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">J\u00f8rgensen erkl\u00e4rte, die Kommission sei bereit, ohne Einstimmigkeit voranzugehen. Doch selbst wenn der Widerstand aus Ungarn oder der Slowakei nahezu sicher ist, k\u00f6nnte auch aus anderen Ecken Gegenwind kommen, weil einige Mitgliedstaaten weiterhin auf russische Energie angewiesen seien.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Von Ost nach West und \u00fcber den Atlantik<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">L\u00e4nder wie die <strong>Slowakei<\/strong> oder<strong> Ungarn <\/strong>bleiben stark abh\u00e4ngig von russischen fossilen Brennstoffen \u2013 beispielsweise importiert die Slowakei 80 Prozent ihres \u00d6ls aus Moskau. Sie sind von den Sanktionspaketen f\u00fcr \u00d6l ausgenommen. Ende 2024 bezog auch <strong>\u00d6sterreich<\/strong> etwa 80 Prozent seines Gases aus Russland. Die Lieferungen endeten erst, als der Transitvertrag zwischen Moskau und Kiew mit Jahresende auslief.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kommission wird auch mit der zunehmenden Abh\u00e4ngigkeit einiger L\u00e4nder von russischen LNG-Importen umgehen m\u00fcssen: Laut der Internationalen Energieagentur (IEA)\u00a0 entfielen 85 Prozent der gesamten russischen LNG-Importe auf drei L\u00e4nder \u2013 <strong>Belgien, Frankreich und Spanien <\/strong>\u2013, wobei ein Teil davon in andere europ\u00e4ische L\u00e4nder re-exportiert wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die wirtschaftlichen Schwergewichte des Blocks, Frankreich und Deutschland, hat die Abkehr von russischer Energie eine besonders gro\u00dfe Bedeutung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor dem Angriff Russlands auf die Ukraine importierte <strong>Deutschland<\/strong> 55 Prozent seines Gases aus Russland. Seitdem arbeitet das Land an der Diversifizierung seiner Energie-Importe und dem Bau von LNG-Terminals. Nach der Abschaltung der Nord Stream 1-Pipeline 2022 durch Russland bezieht Deutschland sein Erdgas aus Norwegen, Belgien und den Niederlanden. Deutschland erh\u00e4lt LNG von anderen EU-Mitgliedern, die wiederum einen Teil davon aus Russland importieren.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"1280\" src=\"https:\/\/europeannewsroom.com\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/urnnewsmldpa.com20090101220615-99-677510-v2-s2048.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14237\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Blick auf Rohrsysteme und Absperrvorrichtungen in der Gasempfangsstation der Ostseepipeline Nord Stream 1 und der \u00dcbernahmestation der Ferngasleitung OPAL (Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung). Foto: Stefan Sauer\/dpa<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Frankreich <\/strong>k\u00f6nnte mit seinen f\u00fcnf LNG-Terminals f\u00fcr Lieferungen nach Europa besonders stark von einer Abkehr von russischem LNG betroffen sein. Zwischen 2023 und 2024 erh\u00f6hte Frankreich seine russischen LNG-Importe um 81 Prozent und bescherte Russland Einnahmen in H\u00f6he von 2,68 Milliarden Euro, dem Institut f\u00fcr Energie\u00f6konomie und Finanzanalyse IEEFA zufolge.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In <strong>Spanien<\/strong> war Russland im M\u00e4rz der drittgr\u00f6\u00dfte Lieferant von Erdgas, mit einem Anteil von 13,2 Prozent im ersten Quartal des Jahres, hinter Algerien und den Vereinigten Staaten, die beide in diesem Zeitraum etwa 32 Prozent lieferten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die spanische Regierung erkl\u00e4rte, diese LNG-Importe stammten aus \u201eprivaten Vertr\u00e4gen\u201c, in die sie nicht eingreifen k\u00f6nne, betonte jedoch, dass sie die Importe aus anderen Quellen erh\u00f6hen wolle. Ministerpr\u00e4sident<strong> Pedro S\u00e1nchez<\/strong> erkl\u00e4rte im Februar in Kyjiw, dass sowohl die Regierung als auch die spanische Gesellschaft den \u201epolitischen Willen\u201c h\u00e4tten, Lieferanten au\u00dferhalb Russlands zu finden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Tschechiens<\/strong> Situation verdeutlicht das Dilemma. Obwohl das Land dank der Fertigstellung der TAL-Pipeline seit April erstmals unabh\u00e4ngig von russischem \u00d6l ist, importiert es weiterhin russisches Gas, wenn auch indirekt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2023 erkl\u00e4rte Tschechien, dass es vollst\u00e4ndig unabh\u00e4ngig von russischem Erdgas sei, und reduzierte seine Importe fast auf null. Dennoch bezieht es nun zumindest einen Teil des russischen Brennstoffs \u00fcber die Slowakei, wie Netzdaten zeigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Lieferungen verdeutlichen die Herausforderungen, mit denen einige L\u00e4nder konfrontiert sind, wenn sie ihre Abh\u00e4ngigkeit von russischem Brennstoff verringern wollen, auch wenn sie sich gegen den Krieg des Kremls in der Ukraine aussprechen. Die Slowakei und \u00d6sterreich bezogen gro\u00dfe Mengen russischen Gases, w\u00e4hrend Tschechien und Italien es indirekt von ihren Nachbarn erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Bulgarien<\/strong> pr\u00fcft derzeit eine Reihe von Optionen, um seine Energieversorgung zu diversifizieren \u2013 von der \u00d6l- und Gasf\u00f6rderung im Schwarzen Meer \u00fcber die Zusammenarbeit mit den Nachbarl\u00e4ndern Griechenland und der T\u00fcrkei bei Gasverbindungsleitungen, LNG-Terminals oder Gas\u00fcbertragungsprojekten bis hin zur Erh\u00f6hung seines Anteils an der Erzeugung erneuerbarer Energien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Beitrittskandidatenland <strong>Nordmazedonien<\/strong> importiert Erdgas aus Russland \u00fcber einen einzigen Zugangspunkt an der Grenze zu Bulgarien. Im Rahmen von Diversifizierungspl\u00e4nen wurde k\u00fcrzlich ein Vertrag \u00fcber den Bau einer Gasverbindung mit Griechenland unterzeichnet, der die Integration des Landes in den europ\u00e4ischen Energiemarkt f\u00f6rdern soll.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Land, das sich vollst\u00e4ndig von russischem Gas gel\u00f6st hat, ist <strong>Kroatien<\/strong>. 2021 wurde ein\u00a0 schwimmender LNG-Terminals auf der Insel Krk fertiggestellt. Dieser Schritt diversifizierte die Gasversorgung und machte das Land unabh\u00e4ngig von Importen aus Russland. Heute importiert Kroatien verfl\u00fcssigtes Gas haupts\u00e4chlich aus den Vereinigten Staaten, gefolgt von Nigeria, Katar und \u00c4gypten. Das Terminal deckt nicht nur den kroatischen Gasbedarf, sondern kann auch seine Nachbarn versorgen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit Pl\u00e4nen zur Erweiterung des Hubs und zur Modernisierung von Gaspipelines m\u00f6chte sich Kroatien zu einem regionalen Energie-Umschlagplatz entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr weitere LNG-Lieferungen aus den USA offen zu sein, k\u00f6nnte Br\u00fcssel auch dabei helfen, Handelskonflikte mit US-Pr\u00e4sident <strong>Donald Trump<\/strong> zu entsch\u00e4rfen. Mit einem Anteil von 45 Prozent im Jahr 2024 sind die Vereinigten Staaten bereits der gr\u00f6\u00dfte LNG-Lieferant der EU, gefolgt von Russland (20 Prozent). Trump brachte im April die Zahl von 350 Milliarden Dollar (309 Milliarden Euro) an zus\u00e4tzlichen Energiek\u00e4ufen durch die EU ins Spiel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kommission erkl\u00e4rte, sie wolle sich auf Lieferanten von den USA \u00fcber Norwegen, Katar bis hin zu nordafrikanischen L\u00e4ndern st\u00fctzen. Gleichzeitig muss sie jedoch die Verbraucher im Blick behalten. Steigende Energiepreise bleiben ein politisch sensibles Thema, und die Kommission muss Bef\u00fcrchtungen \u00fcber stark steigende Gaspreise wie im Jahr 2022 abwenden, wenn sie die in der Roadmap skizzierten Pl\u00e4ne umsetzen will.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Dieser Artikel wird zwei Mal pro Woche ver\u00f6ffentlicht. Der Inhalt basiert auf den Nachrichten der am European Newsroom beteiligten Agenturen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit neuen Gesetzesvorschl\u00e4gen will die EU-Kommission endg\u00fcltig ihre Verbindungen zu russischen Energiequellen kappen. Aber f\u00fchren diese Pl\u00e4ne nicht nur zu neuen Abh\u00e4ngigkeiten?<\/p>\n","protected":false},"author":71,"featured_media":13693,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":true,"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[39],"tags":[143,147,1077],"class_list":["post-1240232","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-key-story","tag-energie","tag-eu","tag-sanktionen"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1240232","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/71"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1240232"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1240232\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/13693"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1240232"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1240232"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1240232"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}