{"id":1251300,"date":"2025-05-14T12:47:29","date_gmt":"2025-05-14T10:47:29","guid":{"rendered":"https:\/\/europeannewsroom.com\/?p=1251300"},"modified":"2025-05-14T12:57:33","modified_gmt":"2025-05-14T10:57:33","slug":"eu-sucht-nach-losungen-handelskonflikt-mit-den-usa-gefahrdet-europas-automobilindustrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/eu-sucht-nach-losungen-handelskonflikt-mit-den-usa-gefahrdet-europas-automobilindustrie\/","title":{"rendered":"EU sucht nach L\u00f6sungen: Handelskonflikt mit den USA gef\u00e4hrdet Europas Automobilindustrie"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">US-Pr\u00e4sident <strong>Donald Trump<\/strong> hat in seinem globalen Handelskrieg einen ersten Waffenstillstand erreicht und vergangene Woche einen \u201ehistorischen\u201c Kompromiss mit dem Vereinigten K\u00f6nigreich (UK) erzielt. Am Montag einigte er sich zudem mit China auf eine Senkung der Z\u00f6lle. Die Europ\u00e4ische Union verhandelt jedoch weiterhin, um einen transatlantischen Kompromiss zu erreichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach seiner Amtseinf\u00fchrung im Januar f\u00fchrte Trump \u2013 ein \u00fcberzeugter Protektionist \u2013 sektorale Z\u00f6lle von 25 Prozent auf Stahl, Aluminium und Automobile sowie universelle Z\u00f6lle von 10 Prozent auf die meisten anderen US-Importe ein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im April setzte er Sonderabgaben auf Importe von den meisten Handelspartnern, einschlie\u00dflich der Europ\u00e4ischen Union, f\u00fcr 90 Tage aus. Dies veranlasste den Block dazu , geplante Gegenz\u00f6lle auszusetzen, um weitere Gespr\u00e4che zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Europ\u00e4ische Kommission stellte am vergangenen Donnerstag jedoch Pl\u00e4ne vor, zus\u00e4tzliche Z\u00f6lle auf US-Importe im Wert von bis zu 95 Milliarden Euro zu erheben, falls die Verhandlungen mit Washington nicht zu einer L\u00f6sung des Handelskonflikts f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine am Donnerstag ver\u00f6ffentlichte Liste der betroffenen Produkte umfasst Industrie- und Agrarerzeugnisse, darunter Autos und Autoteile, Flugzeugteile, Maschinen und Treibstoffe sowie Vieh, Fleisch, frische Produkte, Schokolade, Wein und andere alkoholische Getr\u00e4nke.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDie EU bleibt voll und ganz dem Ziel verpflichtet, mit den USA verhandelte L\u00f6sungen zu finden\u201c, sagte Kommissionspr\u00e4sidentin <strong>Ursula von der Leyen<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Europ\u00e4ische Automobilhersteller in der Krise<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Autohersteller sind eine der Branchen, die am st\u00e4rksten von Trumps Angriffen auf den Freihandel betroffen sind.&nbsp; Gro\u00dfe Marken \u2013 insbesondere in Europas gr\u00f6\u00dfter Volkswirtschaft, Deutschland \u2013 k\u00e4mpfen mit Umsatz- und Gewinneinbu\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Laut dem Jahresbericht des Europ\u00e4ischen Automobilherstellerverbands (ACEA) exportierte die EU im Jahr 2024 rund 750.000 Fahrzeuge im Wert von 39 Milliarden Euro in die USA.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ende April schlossen sich Mercedes-Benz und die US-europ\u00e4ische Gruppe Stellantis, zu deren 14 Marken zum Beispiel Jeep, Peugeot, Fiat, Maserati und Opel geh\u00f6ren, anderen Automobilherstellern an und setzten ihre j\u00e4hrlichen Finanzprognosen aufgrund der Unsicherheiten \u00fcber die US-Z\u00f6lle aus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Oft als \u201eEarnings Guidance\u201c bezeichnet, ver\u00f6ffentlichen Automobilhersteller regelm\u00e4\u00dfig Informationen. Diese dienen als Anhaltspunkte oder zur Sch\u00e4tzung ihrer zuk\u00fcnftigen Einnahmen. Die Unsicherheit \u00fcber die wirtschaftlichen Auswirkungen der US-Z\u00f6lle f\u00fchrte jedoch dazu, dass sie ihre Finanzprognosen f\u00fcr dieses Jahr nicht ver\u00f6ffentlichten. Dies ist ein Beispiel f\u00fcr das wirtschaftliche Chaos, das durch Trumps sich schnell \u00e4ndernde Handelstaktiken verursacht wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mercedes verwies auf \u201eVolatilit\u00e4t in Bezug auf Zollpolitik\u201c, die eine zuverl\u00e4ssige Prognose der Gesch\u00e4ftsentwicklung unm\u00f6glich mache.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mercedes-Benz und Volkswagen, Europas gr\u00f6\u00dfte Automobilhersteller, meldeten gro\u00dfe R\u00fcckg\u00e4nge ihrer Nettogewinne im Zeitraum Januar bis M\u00e4rz \u2013 noch vor Inkrafttreten der US-Z\u00f6lle. Der Nettogewinn von Mercedes sank in den ersten drei Monaten des Jahres um fast 43 Prozent auf 1,73 Milliarden Euro.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Stellantis meldete einen R\u00fcckgang seines Umsatzes im ersten Quartal um 14 Prozent auf 35,8 Milliarden Euro.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Spanien sticht der Fall von Seat, einem der gr\u00f6\u00dften Unternehmen im Automobilsektor des Landes, hervor. Seat ist allerdings nicht wegen der US-Z\u00f6lle unter Druck, sondern wegen der bestehenden EU-Z\u00f6lle auf chinesische Elektrofahrzeuge (EV).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um der starken Konkurrenz aus dem chinesischen EV-Markt entgegenzuwirken, belegte die EU China mit Z\u00f6llen von bis zu 45,3 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Februar erkl\u00e4rte Seat, dass rund 1500 Arbeitspl\u00e4tze im Unternehmen und weitere 10.000 Arbeitspl\u00e4tze indirekt gef\u00e4hrdet seien, falls die EU die Z\u00f6lle auf den Cupra Tavascan, Seats in China hergestelltes Elektrofahrzeug, nicht senkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der R\u00fcckgang bei der Nachfrage in ganz Europa, vor allem in Deutschland, wirkt sich auch auf Hersteller und Zulieferer von Autoteilen auf dem gesamten Kontinent aus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bulgarien stellt zwar keine Autos her, doch viele bulgarische Unternehmen produzieren Autoteile. Der im Fr\u00fchjahr ver\u00f6ffentlichte Makro\u00f6konomiebericht der DSK Bank warnte vor negativen Auswirkungen im Zusammenhang mit Handelspartnern in Deutschland und Italien, die direkt von den Z\u00f6llen betroffen sind. Dies k\u00f6nnte zu einem R\u00fcckgang der Bestellungen f\u00fcr Autoteile f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Lyubomir Dorosiev<\/strong> vom bulgarischen Verband der Autoimporteure erkl\u00e4rte Anfang April im Gespr\u00e4ch mit der bulgarischen Nachrichtenagentur BTA allerdings, dass die Z\u00f6lle auf in der EU hergestellte Autos gute Nachrichten f\u00fcr europ\u00e4ische Verbraucher seien. Seiner Meinung nach w\u00fcrden europ\u00e4ische Hersteller, wenn sie nicht mehr g\u00fcnstig in die USA exportieren k\u00f6nnten, nach und nach die Preise f\u00fcr Neuwagen in Europa senken, auch in Bulgarien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Nordmazedonien, einem EU-Beitrittskandidaten, zeigten sich Autozulieferer bereits besorgt \u00fcber sinkende Bestellungen, wobei einige Firmen R\u00fcckg\u00e4nge von bis zu 30 Prozent verzeichnen. Laut ihren Angaben erreichen die negativen Auswirkungen die lokalen Zulieferer gro\u00dfer Automobilhersteller mit einer leichten Verz\u00f6gerung. Sie bef\u00fcrchten noch schwerwiegendere Folgen f\u00fcr die Wirtschaft des Landes, wenn die wirtschaftlichen Herausforderungen in Deutschlands Automobilindustrie anhalten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Emissionen und Klimaziele<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die EU steht weiterhin vor einem Dilemma: Einerseits will sie Schl\u00fcsselindustrien wie den Automobilsektor angesichts des harten Wettbewerbs mit den USA und China st\u00e4rken, andererseits aber auch ihre langfristigen Klimaziele erreichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der vergangenen Woche gaben EU-Gesetzgeber gr\u00fcnes Licht f\u00fcr eine Verz\u00f6gerung bei der Umsetzung neuer Emissionsziele f\u00fcr europ\u00e4ische Automobilhersteller. Der Block versucht so, seine Klimaziele mit der Unterst\u00fctzung der angeschlagenen Industrie in Einklang zu bringen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Teil dieser Bem\u00fchungen sind gelockerte Vorschriften, um den Unternehmen mehr Spielraum zu geben. Dazu z\u00e4hlt eine Erleichterung, die von den EU-Abgeordneten in Stra\u00dfburg mit einer Mehrheit von 458 zu 101 Stimmen genehmigt wurde:Ab diesem Jahr senkt die EU die durchschnittlich zugelassenen Kohlenstoffemissionen f\u00fcr Neufahrzeuge, die in der EU verkauft werden. Bei Nichteinhaltung drohen hohe Geldstrafen. Nach dem im M\u00e4rz von Ursula von der Leyen vorgelegten Plan k\u00f6nnen Unternehmen die neuen Ziele aber auch einhalten, indem sie ihre Emissionen \u00fcber drei Jahre hinweg von 2025 bis 2027 mitteln, anstatt jedes einzelne Jahr einzuhalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das bedeutet, dass sie nicht bestraft werden, wenn sie das Ziel f\u00fcr 2025 bis zum 31. Dezember dieses Jahres nicht erreichen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Das Vereinigte K\u00f6nigreich setzt mit erster Einigung ein Zeichen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend die EU und andere von den US-Z\u00f6llen betroffene L\u00e4nder weiterhin versuchen, einen Handelskompromiss mit den USA zu erzielen, ist dies Gro\u00dfbritannien bereits gelungen. Die USA und das Vereinigte K\u00f6nigreich erzielten letzte Woche einen als \u201ehistorisch\u201c bezeichneten Kompromiss, der als gegenseitig vorteilhaftes Abkommen gefeiert wird. Demnach werden Z\u00f6lle auf britische Fahrzeugimporte gesenkt und Z\u00f6lle auf Stahl und Aluminium auf null reduziert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Rahmen der Vereinbarung, die am Freitag von Trump und dem britischen Premierminister <strong>Keir Starmer<\/strong> angek\u00fcndigt wurde, werden die Z\u00f6lle auf 100.000 in Gro\u00dfbritannien hergestellte Fahrzeuge, die in die USA importiert werden, von 25 Prozent auf 10 Prozent gesenkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Abkommen st\u00f6\u00dft jedoch auf Kritik der US-Autoindustrie. Sie bef\u00fcrchtet, dass es inl\u00e4ndische Hersteller benachteiligen k\u00f6nnte.Das American Automotive Policy Council (AAPC) warnte davor, dass die Ma\u00dfnahme britischen Produzenten einen unfairen Vorteil gegen\u00fcber in den USA ans\u00e4ssigen Unternehmen verschaffen k\u00f6nnte. Das AAPC vertritt die drei gr\u00f6\u00dften US Autohersteller Ford, General Motors und Stellantis.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">US-Autohersteller sind auf Teile aus und Produktionsst\u00e4tten in Mexiko und Kanada angewiesen, die derzeit gr\u00f6\u00dftenteils von Z\u00f6llen im Rahmen des US-Mexiko-Kanada-Abkommens (USMCA) ausgenommen sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Ausnahmen d\u00fcrften jedoch mit der Zeit schrumpfen. Das AAPC argumentiert, dass es unter dem neuen Abkommen bald g\u00fcnstiger sein k\u00f6nnte, ein britisches Fahrzeug zu importieren als eines aus Mexiko oder Kanada. Letztere enthielten einen erheblichen Anteil an US-Teilen. Dies k\u00f6nnte zu Nachteilen f\u00fcr US-Hersteller, Zulieferer und Arbeiter f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Dieser Artikel wird zwei Mal pro Woche ver\u00f6ffentlicht. Der Inhalt basiert auf den Nachrichten der am European Newsroom beteiligten Agenturen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>US-Z\u00f6lle, Konkurrenz aus China und heimische Klimavorschriften: Die europ\u00e4ischen Automobilhersteller k\u00e4mpfen mit sinkenden Verkaufszahlen und Gewinnen. Als Reaktion auf Trumps globale Handels- und Zolloffensive haben Washington und London ein erstes Abkommen erzielt. Die Europ\u00e4ische Union hingegen sucht weiterhin nach einer transatlantischen Einigung, um eine ihrer Schl\u00fcsselindustrien zu retten.<\/p>\n","protected":false},"author":119,"featured_media":1251324,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":true,"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[39],"tags":[663,147,19955,603],"class_list":["post-1251300","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-key-story","tag-automobilindustrie","tag-eu","tag-handelskonflikt-2","tag-usa"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1251300","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/119"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1251300"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1251300\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1251324"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1251300"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1251300"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1251300"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}