{"id":127108,"date":"2023-05-05T12:50:22","date_gmt":"2023-05-05T10:50:22","guid":{"rendered":"https:\/\/europeannewsroom.dpa.com\/?p=127108"},"modified":"2023-05-05T12:50:23","modified_gmt":"2023-05-05T10:50:23","slug":"was-darf-ki-eu-erwaegt-regelwerk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/was-darf-ki-eu-erwaegt-regelwerk\/","title":{"rendered":"Was darf KI? EU erw\u00e4gt Regelwerk"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Europa ist dabei, k\u00fcnstliche Intelligenz (KI) zu regulieren, die Sicherheitsstandards f\u00fcr Chatbots wie ChatGPT zu versch\u00e4rfen und Entwicklern und Herstellern, die auf dem EU-Binnenmarkt t\u00e4tig werden wollen, einen Rechtsrahmen aufzuerlegen \u2013 ein ehrgeiziges Projekt innerhalb eines Weltmarktes, auf dem die USA und China dem technologischen Fortschritt keinerlei Z\u00fcgel anlegen. Die Europ\u00e4ische Kommission hat bereits vor zwei Jahren ein neues Regelwerk, den sogenannten Artificial Intelligence Act vorgestellt, \u00fcber den in Br\u00fcssel derzeit verhandelt wird. Es soll der erste Rechtsrahmen f\u00fcr KI \u00fcberhaupt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 28. April erzielten die Fraktionen im Europ\u00e4ischen Parlament eine vorl\u00e4ufige Einigung \u00fcber das KI-Regelwerk der EU, das sich vor allem auf sogenannte \u201eFoundation Models\u201c konzentriert, prim\u00e4re Wissensbausteine, die als Grundlage f\u00fcr KI-Technologien dienen. Die Abgeordneten wollen, dass diese Elemente streng \u201eim Einklang mit dem EU-Recht und den Grundrechten, einschlie\u00dflich der Meinungsfreiheit, konzipiert und entwickelt werden&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der auf der informellen Vereinbarung basierende Text muss nun dem Binnenmarktausschuss des Europ\u00e4ischen Parlaments am 11. Mai zur Abstimmung vorgelegt werden. Eine Abstimmung im Plenum \u00fcber die Verhandlungsposition des Europ\u00e4ischen Parlaments wird f\u00fcr Juni erwartet, gefolgt von Verhandlungen mit dem Rat und der Kommission.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Unbegrenzte M\u00f6glichkeiten gegen unvorhersehbare Risiken<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Sabine Bendiek<\/strong>, Personalchefin des Softwarekonzerns SAP, sagte KI k\u00f6nnte einen enormen Produktivit\u00e4tsbeitrag leisten und Menschen entlasten. Zum Beispiel k\u00f6nnten extrem monotone, sich wiederholende Aufgaben von der KI \u00fcbernommen werden. \u201eUnsere Mitarbeitenden k\u00f6nnen sich dann wirklich darauf fokussieren, das einzusetzen, was Menschen so stark macht: Kreativit\u00e4t und die F\u00e4higkeit, die Resultate mit einer anderen Perspektive zu bewerten und entsprechend umzusetzen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch was ist mit all dem, was derzeit und in Zukunft auf Grundlage von Algorithmen und K\u00fcnstlicher Intelligenz entwickelt wird? Was ist mit ChatGTP und autonom fahrenden Autos? &nbsp;Wie gro\u00df ist das Risiko, dass KI zur Verbreitung von Desinformationen genutzt werden k\u00f6nnte? Mehrere Abgeordnete des Europ\u00e4ischen Parlaments haben k\u00fcrzlich einen globalen Gipfel zu den Gefahren der k\u00fcnstlichen Intelligenz gefordert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im vergangenen Monat hatte der deutsche Digitalminister <strong>Volker Wissing<\/strong> auf die rasche Schaffung eines Rechtsrahmens f\u00fcr KI in Europa gedr\u00e4ngt. \u201eWir m\u00fcssen jetzt klug reagieren und die k\u00fcnstliche Intelligenz vern\u00fcnftig regulieren, bevor es daf\u00fcr zu sp\u00e4t ist. Das darf nicht wieder Jahre dauern\u201c, sagte Wissing der Bild am Sonntag. Eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums sagte gegen\u00fcber dem Handelsblatt: \u201eWesentlich kommt es dabei auf eine Balance an zwischen Innovationsoffenheit und einem klaren Rechtsrahmen, der Standards f\u00fcr vertrauensw\u00fcrdige KI definiert.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDie Regulierung der k\u00fcnstlichen Intelligenz befindet sich aktuell auf einem sehr niedrigen Niveau und muss vorangetrieben werden\u201c, sagte <strong>Dobroslav Dimitrov<\/strong>, Vorsitzender des Bulgarischen Verbands der Softwareunternehmen (BASSCOM) und des Bulgarischen Arbeitgeberverbands f\u00fcr innovative Technologien (BRAIT). Seiner Meinung nach ist eine Regulierung definitiv \u00fcberf\u00e4llig, weshalb alle Entscheidungstr\u00e4ger auf Regierungs- und Unternehmensebene und in den Bildungsinstitutionen sich mit den Entwicklungen befassen und fortlaufend an den aktuellen Stand anpassen sollten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dimitrov verglich die KI mit der Atomenergie: \u201eSie kann den ganzen Planeten in Bewegung setzen, aber sie kann ihn auch zerst\u00f6ren, wenn sie f\u00fcr destruktive Zwecke eingesetzt wird. Das Gleiche gilt f\u00fcr die k\u00fcnstliche Intelligenz\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der italienische Minister f\u00fcr Wirtschaftsentwicklung, <strong>Adolfo Urso<\/strong>, erkl\u00e4rte, es sei notwendig, neue Vorschriften zu entwickeln, um das Verh\u00e4ltnis zwischen Mensch und Maschine besser zu definieren, da die Maschinen zum ersten Mal im Vorteil zu sein schienen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>\u00dcberpr\u00fcfung von ChatGPT bewirkt Beschleunigung der KI-Gesetzgebung<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Urso erinnerte an die Vorg\u00e4nge um den KI-Chatbot ChatGPT, den Italien im M\u00e4rz vor\u00fcbergehend verboten und Ende April wieder freigegeben hatte. Dies h\u00e4tte \u201edie Fallstricke eines Sektors aufzeigt, der immer noch einer strengen Regulierung bedarf\u201c. Er f\u00fcgte hinzu, dass die vorl\u00e4ufige Einschr\u00e4nkung von ChatGPT durch die italienische Datenschutzbeh\u00f6rde \u201edie Sicherheit der Nutzer erh\u00f6ht hat\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anfang letzten Monats erkl\u00e4rte der franz\u00f6sische Minister f\u00fcr Digitales, <strong>Jean-No\u00ebl Barrot<\/strong>, dass ChatGPT gegen die Datenschutz-Grundverordnung der EU (DGSVO) versto\u00dfe, dass es aber besser sei, den Bot &#8222;einzugrenzen&#8220;, statt ihn zu verbieten. Mitte April beschloss Frankreichs nationale Datenschutzbeh\u00f6rde CNIL eine Untersuchung zu f\u00fcnf Beschwerden gegen den Chatbot einzuleiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Europ\u00e4ische Datenschutzausschuss (EDPB), das europ\u00e4ische Pendant zu den nationalen Datenschutzbeh\u00f6rden in den einzelnen Mitgliedstaaten und zust\u00e4ndig f\u00fcr deren Koordinierung, k\u00fcndigte die Einrichtung einer speziellen Arbeitsgruppe zur F\u00f6rderung der europ\u00e4ischen Zusammenarbeit in diesem Bereich an.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Einsatz von KI am Arbeitsplatz<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Urso erkl\u00e4rte k\u00fcrzlich, dass der KI-Sektor in Italien beispielsweise innerhalb eines Jahres um 32 Prozent auf einen Wert von 500 Millionen Euro gewachsen sei. Der Sektor \u201esteht jetzt im Fokus der Entwicklungsprogramme von Unternehmen jeder Gr\u00f6\u00dfe, die in intelligente Datenverarbeitung, Sprach-KI und Computervision investieren\u201c, so der Minister.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Spaniens allgemeiner Unternehmenslandschaft wird k\u00fcnstliche Intelligenz in 8 Prozent der Betriebe mit mehr als 10 Mitarbeitern eingesetzt. Laut den vom EU-Statistikamt Eurostat ver\u00f6ffentlichten Daten f\u00fcr 2021 entspricht diese Zahl dem europ\u00e4ischen Durchschnitt. Produktionsabl\u00e4ufe, Marketing- und Vertriebsstrategien, Cybersicherheit und die Organisation von Managementprozessen sind laut einer Studie des spanischen multinationalen Finanzdienstleisters Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) aus dem Jahr 2022 die wichtigsten Anwendungen von KI in spanischen Unternehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kroatische Verband f\u00fcr K\u00fcnstliche Intelligenz (CroAI) versammelt f\u00fchrende Unternehmen und Start-ups im Bereich der KI in Kroatien. Nach Angaben des Verbandes waren Ende 2022 mehr als 130 Start-ups in Kroatien mit der Entwicklung und Anwendung von k\u00fcnstlicher Intelligenz befasst. W\u00e4hrend vor drei Jahren 220 Unternehmen KI anwandten, stieg diese Zahl bis Oktober 2022 laut CroAI auf rund 440.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Europa als globaler KI-Akteur<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der bulgarische Interimsminister f\u00fcr Wirtschaft und Innovation, <strong>Alexander Pulev<\/strong>, stellte k\u00fcrzlich fest, dass Bulgarien zu einer regionalen Drehscheibe f\u00fcr den Fluss digitaler Informationen aus Asien werden k\u00f6nnte. Dar\u00fcber hinaus erkl\u00e4rte er, Bulgarien und die US-Regierung h\u00e4tten eine Erkl\u00e4rung unterzeichnet, die darauf abziele, die Qualit\u00e4t der bulgarischen digitalen Infrastruktur zu verbessern, wobei der Schwerpunkt auf der Cybersicherheit liege.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Pr\u00e4sident der Stiftung \u201eGesellschaft der gemeinsamen Werte\u201c in Bosnien und Herzegowina (BiH), <strong>Zlatko Lagumd\u017eija<\/strong>, wies darauf hin, wie wichtig es sei, die digitale Transformation der EU zu integrieren, die sich nicht auf die EU-Mitgliedstaaten beschr\u00e4nken d\u00fcrfe, sondern auch Nachbarl\u00e4nder \u2013 wie etwa die westlichen Balkanstaaten \u2013 nach den gleichen Grunds\u00e4tzen in Projekte einbeziehen sollte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf einer Konferenz in Cambridge erkl\u00e4rte Lagumd\u017eija, dass die EU nur auf diese Weise zeigen k\u00f6nne, dass sie in der Lage sei, diese Prozesse auf globaler Ebene gemeinsam mit beispielsweise den Vereinigten Staaten und Japan anzuf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die EU war bereits tief in den Prozess der Schaffung eines Online-Rechtsrahmens eingestiegen und muss nun zur\u00fcck ans Rei\u00dfbrett, um herauszufinden, wie sie KI wirksam regulieren kann. Besonders erbittert d\u00fcrfte der Kampf um ein generelles Verbot des Einsatzes von KI-Gesichtserkennungstechnologien ohne Zustimmung der Betroffenen werden, denn hier k\u00f6nnte der EU-Rat unter Berufung auf nationale Sicherheitsklauseln Ausnahmeregelungen durchsetzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Dieser Artikel wird freitags ver\u00f6ffentlicht. Der Inhalt basiert auf Nachrichten der teilnehmenden Agenturen im enr.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Chatbots, Gesichtserkennung und autonome Fahrzeuge \u2013 die M\u00f6glichkeiten der k\u00fcnstlichen Intelligenz (KI) scheinen grenzenlos. Doch w\u00e4hrend Bef\u00fcrworter der Technologie ein schnelles Innovationswachstum in Europa vorhersagen, bef\u00fcrchten Kritiker unvorhersehbare negative Auswirkungen auf die Gesellschaft. Die EU-Gesetzgeber versuchen nun einen Mittelweg zu finden.<\/p>\n","protected":false},"author":119,"featured_media":127086,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[39],"tags":[9926,9706,9927],"class_list":["post-127108","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-key-story","tag-chatgpt-4","tag-ki","tag-technologie-2"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/127108","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/119"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=127108"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/127108\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/127086"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=127108"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=127108"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=127108"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}