{"id":128963,"date":"2023-05-12T10:32:11","date_gmt":"2023-05-12T08:32:11","guid":{"rendered":"https:\/\/europeannewsroom.dpa.com\/?p=128963"},"modified":"2023-05-12T10:32:12","modified_gmt":"2023-05-12T08:32:12","slug":"europatag-verbindende-visionen-in-schwierigen-zeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/europatag-verbindende-visionen-in-schwierigen-zeiten\/","title":{"rendered":"Europatag: Verbindende Visionen in schwierigen Zeiten"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Krieg in der Ukraine, Handels- und Wirtschaftsstreitigkeiten mit China und den USA, die Inflation \u2013 die EU sieht sich mit Herausforderungen von vielen Seiten konfrontiert. Die Staats- und Regierungschefs der Europ\u00e4ischen Union haben den Europatag gefeiert und aktuelle Themen auf der Agenda der Union diskutiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend der deutsche Bundeskanzler <strong>Olaf Scholz<\/strong> am Dienstag zu mehr globaler Zusammenarbeit auf Augenh\u00f6he aufrief, statt die Europ\u00e4ische Union zu einer dritten \u201eWeltmacht\u201c neben den USA und China machen zu wollen, zeigte sich EU-Kommissionspr\u00e4sidentin <strong>Ursula von der Leyen<\/strong> in Kiew solidarisch mit der Ukraine.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der f\u00fcr Krisenmanagement zust\u00e4ndige EU-Kommissar <strong>Janez Lenar\u010di\u010d<\/strong> sprach in Slowenien \u00fcber die Errungenschaften der EU in Bezug auf den Binnenmarkt, den Schengen-Raum, den Euro und das Erasmus-Programm, erkl\u00e4rte jedoch, dass die Vision des EU-Pioniers Robert Schuman noch nicht verwirklicht worden sei. \u201eEuropa hat noch keinen Frieden erreicht\u201c, sagte der Kommissar.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>9. Mai in der Ukraine zum Europatag erkl\u00e4rt<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit ihrem Besuch in der ukrainischen Hauptstadt anl\u00e4sslich der erstmaligen Feier des Europatages in der Ukraine bildete EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen eine Gegenstimme zu Russlands Siegesfeier. \u201eHier werden die Werte, die uns am Herzen liegen, jeden Tag verteidigt\u201c, betonte sie. Doch nicht nur Ideen und Prinzipien wurden zwischen von der Leyen und dem ukrainischen Pr\u00e4sidenten <strong>Wolodymyr Selenskyj<\/strong> er\u00f6rtert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An der Seite der Pr\u00e4sidentin der Europ\u00e4ischen Kommission forderte Selenskyj die EU auf, die Munitionslieferungen zu beschleunigen, \u201einakzeptable\u201c Beschr\u00e4nkungen f\u00fcr ukrainische Getreideexporte aufzuheben und Gespr\u00e4che \u00fcber den EU-Beitritt der Ukraine aufzunehmen. \u201eEs ist an der Zeit, die k\u00fcnstliche politische Unsicherheit in den Beziehungen zwischen der Ukraine und der EU zu beseitigen\u201c, sagte Selenskyj auf einer gemeinsamen Pressekonferenz vor Journalisten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach den Gespr\u00e4chen in Kiew verdeutlichte von der Leyen ihre \u00dcberzeugung, dass es der Ukraine mit ihren EU-Ambitionen sehr ernst ist. \u201eIch bin nach diesem Besuch mehr denn je beeindruckt von der Entschlossenheit der Ukrainer, trotz der gro\u00dfen Herausforderungen, vor denen sie stehen. Wir m\u00fcssen sie weiterhin unterst\u00fctzen\u201c, sagte sie einem AFP-Journalisten, der als Pool-Reporter f\u00fcr den European Newsroom agierte.<br><strong><br>Von der Leyen<\/strong> wird die Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedstaaten im n\u00e4chsten Monat informieren und ihnen im Oktober einen Bericht \u00fcber die Fortschritte der Ukraine bei den demokratischen Reformen und der Korruptionsbek\u00e4mpfung vorlegen. Dann m\u00fcssen die Mitgliedsstaaten dann entscheiden, ob sie formelle EU-Beitrittsgespr\u00e4che aufnehmen wollen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den EU-Hauptst\u00e4dten begegnet man der Ukraine mit viel gutem Willen, aber auch Skepsis, ob ein Land mit einer so unruhigen j\u00fcngeren Geschichte in der Lage sein wird, noch in diesem Jahr formelle Beitrittsverhandlungen aufzunehmen. Br\u00fcssel sch\u00e4tzt, dass die Gespr\u00e4che sechs bis 10 Jahre dauern k\u00f6nnten, wenn sie erst einmal begonnen haben, w\u00e4hrend Kiew optimistischer ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>EU27+: Versprechen, Einheit und eine faire Erweiterung?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eWir haben den L\u00e4ndern des westlichen Balkans, der Ukraine und der Republik Moldau gesagt: Ihr geh\u00f6rt zu uns, wir wollen, dass ihr Mitglieder der Europ\u00e4ischen Union werdet\u201c, sagte Bundeskanzler <strong>Olaf Scholz<\/strong> bei einer Rede im Europ\u00e4ischen Parlament am 9. Mai. Er f\u00fcgte hinzu, dass es dabei nicht um Altruismus gehe, \u201esondern um Glaubw\u00fcrdigkeit und wirtschaftliche Interessen\u201c, sowie um das Bem\u00fchen, den Frieden in Europa zu sichern, insbesondere nach dem Wendepunkt, den der russische Angriff auf die Ukraine darstelle.<br><br>Scholz f\u00fcgte hinzu, eine faire Erweiterungspolitik bedeute, die Versprechen zu erf\u00fcllen, die allen L\u00e4ndern des westlichen Balkans gegeben worden seien, denen vor 20 Jahren eine europ\u00e4ische Perspektive versprochen wurde. \u201eEin geopolitisches Europa muss seine Versprechen gegen\u00fcber seinen Nachbarn einhalten\u201c, sagte er.<br><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-rich is-provider-twitter wp-block-embed-twitter\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-width=\"550\" data-dnt=\"true\"><p lang=\"de\" dir=\"ltr\">Europa ist unsere Zukunft! Und Europas Zukunft liegt in unserer Hand. Ich stelle mir eine gro\u00dfe, geopolitische und reformierte <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/EU?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#EU<\/a> vor. <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/ThisisEurope?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#ThisisEurope<\/a> <a href=\"https:\/\/twitter.com\/Europarl_DE?ref_src=twsrc%5Etfw\">@Europarl_DE<\/a> 1\/5 <a href=\"https:\/\/t.co\/TpSHkO9sgV\">pic.twitter.com\/TpSHkO9sgV<\/a><\/p>&mdash; Bundeskanzler a.D. Olaf Scholz (@BundeskanzleraD) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/BundeskanzleraD\/status\/1655897354044620802?ref_src=twsrc%5Etfw\">May 9, 2023<\/a><\/blockquote><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><br><\/strong>Spanien, das am 1. Juli die rotierende EU-Ratspr\u00e4sidentschaft \u00fcbernimmt, feierte den Europatag mit Veranstaltungen im ganzen Land. Die spanische Regierung ist bestrebt, die Beziehungen der EU zu Lateinamerika zu st\u00e4rken, da sich Europa nach Ansicht spanischer Diplomaten \u201ezuverl\u00e4ssigen Partnern\u201c \u00f6ffnen m\u00fcsse, um die Lieferketten in einer f\u00fcr die EU geostrategisch heiklen Zeit zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Stabilisierung auf dem Balkan und Kontern des russischen und chinesischen Einflusses<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Staats- und Regierungschefs der Europ\u00e4ischen Union hatten bereits w\u00e4hrend eines EU-Westbalkan-Gipfels im Dezember 2022 versprochen, die Beziehungen zu den westlichen Balkanstaaten zu st\u00e4rken \u2013 ein Bestreben, das sich angesichts des russischen Krieges gegen die Ukraine noch verst\u00e4rken sollte. Der Krieg hat unterstrichen, wie wichtig es f\u00fcr die EU ist, den Balkan in ihre Umlaufbahn zu bringen, um die Region zu stabilisieren und dem Einfluss Russlands und Chinas entgegenzuwirken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die spanische Diplomatie hat die Ann\u00e4herung an den Westbalkan zu einer ihrer Priorit\u00e4ten gemacht, wie der spanische Au\u00dfenminister <strong>Jos\u00e9 Manuel Albares<\/strong> w\u00e4hrend einer Reise durch Serbien, Bosnien-Herzegowina, Albanien und Nordmazedonien im vergangenen Monat unterstrich. Die slowenische Pr\u00e4sidentin Nata\u0161a Pirc Musar erkl\u00e4rte ebenfalls, sie glaube an mehr Europa und setze sich auf dem westlichen Balkan daf\u00fcr ein, da dies ihrer Meinung nach der Region mehr Stabilit\u00e4t bringen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Feierlichkeiten zum 9. Mai haben allerdings gezeigt, dass die beiden Entit\u00e4ten von Bosnien und Herzegowina sehr unterschiedliche Perspektiven zur politischen Zukunft und die bevorstehende EU-Mitgliedschaft haben: W\u00e4hrend die F\u00f6deration Bosnien und Herzegowina den Europatag mit zahlreichen kulturellen Veranstaltungen beging, feierte die Republika Srpska \u2013 wie Russland \u2013 den Tag des Sieges \u00fcber den Faschismus.<br><br>Auch der Pr\u00e4sident des Instituts f\u00fcr Demokratie Societas Civilis Skopje, <strong>Marko Troshanovski<\/strong>, und <strong>Andreja Stojkovsk<\/strong>, der Exekutivdirektor der unabh\u00e4ngigen nordmazedonischen Denkfabrik PRESPA-Institut, sehen den derzeitigen Erweiterungsprozess eher kritisch. \u201eTrotz der Dringlichkeit durch den Krieg in der Ukraine, von dem man schon vor einem Jahr erwartet hat, dass er den Prozess beschleunigen w\u00fcrde, gab es keine wesentlichen Ver\u00e4nderungen in Bezug auf die Erweiterung. Die EU hat diesbez\u00fcglich keine umfassende Vision, und es gibt weder ein Interesse der Mitgliedstaaten an dem Prozess noch an der Festlegung von Fristen f\u00fcr eine neue Erweiterung\u201c, sagten sie der nordmazedonischen Nachrichtenagentur MIA am 9. Mai.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Dieser Artikel wird freitags ver\u00f6ffentlicht. Der Inhalt basiert auf Nachrichten der teilnehmenden Agenturen im enr.<\/em><br><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anl\u00e4sslich des Europatages am 9. Mai haben die EU-Mitgliedstaaten \u2013 und diejenigen mit Beitrittsambitionen \u2013 \u00fcber die Errungenschaften der Union und ihre Zukunftspl\u00e4ne nachgedacht. Das Fest zur F\u00f6rderung von Frieden und Einheit des Kontinents f\u00e4llt mit dem Tag zusammen, an dem unter anderem Russland den Sieg \u00fcber Nazi-Deutschland im Jahr 1945 feiert.<\/p>\n","protected":false},"author":119,"featured_media":128744,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[39],"tags":[147,10019,10018,115],"class_list":["post-128963","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-key-story","tag-eu","tag-eu-erweiterung","tag-europatag","tag-ukraine"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/128963","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/119"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=128963"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/128963\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/128744"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=128963"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=128963"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=128963"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}