{"id":1290373,"date":"2025-05-28T12:30:03","date_gmt":"2025-05-28T10:30:03","guid":{"rendered":"https:\/\/europeannewsroom.com\/?p=1290373"},"modified":"2025-05-28T12:30:06","modified_gmt":"2025-05-28T10:30:06","slug":"wo-sind-all-die-pflegekraefte-hin-arbeitskraeftemangel-im-gesundheitswesen-in-der-eu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wo-sind-all-die-pflegekraefte-hin-arbeitskraeftemangel-im-gesundheitswesen-in-der-eu\/","title":{"rendered":"Wo sind all die Pflegekr\u00e4fte hin? Arbeitskr\u00e4ftemangel im Gesundheitswesen in der EU"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Gesundheitssektor in Europa \u00e4chzt unter der Last des Alters \u2013 der Patientinnen und Patienten und der Arbeitskr\u00e4fte. Der Fachkr\u00e4ftemangel&nbsp; \u2013 Teil eines gr\u00f6\u00dferen Trends in vielen Wirtschaftssektoren \u2013 trifft die Gesundheitsversorgung besonders hart. Gleichzeitig steigt die Zahl der Menschen, die Pflege ben\u00f6tigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einem <a href=\"https:\/\/www.eurofound.europa.eu\/en\/publications\/2023\/measures-tackle-labour-shortages-lessons-future-policy\">2023 ver\u00f6ffentlichten Bericht<\/a> fasste Eurofound die Situation so zusammen:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p>\u201eArbeitskr\u00e4ftemangel ist besonders in Sektoren mit herausfordernden Arbeitsbedingungen verbreitet, wie etwa im Gesundheits- und Langzeitpflegesektor. Geringe Investitionen, gekoppelt mit den Auswirkungen der [Covid-19]-Pandemie und einem geschlechtergetrennten Arbeitsmarkt, tragen zum Mangel an Arbeitskr\u00e4ften in der Gesundheits- und Langzeitpflege bei. Dies wird durch die alternde Bev\u00f6lkerung und Arbeitskr\u00e4fte der EU in den kommenden Jahren weiter versch\u00e4rft.\u201c<\/p><cite>Eurofound Bericht<\/cite><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So weit, so schlecht. Die Situation \u00e4hnelt sich in den EU-Mitgliedstaaten und den Beitrittskandidatenl\u00e4ndern. Alle k\u00e4mpfen mit denselben Herausforderungen, zus\u00e4tzlich zu dem allgegenw\u00e4rtigen Problem der stetig steigenden Gesundheitskosten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Alternde Bev\u00f6lkerung<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die demografischen Ver\u00e4nderungen in der EU sind tiefgreifend. Der Bev\u00f6lkerungsanteil im Alter von 65 Jahren und \u00e4lter ist laut einem <a href=\"https:\/\/www.oecd.org\/en\/publications\/health-at-a-glance-europe-2024_b3704e14-en\/full-report.html\">OECD-Bericht von 2024<\/a> von 16 Prozent im Jahr 2000 auf \u00fcber 21 Prozent im Jahr 2023 gestiegen. Prognosen zufolge wird dieser Anteil bis 2050 auf fast 30 Prozent ansteigen.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Daten aus<strong> Italien<\/strong> sagen genau dieses Szenario voraus. Einem Bericht des Think Tanks Teha, dem Meridiano Sanit\u00e0 Report, zufolge bringt dies das Gesundheitssystem in Gefahr: Schon heute flie\u00dfen etwa 60 Prozent der nationalen Gesundheitsausgaben an Seniorinnen und Senioren, obwohl sie nur 25 Prozent der Bev\u00f6lkerung ausmachen.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Statistikabteilung der <strong>franz\u00f6sischen<\/strong> Sozialministerien (DREES) warnte, dass mit einer alternden Bev\u00f6lkerung und einem erwarteten Anstieg chronischer Krankheiten der Bedarf an Pflege bis 2040 um etwa 55 Prozent steigen wird \u2013 weit mehr als die Zahl der Pflegekr\u00e4fte.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Deutschlands<\/strong> neue Gesundheitsministerin <strong>Nina Warken<\/strong> forderte mehr Kompetenzen und bessere Arbeitsbedingungen f\u00fcr Besch\u00e4ftigte im Gesundheitswesen, um die alternde Bev\u00f6lkerung des Landes besser versorgen zu k\u00f6nnen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Alternde Arbeitskr\u00e4fte<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie die allgemeine Bev\u00f6lkerung wird auch das Pflegepersonal \u00e4lter:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>In<strong> Frankreich<\/strong> warnte der Nationale Pflegeverband im M\u00e4rz, dass trotz eines Anstiegs der Personalzahlen der zuk\u00fcnftige Bedarf im Gesundheitswesen nicht gedeckt werden kann.\u00a0 Zum 1. M\u00e4rz gab es 565.553 registrierte Pflegekr\u00e4fte, von denen 87 Prozent Frauen sind. Das Durchschnittsalter liege \u201ebei etwa 40 Jahren\u201c, sagte die Pr\u00e4sidentin des Verbands, <strong>Sylvaine Mazi\u00e8re-Tauran<\/strong>. 12.000 Pflegekr\u00e4fte waren \u00fcber 60 Jahre alt. \u201eWir empfehlen, den Bedarf fr\u00fchzeitig zu antizipieren und nicht zu warten, bis wir gegen die Wand fahren\u201c, warnte Mazi\u00e8re-Tauran.<\/li>\n\n\n\n<li>In <strong>Bulgarien<\/strong> lag das Durchschnittsalter der Pflegekr\u00e4fte 2024 bei 49 Jahren. Dies geht aus Daten des nationalen Verbands der Gesundheitsfachkr\u00e4fte (AHC PBG) hervor. Rund 20 Prozent der Pflegekr\u00e4fte in Bulgarien seien bereits im Rentenalter, verglichen mit nur 4 Prozent in anderen EU-Mitgliedstaaten, so die Vorsitzende des Verbands,<strong> Petya Nedkova<\/strong>. Seit 2015 sei die Zahl der Pflegekr\u00e4fte um 30 Prozent auf etwa 22.000 im Jahr 2024 gesunken.<\/li>\n\n\n\n<li>In<strong> Spanien<\/strong> sind 49.791 Pflegekr\u00e4fte zwischen 55 und 64 Jahre alt und werden voraussichtlich in den n\u00e4chsten zehn Jahren in den Ruhestand gehen, so eine Studie des spanischen Pflegeforschungsinstituts. Der spanische Pflegesektor hinkt mit einer Rate von 6,3 Fachkr\u00e4ften pro 1.000 Einwohnerinnen und Einwohnern weiterhin dem europ\u00e4ischen Durchschnitt hinterher.\u00a0 Es fehlen etwa 123.000 Pflegekr\u00e4fte.<\/li>\n\n\n\n<li>Der Leiter des<strong> italienischen<\/strong> Statistikamts ISTAT,<strong> Francesco Maria Chelli<\/strong>, sagte, dass laut Sch\u00e4tzungen etwa 77 Prozent der Haus\u00e4rztinnen und Haus\u00e4rzte des Landes 55 Jahre oder \u00e4lter sind. Chelli betonte, dass \u201edie Bereitstellung und Alterung des medizinischen Personals kritische Probleme f\u00fcr den Gesundheitssektor darstellen, insbesondere im Hinblick auf den zuk\u00fcnftigen Anstieg der Nachfrage nach Pflege aufgrund der Bev\u00f6lkerungsdynamik\u201c.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>\u00dcberlastung<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Anzahl der \u00c4rztinnen und \u00c4rzte sowie Pflegekr\u00e4fte pro Patientin oder Patient variiert stark in Europa. Statistische Daten lassen sich nur schwer vereinheitlichen, aber der EU-Durchschnitt liegt bei etwa vier \u00c4rztinnen und \u00c4rzten pro 1.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. F\u00fcr Pflegekr\u00e4fte liegt diese Zahl n\u00e4her bei neun.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Kroatien<\/strong> hat etwa 4,6 Pflegekr\u00e4fte pro 1.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Der Mangel bedeutet, dass das bestehende Personal extrem lange Schichten mit minimalen Pausen arbeitet, was zu hohen Stress- und Burnout-Raten f\u00fchrt.<\/li>\n\n\n\n<li>In <strong>Frankreich <\/strong>haben Besch\u00e4ftigte im Gesundheitswesen und Angeh\u00f6rige von Kolleginnen und Kollegen, die Suizid begangen haben, im April eine Klage gegen zwei Ministerinnen eingereicht. Der Vorwurf: \u201eT\u00f6dliche Arbeitsbedingungen\u201c in \u00f6ffentlichen Krankenh\u00e4usern, die ihrer Meinung nach zu Suiziden f\u00fchren.<\/li>\n\n\n\n<li>In <strong>Spanien<\/strong> weisen Haus\u00e4rztinnen und Haus\u00e4rzte auf den Mangel an finanziellen Mitteln und Personal hin, was zu l\u00e4ngeren Wartezeiten f\u00fcr Termine f\u00fchrt. Jede \u00c4rztin und jeder Arzt f\u00fchrt dort durchschnittlich 6.906 Konsultationen pro Jahr durch, was 28 pro Tag entspricht. F\u00fcr Pflegekr\u00e4fte liegt diese Zahl bei 4.104 (16,6 pro Tag).<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Verteilung des Fachpersonals<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Krankenh\u00e4user und \u00c4rztinnen und \u00c4rzte sind oft in st\u00e4dtischen Gebieten konzentriert, w\u00e4hrend in anderen Regionen \u00c4rztinnen und \u00c4rzten oder Pflegekr\u00e4fte pro Kopf mehr Patientinnen und Patienten behandeln m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>In <strong>Frankreich<\/strong> sind die Randgebiete st\u00e4dtischer Regionen und einige Grenzregionen oft schlechter abgedeckt. Im April protestierten \u00c4rztinnen und \u00c4rzte sowie Medizinstudierende gegen einen Gesetzesvorschlag, der regeln soll, wo \u00c4rztinnen und \u00c4rzte ihre Praxis er\u00f6ffnen d\u00fcrfen, um sogenannte \u201emedizinische W\u00fcsten\u201c zu bek\u00e4mpfen.<\/li>\n\n\n\n<li>In<strong> Bulgarien <\/strong>arbeitet jede f\u00fcnfte Pflegekraft in der Hauptstadt Sofia.<\/li>\n\n\n\n<li>W\u00e4hrend <strong>Kroatien<\/strong> bei der Anzahl der \u00c4rztinnen und \u00c4rzte pro 1.000 Einwohnerinnen und Einwohnern nicht weit vom europ\u00e4ischen Durchschnitt entfernt ist, sind diese ungleich verteilt, mit Engp\u00e4ssen in l\u00e4ndlichen Gebieten und auf den Inseln.<\/li>\n\n\n\n<li>In <strong>Portugal <\/strong>kommen statistisch 5,6 \u00c4rztinnen und \u00c4rzte auf 1.000 Menschen, jedoch umfasst diese Zahl alle registrierten Medizinerinnen und Mediziner, unabh\u00e4ngig davon, ob sie tats\u00e4chlich praktizieren. L\u00e4ndliche und abgelegene Regionen haben gr\u00f6\u00dfere Schwierigkeiten, Gesundheitspersonal anzuziehen und zu halten. Dies f\u00fchrt zu Ungleichheiten beim Zugang zur Versorgung.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Abwanderung von medizinischem Fachpersonal<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Niedrige Geh\u00e4lter, schlechte Arbeitsbedingungen und begrenzte M\u00f6glichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung treiben \u00c4rztinnen, \u00c4rzte und Pflegekr\u00e4fte dazu, nach besseren Arbeitspl\u00e4tzen im Ausland zu suchen.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Zwischen 2019 und 2024 haben mehr als 6.000 Klinikmitarbeiterinnen und -mitarbeiter den<strong> portugiesischen<\/strong> Nationalen Gesundheitsdienst verlassen. Das versch\u00e4rft den Mangel an Fachkr\u00e4ften, insbesondere in kritischen Bereichen wie Geburtshilfe und P\u00e4diatrie. Viele Fachkr\u00e4fte entscheiden sich f\u00fcr einen Wechsel in den privaten Sektor oder ins Ausland, wo sie bessere Arbeitsbedingungen und h\u00f6here L\u00f6hne vorfinden.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Bosnien und Herzegowina<\/strong> erlebt seit Jahren eine kontinuierliche Abwanderung von Fachkr\u00e4ften im Gesundheitswesen. Sch\u00e4tzungen zufolge haben in den vergangenen zehn Jahren mehr als 4.000 Pflegekr\u00e4fte und medizinische Technikerinnen und Techniker sowie fast 2.000 \u00c4rztinnen und \u00c4rzte das Land verlassen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Bulgariens<\/strong> Gesundheitspersonal forderte im Mai eine Gehaltserh\u00f6hung von 150 Prozent. Gewerkschaftsf\u00fchrerin <strong>Maya Ilieva<\/strong> erkl\u00e4rte, dass die Geh\u00e4lter von Pflegekr\u00e4ften niedriger als die in Superm\u00e4rkten seien, was den Beruf unattraktiv mache.<\/li>\n\n\n\n<li>Aus <strong>Kroatien<\/strong> sind viele \u00c4rztinnen, \u00c4rzte und Pflegekr\u00e4fte in besser bezahlte Jobs im Ausland abgewandert. Laut Daten des kroatischen \u00c4rzteverbands haben zwischen dem EU-Beitritt Kroatiens am 1. Juli 2013 und 2024 insgesamt 1.214 von etwas mehr als 16.000 \u00c4rztinnen und \u00c4rzten das Land verlassen. Sch\u00e4tzungen zufolge gab es 2024 in Kroatien etwa 4.000 Pflegekr\u00e4fte zu wenig. Die meisten Fachkr\u00e4fte wanderten nach Deutschland, \u00d6sterreich, Irland und Schweden ab. Nachdem die Regierung die Geh\u00e4lter massiv erh\u00f6ht hatte, verlangsamte sich die Abwanderungsbewegung jedoch.\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>Auch <strong>Slowenien<\/strong> verzeichnete eine Abwanderung von Fachkr\u00e4ften im Gesundheitswesen in andere L\u00e4nder. Berechnungen der slowenischen Pflegekammer f\u00fcr 2022 zeigen, dass in Krankenh\u00e4usern und der \u00e4rztlichen Grundversorgung 20 bis 25 Prozent der Pflegekr\u00e4fte fehlen. Es gibt auch nicht genug \u00c4rztinnen und \u00c4rzte, Personal in Pflegeheimen sowie Apothekerinnen und Apotheker. Slowenien konnte bisher auf Personal aus dem ehemaligen Jugoslawien zur\u00fcckgreifen, doch dieser Pool ist inzwischen ersch\u00f6pft.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Deutschland<\/strong> hingegen profitiert stark von der Migration von Fachkr\u00e4ften im Gesundheitswesen. Laut offiziellen Statistiken kommen rund 20 Prozent der Pflegekr\u00e4fte in Krankenh\u00e4usern, Pflegeheimen und mobilen Pflegediensten aus dem Ausland.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Braucht der Gesundheitssektor einfach nur mehr Geld?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das <a href=\"https:\/\/health.ec.europa.eu\/funding\/eu4health-programme-2021-2027-vision-healthier-european-union_en\">EU4Health-Programm<\/a> \u2013 urspr\u00fcnglich als Reaktion auf die Covid-19-Pandemie ins Leben gerufen \u2013 bietet finanzielle Unterst\u00fctzung f\u00fcr den Gesundheitssektor. Im Mehrj\u00e4hrigen Finanzrahmen (MFR) 2021\u20132027 stellt es ein Budget von 4,4 Milliarden Euro zur Verf\u00fcgung, um die Gesundheitssysteme zu st\u00e4rken. W\u00e4hrend die Mittel haupts\u00e4chlich daf\u00fcr da sind, die Resilienz der EU gegen\u00fcber Gesundheitsbedrohungen zu verbessern, Krebs zu bek\u00e4mpfen und eine Strategie f\u00fcr den Pharmasektor zu entwickeln, setzten einige Staaten die Gelder auch f\u00fcr die F\u00f6rderung ihrer personellen Ressourcen im Gesundheitssystem ein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das EU-Kandidatenland Bosnien und Herzegowina trat dem Programm im Juli 2024 bei. Es war das erste Mal, dass das Land Zugang zu EU-Mitteln erhielt, die auf die St\u00e4rkung der Widerstandsf\u00e4higkeit und Digitalisierung des Gesundheitssystems sowie auf zus\u00e4tzliche Schulungen f\u00fcr das Gesundheitspersonal abzielen. Obwohl dies nur ein Anfang ist, wird erwartet, dass die verf\u00fcgbaren Mittel dazu beitragen, die Ausstattung zu modernisieren, Arbeitsbedingungen zu verbessern und Berufsentwicklungsprogramme einzuf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Slowenien nutzt teilweise Mittel aus dem Wiederaufbau- und Resilienzplan, um den Arbeitskr\u00e4ftemangel im Gesundheitswesen zu bek\u00e4mpfen, da der Plan spezifische Finanzierung f\u00fcr die St\u00e4rkung der Kompetenzen des Gesundheitspersonals, die Sicherstellung der Dienstleistungsqualit\u00e4t und die digitale Transformation des Gesundheitssystems vorsieht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele Ma\u00dfnahmen zur Bek\u00e4mpfung des Arbeitskr\u00e4ftemangels im Gesundheits- und Langzeit-Pflegesektor konzentrieren sich auf L\u00f6hne und Arbeitsbedingungen, so der Eurofound-Bericht aus dem Jahr 2023. Obwohl Initiativen zur Bek\u00e4mpfung niedriger L\u00f6hne in einigen zentral- und osteurop\u00e4ischen L\u00e4ndern \u2013 wie Kroatien \u2013 geholfen haben, die Zahl der Abwanderungswilligen zu senken, reicht es oft nicht aus, sich nur auf Geh\u00e4lter zu fokussieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schlechte Arbeitsbedingungen erschweren das Anwerben. Italiens Gesundheitsminister <strong>Orazio Schillaci <\/strong>betonte k\u00fcrzlich: \u201eWir m\u00fcssen die Entfremdung vom \u00f6ffentlichen Gesundheitsdienst und die damit verbundenen Schwierigkeiten, Fachkr\u00e4fte zu rekrutieren, angehen, insbesondere angesichts der Pensionierungswelle, die einige Berufsfelder besonders betrifft.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Eurofound-Bericht empfiehlt, auch andere Faktoren der Lebensqualit\u00e4t zu ber\u00fccksichtigen, die die Arbeit attraktiver machen k\u00f6nnten. Dazu z\u00e4hlen Bildungsinfrastruktur, mehr Autonomie bei der Gestaltung der Arbeitszeiten, Zugang zu Weiterbildung und beruflichem Aufstieg sowie sinnstiftende Arbeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele dieser Bem\u00fchungen konzentrieren sich auf professionelle Pflege. Es gibt allerdings auch den Aspekt der informellen Pflege, der angesichts der alternden Bev\u00f6lkerung Europas an Bedeutung gewinnen wird. Schon jetzt bleibt der Pflegebedarf vieler Menschen unbefriedigt. Mit einer \u00e4lter werdenden Bev\u00f6lkerung wird der Bedarf an Pflegearbeit in Pflegeheimen, in den eigenen vier W\u00e4nden oder im Rahmen der Familie weiter zunehmen. Diese Arbeit f\u00e4llt oft auf Familienmitglieder zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Think Tank<a href=\"https:\/\/www.bruegel.org\/policy-brief\/prepare-now-europe-must-get-ready-coming-long-term-care-surge\"> Bruegel<\/a> weist darauf hin, dass Frauen zu den gr\u00f6\u00dften Verliererinnen z\u00e4hlen werden, wenn keine Ma\u00dfnahmen ergriffen werden, um die Langzeitpflegesysteme auf die kommende Welle an steigendem Bedarf vorzubereiten. Dies liegt daran, dass Pflege \u2013 sowohl formelle als auch informelle \u2013 \u00fcberwiegend von Frauen geleistet wird. Frauen reduzieren h\u00e4ufiger ihre Arbeitszeit, da sie unbezahlte Pflegeaufgaben zu Hause \u00fcbernehmen. In der gesamten EU sind mehr als drei Viertel der professionellen Pflegekr\u00e4fte Frauen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Dieser Artikel wird zwei Mal pro Woche ver\u00f6ffentlicht. Der Inhalt basiert auf den Nachrichten der am European Newsroom beteiligten Agenturen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00c4rzte und \u00c4rztinnen, Pflegekr\u00e4fte, Apothekenpersonal: Egal, wohin man in Europa schaut \u2013 der anhaltende Mangel an Fachkr\u00e4ften belastet einen Sektor, der seit Jahren in der Krise steckt.<\/p>\n","protected":false},"author":71,"featured_media":1289551,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":true,"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[39],"tags":[20128,147,20126,20127],"class_list":["post-1290373","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-key-story","tag-aerztemangel","tag-eu","tag-gesundheitswesen","tag-pflegekraefte"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1290373","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/71"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1290373"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1290373\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1289551"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1290373"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1290373"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1290373"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}