{"id":136353,"date":"2023-06-15T15:34:59","date_gmt":"2023-06-15T13:34:59","guid":{"rendered":"https:\/\/europeannewsroom.dpa.com\/?p=136353"},"modified":"2023-06-15T15:35:05","modified_gmt":"2023-06-15T13:35:05","slug":"werbegeschaeft-im-fokus-eu-kommission-geht-gegen-google-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/werbegeschaeft-im-fokus-eu-kommission-geht-gegen-google-vor\/","title":{"rendered":"Werbegesch\u00e4ft im\u00a0Fokus: EU-Kommission geht gegen\u00a0Google vor"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Br\u00fcssel&nbsp;(dpa)&nbsp;&#8211; Die EU-Kommission geht in einem wichtigen Wettbewerbsverfahren gegen das Werbegesch\u00e4ft von Google den n\u00e4chsten Schritt. Die&nbsp;Kommission forderte am Mittwoch, dass der Internet-Konzern Teile seiner Werbedienste und damit Teile seiner Geldmaschine verkaufen muss. Dabei geht es zentral um die Frage, ob Google sich bei Anzeigendiensten gegen\u00fcber Rivalen bevorteilt und dadurch den Wettbewerb verzerrt hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00abDas Unternehmen sammelt Nutzerdaten, verkauft Werbefl\u00e4chen und fungiert als Vermittler von Online-Werbung\u00bb, sagte die&nbsp;f\u00fcr einen fairen Wettbewerb zust\u00e4ndige EU-Kommissarin <strong>Margrethe&nbsp;Vestager<\/strong>. Google sei also auf fast allen Ebenen der Adtech-Branche vertreten. \u00abWir bef\u00fcrchten, dass Google seine Marktstellung genutzt haben k\u00f6nnte, um seine eigenen Vermittlungsdienste zu beg\u00fcnstigen\u00bb, so die Politikerin. Von&nbsp;Google hie\u00df es: \u00abWir widersprechen der Auffassung der Kommission und werden entsprechend reagieren.\u00bb Die Untersuchungen der Kommission konzentrierten sich auf einen eng eingegrenzten Aspekt des Werbegesch\u00e4fts und seien nicht neu. \u00abGoogle sieht sich weiter dazu verpflichtet, in dieser hart umk\u00e4mpften Branche einen Mehrwert f\u00fcr seine Publisher- und Werbe-Partner zu schaffen.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im&nbsp;Raum stehen hohe&nbsp;Strafen. Google kann zu den&nbsp;Vorw\u00fcrfen Stellung nehmen. Aber wenn die Kommission zu dem&nbsp;Schluss kommt, dass hinreichende Beweise f\u00fcr einen&nbsp;Bruch von&nbsp;EU-Recht vorliegen, kann sie eine Geldbu\u00dfe von bis zu 10 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes verh\u00e4ngen. Dagegen k\u00f6nnte sich Google wiederum juristisch wehren. Die wichtigste&nbsp;Einnahmequelle von&nbsp;Google ist Online-Werbung, wie die Kommission betont. Dabei verdient die&nbsp;Firma nicht nur Geld damit, dass sie auf ihren eigenen&nbsp;Websites wie der Google-Suche Werbung schaltet. Das Unternehmen vermittelt auch zwischen Werbetreibenden, die ihre Werbung online platzieren m\u00f6chten, und etwa Verlagen, Bloggern oder anderen Content-Creators, die Werbung beispielsweise auf ihrem&nbsp;Internetauftritt schalten wollen. (14. Juni)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">EU-Parlament will sch\u00e4rfere Regeln f\u00fcr K\u00fcnstliche Intelligenz<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Stra\u00dfburg (dpa) &#8211; Ein geplantes Gesetz zu sch\u00e4rferen Regeln f\u00fcr K\u00fcnstliche Intelligenz (KI)&nbsp;in der EU hat eine weitere H\u00fcrde genommen. Das Europaparlament legte am Mittwoch in Stra\u00dfburg seine Position f\u00fcr die Verhandlungen mit den EU-L\u00e4ndern \u00fcber die endg\u00fcltige Form des sogenannten KI-Gesetzes fest. Demnach sollen KI-Systeme in verschiedene Risikogruppen eingeteilt werden. Je mehr Gefahr von der jeweiligen Anwendung ausgeht, desto strengere Regeln k\u00f6nnten gelten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch komplette Verbote soll es geben, etwa von Gesichtserkennung in Echtzeit im \u00f6ffentlichen Raum. Besonders um diesen Punkt wurde gerungen. <strong>Axel Voss<\/strong> von den deutschen Christdemokraten nannte das Verbot \u00abbedauerlich\u00bb und eine \u00abverpasste Chance\u00bb: \u00abKI kann richtig angewandt bei der Strafverfolgung zu deutlich mehr Sicherheit f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung f\u00fchren.\u00bb Digitalpolitikerin bei den deutschen Liberalen <strong>Svenja Hahn <\/strong>sagte dagegen: \u00abGesichtserkennung zur \u00dcberwachung kennen wir aus China, diese Anwendung von Technologie hat in einer liberalen Demokratie nichts zu suchen.\u00bb Aufzeichnungen k\u00f6nnten aber nach Angaben des Parlaments wohl unter bestimmten Voraussetzungen ausgewertet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht nur die Gesichtserkennung, auch andere KI-Anwendungen geh\u00f6ren nach Ansicht der Abgeordneten k\u00fcnftig verboten: Zum Beispiel die sogenannte vorausschauende Polizeiarbeit, die mit Profilerstellung und Standortermittlung arbeitet und aufgrund fr\u00fcheren Verhaltens absch\u00e4tzt, ob eine Person eine Straftat begehen wird. KI-Systeme, die Menschen nach ihrem sozialen Verhalten oder ethnischen Merkmalen klassifizieren, sollen ebenfalls nicht zul\u00e4ssig sein. Auch die Erstellung von Datenbanken zur Gesichtserkennung verst\u00f6\u00dft nach Ansicht des EU-Parlaments gegen die Menschenrechte und d\u00fcrfte nicht erlaubt sein, ebenso wenig wie Systeme zur Emotionserkennung etwa am Arbeitsplatz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die deutsche AfD&nbsp;kritisierte die Entscheidung:&nbsp;\u00abDie EU ist aufgrund ihrer systemimmanenten Schwerf\u00e4lligkeit kaum in der Lage, diese sich rasant entwickelnde Technologie ad\u00e4quat zu begleiten\u00bb, sagte der industriepolitische Spreche der AfD im EU-Parlament, <strong>Markus Buchheit<\/strong>. Der <strong>KI Bundesverband<\/strong> warnte vor den Folgen des geplanten Gesetzes: \u00abMit den durch das EU-Parlament vorgesehenen Regulationen entstehen f\u00fcr europ\u00e4ische KI-Unternehmen zus\u00e4tzliche und gef\u00e4hrlich hohe Compliance-Kosten sowie erhebliche Haftungsrisiken, die europ\u00e4ische KI-Unternehmen \u00fcberm\u00e4\u00dfig belasten\u00bb, sagte der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Verbandes, <strong>Daniel Abbou<\/strong>. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die deutschen Sozialdemokraten begr\u00fc\u00dften dagegen den Entschluss: \u00abDurch die Dynamik um ChatGPT und Co sind die Potenziale und Risiken dieser Anwendungen in der Breite der Gesellschaft sp\u00fcrbar geworden. Dadurch wurde noch klarer, dass wir eine wertebasierte und vertrauensw\u00fcrdige Regulierung von KI ben\u00f6tigen &#8211; auch als Gegenpol zu den USA und China\u00bb, sagte <strong>Armand Zorn<\/strong> (SPD). Die Verhandlungen mit den EU-Staaten sollten nach Angaben des EU-Parlaments bereits am Abend beginnen. (14. Juni)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">EU-Parlament: Praktika sollen angemessen bezahlt werden<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Stra\u00dfburg (dpa) &#8211; Das Europaparlament will eine faire Bezahlung f\u00fcr Praktikantinnen und Praktikanten in der gesamten EU. Die Abgeordneten forderten am Mittwoch in&nbsp;Stra\u00dfburg die EU-Kommission dazu auf, ein entsprechendes Gesetz auf den Weg zu bringen. Nach dem Willen des EU-Parlaments sollen Mindeststandards f\u00fcr Praktika gelten &#8211; zum&nbsp;Beispiel bezogen auf ihre Dauer oder ihre Verg\u00fctung. Diese sollten mindestens die Kosten f\u00fcr den Lebensunterhalt in den jeweiligen EU-L\u00e4ndern abdecken, etwa f\u00fcr Lebensmittel oder eine Unterkunft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Abgeordneten forderten zudem von den EU-Staaten, Praktika f\u00fcr Menschen mit Behinderung oder f\u00fcr sozial benachteiligte Menschen leichter zug\u00e4nglich zu machen. Die oft freiwillige Mitarbeit sei ein wichtiges Sprungbrett f\u00fcr junge Menschen auf dem Arbeitsmarkt, teilte das EU-Parlament am&nbsp;Donnerstag mit. Die Qualit\u00e4t von Praktika m\u00fcsse aber verbessert werden, \u00abdamit junge Menschen n\u00fctzliche Erfahrungen sammeln k\u00f6nnen und eine angemessene Verg\u00fctung erhalten\u00bb, hie\u00df es in der Mitteilung. (14. Juni)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><strong>Diese Zusammenstellung ist eine redaktionelle Auswahl auf der Grundlage der Europa-Berichterstattung der dpa. Die redaktionelle Verantwortung liegt bei der dpa. Der EU Digest erscheint jeweils montags und donnerstags.<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die EU-Wettbewerbsh\u00fcter gehen  gegen das Werbegesch\u00e4ft des Internet-Giganten Google den n\u00e4chsten Schritt. Im Raum stehen hohe Strafen. 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