{"id":1396299,"date":"2025-07-04T14:03:27","date_gmt":"2025-07-04T12:03:27","guid":{"rendered":"https:\/\/europeannewsroom.com\/?p=1396299"},"modified":"2025-07-04T14:17:17","modified_gmt":"2025-07-04T12:17:17","slug":"steht-die-wehrpflicht-vor-ihrer-rueckkehr-in-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/steht-die-wehrpflicht-vor-ihrer-rueckkehr-in-europa\/","title":{"rendered":"Steht die Wehrpflicht vor ihrer R\u00fcckkehr in Europa?"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wegen Russlands Invasion in die Ukraine, der wachsenden Instabilit\u00e4t im Nahen Osten und der R\u00fcckkehr von <strong>Donald Trump<\/strong> ins Wei\u00dfe Haus r\u00fcckt die europ\u00e4ische Verteidigungspolitik in den Fokus. Europa ist gezwungen, seine Strategien bei der Rekrutierung von Streitkr\u00e4ften zu \u00fcberdenken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im vergangenen Monat einigten sich die NATO-Mitgliedsstaaten darauf, ihre Ausgaben f\u00fcr Verteidigung und Sicherheit auf 5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu erh\u00f6hen. Doch ohne das notwendige milit\u00e4rische Personal bleibt Europas milit\u00e4rische Einsatzbereitschaft auch bei h\u00f6heren Ausgaben gef\u00e4hrdet.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Entwicklung f\u00fchrt dazu, dass das Thema Wehrpflicht auf dem gesamten Kontinent wieder Gegenstand politischer Debatten ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine aktuelle Umfrage der Denkfabrik European Council on Foreign Relations in neun europ\u00e4ischen L\u00e4ndern ergab, dass in mehreren der L\u00e4nder, darunter Frankreich, Deutschland und Polen, die Wiedereinf\u00fchrung des verpflichtenden Milit\u00e4rdienstes von der Mehrheit der Menschen bef\u00fcrwortet wird. Diese Unterst\u00fctzung l\u00e4sst allerdings in Deutschland und Polen in der Altersgruppe der 18- bis 29-J\u00e4hrigen nach.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wehrpflicht bleibt in einigen EU-Mitgliedsstaaten bestehen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele EU-L\u00e4nder haben den verpflichtenden Dienst in ihren Streitkr\u00e4ften nach dem Ende des Kalten Krieges abgeschafft oder ausgesetzt. Andere wiederum behielten ihn mit unterschiedlichen Zeitvorgaben und Regelungen bei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Derzeit gibt es in neun Mitgliedstaaten eine Wehrpflicht (\u00d6sterreich, Zypern, D\u00e4nemark, Estland, Finnland, Griechenland, Lettland, Litauen und Schweden).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kroatien wird bald zu dieser Gruppe geh\u00f6ren. Das Land hatte den verpflichtenden Milit\u00e4rdienst zun\u00e4chst 2008 abgeschafft. Ab Januar 2026 wird eine zweimonatige Grundausbildung eingef\u00fchrt. Wer aus religi\u00f6sen oder moralischen Gr\u00fcnden den Kriegsdienst verweigert, kann stattdessen eine dreimonatige Ausbildung im Zivilschutz oder eine viermonatige Ausbildung in lokalen Einheiten absolvieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Wehrpflichtigen erhalten ein Nettogehalt von 1.100 Euro pro Monat, und ihre Verpflegung, Transportkosten, Urlaub und andere Ausgaben werden \u00fcbernommen. Der Dienst wird auf die Besch\u00e4ftigungszeit angerechnet, und berufst\u00e4tige Wehrpflichtige d\u00fcrfen aufgrund ihres Dienstes nicht entlassen werden. Arbeitslose Wehrpflichtige erhalten zudem eine bevorzugte Einstellung in staatlichen und kommunalen Institutionen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die L\u00e4nder mit Wehrpflicht wenden unterschiedliche Modelle an: verpflichtender Dienst f\u00fcr alle geeigneten B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger, Losverfahren, wenn die Zahl der Freiwilligen nicht ausreicht, oder selektive Einberufung, basierend auf Motivation und F\u00e4higkeiten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Welche L\u00e4nder in Europa erw\u00e4gen die (Wieder-)Einf\u00fchrung der Wehrpflicht?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mehrere europ\u00e4ische L\u00e4nder, die die Wehrpflicht ausgesetzt haben, verlassen sich auf Freiwillige, um ihre Truppenst\u00e4rke zu erh\u00f6hen. Angesichts der Bedrohung durch Russland versucht die deutsche Bundeswehr, mindestens 60.000 zus\u00e4tzliche Soldatinnen und Soldaten zu rekrutieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das hat zu einer erneuten Debatte dar\u00fcber gef\u00fchrt, ob eine verpflichtende Wehrpflicht in Deutschland notwendig ist \u2013 mehr als ein Jahrzehnt nachdem diese ausgesetzt wurde.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bundeskanzler <strong>Friedrich Merz<\/strong> erkl\u00e4rte Ende Juni, dass er dies f\u00fcr wahrscheinlich halte. \u201eDie Bundeswehr zur\u00fcck in die Mitte unserer Gesellschaft,\u201d sagte er.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p> \u201eEs war ein Fehler \u2013 wie wir sp\u00e4testens heute wissen \u2013 die Wehrpflicht auszusetzen.\u201c<\/p><cite>Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz<\/cite><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Koalitionsvertrag zwischen der sozialdemokratischen SPD und Merz\u2019 konservativen Schwesterparteien CDU und CSU verpflichtete sich die neue deutsche Regierung jedoch, auf freiwilligen Milit\u00e4rdienst zu setzen. Die SPD stand wegen dieser Vereinbarung parteiintern unter Druck. Auf ihrem Bundesparteitag am Samstag verabschiedete sie jedoch einen Antrag mit diesem Wortlaut: \u201eWir wollen keine aktivierbare gesetzliche M\u00f6glichkeit zur Heranziehung Wehrpflichtiger, bevor nicht alle Ma\u00dfnahmen zur freiwilligen Steigerung ausgesch\u00f6pft sind.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weiter hei\u00dft es: \u201eMa\u00dfnahmen zur Musterung, Erfassung und Wehr\u00fcberwachung wehrpflichtiger junger M\u00e4nner wollen wir erm\u00f6glichen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch in Portugal hat die Debatte \u00fcber die Wehrpflicht zuletzt Fahrt aufgenommen. Bef\u00fcrworterinnen und Bef\u00fcrworter argumentieren, dass sie den B\u00fcrgersinn und den sozialen Zusammenhalt f\u00f6rdere und die Gesellschaft besser auf Krisen vorbereite. Kritische Stimmen hingegen verweisen auf die hohen logistischen Kosten, die Einschr\u00e4nkung der individuellen Freiheit und die Notwendigkeit, die Streitkr\u00e4fte durch hochqualifizierte Fachkr\u00e4fte zu modernisieren, anstatt auf Massenrekrutierungen zu setzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der verpflichtende Milit\u00e4rdienst war im 20. Jahrhundert eine pr\u00e4gende Realit\u00e4t in Portugal. Von der Ersten Republik (1910\u20131926) bis in die sp\u00e4ten 1990er Jahre wurden Tausende junger portugiesischer M\u00e4nner einberufen, um ihre \u201eb\u00fcrgerliche Pflicht gegen\u00fcber der Nation\u201c zu erf\u00fcllen. Im Jahr 2004 wurde die Wehrpflicht abgeschafft und durch ein professionelles Freiwilligenmodell ersetzt, das bis heute besteht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Derzeit rekrutieren die portugiesischen Streitkr\u00e4fte junge Menschen durch freiwillige Verpflichtungen oder befristete Vertr\u00e4ge mit Dienstzeiten von sechs Monaten bis zu sechs Jahren. Ein \u00dcberbleibsel aus der Zeit der Wehrpflicht ist der Nationale Verteidigungstag, eine eint\u00e4gige Veranstaltung, die das Bewusstsein junger Menschen f\u00fcr die Streitkr\u00e4fte und die nationale Verteidigung sch\u00e4rfen soll. Obwohl an diesem Tag keinerlei milit\u00e4risches Training stattfindet, ist die Teilnahme f\u00fcr portugiesische Staatsb\u00fcrger zwischen 18 und 30 Jahren verpflichtend und Voraussetzung f\u00fcr den Zugang zu bestimmten B\u00fcrgerrechten, wie etwa die Beantragung eines Reisepasses oder die Bewerbung f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Dienst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bulgarien, einst einer der am st\u00e4rksten militarisierten Staaten des ehemaligen Ostblocks, setzt seit der Abschaffung der Wehrpflicht im Jahr 2008 auf eine Berufsarmee. Doch das Land sieht sich mit einem Personaldefizit von 21,8 Prozent konfrontiert. Trotz j\u00fcngster Gehaltserh\u00f6hungen bleibt die Rekrutierung hinter den Erwartungen zur\u00fcck. Verteidigungsminister <strong>Atanas Zapryanov <\/strong>erkl\u00e4rte, dass eine begrenzte verpflichtende Ausbildung, insbesondere f\u00fcr Rollen mit Schusswaffen-Gebrauch, in Betracht gezogen werde. Eine vollst\u00e4ndige Wiedereinf\u00fchrung der Wehrpflicht sei jedoch nicht geplant, k\u00f6nnte aber erfolgen, falls die Rekrutierung weiterhin hinter den Erwartungen zur\u00fcck bleibe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Rum\u00e4nien wurde die Wehrpflicht am 1. Januar 2007 mit dem Beitritt zur NATO und zur EU ausgesetzt. Laut Gesetz kann die Wehrpflicht im Kriegsfall reaktiviert werden. Alle B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger k\u00f6nnen dann eingezogen werden, auch diejenigen, die ihren Wehrdienst nicht absolviert haben. Nach Beginn des Krieges in der Ukraine gab es insbesondere online Diskussionen \u00fcber eine m\u00f6gliche teilweise oder freiwillige Wiedereinf\u00fchrung der Wehrpflicht. Das Verteidigungsministerium lehnte die Idee jedoch ab und betonte, dass es vorzuziehen sei, die freiwilligen Reserven auszubauen und die Auswahlgrundlage zu verbessern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Polen k\u00fcndigte Ministerpr\u00e4sident <strong>Donald Tusk<\/strong> Anfang M\u00e4rz die Wiedereinf\u00fchrung einer Form des Milit\u00e4rdienstes an. Ziel sei es,\u00a0 j\u00e4hrlich 100.000 Menschen zu verpflichten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch in Frankreich wurde die Debatte wieder aufgenommen. Der Milit\u00e4rdienst wurde 1997 unter Pr\u00e4sident <strong>Jacques Chirac<\/strong> ausgesetzt. Die \u00f6ffentliche Diskussion \u00fcber den Milit\u00e4rdienst entfachte sich neu, als Pr\u00e4sident<strong> Emmanuel Macron<\/strong> in einem Interview mit der Regionalpresse im M\u00e4rz eine \u201eumfassende \u00dcberarbeitung\u201c des universellen Nationaldienstes (SNU) ank\u00fcndigte. Die Wiedereinf\u00fchrung eines verpflichtenden Milit\u00e4rdienstes (f\u00fcr M\u00e4nner und Frauen) w\u00fcrde laut einer aktuellen politischen Notiz des Haut-Commissariat \u00e0 la Strat\u00e9gie et au Plan \u2013 der franz\u00f6sischen Hochkommission f\u00fcr Strategie und Planung \u2013 ein j\u00e4hrliches Budget von 15 Milliarden Euro erfordern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Belgien wurde die Wehrpflicht seit 1993 ausgesetzt, jedoch nicht abgeschafft. Theoretisch k\u00f6nnte sie durch eine \u00c4nderung des Gesetzes wieder aktiviert werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine gab es einige Diskussionen \u00fcber die Wiedereinf\u00fchrung der verpflichtenden Wehrpflicht, doch diese f\u00fchrten bislang zu keinen konkreten Initiativen. Die \u00f6ffentliche Meinung scheint nicht zugunsten einer Wiedereinf\u00fchrung zu sein. Laut Verteidigungsminister <strong>Theo Francken<\/strong> ist Belgien logistisch nicht auf eine R\u00fcckkehr zur Wehrpflicht vorbereitet, da es an Personal, Kasernen und Betten fehlt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die derzeitige Regierung hat jedoch die Einf\u00fchrung eines freiwilligen Milit\u00e4rdienstes von einem Jahr angek\u00fcndigt. Jede*r 18-j\u00e4hrige Belgierin und Belgier wird eine Einladung erhalten. Der Plan sieht vor, im September 2026 mit einer ersten Gruppe von 500 Freiwilligen zu starten. Bis 2028 hofft die Regierung, j\u00e4hrlich etwa 1.000 neue Rekrutinnen und Rekruten zu gewinnen. Freiwillige erhalten ein monatliches Gehalt von rund 2.000 Euro.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Welche L\u00e4nder lehnen die Wehrpflicht ab?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend die Debatte in vielen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern offen gef\u00fchrt wird, ist in anderen die Ablehnung klar. In Spanien schloss Verteidigungsministerin <strong>Margarita Robles <\/strong>im M\u00e4rz 2024 aus, dass das Land die Wehrpflicht wieder einf\u00fchren werde, selbst angesichts der M\u00f6glichkeit, dass die russische Bedrohung in der Ukraine auf andere europ\u00e4ische L\u00e4nder \u00fcbergreifen k\u00f6nnte. \u201eEs wird keinen Wehrdienst in Spanien geben, absolut keinen, und ich glaube nicht, dass irgendjemand das in Erw\u00e4gung gezogen&nbsp; hat\u201c, erkl\u00e4rte sie in einer Stellungnahme.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch Slowenien zieht trotz eines Personalmangels in den Streitkr\u00e4ften die Wiedereinf\u00fchrung der Wehrpflicht derzeit nicht in Betracht, wie das Verteidigungsministerium mitteilte. Verteidigungsminister <strong>Borut Sajovic<\/strong> erkl\u00e4rte, er beobachte die Entwicklungen in L\u00e4ndern, die Schritte in diese Richtung untern\u00e4hmen. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p>\u201e\u00dcberall scheint es, dass die Wehrpflicht weder ein Allheilmittel noch ein Zauberstab ist.\u201c <\/p><cite>Sloweniens Verteidigungsminister Borut Sajovic<\/cite><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Slowakei hat die Wehrpflicht ebenfalls ausgeschlossen. Ministerpr\u00e4sident <strong>Robert Fico<\/strong> und andere Regierungsvertreter setzen auf freiwillige Alternativen, obwohl jahrelange Bem\u00fchungen zur Rekrutierung wenig Erfolg hatten. Verteidigungsexperten und ehemalige Minister wie <strong>Martin Sklen\u00e1r<\/strong> sind sich einig, dass ein neues Modell erforderlich ist. Derzeit werden Vorschl\u00e4ge wie finanzielle Anreize und Reformen des Reservistensystems diskutiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch Albanien hat keine Eile, die Wehrpflicht wieder einzuf\u00fchren. Im November 2010 verabschiedete das Parlament ein Gesetz, das die Wehrpflicht abschaffte und den Weg f\u00fcr die Einrichtung einer professionellen und modernen Armee ebnete. In dem Land&nbsp; hatte es seit 1968 eine Wehrpflicht gegeben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Irland steht die Einf\u00fchrung der Wehrpflicht nicht auf der politischen Agenda. Seit der Unabh\u00e4ngigkeit des Landes vor \u00fcber 100 Jahren gab es dort nie eine Wehrpflicht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Geschlechterdebatte im Zusammenhang mit der Wehrpflicht<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Rahmen der Diskussion \u00fcber die Wehrpflicht wird auch dar\u00fcber debattiert, ob diese gleicherma\u00dfen f\u00fcr M\u00e4nner und Frauen gelten sollte. Laut einer Umfrage in 12 europ\u00e4ischen L\u00e4ndern aus dem Jahr 2023 machen Frauen etwa 13 Prozent der Streitkr\u00e4fte aus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Innerhalb der EU gilt die Wehrpflicht derzeit nur in Schweden und D\u00e4nemark f\u00fcr beide Geschlechter. In D\u00e4nemark wurde diese Regelung ab dem 1. Juli eingef\u00fchrt. Das bedeutet, dass Frauen, die nach diesem Datum 18 Jahre alt werden, im Jahr 2026 zum Wehrdienst einberufen und auf gleicher Grundlage wie M\u00e4nner f\u00fcr den Milit\u00e4rdienst bewertet werden. Laut Verteidigungsminister <strong>Troels Lund Poulse<\/strong>n von der liberalen Partei Venstre sei diese Ma\u00dfnahme notwendig, da \u201ewir hart daran arbeiten m\u00fcssen, unser Heimatland zu verteidigen\u201c.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p>\u201eWir m\u00fcssen einfach mehr M\u00e4nner und Frauen haben, die in der Lage sind, Waffen zu f\u00fchren.\u201c<\/p><cite>D\u00e4nemarks Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen<\/cite><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Angesichts der schwersten Sicherheitskrise seit Jahrzehnten \u00fcberdenken europ\u00e4ische Regierungen nicht nur ihre Verteidigungsbudgets, sondern auch die Rolle der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger beim Schutz des Kontinents. Ob durch verpflichtenden Dienst, freiwillige Modelle oder v\u00f6llig neue Ans\u00e4tze \u2013 die kommenden Jahre werden die Verbindung zwischen Zivilgesellschaft und Milit\u00e4r in der EU voraussichtlich grundlegend ver\u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Dieser Artikel wird zwei Mal pro Woche ver\u00f6ffentlicht. Der Inhalt basiert auf den Nachrichten der am European Newsroom beteiligten Agenturen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit dem Ende des Kalten Krieges haben viele europ\u00e4ische L\u00e4nder die Wehrpflicht abgeschafft. Doch angesichts des geopolitischen Wandels und zunehmender Instabilit\u00e4t stellt sich die Frage, ob junge Europ\u00e4erinnen und Europ\u00e4er bald wieder mit einer Einberufung zum Milit\u00e4r rechnen m\u00fcssen.<\/p>\n","protected":false},"author":71,"featured_media":847581,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":true,"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[39],"tags":[147,751,649,651,11680],"class_list":["post-1396299","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-key-story","tag-eu","tag-eu-verteidigungs-und-sicherheitspolitik","tag-militaer","tag-verteidigung","tag-wehrpflicht"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1396299","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/71"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1396299"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1396299\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/847581"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1396299"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1396299"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1396299"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}