{"id":145838,"date":"2023-07-24T11:06:51","date_gmt":"2023-07-24T09:06:51","guid":{"rendered":"https:\/\/europeannewsroom.dpa.com\/?p=145838"},"modified":"2023-07-24T11:06:59","modified_gmt":"2023-07-24T09:06:59","slug":"deutlich-mehr-deutsche-nach-brexit-an-britischen-grenzen-abgewiesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/deutlich-mehr-deutsche-nach-brexit-an-britischen-grenzen-abgewiesen\/","title":{"rendered":"Deutlich mehr Deutsche nach Brexit an britischen Grenzen abgewiesen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">London (dpa) &#8211; Seit dem <strong>Brexit <\/strong>verweigert das Vereinigte K\u00f6nigreich deutlich mehr B\u00fcrgern aus Deutschland und den EU-Staaten die Einreise. Wurden bis 2020 zwischen 20 und 110 Deutsche pro Jahr zun\u00e4chst an britischen Grenzen abgewiesen, schnellte die Zahl nach Londons Austritt aus der EU-Zollunion und dem Binnenmarkt in die H\u00f6he. 2021 traf es 251 Deutsche und 2022 sogar 805 &#8211; zehn Mal so viele wie 2019, dem letzten normalen Reisejahr vor der Pandemie. Das geht aus Daten des britischen Innenministeriums hervor, die die Deutsche Presse-Agentur ausgewertet hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die gleiche Entwicklung ist f\u00fcr die gesamte EU zu beobachten. 2021 wurden etwa 16 500 EU-B\u00fcrger abgewiesen und 2022 sogar knapp 17 000 &#8211; das ist fast eine Versechsfachung im Vergleich zu 2019. Gr\u00fcnde f\u00fcr eine Ablehnung werden in den Daten nicht genannt.&nbsp;Aus dem britischen Innenministerium wurde aber nahegelegt, dass die Betroffenen nicht die notwendigen Dokumente vorgelegt h\u00e4tten. Deutsche brauchen auch als Touristen f\u00fcr die Einreise ins Vereinigte K\u00f6nigreich mittlerweile einen Reisepass, ein Personalausweis reicht nicht aus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zahlen fassen sowohl Vorkontrollen, etwa an H\u00e4fen oder den Eurostar-Terminals in der EU, als auch Kontrollen nach Ankunft im Vereinigten K\u00f6nigreich zusammen. Die Statistik gibt keine Hinweise dar\u00fcber, ob die zun\u00e4chst abgelehnten Reisenden zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt nach Gro\u00dfbritannien einreisen durften. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2016 hatte eine knappe Mehrheit der Menschen im Vereinigten K\u00f6nigreich f\u00fcr den Brexit gestimmt. Ende Januar 2020 trat das Land dann aus der EU aus. Bis Ende des Jahres galt noch eine \u00dcbergangsfrist, aber seit dem 1. Januar 2021 ist Gro\u00dfbritannien nicht mehr Mitglied in der EU-Zollunion oder dem Binnenmarkt. Seitdem ben\u00f6tigen auch EU-B\u00fcrger ein Visu m, wenn sie im Land leben und arbeiten wollen. Das gilt nicht f\u00fcr diejenigen, die bis zum 31. Dezember 2020 eingereist waren.(21. Juli)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Baerbock: T\u00fcrkei-Beziehungen nach Wahl \u00fcberdenken<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Br\u00fcssel &#8211; Die deutsche Au\u00dfenministerin <strong>Annalena Baerbock<\/strong> hat bei einem EU-Treffen in Br\u00fcssel f\u00fcr neue Gespr\u00e4che \u00fcber die Beziehungen zur T\u00fcrkei geworben. Nach den j\u00fcngsten Wahlen in dem Land sei es wichtig, noch einmal zu reflektieren, wie man mit einem \u00abnicht einfachen Nachbarn, aber einem globalen, strategisch wichtigen Akteur in unserer direkten Nachbarschaft\u00bb zusammenarbeiten werde, sagte die Gr\u00fcnen-Politikerin am Donnerstag. \u00abJetzt nach den Wahlen ist ein Moment f\u00fcr eine strategische Reflexion.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deutschland hatte bereits beim j\u00fcngsten EU-Gipfel f\u00fcr den Versuch einer Wiederann\u00e4herung geworben. Daraufhin war vereinbart worden, dass nun ein Bericht \u00fcber den Stand der Beziehungen zwischen der EU und der T\u00fcrkei erarbeitet werden soll, der \u00abauf ein strategisches und vorausschauendes Vorgehen abstellt\u00bb.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Baerbock betonte bei dem Au\u00dfenministertreffen, dass man nicht naiv sei und es keine Geschenke gebe, weil man sich gerade in schwierigen Zeiten befinde. Die von dem t\u00fcrkischen Pr\u00e4sidenten<strong> Recep Tayyip Erdogan<\/strong> geforderte EU-Beitrittsperspektive liege \u00abtief im Eisfach\u00bb. Grund daf\u00fcr seien Defizite bei wesentlichen Themen wie Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechtsschutz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Luxemburgs Au\u00dfenminister <strong>Jean Asselborn<\/strong> sagte, nach dem Beschluss f\u00fcr EU-Beitrittsverhandlungen mit der T\u00fcrkei im Jahr 2004 habe es zun\u00e4chst richtige Verhandlungen auch \u00fcber die Menschenrechte gegeben. Aber seit 2011 sei es dann \u00abin die falsche Richtung\u00bb gegangen. Zyperns Au\u00dfenminister<strong> Constantinos Kombos<\/strong> machte eine Wiederann\u00e4herung zwischen T\u00fcrkei und EU von Fortschritten bei den Gespr\u00e4chen \u00fcber den Zypernkonflikt abh\u00e4ngig. \u00abWir erwarten die rasche Wiederaufnahme substanzieller Verhandlungen, die zu einer L\u00f6sung des Zypernproblems f\u00fchren\u00bb, sagte er.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zypern ist seit 2004 Mitglied der EU und seit 1974 nach einem griechischen Putsch und einer t\u00fcrkischen Milit\u00e4rintervention geteilt. Im Norden gibt es die nur von der T\u00fcrkei anerkannte T\u00fcrkische Republik Nordzypern (KKTC). Die Regierung der Republik Zypern lenkt den S\u00fcdteil. Zahlreiche Vermittlungen der UN zur \u00dcberwindung der Teilung sind bislang gescheitert. (20. Juli)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"1324\" src=\"https:\/\/europeannewsroom.com\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/urnnewsmldpa.com20090101230405-911-011228-v2-s2048-1.jpeg\" alt=\"Robert Habeck (B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen, l), Bundesminister f\u00fcr Wirtschaft und Klimaschutz, spricht bei einem Pressestatement mit Bundesjustizminister Buschmann zum Kabinettbeschluss zur Novelle des Kartell- und Wettbewerbsrechts. \" class=\"wp-image-122166\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der deutsche Bundesminister f\u00fcr Wirtschaft und Klimaschutz Robert Habeck. Foto: Britta Pedersen\/dpa<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Habeck betont Notwendigkeit eines Freihandelsabkommens mit Indien<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neu Delhi &#8211; Der deutsche Bundeswirtschaftsminister<strong> Robert Habeck<\/strong> hat die Notwendigkeit eines Freihandelsabkommens zwischen der EU und Indien betont &#8211; erwartet aber komplizierte Verhandlungen. Der Gr\u00fcnen-Politiker sagte am Donnerstag bei seinem Indien-Besuch in Neu Delhi, das Abkommen mit Indien sei sicherlich eines der schwierigsten &#8211; die EU verhandelt nicht nur mit Indien \u00fcber Freihandelsabkommen. \u00abDas muss man sagen, weil Indien eine Tradition hat, seinen Markt zu sch\u00fctzen\u00bb, so Habeck. \u00abDas m\u00fcsste dann eben \u00fcberwunden werden.\u00bb Umgekehrt fordere Indien von Europa auch viel, beispielsweise leichteren Zugang zu Patenten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00abDie Interessen laufen jetzt nicht im Detail automatisch synchron\u00bb, sagte Habeck. Das Handelsabkommen sei kompliziert. \u00abDeswegen hat es auch so lange gedauert und man ist nicht vorangekommen. Gleichwohl muss man sehen, welche Chancen sich damit jetzt verbinden, auch welche Notwendigkeiten. Und deswegen werbe ich sehr daf\u00fcr, da jetzt mehr Kraft dahinterzusetzen.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der deutsche Bundeskanzler <strong>Olaf Scholz<\/strong> (SPD) hatte bei seinem Indien-Besuch im Februar gesagt, dass er in den Verhandlungen um das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien Tempo machen will. \u00abIch bin daf\u00fcr, dass wir jetzt mehr Druck entwickeln, dass wir einen gro\u00dfen Willen entwickeln\u00bb, sagte er damals nach Gespr\u00e4chen mit dem indischen Premierminister <strong>Narendra Modi <\/strong>in Neu Delhi.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit Jahren versuchen die EU und Indien ein Freihandelsabkommen zu vereinbaren. Verhandlungen gab es von 2007 bis 2013. Damals scheiterten die Gespr\u00e4che aber. H\u00fcrden waren aus deutscher Sicht etwa Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr den indischen Autosektor. Im vergangenen Jahr wurden die Verhandlungen wieder aufgenommen. (20. Juli)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><strong>Diese Zusammenstellung ist eine redaktionelle Auswahl auf der Grundlage der Europa-Berichterstattung der dpa. Die redaktionelle Verantwortung liegt bei der dpa. Der EU Digest erscheint jeweils montags und donnerstags.<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Anzahl der an den britischen Grenzen abgewiesenen Deutschen ist nach dem Brexit gestiegen. Die deutsche Au\u00dfenministerin Baerbock spricht sich f\u00fcr eine &#8222;strategische Reflexion&#8220; der EU-T\u00fcrkei-Beziehung aus und der deutsche Wirtschaftsminister Habeck sieht eine Notwendigkeit f\u00fcr ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien. <\/p>\n","protected":false},"author":119,"featured_media":28461,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[45],"tags":[1537,117,147,755,6809,6545],"class_list":["post-145838","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-europe-in-brief","tag-brexit","tag-deutschland","tag-eu","tag-freihandelsabkommen","tag-indien","tag-tuerkei"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/145838","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/119"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=145838"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/145838\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/28461"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=145838"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=145838"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=145838"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}