{"id":1517008,"date":"2025-08-07T11:45:33","date_gmt":"2025-08-07T09:45:33","guid":{"rendered":"https:\/\/europeannewsroom.com\/?p=1517008"},"modified":"2025-08-07T11:45:38","modified_gmt":"2025-08-07T09:45:38","slug":"karas-vorschlag-zum-eu-budget-taugliche-gespraechsgrundlage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/karas-vorschlag-zum-eu-budget-taugliche-gespraechsgrundlage\/","title":{"rendered":"Karas: Vorschlag zum EU-Budget &#8222;taugliche Gespr\u00e4chsgrundlage&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wien\/Alpbach &#8211; Der neue Pr\u00e4sident des European Forum Alpbach (EFA), Othmar Karas, wertet den Vorschlag der EU-Kommission f\u00fcr das n\u00e4chste Mehrjahresbudget als &#8222;taugliche Gespr\u00e4chsgrundlage&#8220;, wie er zur APA sagte. Was er noch nicht sehe, sei, wie damit alle dringend n\u00f6tigen Investitionen angesto\u00dfen werden k\u00f6nnten. &#8222;Das Budget ist nicht h\u00f6her, wenn man die R\u00fcckzahlungen abzieht, als vor 2019, aber was sich zwischen 2019 und heuer alles ereignet hat, verlangt ein Mehr an Aktivit\u00e4t.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht alles lasse sich \u00fcber Budgets machen, sagte der fr\u00fchere Erste Vizepr\u00e4sident des Europaparlaments. Es brauche auch Initiativen und das &#8222;Heben des Schatzes von privatem Kapital, das leider noch viel zu sehr au\u00dferhalb Europas ausgegeben&#8220; werde. &#8222;Hier ist noch viel zu verhandeln, damit wir die Ziele erreichen, die wir beschlossen haben und die wir uns selbst gegeben haben. Denn das Budget ist das in Zahlen gegossene Arbeitsprogramm. Und es ist eine Frage der Glaubw\u00fcrdigkeit und der politischen Handlungsf\u00e4higkeit, dass wir zu dem, was wir fordern, und dem, was wir beschlie\u00dfen, auch die Deckung der Finanzierung in einem verhandeln und nicht jeder seine Briefe ans Christkind abgibt.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn man Kosten sparen wolle, m\u00fcsse man mehr zusammenarbeiten, unterstrich Karas. &#8222;Das ist ja eigentlich der Sinn und Zweck der Europ\u00e4ischen Union.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Handelskonflikt mit 1. August einmal ausgewichen&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Befragt zur j\u00fcngst erzielten Einigung der EU mit den USA in Sachen Z\u00f6lle erkl\u00e4rte Karas, dass er einen regelbasierten Welthandel f\u00fcr eine Frage von Gerechtigkeit und Fairness halte. &#8222;Und ich halte daher internationale Handelsabkommen und eine starke WTO f\u00fcr wichtig.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er kenne den Deal im Detail noch nicht. Das Positive sei jedoch, &#8222;dass man einem Handelskonflikt mit 1. August einmal ausgewichen&#8220; sei. &#8222;Aber es ist auch f\u00fcr uns eine Aufforderung, dass die Europ\u00e4ische Union auf Augenh\u00f6he und stark und geschlossen sein muss. Ohne Geschlossenheit, ohne St\u00e4rke, ohne europ\u00e4ischer Einigung sind wir in der neuen geopolitischen Machtverteilung geschw\u00e4cht.&#8220; Das sei auch eine politische Frage: &#8222;Wie stark ist die Kommission? Kann sie das, was sie verhandelt, umsetzen? Wenn Sie so wollen: Sind wir so stark, dass man sich vor uns auch f\u00fcrchtet?&#8220; Das gelte auch f\u00fcr die Sicherheitsfrage.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Dass Herr Trump derzeit das Eigeninteresse \u00fcber die Gemeinschaftsverantwortung stellt, hat uns die Augen ge\u00f6ffnet. Aber eigentlich ist die Zukunft der Europ\u00e4ischen Union so zu gestalten, wie wir das im Forum machen: interdisziplin\u00e4r, intergenerational und nach L\u00f6sungen suchend. Wir ben\u00f6tigen endlich wieder eine gemeinsame Gesch\u00e4ftsgrundlage, denn nur das schafft Vertrauen&#8220;, sagte Karas. Das sei das Modell f\u00fcr alle Fragen und Krisen der Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Aus Bequemlichkeit zu abh\u00e4ngig gemacht&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Dass Herr Trump so agiert, wissen wir. Aber dass die Welt sich neu ordnet, das h\u00e4tten wir schon begreifen m\u00fcssen. Wir haben uns aus Bequemlichkeit und Naivit\u00e4t zu abh\u00e4ngig gemacht. Und dann wundern wir uns \u00fcber eine mangelnde Souver\u00e4nit\u00e4t&#8220;, kritisierte der Forums-Pr\u00e4sident.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Wir haben uns bei der Energiepolitik abh\u00e4ngig gemacht von Russland und sind erpressbar gewesen, nicht nur wegen der Lieferketten, sondern auch wegen des Preises. Wir haben uns abh\u00e4ngig gemacht von den fossilen Energietr\u00e4gern, das erschwert der Europ\u00e4ischen Union die Erreichung der Klimaziele. Wir haben uns abh\u00e4ngig gemacht in der Sicherheitspolitik von der Entscheidung in Washington und vom Einsatz der NATO. Wir haben uns abh\u00e4ngig gemacht bei medizinischen Produkten von China, und wir haben uns in den Technologien von der Telekommunikation bis zur Batterie und den gr\u00fcnen Technologien und der Digitalisierung und KI abh\u00e4ngig gemacht von China und Amerika und vielleicht auch von anderen asiatischen Staaten.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn man abh\u00e4ngig sei, dann sei man erpressbar, und wenn man erpressbar sei, dann sei man nicht souver\u00e4n. &#8222;Das hei\u00dft, wir m\u00fcssen in allen Fragen eine europ\u00e4ische Souver\u00e4nit\u00e4t erarbeiten. Wir m\u00fcssen unsere Abh\u00e4ngigkeiten absch\u00fctteln&#8220;, forderte Karas. &#8222;Das hei\u00dft aber auch f\u00fcr \u00d6sterreich, wenn man als Europa nicht souver\u00e4n ist, ist man auch als Mitgliedstaat nicht souver\u00e4n. Und wenn man als Mitgliedstaat nicht souver\u00e4n ist, ist es besser, man arbeitet an einer starken Europ\u00e4ischen Union mit, um eine Gemeinschaftssouver\u00e4nit\u00e4t zu schaffen.&#8220; Damit st\u00e4rke man schlie\u00dflich auch die eigene Bev\u00f6lkerung, die eigene Wirtschaft und die Wettbewerbsf\u00e4higkeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sicherheits-, Energie- und Kapitalmarktunion im Fokus<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das heurige Generalthema des Forums Alpbach &#8211; &#8222;Recharge Europe&#8220; &#8211; hei\u00dfe f\u00fcr ihn auch, Europa fertigzudenken und eine neue Aufbruchstimmung zu entwickeln. &#8222;Und dar\u00fcber nachdenken, wie wir Europa besser machen k\u00f6nnen, wie wir es vertiefen, wie wir es erweitern&#8220; und de facto &#8222;eine europ\u00e4ische geeinte Antwort auf alle Herausforderungen unserer Zeit geben&#8220;. Daher habe man das Thema auch sehr fokussiert heruntergebrochen auf drei Schwerpunkte: Sicherheitsunion, Energieunion und Kapitalmarktunion.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als besondere Qualit\u00e4ten des Forums hob der fr\u00fchere langj\u00e4hrige \u00d6VP-EU-Abgeordnete hervor, dass es interdisziplin\u00e4r und generationen\u00fcbergreifend sei. Wesentlich sei jedoch auch Alpbach selbst: &#8222;Der Ort entschleunigt&#8220;, so Karas. &#8222;Wir setzen ja auch darauf, dass es sich wahrscheinlich in Alpbach und beim European Forum Alpbach leichter miteinander reden und einander zuh\u00f6ren l\u00e4sst als in einem Sitzungszimmer in Br\u00fcssel, in Paris oder sonst wo.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es sei wichtig, &#8222;verwurzelt&#8220; zu sein &#8211; &#8222;verwurzelt in unserer Heimat, verwurzelt in unseren Regionen, verwurzelt in unseren Gemeinden, ja, wer nicht verwurzelt ist, kann nicht aufbrechen&#8220;. Nicht umsonst beginne das Forum auch mit einem Fokus auf die Euregio Tirol-S\u00fcdtirol-Trentino. &#8222;Auch Europa beginnt in unseren Gemeinden und in den Regionen, aber alle Herausforderungen der Regionen, der Gemeinden, alle Sorgen und Probleme, die wir heute auf unserem Tisch liegen haben, brauchen eine gemeinsame europ\u00e4ische Antwort. Das kann niemand alleine l\u00f6sen, und dieses Wir-Gef\u00fchl zu erzeugen, ist entscheidend.&#8220; (07.08.2025)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der neue Pr\u00e4sident des European Forum Alpbach (EFA), Othmar Karas, betont im APA-Interview aber, es sei noch viel zu verhandeln.<\/p>\n","protected":false},"author":91,"featured_media":32665,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[45],"tags":[21104,147,21135],"class_list":["post-1517008","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-europe-in-brief","tag-alpbach","tag-eu","tag-karas"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1517008","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/91"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1517008"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1517008\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/32665"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1517008"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1517008"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1517008"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}