{"id":152727,"date":"2023-08-18T10:49:10","date_gmt":"2023-08-18T08:49:10","guid":{"rendered":"https:\/\/europeannewsroom.dpa.com\/?p=152727"},"modified":"2023-08-18T10:49:13","modified_gmt":"2023-08-18T08:49:13","slug":"europaeische-eisenbahnnetze-auf-holprigem-weg-zu-gruenerer-mobilitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/europaeische-eisenbahnnetze-auf-holprigem-weg-zu-gruenerer-mobilitaet\/","title":{"rendered":"Europ\u00e4ische Eisenbahnnetze auf holprigem Weg zu gr\u00fcner(er) Mobilit\u00e4t"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Politiker, Verkehrsexperten und Gesch\u00e4ftsleute kritisieren den Zustand der Eisenbahninfrastruktur, die starke Subventionierung des Flugverkehrs und den scheinbar fehlenden politischen Willen gleicherma\u00dfen.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Kampf gegen den Klimawandel will die EU-Kommission, dass bis 2030 doppelt so viele Hochgeschwindigkeitsz\u00fcge und bis 2050 drei Mal so viele Hochgeschwindigkeitsz\u00fcge auf europ\u00e4ischen Schienen fahren. Damit sollen die CO2-Emissionen im Verkehrssektor reduziert werden.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Deutsche Bahn und andere europ\u00e4ische Bahnen ist f\u00fcr den von der EU-Kommission angestrebten Ausbau des Hochgeschwindigkeitsverkehrs in Europa deutlich mehr finanzieller Einsatz erforderlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn der sogenannte Green Deal gelingen soll, \u201em\u00fcssen die EU und die Mitgliedsstaaten erhebliche zus\u00e4tzliche Investitionen t\u00e4tigen und europaweit in den Netzausbau investieren\u201c, k\u00fcndigte die Deutsche Bahn im Juli an. Die derzeit in Planung oder im Bau befindlichen Infrastrukturma\u00dfnahmen reichen nicht aus, um eine Verdoppelung des Hochgeschwindigkeitsverkehrs bis 2030 zu erreichen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Teure Z\u00fcge, billige Fl\u00fcge \u2013 \u201eBruchlandung\u201c f\u00fcr den Klimaschutz<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die klimafreundliche Bahn ist auf der gleichen Strecke oft teurer als das Flugzeug. Zu diesem Ergebnis kommt die Umweltorganisation Greenpeace, nachdem sie die Ticketpreise f\u00fcr beide Verkehrsmittel auf 112 Strecken in Europa zu verschiedenen Buchungszeiten verglichen hat. Nach Angaben der Organisation waren 71 Prozent der Tickets f\u00fcr Bahnreisen teurer als die f\u00fcr klimasch\u00e4dlichere Flugreisen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den krassesten Preisunterschied registrierten die Tester auf der Strecke Barcelona\u2013London, die mit dem Zug bis zu 384 Euro kostete. Diese Reise war 30 Mal teurer als mit dem Flugzeug bei einem Ticketpreis von 12,99 Euro.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"twitter-tweet\"><p lang=\"de\" dir=\"ltr\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/Hitzesommer?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#Hitzesommer<\/a> 2023. Billigfluggesellschaften verpesten weiter unseren Planeten zu Spottpreisen. Und die EU g\u00f6nnt dem Flugverkehr munter Steuervorteile. Es ist zu HEISS f\u00fcr eure Verg\u00fcnstigungen!<br><br>Auf diesen Strecken kommst du auch mit der Bahn g\u00fcnstig in den Urlaub. 1\/3 <a href=\"https:\/\/t.co\/V6cBERU8gj\">pic.twitter.com\/V6cBERU8gj<\/a><\/p>&mdash; Greenpeace e.V. (@greenpeace_de) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/greenpeace_de\/status\/1681966099951235072?ref_src=twsrc%5Etfw\">July 20, 2023<\/a><\/blockquote> <script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eImmer mehr Menschen wollen mit der Bahn reisen und auf Fl\u00fcge verzichten, doch die fehlende Kerosinsteuer und weitere klimasch\u00e4dliche Subventionen f\u00fcr die Flugindustrie verzerren die Preise. Das ist eine Bruchlandung f\u00fcr die vielen guten Vors\u00e4tze und den Klimaschutz&#8220;, sagte Greenpeace-Verkehrsexpertin <strong>Marissa Reiserer <\/strong>und forderte eine europaweite Kerosinsteuer von 50 Cent pro Liter. Die w\u00fcrde j\u00e4hrliche Einnahmen von 46,2 Milliarden Euro bringen. Diese Mittel m\u00fcssten in die Schieneninfrastruktur flie\u00dfen. Auch der deutsche Gr\u00fcnen-Bundespolitiker <strong>Anton Hofreiter<\/strong> forderte eine Verteuerung des Fliegens und sprach sich ebenfalls f\u00fcr eine europ\u00e4ische Kerosinsteuer aus.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Immer mehr Menschen wollen mit der Bahn reisen und auf Fl\u00fcge verzichten, doch die fehlende Kerosinsteuer und weitere klimasch\u00e4dliche Subventionen f\u00fcr die Flugindustrie verzerren die Preise. <\/p>\n<cite>Greenpeace-Verkehrsexpertin Marissa Reiserer<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Schienenverkehr unterliege \u201everschiedenen Steuern und Geb\u00fchren\u201c, vor allem f\u00fcr die Nutzung der Infrastruktur, so Philipp Kosok, Analytiker bei der deutschen Denkfabrik Agora. Es gebe zudem keine zentrale Seite, auf der man Fahrpl\u00e4ne einsehen und Preise vergleichen k\u00f6nne.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eEs existiert im Moment kein wirklich europ\u00e4isches Konzept f\u00fcr Zugreisen\u201c, sagte <strong>Chris Engelsman<\/strong>. Der Mitgr\u00fcnder des belgisch-niederl\u00e4ndischen Start-Ups European Sleeper, das im Mai eine Nachtlinie zwischen Berlin und Br\u00fcssel er\u00f6ffnete. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein weiterer Mitbegr\u00fcnder eines Zug-Start-Ups, der Franzose <strong>Adrien Aumon<\/strong>, erkl\u00e4rte: \u201eMir ist aufgefallen, dass es fast unm\u00f6glich gewesen ist, in Europa zu reisen (ohne zu fliegen). Man erwartet von den Leuten, nicht mehr zu fliegen, ohne ihnen jedoch entsprechende Alternativen anzubieten.&#8220; Sein Start-Up Midnight Trains arbeitet mit einem Nachtzughersteller zusammen, um die einst beliebte Strecke Paris\u2013Mailand\u2013Venedig im Jahr 2025 wieder aufzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"1278\" src=\"https:\/\/europeannewsroom.com\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/urnnewsmldpa.com20090101230725-99-523084-v3-s2048.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-152660\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Experten fordern eine europaweite Kerosinsteuer. Greenpeace stellte fest, dass 71 Prozent der Tickets f\u00fcr Bahnreisen teurer waren als die f\u00fcr klimasch\u00e4dlichere Flugreisen. Foto: Boris Roessler\/dpa<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Modernisierung l\u00e4uft, aber der Wandel braucht Zeit&nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es scheint, dass die Eisenbahninfrastruktur und ihre Instandhaltung in verschiedenen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern aufgrund unzureichender Investitionen in der Vergangenheit etwas vernachl\u00e4ssigt wurde. Die Konzentration auf die Stra\u00dfennetze oder die Folgen von Konflikten in den letzten Jahren haben die Notwendigkeit von Verbesserungen deutlich gemacht. Sowohl die Regierungen als auch die Bahnbetreiber und die EU stellen Milliarden von Euro zur Verf\u00fcgung. Es wird jedoch einige Zeit dauern, bis die Verj\u00fcngung und der Ausbau abgeschlossen sein werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Bosnien und Herzegowina (BiH) wird beispielsweise der prek\u00e4re Zustand der Eisenbahninfrastruktur auf den Krieg in den 1990er Jahren und unzureichende finanzielle Investitionen zur\u00fcckgef\u00fchrt. <strong>Edin Forto<\/strong>, der Minister f\u00fcr Verkehr und Kommunikationd es Landes, hat jedoch den Bau und die Wiederbelebung der Eisenbahninfrastruktur im In- und Ausland zur Chefsache gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Fortschritte wurden durch den Wiederaufbau der Strecke Sarajevo\u2013Mostar erzielt. Neue Personenz\u00fcge, die eine H\u00f6chstgeschwindigkeit von 220 km\/h erreichen k\u00f6nnen, wurden angeschafft; das Projekt kostete rund 67,5 Millionen Euro. Die Bahnlinie befindet sich auf dem paneurop\u00e4ischen 5C-Korridor, der Budapest (Ungarn) mit Plo\u010de (Kroatien) verbindet. Das bedeutet, dass mehr als 50 Prozent der Strecke auf dem Gebiet von Bosnien und Herzegowina liegen und modernisiert und gewartet werden m\u00fcssen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Kroatien, wo der 5C-Korridor endet, wurde jahrzehntelang vor allem in das Autobahnnetz statt in die Schieneninfrastruktur investiert. Die Regierung ist bestrebt, die Situation zu verbessern, aber das erfordert Zeit und Geld. Derzeit laufen Bau- und Modernisierungsprojekte, die darauf abzielen, 30 Prozent (780 Kilometer) des gesamten Netzes nach EU-Standards zu revitalisieren und zu modernisieren. Dazu sollen die Kapazit\u00e4t der Bahnstrecken, die Reisegeschwindigkeit und die Sicherheit erh\u00f6ht werden.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die prognostizierte Geschwindigkeit von Personenz\u00fcgen betr\u00e4gt 160 Kilometer pro Stunde, w\u00e4hrend G\u00fcterz\u00fcge eine Geschwindigkeit von 120 km\/h erreichen k\u00f6nnen, was nicht als Hochgeschwindigkeit gilt. Bis zum Jahr 2030 sind daf\u00fcr 5,4 Milliarden Euro vorgesehen, wobei rund 85 Prozent der erforderlichen Mittel aus einer EU-Kofinanzierung stammen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Kroatien werden derzeit etwa 25 gro\u00dfe Infrastrukturprojekte durchgef\u00fchrt. Der Gro\u00dfteil der Investitionen entf\u00e4llt auf Projekte in zwei Verkehrskorridoren: Im RH1, der von der slowenischen bis zur serbischen Grenze verl\u00e4uft, und im RH2, der sich von der nordadriatischen Hafenstadt Rijeka bis zur Grenze zu Ungarn erstreckt. Der RH2 soll die Iberische Halbinsel mit dem europ\u00e4ischen TEN-V-Netz verbinden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die EU-Netzpolitik TEN-V zielt auf die Entwicklung einer koh\u00e4renten und effizienten Verkehrsinfrastruktur in der gesamten Europ\u00e4ischen Union ab, die Eisenbahnen, Stra\u00dfen, Wasserstra\u00dfen, H\u00e4fen, Flugh\u00e4fen und Terminals umfasst.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwei europ\u00e4ische Kernkorridore des transeurop\u00e4ischen Verkehrsnetzes \u2013 der Mittelmeerkorridor und der Baltisch-Adriatische Korridor \u2013 verlaufen durch slowenisches Gebiet. Das Land fungiert als Transitland und verf\u00fcgt \u00fcber etwas mehr als 1.200 km Eisenbahnstrecken. 875 km davon sind noch eingleisig. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die wachsende Bedeutung der umweltfreundlichen Mobilit\u00e4t und die Notwendigkeit h\u00f6herer Investitionen in die Eisenbahninfrastruktur haben jedoch zu einer erneuten deutlichen Aufstockung des Investitionsbudgets des Landes gef\u00fchrt. Im Jahr 2023 stehen der slowenischen Infrastrukturdirektion 423,7 Millionen Euro f\u00fcr Investitionen in der Schieneninfrastruktur zur Verf\u00fcgung. Das Land nutzt auch die M\u00f6glichkeiten verschiedener Mechanismen der Europ\u00e4ischen Union.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bundesregierung plant, die Deutsche Bahn mit zus\u00e4tzlichen Mitteln in Milliardenh\u00f6he aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF) auszustatten. Bis 2027 soll die bundeseigene Bahn 12,5 Milliarden Euro aus dem Fonds erhalten, hei\u00dft es in einem Entwurf f\u00fcr den neuen Haushalt des Fonds.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Schienennetz des Landes ist zum Teil marode und muss grundlegend saniert werden, aber es werde wohl einige Jahre dauern, bis die Ma\u00dfnahmen f\u00fcr die Fahrg\u00e4ste sp\u00fcrbar werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir werden alles daransetzen, den gewaltigen Investitionshochlauf in den kommenden Jahren fortzusetzen &#8211; mit dem im Koalitionsbeschluss vom M\u00e4rz bekr\u00e4ftigten Ziel, bis 2027 insgesamt bis zu 45 Milliarden Euro zus\u00e4tzlich zur Verf\u00fcgung zu stellen<\/p>\n<cite>Volker Wissing, deutscher Bundesverkehrsminister<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die deutsche Regierung r\u00e4umt dem Thema nur langsam Priorit\u00e4t ein. \u201eWir werden alles daransetzen, den gewaltigen Investitionshochlauf in den kommenden Jahren fortzusetzen &#8211; mit dem im Koalitionsbeschluss vom M\u00e4rz bekr\u00e4ftigten Ziel, bis 2027 insgesamt bis zu 45 Milliarden Euro zus\u00e4tzlich zur Verf\u00fcgung zu stellen&#8220;, bekr\u00e4ftigte der deutsche Bundesverkehrsminister Volker Wissing k\u00fcrzlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das deutsche Schienennetz ist mit rund 38.000 Kilometern das gr\u00f6\u00dfte und eines der komplexesten in Europa und stellt die Betreiber daher vor besondere Herausforderungen \u2013 wie etwa eine hohe Versp\u00e4tungsquote der Z\u00fcge. Das hat Folgen f\u00fcr den grenz\u00fcberschreitenden Verkehr.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So haben die Schweizerischen Bundesbahnen SBB angek\u00fcndigt, dass sie in Basel mehr Ersatzz\u00fcge einsetzen, um p\u00fcnktliche Verbindungen in der Schweiz anbieten zu k\u00f6nnen. Reisende, die aus Deutschland ankommen, m\u00fcssen f\u00fcr die Weiterreise dann in der Schweiz den Zug wechseln.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">93 Prozent der Schweizer Z\u00fcge sind p\u00fcnktlich. Seit dem Fr\u00fchjahr soll ein neues Tool helfen, Energieeffizienz und P\u00fcnktlichkeit zu verbessern. Eine Stunde vor der Abfahrt errechnet die SBB anhand der Wetter- und Verkehrslage die optimale Reisestrategie. Mit dem Tool wissen die Lokf\u00fchrer genau, wie viele Sekunden sie sich w\u00e4hrend der Fahrt versp\u00e4ten, um gegensteuern zu k\u00f6nnen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch nicht alle sind mit den Pl\u00e4nen zum Ausbau der Eisenbahnnetze zufrieden. Im Juni geriet die franz\u00f6sische Polizei mit Tausenden von Demonstranten aneinander, die den Bau einer neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Frankreich und dem benachbarten Italien verhindern wollten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die von der Europ\u00e4ischen Union gef\u00f6rderte neue Strecke soll das franz\u00f6sische Lyon und das italienische Turin mit einem 57,5 km langen Tunnel durch die Alpen verbinden. Die Kosten werden auf mehr als 26 Milliarden Euro gesch\u00e4tzt. Die Bef\u00fcrworter sprechen von einer erheblichen Entlastung des Stra\u00dfeng\u00fcterverkehrs, die Gegner dagegen von verheerenden Umweltsch\u00e4den und dem bereits wegen der Bauarbeiten beginnenden Austrocknen von Quellen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"693\" src=\"https:\/\/europeannewsroom.com\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Neuer_Nachtzug_zwisc_78161655-1024x693.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-152691\" srcset=\"https:\/\/europeannewsroom.com\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Neuer_Nachtzug_zwisc_78161655-980x664.jpg 980w, https:\/\/europeannewsroom.com\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Neuer_Nachtzug_zwisc_78161655-480x325.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ein Passagier an Bord der ersten Verbindung des European Sleeper im Mai.  Foto: Eva Plevier\/ANP\/dpa<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Bedenken wegen des Klimawandels f\u00fchren zu einer Renaissance des Nachtzugs<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachtz\u00fcge haben in Europa dank ihrer geringen CO2-Bilanz ein Comeback erlebt, doch nach jahrelanger Vernachl\u00e4ssigung hat diese Renaissance einen holprigen Verlauf genommen. \u201eDer Betrieb von Nachtz\u00fcgen ist sehr schwierig, komplex und teuer\u201c, sagte der deutsche Denkfabrik-Analytiker Kosok und f\u00fcgte hinzu, dass die Infrastruktur selbst nachts, wenn haupts\u00e4chlich G\u00fcterz\u00fcge die Schienen befahren, \u201e\u00fcberlastet\u201c sei .<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz der Herausforderungen geben die nationalen Bahnbetreiber den Nachtz\u00fcgen eine neue Chance, und Start-ups springen auf den Zug auf, da die Sorge um das Klima die Reisenden dazu bringt, Kerosin-nutzende Flugzeuge durch sauberere Verkehrsmittel zu ersetzen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die \u00f6sterreichische Bahngesellschaft \u00d6BB, ein Pionier in diesem Sektor, verf\u00fcgt \u00fcber die gr\u00f6\u00dfte Nachtzugflotte Europas, die 1,5 Millionen Fahrg\u00e4ste in Waggons mit Bettabteilen bef\u00f6rdert. Das staatliche Unternehmen hatte schon mal erwogen, den Nachtzugverkehr einzustellen, entschied sich dann aber f\u00fcr den umgekehrten Weg und investierte stattdessen in diesen Bereich. \u201eUnsere Nachtz\u00fcge sind fast ausgebucht\u201c, sagte \u00d6BB-Sprecher <strong>Bernhard Rieder<\/strong>, w\u00e4hrend die Sommerreisezeit in Europa in vollem Gange ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber 25 Jahre gab es keine Nachfrage und keinen Bedarf an Nachtz\u00fcgen.<\/p>\n<cite>\u00d6BB-Sprecher Bernhard<strong> <\/strong>Rieder<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die \u00d6BB betreibt 20 Strecken, die Wien mit anderen St\u00e4dten in ganz Europa verbinden. Im Jahr 2018 bestellte die \u00d6BB 33 neue Nachtz\u00fcge beim deutschen Mischkonzern Siemens, um ihre Reichweite zu erh\u00f6hen und einen Teil ihrer alternden Flotte zu ersetzen. Rieder r\u00e4umt ein, dass die Qualit\u00e4t der Dienstleistung \u201eheute nicht immer so hoch ist, wie wir es unseren Kunden bieten wollen\u201c. Die Produktion sei zum Stillstand gekommen, da es \u201e\u00fcber 25 Jahre keine Nachfrage und keinen Bedarf an Nachtz\u00fcgen gab\u201c. \u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Einsch\u00e4tzung wird von den beiden Start-Up-Gr\u00fcndern von Zugunternehmen geteilt: Aumont sagte, der Service habe sich im Laufe der Zeit \u201everschlechtert\u201c und Engelman f\u00fcgte hinzu, dass \u201eder Zug nicht immer den modernen Standards entspricht\u201c, und beschuldigt den \u201ejahrzehntelangen Mangel an Investitionen\u201c. In \u00d6sterreich werden die ersten Z\u00fcge \u2013 mit modernem Design, mehr Privatsph\u00e4re und mehr Duschm\u00f6glichkeiten \u2013 voraussichtlich Ende dieses Jahres f\u00fcr die \u00d6BB in Betrieb gehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Dieser Artikel wird w\u00f6chentlich<\/em>\u00a0<em>ver\u00f6ffentlicht. Der Inhalt basiert auf Nachrichten der teilnehmenden Agenturen im enr.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die EU setzt sich f\u00fcr nachhaltigere Reisel\u00f6sungen auf dem ganzen Kontinent ein. Durch das Transeurop\u00e4ischen Verkehrsnetz (TEN-V) und Finanzierung der Eisenbahninfrastruktur sollen Fern- und grenz\u00fcberschreitende Verbindungen gef\u00f6rdert werden. W\u00e4hrend die Nachfrage nach Bahnreisen hoch ist, konkurrieren nationale Betreiber und Start-ups mit \u201eunangemessen niedrigen Preisen&#8220; f\u00fcr Fl\u00fcge, Nachtz\u00fcge erleben eine Renaissance und Experten fordern eine europaweite Kerosinsteuer. <\/p>\n","protected":false},"author":119,"featured_media":152643,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[39],"tags":[147,11047,11046,11048],"class_list":["post-152727","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-key-story","tag-eu","tag-infrastruktur","tag-ten-v","tag-transport-6"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/152727","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/119"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=152727"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/152727\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/152643"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=152727"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=152727"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=152727"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}