{"id":155066,"date":"2023-08-28T12:45:03","date_gmt":"2023-08-28T10:45:03","guid":{"rendered":"https:\/\/europeannewsroom.dpa.com\/?p=155066"},"modified":"2023-08-28T12:45:27","modified_gmt":"2023-08-28T10:45:27","slug":"studie-krisen-koennten-oesterreich-viel-zuzug-bescheren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/studie-krisen-koennten-oesterreich-viel-zuzug-bescheren\/","title":{"rendered":"Studie: Krisen k\u00f6nnten \u00d6sterreich viel Zuzug bescheren"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wien\/Laxenburg  &#8211; \u00d6sterreich ist eines jener europ\u00e4ischen L\u00e4nder, dessen Bev\u00f6lkerung durch von kurz- oder langfristigen Krisen ausgel\u00f6ste Migrationsbewegungen \u00fcberdurchschnittlich wachsen k\u00f6nnte. Das zeigen Prognosen bis zum Jahr 2060 von Forschern vom Internationalen Institut f\u00fcr angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg (N\u00d6). Am st\u00e4rksten w\u00fcrden sich demnach gro\u00dfe Migrationsereignisse in S\u00fcdost- und Osteuropa, in der T\u00fcrkei und in Vorderasien auswirken, so die Demographen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die gr\u00f6\u00dferen Fluchtbewegungen in Richtung vieler EU-L\u00e4nder im Zuge des russischen \u00dcberfalls auf die Ukraine sowie aus Syrien und dem Irak in den Jahren 2015 und 2016 haben gezeigt, wie stark Migration von akuten politischen oder wirtschaftlichen Krisen sowie von Naturkatastrophen oder von Menschen verursachten Verwerfungen abh\u00e4ngen kann. Dem Einfluss von derartigen Krisen in verschiedensten Weltregionen auf die Bev\u00f6lkerungsentwicklung der 27 EU-Staaten plus Gro\u00dfbritannien, Island, Norwegen und die Schweiz (&#8222;EU+&#8220;) sind nun die beiden IIASA-Wissenschafter Michaela Potan\u010dokov\u00e1 und Guillaume Marois zusammen mit Jakub Bijak von der University of Southampton (Gro\u00dfbritannien) nachgegangen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einer Analyse, einem &#8222;White Paper&#8220; und einem &#8222;Policy Brief&#8220; legten sie die Ergebnisse ihrer bis zum Jahr 2060 reichenden Prognosen vor. Dem zuvor ging ein EU-gef\u00f6rdertes Projekt namens &#8222;Quantifying Migration Scenarios for Better Policy&#8220; (QuantMig). Mit dem entwickelten Online-Tool simulierten die Demographinnen und Demographen verschiedene &#8222;Migrations-Events&#8220; in Ostasien, Lateinamerika, Nordafrika, S\u00fcd- und S\u00fcdostasien, Subsahara-Afrika, Vorderasien und im Rest Europas inklusive der T\u00fcrkei und deren Auswirkungen auf die &#8222;EU+&#8220;-L\u00e4nder.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im &#8222;Basisszenario&#8220; ging man von der gesamten Migrationszahl zwischen 2011 und 2019 aus und rechnete sie in die Zukunft. Dabei wurde f\u00fcr den Ukraine-Krieg ein Ende erst um das Jahr 2025 angenommen, und rund 60 Prozent zur\u00fcckkehrende Fl\u00fcchtlinge. In dem Szenario bewegen sich die Migrationsstr\u00f6me in F\u00fcnf-Jahres-Zeitr\u00e4umen jeweils zwischen rund 12 und 15 Millionen Menschen, wobei die innereurop\u00e4ische Migration und damit die Gesamtzahl im Zeitraum 2020 bis 2024 vor allem durch den Ukraine-Krieg am h\u00f6chsten ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Folge simulierten die Wissenschafter verschiedene eher kurzfristige Ereignisse aus verschiedenen Weltgegenden, die die Migration gegen\u00fcber dem Basisszenarion ver\u00e4nderten. Au\u00dferdem spielten sie eher lange anhaltende Migrationsgeschehen durch. Diese sind durch rasch einsetzende gr\u00f6\u00dfere Migrationsstr\u00f6me charakterisiert, die erst \u00fcber den Verlauf von zehn Jahren abnehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine gro\u00dfe Rolle spielen demnach bereits vorhandene Netzwerke. So kommen Zuwanderer aus Nicht-&#8222;EU+&#8220;-Staaten eher in L\u00e4ndern an, in denen es schon eine Community mit Bezug zu ihrem Ursprungsland gibt. Dementsprechend ist in jenen L\u00e4ndern mit l\u00e4ngerer Migrationsgeschichte auch mit den gr\u00f6\u00dften Bev\u00f6lkerungszuw\u00e4chsen bis zum Jahr 2060 zu rechnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend einigen Staaten bis dahin insgesamt ein Bev\u00f6lkerung-Minus ins Haus stehen d\u00fcrfte, wird \u00d6sterreich unter jene Staaten gereiht, die im Basisszenario mehr als zehn Prozent zulegen k\u00f6nnten (plus elf Prozent gegen\u00fcber 2020), hei\u00dft es in dem Bericht. \u00dcber die Zehn-Prozent-Schwelle kommen auch Zypern, Island, Irland, Luxemburg, Malta, Norwegen, die Schweiz, Schweden und Gro\u00dfbritannien. (24.08.2023)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Bargeld &#8211; Juncker h\u00e4lt Nehammer-Vorsto\u00df f\u00fcr &#8222;Theater&#8220;<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Innsbruck\/Br\u00fcssel &#8211; Nichts anfangen kann offenbar Ex-EU-Kommissionspr\u00e4sident Jean-Claude Juncker mit dem Vorsto\u00df von Bundeskanzler Karl Nehammer (\u00d6VP), das Recht auf Bargeld in der Verfassung zu verankern. &#8222;Das ist Theater&#8220;, meinte Juncker im Interview mit der &#8222;Tiroler Tageszeitung&#8220; (Freitagsausgabe). Man versuche damit, der &#8222;FP\u00d6 irgendwie das Wasser abzugraben, und sollte sich besser auf eigene Interessen als Partei der Mitte konzentrieren und nicht nach rechts au\u00dfen schauen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Das bringt nichts&#8220;, lie\u00df Juncker, selbst zur Parteienfamilie der Europ\u00e4ischen Volkspartei (EVP) geh\u00f6rig, seine Gesinnungsfreunde von der \u00d6VP wissen. Ihm sei niemand namentlich bekannt, der das Bargeld in Europa abschaffen m\u00f6chte. &#8222;Aber wenn man das in die Verfassung schreiben will, soll man das tun&#8220;, so der Luxemburger wenig begeistert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Juncker erntete mit seinen Aussagen indes eine scharfe Replik von \u00d6VP-Kanzleramts-und Europaministerin Karoline Edtstadler. &#8222;Viele Menschen haben zurecht Sorge, weil die Bezahlung mit Bargeld vielerorts zunehmend erschwert wird. Unser Ziel ist es daher, die Wahlfreiheit der Zahlungsmittel sicherzustellen. Das ist alles andere als ein &#8218;Theater&#8216;, sondern die Realit\u00e4t vieler B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger, die es ernst zu nehmen gilt&#8220;, erkl\u00e4rte sie gegen\u00fcber der APA. Alleine der Umstand, dass selbst die Europ\u00e4ische Kommission parallel zum Vorschlag des digitalen Euro auch eine Verordnung zur weiterhin verpflichtenden Annahme von Bargeld vorgelegt habe, zeige die Notwendigkeit, hier Rechtssicherheit zu schaffen. &#8222;Selbstverst\u00e4ndlich geht es dabei auch darum, die fl\u00e4chendeckende Versorgung von Bargeld sicherzustellen&#8220;, so Edtstadler.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch in Sachen Brennerbasistunnel (BBT) meldete sich der Ex-Kommissonschef mit markigen Spr\u00fcchen zu Wort. Hinsichtlich der n\u00f6rdlichen Zulaufstrecke m\u00fcsse Europa Druck auf Bayern aus\u00fcben. &#8222;Es kann ja nicht sein, dass dieses Projekt an der Langsamkeit der Bayern scheitert. Die aber gerne den Eindruck vermitteln, \u00fcber eine besonders effektive Verwaltung zu verf\u00fcgen. Also man muss, ohne sie zu drangsalieren, den Bayern Beine machen&#8220;, sprach sich Juncker f\u00fcr eine recht drastische Vorgangsweise aus. (25.08.2023)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Schieder: Simbabwes Wahl erf\u00fcllt internationale Standards nicht<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Br\u00fcssel\/Harare &#8211; Die von Manipulationsvorw\u00fcrfen \u00fcberschatteten Wahlen im s\u00fcdafrikanischen Simbabwe ziehen weitere internationale Kritik nach sich. &#8222;Ich glaube, dass diese Wahlen alle Standards nicht erf\u00fcllen, die international einer sinnvollen Abwicklung von Wahlen entsprechen&#8220;, sagte SP\u00d6-EU-Delegationsleiter Andreas Schieder im Online-Gespr\u00e4ch mit Journalisten am Montag. Schieder war im Rahmen der EU-Wahlbeobachtungsmission zu den Parlaments- und Pr\u00e4sidentschaftswahlen nach Simbabwe gereist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Wir haben bewiesen, dass wir eine reife Demokratie sind&#8220;, hatte der wiedergew\u00e4hlte Pr\u00e4sident Simbabwes, Emmerson Mnangagwa, am Sonntag betont. Die Wahlkommission hatte den 80-J\u00e4hrigen am Samstag mit einem Ergebnis von 52,6 Prozent der Stimmen zum Sieger erkl\u00e4rt. Die Opposition erkannte den Wahlsieg Mnangagwas jedoch nicht an. Schieder hatte die Wahlen auf Einladung der simbabwesischen Regierung mit sechs weiteren EU-Abgeordneten im Rahmen der rund 150 Personen umfassenden EU-Wahlbeobachtungsmission observiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schieder erkl\u00e4rte, er selbst habe bereits einige Wahlen beobachtet. In Simbabwe h\u00e4tten seine Kolleginnen und Kollegen und er aber &#8222;Dinge erlebt, die wir so bei Wahlbeobachtungsmissionen noch nie erlebt haben&#8220;. Alle Rahmenbedingungen seien kritisch zu sehen. Zwei neue Gesetze w\u00fcrden etwa oppositionelles, selbstbestimmtes Handeln von Akteuren der Zivilgesellschaft massiv einschr\u00e4nken: &#8222;Wenn jemand etwas &#8218;zum Schaden des Landes&#8216; unternimmt, kann er die Todesstrafe erhalten&#8220;, nannte er als Beispiel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit den letzten Wahlen 2018 sei der &#8222;demokratische Spielraum im Land massiv eingeschr\u00e4nkt&#8220; worden. Auch damals habe es schon massive Vorw\u00fcrfe der Opposition gegeben, dass es bei den Wahlen nicht mit rechten Dingen zugehe, erinnerte Schieder. Beim Treffen mit Pr\u00e4sident Mnangagwa h\u00e4tten die EU-Vertreter daher auch die Umsetzung des damaligen Berichts der Wahlbeobachtungsmission angesprochen. Der Pr\u00e4sident habe versichert, sehr interessiert an den Ergebnissen der EU-Mission zu sein und an der Umsetzung der Forderungen von 2018 zu arbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schieder berichtete insgesamt von einer schwierigen Mission: &#8222;Es war f\u00fcr uns sehr m\u00fchsam, im Vorfeld Termine mit dem offiziellen Simbabwe auszumachen.&#8220; Auch NGOs und Journalisten seien in ihrer Arbeit behindert worden. So sei das B\u00fcro einer simbabwesischen NGO in seinem Hotel mitten in der Nacht von der Polizei gest\u00fcrmt und zahlreiche Mitarbeitende verhaftet worden. Viele ausl\u00e4ndische Journalisten h\u00e4tten Schwierigkeiten gehabt, ihre Visa und Registrierungen f\u00fcr die Wahlberichterstattung zu erhalten. Bereits in den letzten Jahren seien m\u00f6gliche Kandidaten verhaftet worden. &#8222;Auch jetzt wurden bei der Registrierung Menschen H\u00fcrden in den Weg gelegt, um nicht zu kandidieren.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der EU-Parlamentarier schilderte auch das &#8222;Chaos am Wahltag selbst&#8220;: &#8222;In der Region um die Hauptstadt Harare, wo wir unterwegs waren, standen hunderte Menschen stundenlang vor geschlossenen Wahllokalen. W\u00fctende W\u00e4hler haben uns gesagt, ihre Verwandten am Land h\u00e4tten l\u00e4ngst gew\u00e4hlt.&#8220; Als offizielle Begr\u00fcndung wurden fehlende Stimmzettel f\u00fcr die Lokalwahlen genannt, die gleichzeitig stattfanden. Aber: &#8222;Auf dem Land, wo der Pr\u00e4sident die Mehrheit hat, hat alles perfekt funktioniert&#8220;, so Schieder. Er hoffe, es werde nicht zu Ausschreitungen kommen: &#8222;Es kann aber alles noch sein.&#8220; (28.08.2023)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Diese Zusammenstellung ist eine redaktionelle Auswahl der APA-Europaberichterstattung. Die redaktionelle Verantwortung f\u00fcr die Ver\u00f6ffentlichung liegt bei der APA. Sie wird montags und donnerstags ver\u00f6ffentlicht.<\/em>\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00d6sterreich ist eines jener europ\u00e4ischen L\u00e4nder, dessen Bev\u00f6lkerung durch von kurz- oder langfristigen Krisen ausgel\u00f6ste Migrationsbewegungen \u00fcberdurchschnittlich wachsen k\u00f6nnte. Nichts anfangen kann offenbar Ex-EU-Kommissionspr\u00e4sident Jean-Claude Juncker mit dem Vorsto\u00df von \u00d6sterreichs  Bundeskanzler Karl Nehammer, das Recht auf Bargeld in der Verfassung zu verankern.  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