{"id":1555362,"date":"2025-08-22T13:35:13","date_gmt":"2025-08-22T11:35:13","guid":{"rendered":"https:\/\/europeannewsroom.com\/?p=1555362"},"modified":"2025-08-22T13:35:17","modified_gmt":"2025-08-22T11:35:17","slug":"eu-reisebranche-im-aufwind-platz-an-der-sonne-oder-zu-viele-schattenseiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/eu-reisebranche-im-aufwind-platz-an-der-sonne-oder-zu-viele-schattenseiten\/","title":{"rendered":"EU-Reisebranche im Aufwind: Platz an der Sonne oder zu viele Schattenseiten?"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcberf\u00fcllte Str\u00e4nde und \u00fcberlaufene Stadtzentren: Ein weiterer Urlaubssommer neigt sich in Europa dem Ende zu. W\u00e4hrend die Tourismusbranche sich \u00fcber immer h\u00f6here Besucherzahlen und Einnahmen freut, w\u00e4chst in vielen touristischen Hotspots die Frustration der Anwohnerinnen und Anwohner. Verst\u00e4ndlich \u2013 wer m\u00f6chte schon inmitten von Menschenmassen, L\u00e4rm und Schmutz leben und gleichzeitig durch Ferienunterk\u00fcnfte aus dem eigenen Viertel verdr\u00e4ngt werden?<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus in der EU<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das World Travel and Tourism Council (WTTC), eine Branchenorganisation, sch\u00e4tzt den Beitrag des Tourismus zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) der EU in diesem Jahr auf fast 1,9 Billionen Euro. Das entspricht etwa 10,5 Prozent der Wirtschaftsleistung der Union. F\u00fcr 2024 wurden 1,8 Billionen Euro verzeichnet, und der Sektor soll weiter wachsen \u2013 bis 2035 auf etwa 2,3 Billionen Euro des EU-BIP.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Europ\u00e4ischen Kommission zufolge macht der Tourismus 5,1 Prozent der gesamten Bruttowertsch\u00f6pfung der EU aus \u2013 das ist der Gesamtwert der in einer Volkswirtschaft produzierten Waren und Dienstleistungen vor Steuern und Subventionen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2023 hatte sich der Tourismus in Europa vom Einbruch durch die Covid-19-Pandemie wieder erholt. In dem Jahr gaben EU-B\u00fcrgerinnen und -B\u00fcrger laut dem<a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/eurostat\/statistics-explained\/index.php?title=Tourism_statistics\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"> Statistikamt der EU, Eurostat<\/a>, 555 Milliarden Euro f\u00fcr touristische Reisen aus. Rund 65 Prozent verreisten mindestens ein Mal aus nichtberuflichen Gr\u00fcnden. Von ihnen verbrachten 43 Prozent ihren Urlaub im eigenen Land, w\u00e4hrend 57 Prozent ins Ausland reisten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Tourismus ist ein wichtiger Arbeitgeber \u2013 laut Eurostat geh\u00f6rten 2022 insgesamt 2,4 Millionen Unternehmen der EU-Wirtschaft zum Tourismussektor und besch\u00e4ftigten 12,3 Millionen Menschen. Nach anderen Sch\u00e4tzungen stellt der Tourismus bis zu 23 Millionen Arbeitspl\u00e4tze in der Union.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Tourismus sind besonders in s\u00fcdlichen und mediterranen EU-L\u00e4ndern sichtbar, wo er bis zu 18 Prozent des BIP betr\u00e4gt (Kroatien, 2023) und einen erheblichen Anteil an der Besch\u00e4ftigung hat. In Griechenland waren in den vergangenenJahren mehr als 20 Prozent der Besch\u00e4ftigten im Tourismus t\u00e4tig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Jahr nach den Olympischen Spielen hat sich Frankreich nun das Ziel gesetzt, bis 2030 Tourismuseinnahmen in H\u00f6he von 100 Milliarden Euro durch ausl\u00e4ndische Touristen zu erzielen. Um dies zu erreichen, plant die franz\u00f6sische Regierung eine Reihe von Ma\u00dfnahmen zur F\u00f6rderung des Sporttourismus, des Gesch\u00e4ftstourismus, des Agrotourismus sowie zur Vereinfachung der Vorschriften.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wer reist wohin?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt Unterschiede zwischen den L\u00e4ndern bei den Einnahmen aus dem Tourismus, aber auch dabei, wie viele Menschen in den Urlaub fahren (k\u00f6nnen): W\u00e4hrend in den Niederlanden oder Frankreich mehr als 80 Prozent der Bev\u00f6lkerung 2023 als Touristinnen und Touristen Zeit verbrachten, lag der Anteil in Rum\u00e4nien bei nur 26,8 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Spanien ist das Reiseziel Nummer eins in Europa, was den Tourismus zu einer der tragenden S\u00e4ulen der spanischen Wirtschaft macht. Der Sektor trug 2023 den Daten des Nationalen Statistikamts zufolge 12,3 Prozent zum BIP des Landes bei und stellte 11,6 Prozent der Arbeitspl\u00e4tze. Im Jahr 2024 stieg die Zahl der internationalen Touristenank\u00fcnfte um mehr als 10 Prozent und \u00fcbertraf 98 Millionen Besucherinnen und Besucher, die zudem 16 Prozent mehr ausgaben als im vorangegangenen Jahr.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Spanien verzeichnete laut Eurostat-Daten f\u00fcr das Jahr 2023 insgesamt 302 Millionen \u00dcbernachtungen und lag damit vor Italien (234 Millionen), Frankreich (138 Millionen), Griechenland (123 Millionen) und \u00d6sterreich (91 Millionen).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deutsche und franz\u00f6sische Touristinnen und Touristen geben im Urlaub am meisten aus. Sie sind f\u00fcr fast die H\u00e4lfte aller EU-Tourismuseinnahmen verantwortlich, so Eurostat. Deutsche gaben dem Statistischen Bundesamt zufolge trotz der schlechten Wirtschaftslage sowohl im Inland als auch im Ausland viel Geld aus. Befragt nach ihrem Lieblingsreiseziel, nannten die meisten Deutschen ihr eigenes Land. Im Jahr 2024 erreichte Deutschland mit 496,1 Millionen \u00dcbernachtungen einen neuen H\u00f6chststand. Der Trend setzte sich im ersten Quartal 2025 fort.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sch\u00e4tzungen zufolge gibt es in der EU mehr als 636.000 touristische Unterkunftsbetriebe mit 29,5 Millionen Betten. Mehr als ein Drittel dieser Betten befinden sich in Italien und Frankreich, w\u00e4hrend mehr als die H\u00e4lfte der Betriebe in Kroatien und Italien angesiedelt sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im ersten Quartal 2025 meldete <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/eurostat\/statistics-explained\/index.php?title=Tourism_statistics_-_nights_spent_at_tourist_accommodation_establishments\">Eurostat<\/a> 452,4 Millionen \u00dcbernachtungen in touristischen Unterk\u00fcnften in der EU. W\u00e4hrend beispielsweise Lettland und Malta einen Anstieg der \u00dcbernachtungsg\u00e4ste um 18,5 bzw. 17,2 Prozent verzeichneten, meldete Irland einen R\u00fcckgang von 23,1 Prozent, was einen bereits im Vorjahr beobachteten Trend best\u00e4tigte.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/europeannewsroom.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/image-1-1024x576.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1554918\" srcset=\"https:\/\/europeannewsroom.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/image-1-980x551.png 980w, https:\/\/europeannewsroom.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/image-1-480x270.png 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">\u00dcbernachtungen in EU-L\u00e4ndern von ausl\u00e4ndischen G\u00e4sten. Quelle: Eurostat<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Land verzeichnet seit September 2024 einen Abw\u00e4rtstrend bei den Tourismuszahlen, so das Zentrale Statistikamt Irlands (CSO). Tourism Ireland kommentierte den R\u00fcckgang im Februar mit den Worten: \u201eEinflussfaktoren sind die Kosten f\u00fcr Verbraucherinnen und Verbraucher sowie die Luftverkehrsanbindung in einem unsicheren makro\u00f6konomischen Umfeld.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Probleme entstehen auch, wenn Touristinnen und Touristen ihr Ziel nicht erreichen k\u00f6nnen: Slowenien, wo der Tourismus derzeit 5 Prozent des BIP ausmacht, begann mit einer Reihe neuer Investitionen, teils mit europ\u00e4ischen Mitteln. Expertinnen und Experten glauben jedoch, dass dies nicht ausreicht. Besonders vermisst werden Investitionen gro\u00dfer internationaler strategischer Tourismusunternehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Hauptproblem ist die schlechte internationale Anbindung des Landes. Nach dem Zusammenbruch der nationalen Fluggesellschaft Adria Airways im Jahr 2019 hat sich die internationale Anbindung des Flughafens Ljubljana erheblich verschlechtert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rum\u00e4nien geh\u00f6rt zu den L\u00e4ndern, die noch nicht in dem Ma\u00dfe bei ausl\u00e4ndischen Touristinnen und Touristen bekannt sind, wie es sich das Land w\u00fcnschen w\u00fcrde. Es belegte im ersten Quartal 2025 den vorletzten Platz bei den \u00dcbernachtungen ausl\u00e4ndischer G\u00e4ste mit einer Rate von 20,1 Prozent. Nur Polen stand schlechter da.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daten eines auf Urlaube in Rum\u00e4nien spezialisierten Reiseveranstalters von Juli zufolge zeigten einen leichten Anstieg der Ums\u00e4tze w\u00e4hrend der Sommersaison bei einem gleichzeitigen R\u00fcckgang an der Zahl der Reisenden. Dieser scheinbar widerspr\u00fcchliche Trend spiegelt einen sich wandelnden Markt wider: Reisende werden w\u00e4hlerischer und bevorzugen Urlaubspakete, die Komfort, eine Vielzahl von Annehmlichkeiten, Erlebnissen und vollst\u00e4ndig personalisierten Dienstleistungen bieten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einige L\u00e4nder haben es noch nicht geschafft, die pandemiebedingte L\u00fccke zu schlie\u00dfen: In Bulgarien wird erwartet, dass der Tourismus im ersten Halbjahr 2025 um 5 bis 7 Prozent w\u00e4chst, sagte Tourismusminister <strong>Miroslav Borshosh<\/strong>. Dennoch bleiben die Zahlen unter dem Niveau vor der Pandemie. Bulgarische Tourismusexpertinnen und -experten erwarten jedoch einen Aufschwung, sobald das Land 2026 der Eurozone beitritt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>EU-Initiativen und F\u00f6rderungen f\u00fcr den Tourismus<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Br\u00fcssel unterst\u00fctzt den Tourismus sowohl mit politischen Ma\u00dfnahmen als auch mit einer Reihe gezielter F\u00f6rderprogramme. Die Tourismuspolitik der EU wird durch den Bericht \u201eTransition Pathway for Tourism\u201c (2022) angeleitet. Der Bericht identifiziert 27 Ma\u00dfnahmenbereiche f\u00fcr den gr\u00fcnen und digitalen Wandel sowie zur Verbesserung der Resilienz des EU-Tourismus \u2013 von der Beseitigung regulatorischer H\u00fcrden bis hin zur Erf\u00fcllung der Anforderungen an nachhaltigen Tourismus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Deutsche Tourismusverband warnte bereits 2023, dass die Branche nur dann weiter wachsen k\u00f6nne, wenn sie \u201egr\u00fcner, digitaler und krisenfester\u201c werde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die \u201eEurop\u00e4ische Agenda f\u00fcr Tourismus 2030\u201c, die im Dezember 2022 verabschiedet wurde und auf dem Bericht basiert, konzentriert sich auf Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Resilienz und Kompetenzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Juni startete die Europ\u00e4ische Kommission eine \u00f6ffentliche Konsultation zu ihrer bevorstehenden Strategie f\u00fcr nachhaltigen Tourismus. \u201eSie bedeutet weniger \u00dcberf\u00fcllung, umweltfreundlichere Optionen, bessere digitale Dienstleistungen und reibungslose grenz\u00fcberschreitende Reisen. Das wird auch den Mitgliedstaaten dabei helfen, die Koordination zu verbessern, den Zugang zu Unterst\u00fctzungsma\u00dfnahmen zu erleichtern und die Resilienz des Sektors angesichts neuer Herausforderungen wie den Auswirkungen des Klimawandels und geopolitischer Spannungen zu st\u00e4rken\u201c, hie\u00df es in einer Erkl\u00e4rung der Kommission.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die EU finanziert eine Reihe von Programmen, die den Tourismus direkt und indirekt sowie l\u00e4nderspezifisch f\u00f6rdern. Hier einige Beispiele:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Erasmus+:<\/strong> Projekte unterst\u00fctzen die Ausbildung junger Menschen im Tourismus.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Europ\u00e4ischer Fonds f\u00fcr regionale Entwicklung (EFRE):<\/strong> Finanziert nachhaltige Tourismusinfrastruktur, insbesondere in weniger entwickelten Regionen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Koh\u00e4sionsfonds:<\/strong> Kommt dem Tourismus indirekt durch Investitionen in Verkehrs- und Umweltinfrastruktur zugute.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Europ\u00e4ischer Sozialfonds Plus (ESF+):<\/strong> Finanziert Schulungen und Weiterbildungen f\u00fcr Besch\u00e4ftigte im Tourismus.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Europ\u00e4ischer Landwirtschaftsfonds f\u00fcr die Entwicklung des l\u00e4ndlichen Raums (ELER):<\/strong> Unterst\u00fctzt Projekte im Bereich l\u00e4ndlicher Tourismus.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Interreg:<\/strong> Finanziert grenz\u00fcberschreitende und interregionale Tourismusprojekte.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Anreise und R\u00fcckkehr: Schengen und Visa<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Schengen-Abkommen war einer der gr\u00f6\u00dften Meilensteine f\u00fcr den Tourismus in der EU: Die Reiseerleichterungen durch die Schengen-Regelungen haben das Leben europ\u00e4ischer Touristinnen und Touristen erheblich erleichtert und den Tourismus im Block angekurbelt. Der Schengen-Raum umfasst 29 L\u00e4nder (25 EU, 4 Nicht-EU). Mehr als 450 Millionen Menschen k\u00f6nnen ohne Grenzkontrollen reisen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00c4nderungen in den Visa-Regelungen k\u00f6nnen ebenfalls G\u00e4ste anlocken: Eine Entscheidung der Kommission vom Juli, Regeln f\u00fcr t\u00fcrkische Staatsb\u00fcrgerinnen und Staatsb\u00fcrger bei der Beantragung von Schengen-Visa zu lockern, wurde von der Tourismusbranche in der T\u00fcrkei und im benachbarten Bulgarien lautstark begr\u00fc\u00dft. Sowohl bulgarische als auch t\u00fcrkische Vertreterinnen und Vertreter des Tourismussektors sind der Meinung, dass die alten Visaregeln ein Hindernis f\u00fcr die Steigerung der Touristenzahlen in Bulgarien waren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/europeannewsroom.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/250808-935-757561-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1554905\" srcset=\"https:\/\/europeannewsroom.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/250808-935-757561-980x653.jpg 980w, https:\/\/europeannewsroom.com\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/250808-935-757561-480x320.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Menschen demonstrieren am 15. Juni 2025 auf Mallorca gegen den Massentourismus. Foto: Clara Margais, dpa<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Overtourism als Problem<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu viele Besucherinnen und Besucher in beliebten Reisezielen wie Barcelona, Venedig, Amsterdam und Dubrovnik f\u00fchren zu Staus, Umweltzerst\u00f6rung und sozialen Spannungen. Die Auswirkungen bedeuten eine \u00fcberlastete Infrastruktur, steigende Lebenshaltungskosten, die Verdr\u00e4ngung von Anwohnerinnen und Anwohnern sowie Sch\u00e4den an Kulturerbest\u00e4tten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bewohnerinnen und Bewohner von Hotspots berichten von sinkender Lebensqualit\u00e4t und fordern, die Besucherzahlen, insbesondere in der Hochsaison, zu reduzieren. Es kommt immer wieder zu Protesten und manchmal sogar zu Angriffen auf Touristinnen und Touristen, wie etwa diesen Sommer in Spanien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den vergangenen Monaten gab es in spanischen St\u00e4dten wie Barcelona und Palma de Mallorca Proteste von Anwohnerinnen und Anwohnern. Der Zustrom von Touristinnen und Touristen treibt die Preise f\u00fcr Wohnungen und Dienstleistungen in die H\u00f6he und belastet die lokalen Gemeinschaften zunehmend.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Reaktion auf diese Herausforderungen begannen die Beh\u00f6rden in Regionen wie Katalonien, Andalusien, den Balearen und den Kanarischen Inseln, Ma\u00dfnahmen einzuf\u00fchren, um die negativen Auswirkungen des Massentourismus zu mildern. Dazu geh\u00f6ren die Einf\u00fchrung von Tourismussteuern, strengere Vorschriften f\u00fcr kurzfristige Ferienvermietungen und Beschr\u00e4nkungen f\u00fcr das Anlegen von Kreuzfahrtschiffen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den Niederlanden sind die historischen Windm\u00fchlen und die Giebelh\u00e4user in der Region Zaanse Schans ein Muss f\u00fcr jeden Besucher. Doch das Dorf in der N\u00e4he von Amsterdam ist laut lokalen Beh\u00f6rden zu einem \u201enationalen Symbol f\u00fcr Overtourism\u201c geworden. Ab dem n\u00e4chsten Jahr soll eine umstrittene Eintrittsgeb\u00fchr erhoben werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Griechenland seien beliebte Stadtteile wie Plaka in Athen \u00fcberlaufen \u2013 das sei ein gro\u00dfes Problem, sagte B\u00fcrgermeister <strong>Haris Doukas<\/strong>. Restaurants n\u00e4hmen \u00f6ffentlichen Raum ein, und Verbote f\u00fcr Hotels w\u00fcrden umgangen, indem Geb\u00e4ude in kurzfristige Ferienwohnungen umgewandelt werden, erkl\u00e4rte der Anwalt <strong>Dimitris Melissas<\/strong>. Die konservative Regierung hat daher neue Registrierungen von Wohnungen auf Plattformen f\u00fcr Ferienwohnungen f\u00fcr mindestens ein Jahr im Zentrum von Athen verboten. Dort gab es 2024 mehr als 12.000 saisonale Vermietungen, was die Mietpreise in die H\u00f6he trieb.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Griechenland erhebt auch seit Juli eine Steuer auf Kreuzfahrtschiffe, die auf den Inseln anlegen, um die Zahl der Touristinnen und Touristen zu begrenzen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Quadratur des Kreises: L\u00f6sungsans\u00e4tze f\u00fcr Overtourism<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Regionen verfolgen unterschiedliche Ans\u00e4tze, um Overtourism zu bek\u00e4mpfen, ohne dabei den Goldesel zu schlachten, der so viel Tourismus-Profit bringt. Beispiele hierf\u00fcr sind:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Investitionen in Infrastruktur:<\/strong> Einnahmen aus Tourismussteuern werden in \u00f6ffentliche Dienstleistungen und Resilienz reinvestiert \u2013 wie etwa in Island, wo Abgaben direkt in den Umweltschutz flie\u00dfen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Strategische Planung:<\/strong> Die kroatische Stadt Dubrovnik arbeitet mit der Kreuzfahrtlinien-Vereinigung zusammen, um die Liegezeiten der Schiffe zu koordinieren.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Einbindung der Anwohnerinnen und Anwohner:<\/strong> Die Beteiligung der Gemeinschaft an der Tourismusplanung \u2013 wie es beispielsweise in Flandern mit dem \u201eTravel to Tomorrow\u201c-Projekt praktiziert wird.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Diversifizierung:<\/strong> F\u00f6rderung von Nebensaison- und alternativen Tourismusangeboten \u2013 wie in \u00f6sterreichischen Skigebieten, die mit Wanderurlauben locken.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Regulatorische Instrumente:<\/strong> Tourismussteuern, Besucherobergrenzen \u2013 wie etwa die Zugangsgeb\u00fchr f\u00fcr Besucherinnen und Besucher in Venedig.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Allerdings sind nicht alle Ma\u00dfnahmen gleicherma\u00dfen effektiv. Das WTTC argumentiert in einem im Juli ver\u00f6ffentlichten Bericht, dass Tourismussteuern die Besucherzahlen nicht reduzieren und die Einnahmen selten in das Tourismusmanagement reinvestiert werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Branchenorganisation warnt au\u00dferdem, dass die Einschr\u00e4nkung des Tourismus in europ\u00e4ischen St\u00e4dten zu hohen Einkommens- und Arbeitsplatzverlusten f\u00fchren k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Dieser Artikel ist eine Key Story des enr. Der Inhalt basiert auf der Berichterstattung der teilnehmenden Nachrichtenagenturen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Tourismus ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in der EU. Die G\u00e4stezahlen haben sich gr\u00f6\u00dftenteils wieder auf das Vor-Pandemie-Niveau eingependelt und die Einnahmen aus dem Tourismus sp\u00fclen Geld in die \u00f6ffentlichen Kassen in ganz Europa. Doch nicht alles l\u00e4uft rund im europ\u00e4ischen Tourismussektor.<\/p>\n","protected":false},"author":71,"featured_media":1554883,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":true,"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[39],"tags":[21229,4801,15111,1897],"class_list":["post-1555362","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-key-story","tag-reisebranche","tag-reisen","tag-tourismus","tag-wirtschaft"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1555362","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/71"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1555362"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1555362\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1554883"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1555362"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1555362"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1555362"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}