{"id":157854,"date":"2023-09-07T13:16:59","date_gmt":"2023-09-07T11:16:59","guid":{"rendered":"https:\/\/europeannewsroom.dpa.com\/?p=157854"},"modified":"2023-09-07T13:17:07","modified_gmt":"2023-09-07T11:17:07","slug":"totschnig-ukraine-getreide-muss-in-aermeren-laendern-ankommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/totschnig-ukraine-getreide-muss-in-aermeren-laendern-ankommen\/","title":{"rendered":"Totschnig: Ukraine-Getreide muss in \u00e4rmeren L\u00e4ndern ankommen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Cordoba\/Br\u00fcssel &#8211; Die Transportkapazit\u00e4ten f\u00fcr Getreide aus der Ukraine m\u00fcssen ausgebaut werden, damit das Getreide besser in Entwicklungsl\u00e4ndern ankommt, in denen es gebraucht werde. Das fordert \u00d6sterreichs Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (\u00d6VP) am Dienstag im Rahmen eines informellen EU-Agrarministertreffens im spanischen C\u00f3rdoba.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Die EU-Kommission und die internationale Gemeinschaft sind gefordert, notwendige Initiativen zu setzen, sodass die Getreideexporte im globalen S\u00fcden ankommen. Alles andere ist unsolidarisch mit den \u00e4rmsten Regionen dieser Welt&#8220;, teilte der Landwirtschaftsminister per Aussendung mit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele H\u00e4ndler w\u00fcrden wegen hoher Transportkosten ihre Ware in Europa &#8211; vor allem in den Anrainerstaaten der Ukraine &#8211; verkaufen und dort f\u00fcr Preisdruck sorgen, anstatt das Getreide weiter in \u00e4rmere L\u00e4nder zu exportieren. Die Situation h\u00e4tte sich nach dem Auslaufen des Schwarzmeerabkommens im Juli versch\u00e4rft, sagt der Landwirtschaftsminister.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Abkommen hatte es der Ukraine erm\u00f6glicht, ihr Getreide \u00fcber das Schwarze Meer in die Welt zu exportieren. Seit dem Auslaufen wird vermehrt versucht, das Getreide \u00fcber den Umweg der EU auf den Markt zu bringen. J\u00fcngste Versuche, das Abkommen zu erneuern, sind bisher gescheitert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zuletzt seien die Getreidepreise auch aufgrund guter Erntemengen weltweit gesunken, so Totschnig. Davor waren die Preise nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 noch kr\u00e4ftig gestiegen. Dazu komme nun, das ukrainisches Getreide vermehrt in der EU auf den Markt komme. Er unterst\u00fctze die Bem\u00fchungen der T\u00fcrkei und der internationalen Gemeinschaft, das Getreideabkommen zu retten, sagte Totschnig am Dienstag in C\u00f3rdoba.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die SP\u00d6-Sprecherin f\u00fcr Au\u00dfenpolitik und globale Entwicklung Petra Bayr sieht indes die UN gefordert, sich verst\u00e4rkt f\u00fcr die Wiederherstellung der Getreidelieferungen aus der Ukraine einzusetzen. Auch \u00f6sterreichische Diplomaten m\u00fcssten hierauf den Fokus legen, so Bayr. &#8222;Putin nimmt die Welt mit seiner Weigerung, Getreidelieferungen aus der Ukraine zuzulassen, in Geiselhaft&#8220;, betonte die SP\u00d6-Nationalratsabgeordnete. Nicht verhandelbar seien die von Russland geforderten Sanktionslockerungen, da dies nur einer &#8222;F\u00f6rderung des russischen Angriffs auf die Ukraine gleichkommen&#8220; w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Montag hatte der t\u00fcrkische Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdogan im russischen Sotschi Russlands Pr\u00e4sident Wladimir Putin getroffen, aber keine L\u00f6sung gefunden. Putin kn\u00fcpft eine Wiederbelebung des Abkommens zum Export ukrainischen Getreides an Bedingungen. Die westlichen Sanktionen gegen russische Nahrungs-und D\u00fcngemittel m\u00fcssten aufgehoben werden, dann sei Russland zur Erneuerung der Vereinbarung bereit, so Putin. Die Ukraine lehnte jedoch diese Forderungen des russischen Pr\u00e4sidenten am Dienstag umgehend ab. (05.09.2023)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">OeNB-Holzmann: Digitalem Euro fehlt noch \u00fcberzeugende Erz\u00e4hlung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Br\u00fcssel &#8211; Der Einf\u00fchrung eines digitalen Euros fehle noch eine \u00fcberzeugende Erz\u00e4hlung, um von der Bev\u00f6lkerung angenommen zu werden. Es sei noch viel \u00dcberzeugungsarbeit zu leisten, sagte Robert Holzmann, Gouverneur der \u00d6sterreichischen Nationalbank (OeNB), am Donnerstag bei einem Vortrag in Br\u00fcssel. Ein digitaler Euro sei aber wichtig f\u00fcr die europ\u00e4ische Souver\u00e4nit\u00e4t und k\u00f6nne die soziale Inklusion f\u00f6rdern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Geld ist ein wichtiges \u00f6ffentliches Gut&#8220;, so Holzmann bei der von der belgischen Nationalbank organisierten Veranstaltung. Auch andere L\u00e4nder w\u00fcrden bereits an digitalen W\u00e4hrungen arbeiten. Wenn hier eine stabile und leicht verwendbare digitale W\u00e4hrung entstehe, k\u00f6nne dies den Euro als Zahlungsmittel verdr\u00e4ngen, so die Bef\u00fcrchtung. &#8222;Wir m\u00fcssen nicht die ersten sein, aber wir m\u00fcssen vorbereitet sein.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weiters hofft Holzmann, dass ein von der Europ\u00e4ischen Zentralbank (EZB) ausgegebener Digital-Euro das Projekt eines europaweites Zahlungssystems als Alternative zu amerikanischen Systemen wie Visa, Mastercard oder PayPal voranbringen k\u00f6nnte. Als drittes Argument nannte der Notenbankchef die soziale Inklusion: Nachdem Bargeld immer mehr an Bedeutung verliere, sei es wichtig, Menschen am Rand der Gesellschaft eine Alternative anzubieten, damit auch sie digital bezahlen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch auf die Bef\u00fcrchtung, dass ein digitaler Euro Bargeld verdr\u00e4ngen und zur \u00dcberwachung genutzt werden k\u00f6nnte, wurde eingegangen. Der Gouverneur der belgischen Nationalbank, Pierre Wunsch, beklagte eine Debatte, die nicht rational gef\u00fchrt werde. &#8222;Es geht nicht um Kontrolle&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Euro in digitaler Form sei, wenn er denn eingef\u00fchrt wird, als Zusatz zum Bargeld zu verstehen und als Alternative zu privaten digitalen W\u00e4hrungen, wie zum Beispiel Bitcoin, erl\u00e4uterte Evelien Witlox, Programmdirektorin f\u00fcr den digitalen Euro bei der EZB. So, wie die Digitalw\u00e4hrung jetzt geplant sei, werde die Privatsph\u00e4re gesch\u00fctzt und man k\u00f6nne wie beim Bargeld kostenfrei bezahlen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Juni hatte die Europ\u00e4ische Kommission einen Gesetzesvorschlag mit Rahmenbedingungen f\u00fcr einen digitalen Euro vorgelegt. Die Mitgliedstaaten und der Europaparlament m\u00fcssen dem Text aber noch zustimmen. Am Ende liegt der Ball bei der EZB selbst, ob sie eine digitale Version des Euro ausgeben wird. Diesen Oktober soll die Zentralbank zun\u00e4chst entscheiden, ob das Projekt nach einer zweij\u00e4hrigen Untersuchungsphase in eine konkretere Planungsphase \u00fcbergeht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Vorschlag der EU-Kommission sieht jedenfalls vor, dass B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger kein Konto direkt bei der Zentralbank haben sollen. Banken und andere Finanzintermedi\u00e4re werden demnach weiter eine Rolle spielen. Unter anderem seien diese dann weiterhin f\u00fcr die \u00dcberwachung der Anti-Geldw\u00e4sche-Regeln verantwortlich, so Witlox.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Menschen, die kein Smartphone und dementsprechend keine digitale Geldb\u00f6rse haben k\u00f6nnen, soll es zudem eine Karten-L\u00f6sung geben. Weiters soll es m\u00f6glich sein, auch ohne Internetzugang Zahlungen zu t\u00e4tigen, wenn Zahlungssender und -empf\u00e4nger am gleichen Ort sind. Die Summe, die in digitaler Form gehalten werden kann, soll zudem gedeckelt werden. Wie hoch diese Obergrenze sein wird, stehe noch nicht fest, so Witlox am Donnerstag. In der Vergangenheit war hier eine H\u00f6he von 3.000 Euro aber im Gespr\u00e4ch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine weitere offene Frage sei zudem, ob und wie Drittstaatenangeh\u00f6rige &#8211; zum Beispiel Touristen &#8211; die digitale W\u00e4hrung halten k\u00f6nnen, so noch Holzmann. (07.09.2023)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Studie weist Glyphosat in Gew\u00e4ssern in elf von zw\u00f6lf EU-Staaten nach<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Br\u00fcssel &#8211; Eine neue Studie kommt zum Schluss, dass der Unkrautvernichter Glyphosat oder sein Abbauprodukt in Gew\u00e4sserproben aus elf von zw\u00f6lf untersuchten EU-L\u00e4ndern nachgewiesen werden konnte. Im M\u00fchlbach im \u00f6sterreichischen Deutsch-Wagram wurde einer der vier h\u00f6chsten Werte des Glyphosat-Abbauprodukts AMPA gemessen. Es w\u00e4re &#8222;hochfahrl\u00e4ssig, Glyphosat wieder zuzulassen&#8220;, so die \u00f6sterreichische EU-Abgeordnete Sarah Wiener (Gr\u00fcne) bei einem Online- Pressegespr\u00e4ch am Dienstag.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Studie hat PAN Europe (Pestizid Aktions-Netzwerk) im Auftrag der Gr\u00fcnen\/EFA-Fraktion im EU-Parlament Wasserproben aus 23 Flie\u00dfgew\u00e4ssern (Fl\u00fcsse\/B\u00e4che) und f\u00fcnf Seen gesammelt, um die in Europas Gew\u00e4ssern vorkommende Glyphosatmenge zu messen. F\u00fcnf der 23 Proben (22 Prozent), die in \u00d6sterreich, Spanien, Polen und Portugal entnommen wurden, enthielten Glyphosat in Mengen \u00fcber dem Grenzwert von 0,1 \u03bcg\/L f\u00fcr den menschlichen Verzehr. Unter Ber\u00fccksichtigung sowohl von Glyphosat als auch AMPA wurde dieser Schwellenwert in 44 Prozent (zehn von 23) \u00fcberschritten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hintergrund der Studie ist die m\u00f6gliche erneute Zulassung von Glyphosat in der Europ\u00e4ischen Union. Die Europ\u00e4ische Beh\u00f6rde f\u00fcr Lebensmittelsicherheit (EFSA) sieht diese in ihrer letzten Neubewertung unkritisch. Die Mitgliedsstaaten werden voraussichtlich im Oktober dar\u00fcber abstimmen. Die Zulassung von Glyphosat in der EU l\u00e4uft noch bis 15. Dezember 2023.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Gerade \u00d6sterreich wollte ein Totalverbot. 85 Prozent der \u00d6sterreicherinnen und \u00d6sterreicher sind gegen Glyphosat&#8220;, betonte Sarah Wiener. Das Unkrautvernichtungsmittel habe nicht nur Auswirkungen auf Gew\u00e4sser und B\u00f6den, sondern auch auf das menschliche \u00d6kosystem. &#8222;Wir k\u00f6nnen dieses Risiko nicht eingehen.&#8220; Glyphosat richte Sch\u00e4den an und verursache Krankheiten. Die Umweltbelastung mit Giften sei &#8222;h\u00f6her, als wir annehmen, denn Abbauprodukte werden normalerweise nicht untersucht und haben darum auch keine Grenzwerte&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die meisten Studien w\u00fcrden eine Wiederzulassung empfehlen, so ihr deutscher Fraktionskollege Martin H\u00e4usling. Aber die &#8222;langfristigen Auswirkungen auf die \u00d6kosysteme sind die Schwachstellen der Studien&#8220;. Bei den zunehmenden Unwettern werde verseuchter Boden in die Gew\u00e4sser gesp\u00fclt. Wo Glyphosat langj\u00e4hrig eingesetzt werde, leide die Bodenfruchtbarkeit. All das werde im Rahmen der Neubewertung &#8222;nicht ber\u00fccksichtigt&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Glyphosat t\u00f6tet alle Pflanzen, die damit in Ber\u00fchrung kommen. Nach der Behandlung durch das Pflanzenschutzmittel sind die \u00c4cker frei von Unkraut. Es z\u00e4hlt zu den weltweit am meisten eingesetzten Herbiziden und wurde vom US-Konzern Monsanto entwickelt, den der deutsche Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer \u00fcbernahm. Mit dem Zukauf holte sich Bayer auch eine Klagewelle wegen der angeblich krebserregenden Wirkung von Glyphosat ins Haus. Beh\u00f6rden weltweit, darunter die US-Umweltbeh\u00f6rde EPA und die Europ\u00e4ische Chemikalienagentur, haben das Herbizid als nicht krebserregend eingestuft. (05.09.2023)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Diese Zusammenstellung ist eine redaktionelle Auswahl der APA-Europaberichterstattung. Die redaktionelle Verantwortung f\u00fcr die Ver\u00f6ffentlichung liegt bei der APA. Sie wird montags und donnerstags ver\u00f6ffentlicht.<\/em>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Transportkapazit\u00e4ten f\u00fcr Getreide aus der Ukraine m\u00fcssen ausgebaut werden, damit das Getreide besser in Entwicklungsl\u00e4ndern ankommt. Das forderte \u00d6sterreichs Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (\u00d6VP) am Dienstag im spanischen C\u00f3rdoba. Der Einf\u00fchrung eines digitalen Euros fehle noch eine \u00fcberzeugende Erz\u00e4hlung, um von der Bev\u00f6lkerung angenommen zu werden, meinte dann Robert Holzmann, Gouverneur der \u00d6sterreichischen Nationalbank (OeNB), am Donnerstag bei einem Vortrag in Br\u00fcssel. Eine neue Studie kommt zudem zum Schluss, dass der Unkrautvernichter Glyphosat oder sein Abbauprodukt in Gew\u00e4sserproben aus elf von zw\u00f6lf untersuchten EU-L\u00e4ndern nachgewiesen werden konnte. 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