{"id":1646293,"date":"2025-09-24T13:39:33","date_gmt":"2025-09-24T11:39:33","guid":{"rendered":"https:\/\/europeannewsroom.com\/?p=1646293"},"modified":"2025-09-25T15:29:11","modified_gmt":"2025-09-25T13:29:11","slug":"montenegro-eu-mitgliedschaft-2028-ambitioniert-aber-machbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/montenegro-eu-mitgliedschaft-2028-ambitioniert-aber-machbar\/","title":{"rendered":"Montenegro: EU-Mitgliedschaft 2028 &#8222;ambitioniert&#8220; aber machbar"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Podgorica (APA) &#8211; &#8222;Wenn alles gut geht&#8220;, wird Montenegro 2028 der 28. EU-Mitgliedstaat: Dann w\u00fcrde sich der Slogan der montenegrinischen Regierung &#8222;28 by 28&#8220; erf\u00fcllen, sagte <strong>Johann Sattler<\/strong>, derzeit EU-Botschafter in Montenegro, am Dienstag in Podgorica im Gespr\u00e4ch mit europ\u00e4ischen Journalistinnen und Journalisten. F\u00fcr den \u00d6sterreicher ist ein EU-Beitritt 2028 &#8222;ambitioniert, aber nicht unmachbar&#8220;. Wichtig sei dabei politische Stabilit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter den Westbalkanl\u00e4ndern wird Montenegro als am weitesten im EU-Beitrittsprozess gesehen, die Beitrittsverhandlungen laufen seit 2012. Sie finden im Rahmen von Regierungskonferenzen mit Vertretern der EU und der Bewerberl\u00e4nder statt. 23 Tagungen fanden bisher statt; 33 Kapitel f\u00fcr Verhandlungen wurden dabei er\u00f6ffnet, von denen sieben Kapitel bereits vorl\u00e4ufig abgeschlossen sind.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Probleme beim Kampf gegen Korruption<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Bei R\u00fcckschritten k\u00f6nnen Kapitel wieder ge\u00f6ffnet werden&#8220;, warnt Sattler aber. Probleme sieht er vor allem beim Kampf gegen Korruption und organisierte Kriminalit\u00e4t. Auch die EU-Kommission fordert in ihren j\u00e4hrlichen Berichten zum Stand der Rechtsstaatlichkeit in der EU hier seit Jahren Reformen ein. Fortschritte werden aber bescheinigt: Sattler betont, es gebe nun bessere Spitzenkr\u00e4fte in der Justiz sowie Verfahren gegen Beamte wegen Korruption.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der \u00d6sterreicher Sattler bezeichnet sich selbst als &#8222;Balkans Aficionado&#8220;. Er leitet seit zwei Jahren die EU-Botschaft in Podgorica, davor jene in Sarajevo. F\u00fcr ihn ist das 600.000-Einwohner-Land ein &#8222;kleines Juwel am Mittelmeer&#8220;. Wirkliche Fortschritte Richtung EU habe Montenegro in den letzten beiden Jahren gemacht, betont er. Die seit 2023 amtierende Regierung beschleunige den Beitrittsprozess. Ein gro\u00dfer Teil des montenegrinischen Rechtsbestands sei bereits an EU-Recht angeglichen; montenegrinische Soldaten w\u00fcrden an EU-Missionen teilnehmen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Skepsis in \u00d6sterreich sehr hoch<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00d6sterreich ist einer der st\u00e4rksten F\u00fcrsprecher einer raschen EU-Aufnahme der Westbalkan-L\u00e4nder. Auch Au\u00dfenministerin <strong>Beate Meinl-Reisinger<\/strong> hatte in einem Interview mit dem Fachmagazin &#8222;Cercle Diplomatique&#8220; Anfang September neuen Schwung in der Frage gefordert. Durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine sei diese zu einer geopolitischen Notwendigkeit geworden, sagte die NEOS-Politikern. Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien seien &#8222;die fehlenden Mosaiksteine Europas&#8220;, so das Argument. &#8222;Ohne sie ist die EU nicht komplett.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bev\u00f6lkerung ist jedoch skeptischer als die Regierung: Die Mehrheit der \u00d6sterreicher lehnt laut der neuesten Eurobarometer-Umfrage die Aufnahme weiterer L\u00e4nder in die Europ\u00e4ische Union ab. Demnach sind 56 Prozent der EU-B\u00fcrger f\u00fcr weitere EU-Erweiterungen, aber nur 45 Prozent der \u00d6sterreicherinnen und \u00d6sterreicher. Das kleine Kandidatenland Montenegro erreicht mit 40 Prozent noch die h\u00f6chste Zustimmungsrate unter den Westbalkan-Kandidaten in \u00d6sterreich. Auch Sattler spricht dies an: Er sieht hier noch viel \u00dcberzeugungsarbeit n\u00f6tig, vergleicht aber mit Umfragen vor 20 Jahren vor der damaligen gro\u00dfen EU-Erweiterungsrunde. Auch damals seien seine Landsleute sehr skeptisch gewesen, mittlerweile zeigten sich aber die Vorteile. (23.09.2025)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Plan, dass Montenegro bis 2028 Mitglied der EU wird, sei &#8222;ambitioniert&#8220;, aber &#8222;nicht unmachbar&#8220;. Das sagt der \u00d6sterreicher Johann Sattler, derzeit EU-Botschafter in dem Balkanland. Noch gebe es aber wichtige H\u00fcrden zu nehmen &#8211; und w\u00e4hrend in Wien die Politik einen Beitritt Montenegros unterst\u00fctzt, zeigen sich weite Teile der Bev\u00f6lkerung skeptisch. <\/p>\n","protected":false},"author":91,"featured_media":1645860,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[45],"tags":[],"class_list":["post-1646293","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-europe-in-brief"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1646293","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/91"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1646293"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1646293\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1645860"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1646293"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1646293"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1646293"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}