{"id":1706498,"date":"2025-10-16T12:01:34","date_gmt":"2025-10-16T10:01:34","guid":{"rendered":"https:\/\/europeannewsroom.com\/?p=1706498"},"modified":"2025-10-16T12:01:39","modified_gmt":"2025-10-16T10:01:39","slug":"eugh-blitz-bei-flugverspaetung-aussergewoehnlicher-umstand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/eugh-blitz-bei-flugverspaetung-aussergewoehnlicher-umstand\/","title":{"rendered":"EuGH: Blitz bei Flugversp\u00e4tung &#8222;au\u00dfergew\u00f6hnlicher Umstand&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schwechat\/Luxemburg (APA) &#8211; Ein in ein Flugzeug eingeschlagener Blitz kann im Fall einer gro\u00dfen Versp\u00e4tung als &#8222;au\u00dfergew\u00f6hnlicher Umstand&#8220; gelten. Ein entsprechendes Urteil hat der <strong>Europ\u00e4ische Gerichtshof (EuGH)<\/strong> am Donnerstag ver\u00f6ffentlicht. Der EuGH befasste sich auf Ersuchen \u00f6sterreichischer Gerichte mit dieser Frage, nachdem ein Flugzeug der <strong>Austrian Airlines (AUA) <\/strong>im M\u00e4rz 2022 von einem Blitz getroffen worden war. Ein Fluggast kam in weiterer Folge mit \u00fcber 13 Stunden Versp\u00e4tung in London an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine \u00fcber eine Gesellschaft eingebrachte Klage des Flugreisenden hat einen Streitwert von 400 Euro. In erster Instanz wurde die Klage gegen die zur Lufthansa-Gruppe geh\u00f6renden AUA abgewiesen. Die Berufungsinstanz sah die Kl\u00e4rung der Frage durch den EuGH, ob ein Blitzschlag als &#8222;au\u00dfergew\u00f6hnlicher Umstand&#8220; zu bewerten ist, als notwendig an. Fluggesellschaften sind nach europ\u00e4ischem Recht bei Flugausf\u00e4llen oder gro\u00dfen Flugversp\u00e4tungen zur Entsch\u00e4digung verpflichtet &#8211; das gilt aber nicht, wenn der Grund f\u00fcr die Annullierung oder Versp\u00e4tung auf au\u00dfergew\u00f6hnliche Umst\u00e4nde zur\u00fcckzuf\u00fchren ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>&#8222;Au\u00dfergew\u00f6hnliche Umst\u00e4nde&#8220; beinhalten Wetterbedingungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der EuGH stellte dazu fest, dass ein Blitzschlag dann einen au\u00dfergew\u00f6hnlichen Umstand darstelle, &#8222;wenn er zu obligatorischen Sicherheits\u00fcberpr\u00fcfungen mit der Folge der versp\u00e4teten Freigabe des Flugzeugs f\u00fcr den Einsatz f\u00fchrt&#8220;. Der Unionsgesetzgeber habe in den Begriff der &#8222;au\u00dfergew\u00f6hnlichen Umst\u00e4nde&#8220; die mit der Durchf\u00fchrung des betreffenden Fluges nicht zu vereinbarenden Wetterbedingungen einbezogen, darunter auch die Gefahr eines Blitzeinschlags. Ein Blitzeinschlag, nach dem das Flugzeug obligatorischen Sicherheits\u00fcberpr\u00fcfungen unterzogen werden muss, sei nicht Teil der normalen Aus\u00fcbung der T\u00e4tigkeit des betreffenden Luftfahrtunternehmens und von ihm nicht tats\u00e4chlich beherrschbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um sich von der Verpflichtung zu befreien, betroffenen Flugg\u00e4sten eine Ausgleichszahlung zu leisten, m\u00fcsse das Luftfahrtunternehmen weitere Anstrengungen unternehmen. So gelte es nachzuweisen, dass alle zumutbaren Ma\u00dfnahmen ergriffen wurden, um den Eintritt des au\u00dfergew\u00f6hnlichen Umstands und seine Folgen &#8211; wie beispielsweise eine gro\u00dfe Versp\u00e4tung &#8211; zu vermeiden. &#8222;Es ist Sache des \u00f6sterreichischen Gerichts, dies im vorliegenden Fall zu beurteilen&#8220;, so der EuGH.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die AUA sieht sich im anh\u00e4ngigen Verfahren als schuldlos, weil &#8222;eine Besch\u00e4digung durch Blitzschlag ungew\u00f6hnlich bzw. in diesem Ausma\u00df weder plan- noch beeinflussbar gewesen sei&#8220;, wie ein \u00f6sterreichisches Gericht festhielt. Die Kl\u00e4gerin hingegen kann im Blitzschlag keinen au\u00dfergew\u00f6hnlichen Umstand erkennen. Die AUA habe auch nicht alle ihr zumutbaren Ma\u00dfnahmen ergriffen, um den Fluggast &#8211; der zum damaligen Zeitpunkt in London wohnte &#8211; schnellstm\u00f6glich an sein Reiseziel zu bef\u00f6rdern. So kam er anstatt gegen 18.30 Uhr erst am Folgetag kurz nach 8.00 Uhr am Flughafen London-Heathrow an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Besch\u00e4digung durch Blitzeinschlag<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die AUA-Maschine wurde am 8. M\u00e4rz 2022 kurz vor der Landung in Iasi in Grenzn\u00e4he zur Republik Moldau vom Blitz getroffen. Bei der technischen Sicherheits\u00fcberpr\u00fcfung des Flugzeugs nach der Landung &#8211; laut AUA war diese erforderlich &#8211; wurde eine Besch\u00e4digung von technischem Ger\u00e4t festgestellt. Letztlich wurde ein Ersatzmaschine aus Wien eingeflogen. Der Flug von Rum\u00e4nien nach Schwechat startete somit nicht kurz nach 14.00 Uhr, sondern um 22.25 Uhr. (16.10.2025)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Europ\u00e4ische Gerichtshof (EuGH) hat Fluggesellschaften bei Versp\u00e4tungen aufgrund von Blitzeinschl\u00e4gen tendenziell den R\u00fccken gest\u00e4rkt. Ein Blitzeinschlag k\u00f6nnte unter Bedingungen als &#8222;au\u00dfergew\u00f6hnlicher Umstand&#8220; gelten. Den EuGH angefragt haben \u00f6sterreichische Gerichte in einem Fall aus dem Jahr 2022. <\/p>\n","protected":false},"author":91,"featured_media":1246249,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[45],"tags":[],"class_list":["post-1706498","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-europe-in-brief"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1706498","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/91"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1706498"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1706498\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1246249"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1706498"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1706498"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1706498"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}