{"id":1723666,"date":"2025-10-21T15:38:07","date_gmt":"2025-10-21T13:38:07","guid":{"rendered":"https:\/\/europeannewsroom.com\/?p=1723666"},"modified":"2025-10-21T15:38:11","modified_gmt":"2025-10-21T13:38:11","slug":"von-amsterdam-bis-valletta-abtreibungsregelungen-in-der-eu-von-liberal-bis-restriktiv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/von-amsterdam-bis-valletta-abtreibungsregelungen-in-der-eu-von-liberal-bis-restriktiv\/","title":{"rendered":"Von Amsterdam bis Valletta: Abtreibungsregelungen in der EU von liberal bis restriktiv"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Abtreibungsgesetzgebung in der Europ\u00e4ischen Union ist extrem vielf\u00e4ltig und reicht von einigen der weltweit liberalsten Regelungen bis hin zu den strengsten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Laut der Advocacy-Gruppe Center for Reproductive Rights (CRR) leben nur 34 Prozent der Frauen im reproduktiven Alter in L\u00e4ndern (77), in denen Abtreibung f\u00fcr sie zug\u00e4nglich ist. Nach Angaben der Organisation f\u00fchren illegale Abtreibungen j\u00e4hrlich zu etwa 39.000 Todesf\u00e4llen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Europ\u00e4ische Parlament fordert, Abtreibungsrechte in die EU-Charta der Grundrechte aufzunehmen, doch dies bleibt umstritten und erfordert eine einstimmige Zustimmung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Spaniens Regierung schlug Anfang Oktober vor, das Recht der Frau auf Schwangerschaftsabbruch in der Verfassung zu verankern. Damit w\u00e4re es nach Frankreich das zweite EU-Land, das diesen Schritt geht. Am anderen Ende des Spektrums stehen die EU-Mitglieder Malta und Polen, in denen Abtreibung nahezu vollst\u00e4ndig&nbsp; verboten ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Regelungen in vielen der EU-L\u00e4nder bewegen sich irgendwo dazwischen, doch oft k\u00f6nnen Frauen Rechte, die auf dem Papier existieren, nicht wahrnehmen: Das Thema Abtreibungsrechte ist nicht nur eine Frage von Gesetzgebung und Politik, sondern auch von praktischen Aspekten wie Zugang und Verf\u00fcgbarkeit von Gesundheitsdiensten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Verfassungsm\u00e4\u00dfige Rechte: Frankreich und Spanien<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im M\u00e4rz 2024 stimmte das franz\u00f6sische Parlament daf\u00fcr, das Recht auf Abtreibung in der Verfassung zu verankern. Frankreich ist das erste Land weltweit, das diesen expliziten Schutz bietet. Laut verschiedenen Umfragen unterst\u00fctzen rund 80 Prozent der Bev\u00f6lkerung diesen Schritt. Pr\u00e4sident <strong>Emmanuel Macron<\/strong> setzte sich ebenfalls daf\u00fcr ein, das Recht auf Schwangerschaftsabbruch in das Grundgesetz der Europ\u00e4ischen Union aufzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Europa sei \u201enichts mehr in Stein gemei\u00dfelt, und alles muss verteidigt werden\u201c, sagte er bei einer Zeremonie, als die Abtreibungsrechte in die Verfassung aufgenommen wurden. \u201eDeshalb w\u00fcnsche ich mir, dass diese garantierte Freiheit, auf eine Abtreibung zur\u00fcckzugreifen, in die Charta der Grundrechte der Europ\u00e4ischen Union aufgenommen wird.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Frankreich ist Abtreibung auf Wunsch bis zur 14. Woche legal und kann von Allgemein\u00e4rztinnen und -\u00e4rzten sowie Hebammen durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"980\" height=\"957\" src=\"https:\/\/europeannewsroom.com\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/v2_000_34KT6DU-980x1470-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-215788\" srcset=\"https:\/\/europeannewsroom.com\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/v2_000_34KT6DU-980x1470-1.jpg 980w, https:\/\/europeannewsroom.com\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/v2_000_34KT6DU-980x1470-1-480x469.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 980px, 100vw\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Archiv 4.3.2024. Eine Nachricht \u00fcber die Aufnahme des Rechts auf Abtreibung in die franz\u00f6sische Verfassung leuchtet am Eiffelturm in Paris. \nFoto: Dimitar DILKOFF \/ AFP)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die linke Regierung Spaniens will das Recht auf Abtreibung in der Verfassung verankern, um Frauen vor der \u201ereaktion\u00e4ren Welle\u201c zu sch\u00fctzen, die sie von der extremen Rechten und der konservativen Opposition ausgehen sieht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Initiative folgt auf die Weigerung einiger Regionalregierungen unter der F\u00fchrung der konservativen Oppositionspartei Partido Popular (PP), das aktuelle Abtreibungsgesetz vollst\u00e4ndig umzusetzen. Insbesondere haben sie sich geweigert, ein Register f\u00fcr Verweigerer aus Gewissensgr\u00fcnden zu erstellen, das medizinischen Einrichtungen erm\u00f6glicht, zu wissen, welches Personal f\u00fcr Abtreibungen zur Verf\u00fcgung steht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Regierung hat jedoch einger\u00e4umt, dass es nicht einfach sein wird, die Verfassung zu \u00e4ndern, da sie die Unterst\u00fctzung von drei F\u00fcnfteln beider Parlamentskammern ben\u00f6tigt, was ohne die PP nicht zu erreichen ist. Die Regierung hat die PP, deren F\u00fchrung bisher keine klare Haltung zu dem Thema eingenommen hat, um Unterst\u00fctzung gebeten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Spanien ist Abtreibung auf Wunsch bis zur 14. Woche und bis zur 22. Woche im Falle von Gefahren f\u00fcr die Gesundheit der Mutter oder bei fetalen Anomalien erlaubt. Abtreibungen k\u00f6nnen in Kliniken vorgenommen werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Liberaler Zugang: Niederlande, Schweden, Portugal, D\u00e4nemark, Finnland und Belgien<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Gruppe von \u00fcberwiegend nordeurop\u00e4ischen L\u00e4ndern bietet liberalen Zugang mit Unterschieden vor allem in der Dauer der Schwangerschaft, in der eine Abtreibung auf Wunsch legal ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Niederlande haben eine der liberalsten Regelungen in der EU, wobei Abtreibung auf Wunsch bis zur 22.\u201324. Woche legal ist. Die Verfahrensh\u00fcrden sind gering; es gibt eine f\u00fcnft\u00e4gige Wartezeit, und Abtreibung ist weitgehend zug\u00e4nglich. Dies macht die Niederlande auch zu einem Ziel f\u00fcr grenz\u00fcberschreitende Abtreibungsversorgung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Schweden ist Abtreibung auf Wunsch bis zur 18. Schwangerschaftswoche legal, danach mit einer Sondergenehmigung. Es gibt keine obligatorische Wartezeit oder Beratung, und die Dienste sind weitgehend verf\u00fcgbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Schwangerschaftsabbruch ist auf Wunsch bis zu zehn Wochen (Portugal), zw\u00f6lf Wochen (Finnland) oder 18 Wochen (D\u00e4nemark) legal. Nach Ablauf dieser Fristen ist Abtreibung aus medizinischen oder rechtlichen Gr\u00fcnden erlaubt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Liberal, aber mit H\u00fcrden<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In \u00d6sterreich, Deutschland, der Tschechischen Republik, Luxemburg, Irland, Griechenland, Estland, Lettland, Litauen, Bulgarien, Rum\u00e4nien, Slowenien, der Slowakei und Zypern ist Abtreibung im Allgemeinen bis zu 10\u201314 Wochen je nach Land m\u00f6glich, jedoch gibt es unterschiedliche Verfahrensanforderungen, und sie wird nicht \u00fcberall gleicherma\u00dfen akzeptiert. Aufgrund von Gesundheitsgr\u00fcnden oder bei Vergewaltigung oder Inzest sind in der Regel auch sp\u00e4tere Abtreibungen m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Deutschland ist Abtreibung laut Gesetz eine Straftat, bleibt jedoch straffrei, wenn sie innerhalb der ersten zw\u00f6lf Wochen nach einer obligatorischen Beratung und einer dreit\u00e4gigen Wartezeit durchgef\u00fchrt wird. Sp\u00e4tere Abtreibungen sind ebenfalls entkriminalisiert, wenn medizinische Indikationen vorliegen oder nach einer Vergewaltigung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Zugang ist regional ungleichm\u00e4\u00dfig. In den s\u00fcdlichen und traditionell katholischen Bundesl\u00e4ndern ist es am schwierigsten, eine Abtreibung vornehmen zu lassen, w\u00e4hrend es im Norden und in den ehemaligen ostdeutschen Bundesl\u00e4ndern am einfachsten ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Vorsto\u00df der letzten Mitte-Links-Regierung zur Legalisierung liegt auf Eis.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Irland, lange Zeit eine Bastion des Katholizismus, legalisierte Abtreibung 2018, nachdem die W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler mit gro\u00dfer Mehrheit bei einem Referendum daf\u00fcr stimmten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Rum\u00e4nien ist Abtreibung auf Wunsch bis zur 14. Schwangerschaftswoche und danach in Ausnahmef\u00e4llen, die das Leben der Mutter oder des Kindes bedrohen, legal \u2013- dann aber mit enger medizinischer Begleitung. Obwohl Abtreibung legal ist, ist sie nicht immer in \u00f6ffentlichen Krankenh\u00e4usern verf\u00fcgbar. Abtreibungen werden nicht voll subventioniert wird, und die Kosten k\u00f6nnen den Zugang erschweren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Laut bulgarischem Recht kann ein elektiver Schwangerschaftsabbruch \u2013 die Beendigung einer Schwangerschaft aus Gr\u00fcnden, die nicht medizinisch notwendig sind, um das Leben der Schwangeren zu retten \u2013 bis zur 12. Schwangerschaftswoche durchgef\u00fchrt werden. Sp\u00e4tere Abtreibungen sind m\u00f6glich, wenn eine Fortsetzung das Leben oder die Gesundheit der Mutter gef\u00e4hrden oder die Lebensf\u00e4higkeit des Nachwuchses beeintr\u00e4chtigen w\u00fcrde. Nach der 20. Woche ist dies nur noch zur Rettung des Lebens der Frau oder bei nachgewiesenen schweren genetischen Sch\u00e4den am F\u00f6tus m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bulgarinnen und Bulgaren unterst\u00fctzen das Recht auf Abtreibung nahezu einhellig, sagte der konservative politische Analyst <strong>Krystian Szkwarek <\/strong>im Jahr 2023. Ein Grund daf\u00fcr sei, dass die Bulgaren nicht tief religi\u00f6s seien, und deshalb abweichende Ansichten vertreten als dies in anderen konservativen Gesellschaften wie Polen der Fall sei.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Artikel 55 der slowenischen Verfassung besagt, dass jede Person frei entscheiden kann, ob sie Kinder bekommen m\u00f6chte. Dieses Thema war jedoch in letzter Zeit Gegenstand von zunehmend hitzigen Debatten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abtreibungsgegnerinnen und -gegner sind der Ansicht, dass dieser Artikel der Verfassung abgeschafft werden sollte, da die Verweigerung des Rechts auf Leben f\u00fcr ungeborene Kinder auch zur sinkenden Geburtenrate beitr\u00e4gt. Die Gegnerinnen und Gegner von Abtreibungen setzen sich f\u00fcr eine Verfassungs\u00e4nderung ein und argumentieren, dass \u201eLeben von der Empf\u00e4ngnis bis zum nat\u00fcrlichen Tod\u201c g\u00fcltig sei, w\u00e4hrend die Pro-Choice-Seite eine Gesellschaft verteidigt, in der \u201ereproduktive Rechte, soziale Infrastruktur und Gesundheitsversorgung keine Privilegien, sondern grundlegende \u00f6ffentliche G\u00fcter\u201c sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das slowenische Institut 8. M\u00e4rz war eine der treibenden Kr\u00e4fte der europaweiten Kampagne <a href=\"https:\/\/www.myvoice-mychoice.org\/our-movement\">\u201eMeine Stimme, meine Wahl<\/a>\u201c, die EU-Finanzmittel f\u00fcr sichere und zug\u00e4ngliche Abtreibungen fordert. Bei der Pr\u00e4sentation der rund 1,1 Millionen gesammelten Unterschriften betonte das Institut 8. M\u00e4rz, wie wichtig es sei, dass die Kampagne auch von Slowenien aus gef\u00fchrt werde, wo sie zudem von der aktuellen politischen F\u00fchrung unterst\u00fctzt wurde.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/europeannewsroom.com\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/550331498-1-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1723669\" srcset=\"https:\/\/europeannewsroom.com\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/550331498-1-980x653.jpg 980w, https:\/\/europeannewsroom.com\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/550331498-1-480x320.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Aktivistinnen und Vertreterinnen der Europ\u00e4ischen B\u00fcrgerinitiative \u201eMy Voice, My Choice\u201c halten nach einem Treffen mit der Europ\u00e4ischen Kommission im Press Club Brussels Europe in Br\u00fcssel, Belgien, am 01.10.2025 eine Pressekonferenz ab, auf der sie ihre Kampagne f\u00fcr sichere und zug\u00e4ngliche Schwangerschaftsabbr\u00fcche in der gesamten EU vorstellen. Foto: Wiktor Dabkowski\/picture alliance\/dpa<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Schwieriger Zugang und Gewissensverweigerer<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Kroatien, wie in vielen anderen L\u00e4ndern, l\u00f6st das Thema&nbsp; Debatten und Meinungsverschiedenheiten in der \u00d6ffentlichkeit aus. Abtreibung ist in Kroatien legal und kann auf Wunsch bis zur 12. Woche ab dem ersten Tag der letzten Menstruation oder bis zum Ende der zehnten Woche nach der Empf\u00e4ngnis durchgef\u00fchrt werden. Danach ist sie nur unter besonderen, gerechtfertigten Umst\u00e4nden und mit der Zustimmung einer medizinischen Kommission erlaubt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Zugang zu Abtreibungen variiert je nach Region und Verf\u00fcgbarkeit von Gesundheitsdiensten. In St\u00e4dten ist der Zugang zu diesen Diensten oft besser als in l\u00e4ndlichen Gebieten. In der Realit\u00e4t ist der Zugang zu Abtreibungen schwierig, da viele \u00c4rztinnen und \u00c4rzte aufgrund von religi\u00f6sen oder weltanschaulichen Gr\u00fcnden keine Abtreibungen durchf\u00fchren. In einigen \u00f6ffentlichen Krankenh\u00e4usern weigern sich sogar alle \u00c4rztinnen und \u00c4rzte aus Gewissensgr\u00fcnden, Abtreibungen vorzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Situation ist \u00e4hnlich im benachbarten Kandidatenland Bosnien und Herzegowina (BiH). Dort d\u00fcrfen Frauen eine Schwangerschaft auf eigenen Wunsch bis zur zehnten Woche abbrechen, danach nur bei Gesundheitsrisiken oder wenn die Schwangerschaft das Ergebnis einer Straftat war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Obwohl dieses rechtliche Rahmenwerk im Vergleich zu anderen L\u00e4ndern in der Region relativ liberal ist, betont das Sarajevo Open Centre (SOC), dass Frauen in BiH oft auf Hindernisse sto\u00dfen, wenn sie dieses Recht aus\u00fcben wollen. Dazu geh\u00f6ren ein Mangel an medizinischen Einrichtungen, die Abtreibungsdienste anbieten, unterschiedliche Kosten f\u00fcr nicht medizinisch gerechtfertigte Eingriffe und die M\u00f6glichkeit, dass \u00c4rztinnen und \u00c4rzte den Eingriff aus Gewissensgr\u00fcnden verweigern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dar\u00fcber hinaus ist das Medikament, das f\u00fcr medikament\u00f6se Abtreibungen verwendet wird (Misoprostol), in BiH nicht f\u00fcr diesen Zweck zugelassen, was die Auswahl der verf\u00fcgbaren Methoden erheblich einschr\u00e4nkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Gegensatz zu EU-Mitgliedstaaten, die Initiativen starten, um das Recht auf Abtreibung verfassungsrechtlich zu garantieren, hat BiH bisher keine breiten gesellschaftlichen Kampagnen gesehen, die speziell darauf abzielen, dieses Recht in der Verfassung zu verankern oder es zu einer nationalen Priorit\u00e4t zu erheben. Datenanalysen zeigen, dass der Fokus eher auf praktischer Zug\u00e4nglichkeit und einem fairen Zugang liegt als auf neuen Gesetzesreformen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ungarn versch\u00e4rfte sein Abtreibungsgesetz im Jahr 2022 und verpflichtete Frauen, die den Eingriff in Betracht ziehen, die \u201eVitalfunktionen\u201c des F\u00f6tus, wie zum Beispiel den Herzschlag, zu beobachten. Die Regierung f\u00f6rdert zudem pronatalistische Politiken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Italien ist Abtreibung technisch gesehen auf Wunsch bis zu 90 Tage (etwa 12 Wochen) legal, aber es gibt praktische H\u00fcrden, um eine Abtreibung zu erhalten, da die Zahl der Gewissensverweigerer unter medizinischem Fachpersonal hoch ist. Statistiken sprechen von 63 bis zu 80 Prozent. Verteidigerinnen und Verteidiger von Abtreibungsrechten fordern Reformen, darunter die Abschaffung der obligatorischen siebent\u00e4gigen Wartezeit und das Recht auf&nbsp; Abtreibungen f\u00fcr Frauen nach 90 Tagen, wenn ihre Gesundheit gef\u00e4hrdet ist. Es gab auch Kontroversen \u00fcber Ma\u00dfnahmen in einigen Regionen, Pro-Life-Bewegungen in \u00f6ffentliche Gesundheitszentren einzubinden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die strengsten Abtreibungsgesetze<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Malta kriminalisiert alle Abtreibungen. Die einzige Ausnahme sind F\u00e4lle, in denen das Leben der Mutter in Gefahr ist oder der F\u00f6tus keine \u00dcberlebenschance hat. Die Regeln wurden 2023 trotz Protesten versch\u00e4rft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das katholische Polen ist jenes Land, in dem die gesellschaftliche Debatte wahrscheinlich am lautesten ist. Die Abtreibungsrechte sind seit Januar 2021noch mehr eingeschr\u00e4nkt, nachdem das Verfassungsgericht die M\u00f6glichkeit, eine Schwangerschaft aufgrund schwerer und irreversibler fetaler Defekte zu beenden, abgeschafft hatte. Derzeit ist Abtreibung nur legal, wenn die Schwangerschaft eine Gefahr f\u00fcr das Leben oder die Gesundheit der Frau darstellt oder wenn sie das Ergebnis einer Straftat wie Vergewaltigung oder Inzest ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Feministische Bewegungen wie der All-Poland Women\u2019s Strike setzen sich f\u00fcr die Liberalisierung der Abtreibungsgesetze und die Verbesserung des Zugangs zu reproduktiver Gesundheitsversorgung ein, w\u00e4hrend konservative Gruppen weiterhin auf strengere Regelungen dr\u00e4ngen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den Jahren 2024\u201325 k\u00fcndigte die Regierung bestimmte Verfahrens\u00e4nderungen an \u2013 beispielsweise Richtlinien, die sicherstellen sollen, dass Krankenh\u00e4user keine legalen Abtreibungen verweigern \u2013, aber die Gesetzgebung selbst bleibt sehr restriktiv.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die italienische Bioethikerin <strong>Chiara Lalli<\/strong> von der Luca Coscioni Association forderte, dass Gesellschaften aufh\u00f6ren m\u00fcssen, Abtreibung \u201enur als moralisches Dilemma\u201c zu behandeln. Und: \u201eOffensichtlich hat das Thema eine moralische Dimension, aber der freiwillige Schwangerschaftsabbruch ist in erster Linie eine medizinische Dienstleistung.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Debatte geht weiter, mit konservativen, katholischen und rechten Kr\u00e4ften, die gegen Frauenrechte und liberale Gesetzgebung ank\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Dieser Artikel ist eine enr Key Story. Der Inhalt basiert auf Nachrichten der am enr teilnehmenden Agenturen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenige Themen l\u00f6sen so kontroverse Debatten aus wie das Recht von Frauen, \u00fcber ihren eigenen K\u00f6rper frei zu entschieden \u2013 insbesondere beim Thema Abtreibung. Von verfassungsm\u00e4\u00dfig verankerten Rechten bis hin zu nahezu vollst\u00e4ndigen Verboten gehen in der  EU diese Regeln weit auseinander.<\/p>\n","protected":false},"author":71,"featured_media":1722811,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":true,"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[39],"tags":[22047,147,19009,20750],"class_list":["post-1723666","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-key-story","tag-abtreibung","tag-eu","tag-frauen","tag-rechte"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1723666","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/71"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1723666"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1723666\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1722811"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1723666"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1723666"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1723666"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}