{"id":1767820,"date":"2025-11-07T13:22:58","date_gmt":"2025-11-07T12:22:58","guid":{"rendered":"https:\/\/europeannewsroom.com\/?p=1767820"},"modified":"2025-11-07T13:37:18","modified_gmt":"2025-11-07T12:37:18","slug":"europas-naechstes-kapitel-eu-report-lobt-fortschritte-der-beitrittskandidaten-fordert-aber-mehr-reformen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/europas-naechstes-kapitel-eu-report-lobt-fortschritte-der-beitrittskandidaten-fordert-aber-mehr-reformen\/","title":{"rendered":"Europas n\u00e4chstes Kapitel: EU-Report lobt Fortschritte der Beitrittskandidaten, fordert aber mehr Reformen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Europ\u00e4ische Kommission hat ihren j\u00e4hrlichen Erweiterungsbericht vorgelegt, in dem sie den Beitrittsprozess der Staaten bewertet, die zuk\u00fcnftig zur Europ\u00e4ischen Union geh\u00f6ren m\u00f6chten. Dies sind die Ukraine, Moldau, Georgien, Serbien, Albanien, Montenegro, Nordmazedonien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo und die T\u00fcrkei.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter den zehn L\u00e4ndern, die derzeit um einen Beitritt bem\u00fcht sind, befinden sich jedoch einige, wie die T\u00fcrkei und Georgien, die im Wesentlichen auf der Stelle treten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ganz oben auf der Liste der EU-Beitrittskandidaten stehen die beiden Balkanl\u00e4nder Montenegro und Albanien. Auch die Ukraine und Moldau haben seit der Einreichung ihrer Antr\u00e4ge im Jahr 2022 wichtige Fortschritte erzielt. Spitzenreiter Montenegro will die Verhandlungen bis Ende 2026 abschlie\u00dfen, w\u00e4hrend Albanien darauf dr\u00e4ngt, sie 2027 abzuschlie\u00dfen. Die Ukraine und Moldau streben das Jahr 2028 an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Marta Kos<\/strong>, EU-Kommissarin f\u00fcr Erweiterung, sagte, dass das Jahr 2026 ein \u201eMoment der Wahrheit f\u00fcr alle Kandidatenl\u00e4nder\u201d sein werde. Sie betonte, dass ein \u201evereinter Kontinent die st\u00e4rkste Antwort auf diejenigen ist, die Europa spalten und destabilisieren wollen\u201d.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-rich is-provider-twitter wp-block-embed-twitter\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-width=\"550\" data-dnt=\"true\"><p lang=\"en\" dir=\"ltr\">2025 was a year of significant progress for EU enlargement.<br><br>Montenegro, Albania, Ukraine and Moldova stand out. <br><br>They advanced most on reforms in the past year.<br><br>Our candidates have ambitious goals to finish negotiations.<br><br>The coming year will be a moment of truth.<\/p>&mdash; Marta Kos (@MartaKosEU) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/MartaKosEU\/status\/1985681315497177094?ref_src=twsrc%5Etfw\">November 4, 2025<\/a><\/blockquote><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie stehen die Aussichten f\u00fcr die einzelnen Kandidaten also, und wer gibt das Tempo vor? Hier ein \u00dcberblick:<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Montenegro und Albanien: Das Spitzenreiter-Duo<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In ihrem j\u00e4hrlichen Erweiterungsbericht hebt die Europ\u00e4ische Kommission die raschen Fortschritte Montenegros und Albaniens in ihren jeweiligen Beitrittsprozessen hervor.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Montenegro<\/strong>, das 2012 die Beitrittsverhandlungen aufgenommen hat, gilt als Spitzenreiter unter den sechs L\u00e4ndern der Westbalkanregion. Wenn die Reformen fortgesetzt werden, k\u00f6nnten die Verhandlungen bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Montenegro hat laut dem Bericht \u201eein anhaltendes politisches Engagement\u201c gezeigt und \u201egreifbare Ergebnisse bei der Umsetzung der erforderlichen Reformen und der Fortsetzung des EU-Beitrittsprozesses erzielt\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In dem Dokument wird aber auch deutlich darauf hingewiesen, dass die demokratischen Institutionen des Landes nach wie vor fragil und anf\u00e4llig f\u00fcr politische Krisen und potenzielle institutionelle Blockaden sind. Nach Einsch\u00e4tzung der Kommission muss Montenegro seine Bilanz in Bezug auf Strafverfolgungen und Verurteilungen in Korruptionsf\u00e4llen, insbesondere auf hoher Ebene, sowie die allgemeine Effizienz der Justiz, einschlie\u00dflich eines R\u00fcckstand-Abbaus bei ungel\u00f6sten F\u00e4llen, verbessern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Europ\u00e4ische Kommission kam zu dem Schluss, dass Montenegro im Bereich der Meinungsfreiheit m\u00e4\u00dfig vorbereitet ist und dass bei der Umsetzung der Reformen einige Fortschritte erzielt wurden. Es wird insbesondere betont, dass Montenegro alle medienbezogenen Gesetze konsequent umsetzen und weiter an den sogenannten EU-Acquis, den EU-Besitzstand \u2013 also die Sammlung gemeinsamer Rechte und Pflichten, die das EU-Recht bilden \u2013 angleichen muss, um so die rasche Ernennung der Mitglieder des Rates der montenegrinischen Agentur f\u00fcr audiovisuelle Mediendienste (AMU) sicherzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In dem Dokument wird auch hervorgehoben, dass die Visumpolitik Montenegros nicht vollst\u00e4ndig mit der der EU in Einklang steht und dass Montenegro die Abkommen \u00fcber die Visumbefreiung mit L\u00e4ndern, deren Staatsangeh\u00f6rige f\u00fcr die Einreise in die EU ein Visum ben\u00f6tigen, k\u00fcndigen sollte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Albanien<\/strong>, das seit 2014 Beitrittskandidat f\u00fcr die EU ist, k\u00f6nnte bis Ende 2027 beitreten. Der Bericht \u00fcber Albanien sieht erhebliche Fortschritte in mehreren Bereichen, wie der Justizreform, der Bek\u00e4mpfung der organisierten Kriminalit\u00e4t und dem Engagement der albanischen Regierung f\u00fcr die europ\u00e4ische Integration.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kommission betont jedoch, dass die Umsetzung von Reformen und die Konsolidierung des demokratischen Systems Albaniens nach wie vor grundlegende Voraussetzungen sind, beispielsweise im Justizwesen, bei der Bek\u00e4mpfung von Korruption und organisierter Kriminalit\u00e4t sowie in Bezug auf die politische Polarisierung und den institutionellen Dialog.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ukraine und Moldau: schnelle Fortschritte, schwierige Reformen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dem Bericht der Kommission zufolge muss die <strong>Ukraine<\/strong> ihre Reformen beschleunigen, wenn sie ihr selbst gestecktes Ziel erreichen will, den EU-Beitrittsprozess bis Ende 2028 abzuschlie\u00dfen. Das Land \u201ehat trotz der Eskalation des anhaltenden Angriffskriegs Russlands weiterhin bemerkenswerte Widerstandsf\u00e4higkeit und starkes Engagement f\u00fcr seinen europ\u00e4ischen Weg gezeigt\u201c, hei\u00dft es.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Russland hat im Februar 2022 eine gro\u00df angelegte Invasion der Ukraine begonnen. Der Angriff hat den seit langem ins Stocken geratenen Bem\u00fchungen um die Aufnahme neuer Mitglieder in den 27-Staaten-Block neuen Schwung verliehen. Br\u00fcssel sieht die Erweiterung der EU angesichts der Aggression des Kremls als strategische Priorit\u00e4t an. Die f\u00fcr die Erweiterung zust\u00e4ndige EU-Kommissarin Kos sagte, dass weitere L\u00e4nder \u201einnerhalb der n\u00e4chsten Jahre eine realistische M\u00f6glichkeit\u201c seien.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-rich is-provider-twitter wp-block-embed-twitter\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-width=\"550\" data-dnt=\"true\"><p lang=\"en\" dir=\"ltr\">EU enlargement is not a &#39;nice to have&#39;.<br>It is a necessity if we want to be a stronger player on the world stage.<br><br>My press remarks on the 2025 enlargement package with <a href=\"https:\/\/twitter.com\/MartaKosEU?ref_src=twsrc%5Etfw\">@MartaKosEU<\/a> \u2193 <a href=\"https:\/\/t.co\/YtryeFtgl6\">pic.twitter.com\/YtryeFtgl6<\/a><\/p>&mdash; Kaja Kallas (@kajakallas) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/kajakallas\/status\/1985730037610418397?ref_src=twsrc%5Etfw\">November 4, 2025<\/a><\/blockquote><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der ukrainische Pr\u00e4sident <strong>Wolodymyr Selenskyj<\/strong> hat den ungarischen Ministerpr\u00e4sidenten <strong>Viktor Orb\u00e1n<\/strong> am Dienstag aufgefordert, Kiews EU-Beitrittsbem\u00fchungen nicht l\u00e4nger zu blockieren, da Br\u00fcssel trotz Korruptionsvorw\u00fcrfen die Aufnahme des vom Krieg zerr\u00fctteten Landes in die n\u00e4chste Phase vorantreiben will.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Br\u00fcssel warnte vor einem \u201eR\u00fcckschritt\u201c bei den Bem\u00fchungen zur Korruptionsbek\u00e4mpfung, nachdem Selenskyj gezwungen war, Ma\u00dfnahmen zur Einschr\u00e4nkung der Unabh\u00e4ngigkeit von Beh\u00f6rden, die gegen Korruption vorgehen, aufgrund der Unzufriedenheit seiner europ\u00e4ischen Unterst\u00fctzer zur\u00fcckzunehmen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Bezug auf <strong>Moldau<\/strong> hat die Kommission festgestellt, dass das Land \u201eaufgrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, der Versuche Russlands und seiner Stellvertreter, das Land zu destabilisieren, sowie der Bedrohungen f\u00fcr seine Energieversorgung und -sicherheit weiterhin mit beispiellosen Herausforderungen konfrontiert ist\u201c. Sie f\u00fcgte hinzu, dass \u201eMoldau dennoch Widerstandsf\u00e4higkeit und Reformbereitschaft gezeigt hat\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eMoldau hat von allen Kandidaten die gr\u00f6\u00dften Fortschritte innerhalb eines Jahres erzielt,\u201c sagte Kommissarin Kos.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im benachbarten Rum\u00e4nien hat das Au\u00dfenministerium erkl\u00e4rt, es begr\u00fc\u00dfe die Unterst\u00fctzung der Kommission f\u00fcr das Ziel Moldawiens, die Beitrittsverhandlungen bis Anfang 2028 abzuschlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Serbien: Proteste und EU-feindliche Rhetorik behindern Fortschritte<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In ihrem Bericht bedauert die Kommission, dass sich die Umsetzung der Reformen in <strong>Serbien <\/strong>\u201eerheblich verlangsamt\u201c habe, was auf die zunehmende Polarisierung der serbischen Gesellschaft wegen der seit einem Jahr andauernden Proteste im Land zur\u00fcckzuf\u00fchren sei.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kommission wies auf die \u201eanti-europ\u00e4ische Rhetorik hin, die nicht nur in den serbischen Medien zu beobachten ist, sondern auch von politischen Amtstr\u00e4gern, einschlie\u00dflich auf h\u00f6chsten Ebenen, verwendet wird\u201c. Sie forderte die serbischen Beh\u00f6rden nachdr\u00fccklich auf, \u201eviel mehr Verantwortung f\u00fcr eine pro-aktive und objektivere Kommunikation \u00fcber den EU-Beitrittsprozess Serbiens und die EU sowie f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung von Desinformation und Informationsmanipulation zu \u00fcbernehmen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Au\u00dfenminister <strong>Marko \u0110uri\u0107<\/strong> und die Pr\u00e4sidentin der Nationalversammlung Serbiens, <strong>Ana Brnabi\u0107<\/strong>, war die wichtigste Botschaft des Berichts f\u00fcr Serbien jedoch, dass das Land bereit sei, den dritten Bereich des Beitrittsprozesses (\u201eWettbewerbsf\u00e4higkeit und integratives Wachstum\u201c) zu beginnen, und dass Serbien in einer Reihe von Bereichen Fortschritte erzielt habe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Brnabi\u0107 stimmte der Einsch\u00e4tzung der Kommission zu, dass Serbien bei den Reformen nachgelassen habe: \u201eIch stimme voll und ganz zu \u2013 und das ist in der Tat ein Kritikpunkt \u2013, dass wir bei den Reformen nachgelassen haben. Gestern hat Pr\u00e4sident <strong>[Aleksandar] Vu\u010di\u0107<\/strong> das ebenfalls wiederholt und alle zust\u00e4ndigen Institutionen aufgefordert, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um unsere Reformen zu beschleunigen,\u201c sagte sie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf die Frage eines Journalisten nach der Notwendigkeit, die oft negative Berichterstattung \u00fcber die EU in Serbien zu \u00e4ndern \u2013 was auch einer der Kritikpunkte der Europ\u00e4ischen Kommission war \u2013, antwortete Brnabi\u0107, dass sie auch da zustimme: \u201eWir m\u00fcssen uns bem\u00fchen, die Berichterstattung \u00fcber die EU zu \u00e4ndern und eine viel positivere \u2013 oder zumindest viel weniger kritische \u2013 Berichterstattung \u00fcber die EU zu erreichen, daran besteht kein Zweifel.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bericht befasste sich auch mit dem <strong>Kosovo<\/strong>, einem potenziellen EU-Beitrittskandidaten, und stellte fest, dass das Land trotz \u201eseines klaren Bekenntnisses zu den Werten der EU\u201c aufgrund der politischen Pattsituation nach den Wahlen im Februar 2025 einen R\u00fcckgang des Reformtempos verzeichnet.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Bosnien-Herzegowina: Der Weg zur Stabilit\u00e4t<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz politischer Krisen und verlangsamter Reformen in <strong>Bosnien-Herzegowina<\/strong> (BiH) hebt der Bericht der Kommission Chancen hervor, die den Beitrittsprozess beschleunigen k\u00f6nnten.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Darin wird betont, dass politische Meinungsverschiedenheiten den Fortschritt negativ beeinflussten und zu Verz\u00f6gerungen bei den Reformen gef\u00fchrt h\u00e4tten \u2013 aber es seien auch konkrete Fortschritte erzielt worden, insbesondere bei der Angleichung der Rechtsvorschriften in den Bereichen Datenschutz und Grenzkontrolle sowie bei der Unterzeichnung eines Statusabkommens mit der Europ\u00e4ischen Agentur f\u00fcr die Grenz- und K\u00fcstenwache Frontex.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz der Herausforderungen lobte die Kommission BiH f\u00fcr die Vorlage der Reformagenda, die die Bereitschaft zu weiteren Reformen signalisiert. Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung bleibt jedoch die Umsetzung der Gesetze zur Justizreform, die vollst\u00e4ndig an die EU-Standards angepasst werden m\u00fcssen, um weitere Fortschritte im Verhandlungsprozess zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die EU-Chefdiplomatin <strong>Kaja Kallas<\/strong> erkl\u00e4rte, dass die EU sich weiterhin f\u00fcr die Stabilit\u00e4t von Bosnien-Herzegowina engagiere und dass die Justizreform sowie die Ernennung eines Verhandlungsf\u00fchrers f\u00fcr die Gespr\u00e4che mit der EU nach wie vor der Schl\u00fcssel f\u00fcr weitere Fortschritte seien.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Nordmazedonien: starke Angleichung in der Au\u00dfenpolitik<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr <strong>Nordmazedonien <\/strong>ist es laut Bericht wichtig, alle Vorbereitungsarbeiten im Zusammenhang mit den \u00d6ffnungs-Vergleichsma\u00dfst\u00e4ben f\u00fcr den Bereich \u201eGrundlagen\u201c voranzutreiben und abzuschlie\u00dfen. Das Land wurde f\u00fcr seine guten Beziehungen zu anderen Erweiterungsl\u00e4ndern und sein anhaltendes Engagement in regionalen Initiativen gelobt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kommission forderte das Land au\u00dferdem nachdr\u00fccklich auf, die f\u00fcr den Fortschritt erforderlichen \u201eentsprechenden Verfassungs\u00e4nderungen\u201c vorzunehmen, beispielsweise durch die \u201eAufnahme von B\u00fcrgern in die Verfassung, die innerhalb der Staatsgrenzen leben und anderen V\u00f6lkern angeh\u00f6ren, wie beispielsweise Bulgaren\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach einem Treffen mit seinem deutschen Amtskollegen <strong>Johann Wadephul<\/strong> im Oktober hatte der bulgarische Au\u00dfenminister <strong>Georg Georgiew <\/strong>erkl\u00e4rt, Sofia und Berlin seien sich ebenfalls einig, dass Nordmazedonien als ersten Schritt zur Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen seine Verfassung \u00e4ndern sollte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kommission erkl\u00e4rte, das Land habe sich aktiv am neuen Wachstumsplan f\u00fcr den Westbalkan beteiligt und mit der Umsetzung der vier S\u00e4ulen des Plans begonnen: schrittweise Integration in den EU-Binnenmarkt, regionale wirtschaftliche Integration, grundlegende Reformen und verst\u00e4rkte finanzielle Unterst\u00fctzung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eNordmazedonien hat sich weiterhin voll und ganz an die gemeinsame Au\u00dfen- und Sicherheitspolitik der EU gehalten, auch in Bezug auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, und damit ein starkes Signal f\u00fcr seine strategische Entscheidung f\u00fcr den EU-Beitritt gesetzt und sich als verl\u00e4sslicher Partner erwiesen,\u201c hei\u00dft es in dem Bericht.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Georgien und die T\u00fcrkei: Die Au\u00dfenseiter?&nbsp;<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend einige L\u00e4nder in der j\u00e4hrlichen \u00dcberpr\u00fcfung positives Feedback erhielten, sieht es f\u00fcr <strong>Georgien<\/strong> d\u00fcster aus, da die Regierung des Kaukasusstaats hart gegen Oppositionelle vorgegangen ist und sich Moskau zugewandt hat. \u201eGeorgien hat derzeit keinen gangbaren Weg in die EU, es sei denn, die Bedingungen \u00e4ndern sich dramatisch. Es ist jetzt nur noch nominell ein Kandidatenland,\u201c sagte Kommissarin Kos.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die <strong>T\u00fcrkei<\/strong> f\u00e4llt laut dem Bericht durch weitere R\u00fcckschritte bei den Grundrechten und Rechtsstaatlichkeitsstandards auf. Gleichzeitig dr\u00e4ngt das Land jedoch darauf, Teil der 150 Milliarden Euro schweren Sicherheitsinitiative f\u00fcr Europa (SAFE) der EU zu werden \u2013 einem Mechanismus zur St\u00e4rkung der europ\u00e4ischen Verteidigungsf\u00e4higkeiten. Obwohl die T\u00fcrkei technisch gesehen f\u00fcr die SAFE-Initiative in Frage kommt, bedarf es der Zustimmung aller 27 EU-Mitglieder \u2013 was aber Griechenland zu blockieren droht.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wie geht es weiter f\u00fcr die EU-Beitrittskandidaten?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Beitritt zur EU ist mit jahrelangen m\u00fchsamen Verhandlungen und umfangreichen Reformen verbunden, und viele Probleme k\u00f6nnen den Prozess verz\u00f6gern. Selbst, wenn ein Kandidatenland alle Verhandlungsh\u00fcrden genommen hat, erfordert der Beitritt noch die einstimmige Zustimmung der bestehenden EU-Mitgliedstaaten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der polnische Au\u00dfenminister Rados\u0142aw Sikorski dr\u00fcckte es so aus: \u201eDie EU-Mitgliedschaft ist keine Verpflichtung, sondern eine freie Entscheidung eines Landes und seiner B\u00fcrger.\u201c Polen geh\u00f6rt zu den L\u00e4ndern, die betonen, dass die Erweiterung mit einer strikten Einhaltung demokratischer Standards, der Rechtsstaatlichkeit und strategischer Koh\u00e4renz einhergehen muss und dass bilaterale Streitigkeiten den Beitrittsprozess nicht blockieren sollten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zum ersten Mal hat die Kommission nun ausdr\u00fccklich darauf hingewiesen, dass k\u00fcnftige Beitrittsvertr\u00e4ge \u201est\u00e4rkere Schutzklauseln\u201c gegen die Nichteinhaltung der w\u00e4hrend der Beitrittsverhandlungen eingegangenen Verpflichtungen enthalten m\u00fcssen, um \u201esicherzustellen, dass die positive Dynamik in Bezug auf Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Grundrechte erhalten bleibt\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den Augen vieler Beobachter hat die EU eine schmerzhafte Lektion gelernt, da L\u00e4nder wie Ungarn die Arbeit der Union behindert und gleichzeitig R\u00fcckschritte in Bezug auf die Rechtsstaatlichkeit gemacht haben.&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Laut der franz\u00f6sischen Nachrichtenagentur AFP erw\u00e4gt Br\u00fcssel auch, neuen Mitgliedern nach ihrem Beitritt f\u00fcr mehrere Jahre das Vetorecht bei Entscheidungen in Bereichen wie der Au\u00dfenpolitik vorzuenthalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Dieser Artikel ist eine enr Key Story. Der Inhalt basiert auf Nachrichten der am enr teilnehmenden Agenturen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Jahresbericht der Europ\u00e4ischen Union zu den Fortschritten der EU-Beitrittskandidaten zeigt eine Staatengemeinschaft, die sich auf ihre n\u00e4chste Erweiterungsrunde vorbereitet. In Br\u00fcssel glaubt man an eine Dynamik f\u00fcr eine gr\u00f6\u00dfere EU \u2013 aber nicht jedes Land bewegt sich im gleichen Tempo.<\/p>\n","protected":false},"author":119,"featured_media":1767729,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":true,"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[39],"tags":[21275,147,10019,22222,2605],"class_list":["post-1767820","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-key-story","tag-beitrittskandidaten","tag-eu","tag-eu-erweiterung","tag-reformen","tag-westbalkan"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1767820","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/119"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1767820"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1767820\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1767729"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1767820"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1767820"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1767820"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}