{"id":177136,"date":"2023-11-14T11:30:05","date_gmt":"2023-11-14T10:30:05","guid":{"rendered":"https:\/\/europeannewsroom.dpa.com\/?p=177136"},"modified":"2023-11-14T11:30:13","modified_gmt":"2023-11-14T10:30:13","slug":"weltgemeinschaft-verhandelt-ueber-weitere-schritte-gegen-plastikmuell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/weltgemeinschaft-verhandelt-ueber-weitere-schritte-gegen-plastikmuell\/","title":{"rendered":"Weltgemeinschaft verhandelt \u00fcber weitere Schritte gegen Plastikm\u00fcll"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nairobi &#8211; Ein weltweit verbindliches Abkommen k\u00f6nnte Plastikm\u00fcll drastisch reduzieren und somit auch die sch\u00e4dlichen Auswirkungen auf Umwelt und menschliche Gesundheit verringern. An diesem Montag begann in der kenianischen Hauptstadt Nairobi die dritte Verhandlungsrunde von Vertretern der <strong>UN-Mitgliedsstaaten<\/strong>, um die Einzelheiten eines solchen Abkommens festzulegen. Die Direktorin des UN-Umweltprogramms UNEP, <strong>Inger Anderson<\/strong>, forderte Staaten bei der Er\u00f6ffnung dazu auf, \u00abein scharfes Instrument zu entwickeln, mit dem wir eine bessere Zukunft ohne Plastikverschmutzung gestalten k\u00f6nnen\u00bb.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ob Verpackungsmaterial oder Baustoffe, Gebrauchsgegenst\u00e4nde oder Kosmetikzus\u00e4tze: Verschiedene Kunststoffe, umgangssprachlich auch Plastik genannt, sind ein allgegenw\u00e4rtiger Bestandteil des modernen Lebens, deren Herstellung sich im Laufe der vergangenen Jahrzehnte vervielfacht hat. 2022 wurden nach Angaben des Verbands der Kunststofferzeuger Plastics Europe weltweit 400,3 Millionen Tonnen Kunststoff produziert \u2013 doppelt so viel wie 2002. Mehr als 90 Prozent davon wurden auf Erd\u00f6lbasis hergestellt, auch wenn der Anteil biobasierter und recycelter Rohstoffe gestiegen ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die gr\u00f6\u00dfte Sorge ist der Lebenszyklus des Plastiks &#8211; denn einmal hergestellt, dauert es Jahrhunderte, bis sich Plastik wieder zersetzt. Nach Angaben von Wissenschaftlern wurde von allem Plastikm\u00fcll, der zwischen 1950 und 2018 angefallen ist, 76 Prozent auf M\u00fcllkippen oder in der Umwelt entsorgt. Sch\u00e4tzungen zufolge landen zwischen 4,8 und 12,7 Millionen Tonnen Plastikm\u00fcll pro Jahr in den Meeren. Dort schaden sie den \u00d6kosystemen, ob als kleinste Teilchen &#8211; sogenanntes Mikroplastik &#8211; oder durch die Freisetzung giftiger Chemikalien. Laut einem Bericht des UN-Umweltprogramms lie\u00dfe sich die weltweite Plastikverschmutzung bis 2040 um 80 Prozent verringern. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vertreter von mehr als 170 Staaten haben im M\u00e4rz 2022 im Rahmen der Vereinten Nationen beschlossen, ein Abkommen \u00fcber den Umgang mit Plastik anzustreben. Es soll verbindliche Ma\u00dfnahmen f\u00fcr den gesamten Lebenszyklus von Kunststoffen festgelegen \u2013 von den Mengen, in denen einzelne Materialien hergestellt werden, \u00fcber das Design von Plastikprodukten bis hin zur Entsorgung und Wiederaufbereitung von Plastikm\u00fcll. Nach Sitzungen in Uruguay und Frankreich ist die Verhandlungsrunde in Kenia die dritte von f\u00fcnf. Mitte 2025 soll ein Staatengipfel das Abkommen beschlie\u00dfen. (13. November)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">EU will per Gesetz Versorgung mit kritischen Rohstoffen sicherstellen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Br\u00fcssel &#8211; Die EU will mit einem neuen Regelwerk eine zuverl\u00e4ssige und nachhaltige Versorgung mit kritischen Rohstoffen wie Lithium sicherstellen. Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten und des Europaparlaments einigten sich am Montagabend auf einen Text f\u00fcr eine entsprechende Verordnung. Sie soll insbesondere Veredelung, Verarbeitung und Recycling von kritischen Rohstoffen in Europa f\u00f6rdern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00abMit gezielten wirtschaftlichen Anreizen schaffen wir echte Planungssicherheit f\u00fcr private Investoren &#8211; etwa durch zentrale Anlaufstellen f\u00fcr Unternehmen sowie schnelle und einfache Genehmigungsverfahren mit klaren Fristen f\u00fcr nationale Beh\u00f6rden\u00bb, erkl\u00e4rte die Parlamentsvizepr\u00e4sidentin <strong>Nicola Beer<\/strong> (FDP). Durch einen Rahmen f\u00fcr strategische Rohstoffpartnerschaften mit Drittstaaten werde die EU zudem zum attraktiven Partner im geopolitischen Wettbewerb. Die Berichterstatterin der christdemokratischen EVP-Fraktion,<strong> Hildegard Bentele<\/strong> (CDU), nannte die Verordnung einen \u00abWarnschuss an China\u00bb. Sie verwies unter anderem darauf, dass die Rohstoffverordnung auch die Diversifizierung der Versorgung festschreiben werde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die EU-Kommission hatte im vergangenen M\u00e4rz zur Vorstellung ihres Entwurfs f\u00fcr die Verordnung erkl\u00e4rt, kritische Rohstoffe seien f\u00fcr ein breites Spektrum von Technologien f\u00fcr den Klimaschutz, aber auch f\u00fcr Digitales, Weltraum und Verteidigung unverzichtbar. Zugleich gehe aber die Versorgung mit den Stoffen mit zunehmenden geopolitischen, \u00f6kologischen und sozialen Risiken einher. So best\u00fcnden in der EU Abh\u00e4ngigkeiten bei mehreren kritischen Rohstoffen und h\u00e4ufig werde \u00fcber 90 Prozent des Bedarfs der EU durch ein einziges Drittland gedeckt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Beispiel nannte die EU-Kommission Seltene Erden, die zum Bau von Dauermagneten f\u00fcr die Motoren von Windkraftanlagen gebraucht werden. Diese wurden den Beh\u00f6rdenangaben zufolge bis zuletzt zu 100 Prozent in China raffiniert. Als ein weiteres Beispiel f\u00fcr einen kritischen Rohstoff gilt Lithium, das in Batterien f\u00fcr Elektrofahrzeuge und zur Speicherung von Energie verwendet wird. Die Nachfrage nach dem Leichtmetall wird Angaben der EU zufolge bis 2030 vermutlich um das Zw\u00f6lffache steigen. Zudem ist etwa Silizium \u00e4u\u00dferst relevant, das f\u00fcr die Produktion von Mikrochips gebraucht wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Einigung muss nun noch durch den Rat der Mitgliedstaaten und das Plenum des Europaparlaments best\u00e4tigt werden. Dies gilt allerdings als Formalie. (13. November)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">EU-Chefdiplomat k\u00fcndigt Reise nach Israel an<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Br\u00fcssel &#8211; Der EU-Au\u00dfenbeauftragte <strong>Josep Borrell <\/strong>hat neue Bem\u00fchungen um eine Entspannung der Lage im Nahost-Konflikt angek\u00fcndigt. \u00abIch werde diese Woche nach Israel, Pal\u00e4stina, Bahrain, Saudi-Arabien, Katar und Jordanien reisen\u00bb, teilte der Spanier am Montag am Rande eines EU-Au\u00dfenministertreffens mit. Bei Treffen mit Spitzenpolitikern aus der Region wolle er unter anderem \u00fcber humanit\u00e4re Hilfe f\u00fcr die Menschen im Gazastreifen sowie \u00fcber eine politische L\u00f6sung der Krise sprechen. \u00abWir brauchen einen politischen Horizont mit Blick auf die Zwei-Staaten-L\u00f6sung\u00bb, erkl\u00e4rte er. \u00abDies kann nur durch Dialog erreicht werden.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Reise Borrells nach Israel wird die erste seit dem Beginn des Gaza-Kriegs am 7. Oktober sein. Der Spanier ist in dem Land, aber auch innerhalb der EU, umstritten, weil er vergleichsweise deutlich Kritik am israelischen Vorgehen im Gazastreifen \u00fcbt und einen st\u00e4rkeren Schutz der dortigen Zivilbev\u00f6lkerung fordert. (13. November)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Diese Zusammenstellung ist eine redaktionelle Auswahl der dpa-Europaberichterstattung. Die redaktionelle Verantwortung f\u00fcr die Ver\u00f6ffentlichung liegt bei der dpa. Sie wird montags und donnerstags ver\u00f6ffentlicht.<\/em>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der kenianischen Hauptstadt Nairobi verhandeln Vertreter von UN-Mitgliedsstaaten \u00fcber Ma\u00dfnahmen gegen Plastikm\u00fcll. Die Europ\u00e4ische Union will mit neuem Regelwerk nachhaltige Versorgung mit kritischen Rohstoffen sicherstellen. Der EU-Au\u00dfenbeauftragte reist nach Israel und in die Pal\u00e4stinensergebiete. <\/p>\n","protected":false},"author":119,"featured_media":177196,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[45],"tags":[147,9594,12044,12043,9071],"class_list":["post-177136","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-europe-in-brief","tag-eu","tag-nachhaltigkeit","tag-nahost-konflikt","tag-plastikmuell","tag-rohstoffe"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/177136","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/119"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=177136"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/177136\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/177196"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=177136"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=177136"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=177136"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}