{"id":1772558,"date":"2025-11-10T14:25:22","date_gmt":"2025-11-10T13:25:22","guid":{"rendered":"https:\/\/europeannewsroom.com\/?p=1772558"},"modified":"2025-11-10T14:25:27","modified_gmt":"2025-11-10T13:25:27","slug":"austro-diplomat-sieht-kein-zurueck-mehr-bei-beziehung-zu-usa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/austro-diplomat-sieht-kein-zurueck-mehr-bei-beziehung-zu-usa\/","title":{"rendered":"Austro-Diplomat sieht &#8222;kein Zur\u00fcck mehr&#8220; bei Beziehung zu USA"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wien (APA) &#8211; Der \u00f6sterreichische Spitzendiplomat <strong>Wolfgang Petritsch<\/strong> sieht die Beziehungen zwischen Europa und den USA dauerhaft ersch\u00fcttert. &#8222;Es wird kein Zur\u00fcck mehr geben. Es wird sich ein bissl wieder einrenken, aber auf einer anderen Ebene&#8220;, sagte der Pr\u00e4sident der \u00d6sterreichischen Marshallplan-Stiftung am Montag bei einer Podiumsdiskussion in Wien. Europa m\u00fcsse sich nun auf seine eigene Zukunft besinnen. &#8222;Die steht zur Disposition, um die geht es.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Petritsch pr\u00e4sentierte im Haus der Europ\u00e4ischen Union in Wien die zweite Auflage des Buches &#8222;Europa und USA &#8211; Was bleibt vom transatlantischen Verh\u00e4ltnis?&#8220;, das er gemeinsam mit <strong>Patrick Horvath<\/strong> herausgegeben hat. Der langj\u00e4hrige Diplomat Petritsch betonte, dass sich die aktuelle US-Regierung gegen jene amerikanischen Werte stelle, auf denen auch die Europ\u00e4ische Union basiert. Europa sei &#8222;allein&#8220; und habe &#8222;einen Punkt erreicht, wo wir viel st\u00e4rker und entschiedener auf uns selbst blicken m\u00fcssen&#8220;, forderte er unter anderem eine St\u00e4rkung der gemeinsamen europ\u00e4ischen Au\u00dfen- und Verteidigungspolitik.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">&#8222;Bin daf\u00fcr, dass wir an der Einstimmigkeit massiv r\u00fctteln&#8220;<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Allein die Erh\u00f6hung des R\u00fcstungsbudgets wird es nicht sein. Wenn es nicht im Sicherheitsbereich auch eine Entwicklung gibt in Richtung europ\u00e4ische Armee, werden die Mehrausgaben nicht einen Unterschied machen&#8220;, betonte Petritsch. \u00c4hnlich \u00e4u\u00dferte sich der Delegationsleiter der \u00f6sterreichischen Sozialdemokraten (SP\u00d6) im Europaparlament, <strong>Andreas Schieder<\/strong>. Es m\u00fcsse etwa darauf geachtet werden, dass von den erh\u00f6hten R\u00fcstungsausgaben &#8222;nicht ein Gro\u00dfteil wieder in den USA ausgegeben wird, und am Ende wieder die gleiche oder sogar erh\u00f6hte Abh\u00e4ngigkeit resultiert&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schieder forderte eine Zur\u00fcckdr\u00e4ngung des nationalen Vetorechts, etwa auch bei den Erweiterungsverhandlungen. &#8222;Ich bin daf\u00fcr, dass wir an der Einstimmigkeit massiv r\u00fctteln&#8220;, betonte er. Bez\u00fcglich Erweiterung richtete er seinen Blick auch auf Island. Sollte sich das nordische Land zu einer Wiederaufnahme der Beitrittsgespr\u00e4che entschlie\u00dfen, k\u00f6nnten diese &#8222;relativ schnell&#8220; abgeschlossen werden. &#8222;Sie m\u00fcssen sich nicht hinter der Ukraine oder Moldau anstellen, sie sind relativ weit vorne.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wenig verh\u00fcllte Kritik an sozialistischer Regierung in Spanien<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die beiden SP\u00d6-Politiker &#8211; auch Petritsch ist Parteimitglied &#8211; \u00e4u\u00dferten auch deutliche Sympathien f\u00fcr ein EU-Mercosur-Handelsabkommen. Die Probleme im Agrarbereich seien &#8222;nicht unl\u00f6sbar&#8220;, sagte Petritsch. Schieder sagte, dass das Abkommen auch auf seinem Tisch als Europaabgeordneter landen werde und man diese Frage &#8222;europ\u00e4isch wird beantworten m\u00fcssen und nicht national&#8220;. Mit Blick auf einen negativen Beschluss des \u00f6sterreichischen Parlaments zu Mercosur sagte Schieder, die \u00f6sterreichischen Parteien sollten in ihre Entscheidung einflie\u00dfen lassen, dass sich &#8222;die Welt weiterentwickelt hat in dieser Frage&#8220;. &#8222;Ich habe lieber, man hat die Mercosur-Staaten als Partner oder sie entwickeln sich st\u00e4rker in die BRICS-Welt&#8220;, so Schieder unter Verweis auf den losen Zusammenschluss von Brasilien, Russland, Indien, China und S\u00fcdafrika.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der SP\u00d6-Politiker kritisierte zugleich die &#8222;Inkonsistenzen&#8220; in der au\u00dfenpolitischen Positionierung der EU-Staaten. &#8222;Noch immer haben einige L\u00e4nder den Kosovo nicht anerkannt, die gleichzeitig finden, Anerkennung ist die beste L\u00f6sung und die Westsahara k\u00f6nnen wir den Marokkanern schenken&#8220;, sagte er im Beisein der spanischen Botschafterin<strong> Aurora Mej\u00eda<\/strong> in klarer Anspielung auf die sozialistische Regierung in Madrid, die eine der Vork\u00e4mpferinnen f\u00fcr die Anerkennung Pal\u00e4stinas ist, gleichzeitig aber mit vier weiteren EU-Staaten die Unabh\u00e4ngigkeit des Kosovo von Serbien nicht anerkennt und auch den Einsatz f\u00fcr die Unabh\u00e4ngigkeit seiner von Marokko annektierten Ex-Kolonie Westsahara aufgegeben hat. (10.11.2025)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Europa ist allein und muss &#8222;viel st\u00e4rker und entschiedener&#8220; auf sich selbst blicken. Zu dem Fazit kommt der \u00f6sterreichische Spitzendiplomat Wolfgang Petritsch bei einer Podiumsdiskussion in Wien. Ein &#8222;Zur\u00fcck&#8220; werde es mit Blick auf die Beziehungen der EU zu den USA nicht mehr geben. <\/p>\n","protected":false},"author":91,"featured_media":1772604,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[45],"tags":[],"class_list":["post-1772558","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-europe-in-brief"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1772558","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/91"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1772558"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1772558\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1772604"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1772558"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1772558"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1772558"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}