{"id":181549,"date":"2023-11-27T11:07:42","date_gmt":"2023-11-27T10:07:42","guid":{"rendered":"https:\/\/europeannewsroom.dpa.com\/?p=181549"},"modified":"2023-11-27T11:07:50","modified_gmt":"2023-11-27T10:07:50","slug":"eu-wahl-das-thema-ukraine-wird-groessere-rolle-spielen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/eu-wahl-das-thema-ukraine-wird-groessere-rolle-spielen\/","title":{"rendered":"EU-Wahl: &#8222;Das Thema Ukraine wird gr\u00f6\u00dfere Rolle spielen&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wien &#8211; Das Thema Ukraine werde bei den bevorstehenden Europawahlen eine gr\u00f6\u00dfere Rolle als zur Zeit der Krim-Annexion 2014 spielen, meint der Desinformations-Analyst Dietmar Pichler im Gespr\u00e4ch mit der APA. &#8222;Man kann mit dem Thema alleine schon sehr viel Europapolitik machen &#8211; in der Beeinflussung&#8220;, so der Experte. Pichler will noch vor der EU-Wahl im Juni 2024 ein &#8222;Disinformation Resilience Network&#8220; mit unterschiedlichen Expertinnen und Experten aus der Taufe heben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor dem Hintergrund der EU-Sanktionen gegen Moskau sei es &#8222;f\u00fcr Russland essenziell, die D\u00e4monisierungskampagne gegen\u00fcber der Ukraine fortzuf\u00fchren und Europa sehr stark zu spalten&#8220;, so Pichler. Er beklagt unter anderem, dass russische Diplomaten in TV-Auftritten sehr viel Desinformation \u00fcber die Lage der Ukraine seit 2014 erz\u00e4hlen w\u00fcrden, und dabei die Destabilisierung der Donbass-Region durch Russland verschwiegen werde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Pichler verweist auch auf den Fall des deutschen TV-Journalisten und Putin-Biografen Hubert Seipel, der f\u00fcr seine Berichte hunderttausende Euro aus Russland erhalten haben soll. &#8222;Der Herr Seipel war ja auch in \u00d6sterreich in einigen Talkshows zu Gast und hat da seine Narrative verbreitet.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Medienkompetenztrainer will mit dem &#8222;Disinformation Resilience Network&#8220; ein &#8222;gemeinsames Forum f\u00fcr den Austausch schaffen, wo unterschiedliche Expertisen und Erfahrungen vorkommen&#8220;. Zusammensetzen soll sich das &#8222;klar \u00fcberparteiliche&#8220; Netzwerk aus \u00f6sterreichischen und ausl\u00e4ndischen Experten und Expertinnen, die aus unterschiedlichen Fachbereichen von Wissenschaften, Kommunikation, Osteuropa und der EU kommen. Inoffiziell gebe es die Kontakte bereits, etwa in Italien, in der Ukraine, den USA, Belarus, der Slowakei, Georgien und am Balkan.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Die Idee ist schon: Wenn wir merken, es gibt spezifische Ereignisse, dass dann auch im Rahmen des Netzwerks reagiert wird. Zum Beispiel mit einer Presseaussendung, wo Expertinnen oder Experten Statements abgeben k\u00f6nnen, die ein faktenwidriges Narrativ oder eine Desinformation entsprechend widerlegen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Desinfo-Analyst beklagt, dass bei Desinformation oft das gr\u00f6\u00dfere Bild nicht gesehen werde. &#8222;Schlachtfeldinformationen muss man immer mit enormer Vorsicht genie\u00dfen. Speziell in den sozialen Medien, weil da alles sehr schnell geht, auch von Milit\u00e4rbloggern usw. Egal von welcher Seite. Das Problem ist im politischen Kontext, wenn zum Beispiel gesagt wurde, dass Russland sich von der NATO bedroht f\u00fchlt, anstatt dass Putin das sagt. Das sind zwei v\u00f6llig unterschiedliche Dinge. Das hat langfristig dazu gef\u00fchrt, dass immer wieder das Narrativ auftaucht, Russland reagiere nur auf die NATO-Erweiterung.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Art Desinformation entstehe auch durch falschen Kontext. Wenn etwa die Korruption in der Ukraine im direkten Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg kritisiert werde, entstehe der Verdacht, dass es eine Relativierung dieses Angriffs sein soll. Russland liege im Korruptionsindex von Transparency International um einige Pl\u00e4tze schlechter als die Ukraine, so Pichler.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schwerer einzusch\u00e4tzen sei ein m\u00f6glicher Einfluss des Gaza-Kriegs zwischen Israel und der Hamas auf die Europawahlen. Wenn der Krieg schnell ende, w\u00e4re er geringer. Es gebe viel Desinformation bez\u00fcglich der Positionen von Organisationen und Demonstrationen, etwa wenn eine Glorifizierung der Hamas geleugnet werde und der 7. Oktober als Akt des Widerstands bejubelt werde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine weitere Aufgabe des Netzwerks w\u00e4re &#8222;eine ganz pro-aktive Arbeit gegen EU-Mythen&#8220;, betonte Pichler, der auch Informationen \u00fcber das Funktionieren der EU-Institutionen bereitstellen will. &#8222;Es ist ein gro\u00dfer Mythos, dass niemand in der EU gew\u00e4hlt ist. Gleichzeitig haben wir eine Wahl, wo die Leute oft gar nicht wissen, was gew\u00e4hlt wird.&#8220; Ebenfalls ein &#8222;Dauermythos&#8220; w\u00e4re die Behauptung, dass die EU ein Anh\u00e4ngsel der Vereinigten Staaten sei. Eine verbreitete Geschichte, wonach die Euromaidan-Revolution von den USA mit f\u00fcnf Milliarden Dollar finanziert worden sei, sei auch von dem EU-Faktencheck &#8222;EU vs. Disinfo&#8220; widerlegt worden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;In \u00d6sterreich sind wir bei dem Thema Desinformation sehr oberfl\u00e4chlich gewesen. Wir haben den Elefanten im Raum nicht klar genannt&#8220;, so der Desinfo-Analyst. Finnland sei im europ\u00e4ischen Vergleich dagegen sehr gut vorbereitet. Dort werde russische Desinformation schon in Schulen klar genannt, etwa die Trollfabriken, die von dem verstorbenen Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin aufgebaut wurden. In \u00d6sterreich werde bisweilen die Neutralit\u00e4t so interpretiert, &#8222;dass wir neutral gegen\u00fcber der Realit\u00e4t sind, das hei\u00dft in \u00c4quidistanz zu Angreifer und Verteidiger&#8220;, was aber weder die Position der Bundesregierung noch des Bundespr\u00e4sidenten sei. Pichler ist Mitunterzeichner eines offenen Briefs von Politikern, Experten und Unternehmern, die eine Debatte \u00fcber die Sicherheitspolitik fordern. (26.11.2023)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Schengen: Denkow hofft auf baldiges Ende von Wiens Blockadehaltung <\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wien &#8211; Der bulgarische Ministerpr\u00e4sident Nikolaj Denkow hofft auf ein baldiges Ende der \u00f6sterreichischen Blockadehaltung bez\u00fcglich eines Schengen-Beitritts seines Landes. Es gebe kein Argument, das daf\u00fcr spreche, warum sein Land nicht beitreten solle, sagte Denkow Freitagabend in der Nachrichtensendung ZiB2 des \u00f6sterreichischen Rundfunks ORF. Er f\u00fchrte an, dass etwa die Grenzkontrollen verst\u00e4rkt worden seien. Im Dezember erwarte er einen Beschluss seitens der EU, so Denkow, der betonte, dass &#8222;wir diese Entscheidung verdienen&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Au\u00dferdem sei ein Schengen-Beitritt Bulgariens auch f\u00fcr \u00d6sterreich und den Rest Europas von Vorteil, da es k\u00fcrze Wartezeiten an den Grenzen gebe, und dadurch etwa Lebensmitteltransporte billiger werden w\u00fcrden. W\u00fcrde Wien aber an seinem Veto festhalten, werde es f\u00fcr die proeurop\u00e4ische Regierung in Sofia immer schwieriger werden, den B\u00fcrgern zu erkl\u00e4ren, warum dies so sei. Das k\u00f6nne auch dazu f\u00fchren, dass sich die Pro-Europa-Stimmung Richtung Russland drehe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei seinem Wien-Besuch vor einem Monat hatte sich Denkow in seinem Werben um einen Schengen-Beitritt seines Landes eine Abfuhr von Bundeskanzler Karl Nehammer (\u00d6VP) geholt. &#8222;\u00d6sterreich hat eine klare Position, dass derzeit eine Schengen-Erweiterung nicht stattfinden kann&#8220;, sagte Nehammer damals vor Journalisten. Der Kanzler lie\u00df durchblicken, dass zun\u00e4chst die bilateralen Grenzkontrollen innerhalb des Schengenraumes zur\u00fcckgenommen werden m\u00fcssen, ehe \u00d6sterreich gr\u00fcnes Licht f\u00fcr Bulgarien und Rum\u00e4nien geben werde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Donnerstag machte Innenminister Gerhard Karner (\u00d6VP) erneut seine Ablehnung einer Aufnahme neuer Schengen-Mitglieder deutlich. Auf die Frage, ob im Dezember eine Entscheidung reif daf\u00fcr w\u00e4re, sagte Karner: &#8222;Ich halte es f\u00fcr nicht zielf\u00fchrend, etwas was nicht funktioniert, zu vergr\u00f6\u00dfern.&#8220; (24.11.2023)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00d6sterreich gewinnt einen EU #BeActive Award 2023<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Br\u00fcssel &#8211; \u00d6sterreich z\u00e4hlt zu den Gewinnern der von der EU-Kommission vergebenen #BeActive Awards 2023, die Initiativen f\u00fcr einen gesunden und sportlichen Lebensstil f\u00f6rdern. Mit einem Projekt, das sich f\u00fcr einen aktiven Lebensstil der Mitarbeiter und die Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben einsetzt, gewann die Plattform Eversports den #BeActive Workplace Award. Dies gab die Kommission am Freitag in Br\u00fcssel bekannt. Weitere Preistr\u00e4ger kommen aus Spanien, Bulgarien und Portugal.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Insgesamt konkurrierten zw\u00f6lf Finalisten um die Hauptpreise in vier Kategorien: Arbeitsplatz, Bildung, Lokalmatador und Generationen \u00fcbergreifend. Jeder Ausgezeichnete erh\u00e4lt 10.000 Euro f\u00fcr sein Projekt. Eversports \u00d6sterreich verbindet laut eigenen Angaben Sportbegeisterte mit Studios, Sportst\u00e4tten, Trainern und Lehrern \u00fcber eine zentrale Plattform. Das 2013 gegr\u00fcndete Unternehmen hat die &#8222;Vision, den Zugang zu Sport jederzeit und von \u00fcberall zu erm\u00f6glichen&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den #BeActive Education Award gewann die zust\u00e4ndige lokale Beh\u00f6rde im spanischen Martorell f\u00fcr ein Projekt zur Bek\u00e4mpfung von Ungleichheiten im Bildungssystem. Der Gewinner des #BeActive Local Hero Award 2023 ist der Bulgare Kalin Vasilev, der laut Kommission tausende Bulgaren ehrenamtlich zu einem besseren Lebensstil inspiriert hat. Der #BeActive Across Generations Award ging f\u00fcr ein Projekt, das die Gesundheit \u00e4lterer Menschen f\u00f6rdert, nach Portugal. (24.11.2023)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Diese Zusammenstellung ist eine redaktionelle Auswahl der APA-Europaberichterstattung. Die redaktionelle Verantwortung f\u00fcr die Ver\u00f6ffentlichung liegt bei der APA. Sie wird montags und donnerstags ver\u00f6ffentlicht.<\/em>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Thema Ukraine werde bei den bevorstehenden Europawahlen eine gr\u00f6\u00dfere Rolle als zur Zeit der Krim-Annexion 2014 spielen, meint der Desinformations-Analyst Dietmar Pichler im Gespr\u00e4ch mit der APA. Der bulgarische Ministerpr\u00e4sident Nikolaj Denkow hofft dann auf ein baldiges Ende der \u00f6sterreichischen Blockadehaltung bez\u00fcglich eines Schengen-Beitritts seines Landes. \u00d6sterreich z\u00e4hlt weiters zu den Gewinnern der von der EU-Kommission vergebenen #BeActive Awards 2023, die Initiativen f\u00fcr einen gesunden und sportlichen Lebensstil f\u00f6rdern.<\/p>\n","protected":false},"author":91,"featured_media":17227,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[45],"tags":[],"class_list":["post-181549","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-europe-in-brief"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/181549","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/91"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=181549"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/181549\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17227"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=181549"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=181549"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=181549"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}