{"id":1851164,"date":"2025-12-04T15:17:44","date_gmt":"2025-12-04T14:17:44","guid":{"rendered":"https:\/\/europeannewsroom.com\/?p=1851164"},"modified":"2025-12-04T15:17:49","modified_gmt":"2025-12-04T14:17:49","slug":"laendliche-regionen-kaempfen-um-zukunft-des-eu-foerderprogramms-leader","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/laendliche-regionen-kaempfen-um-zukunft-des-eu-foerderprogramms-leader\/","title":{"rendered":"L\u00e4ndliche Regionen k\u00e4mpfen um Zukunft des EU-F\u00f6rderprogramms LEADER\u00a0"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Br\u00fcssel (enr) &#8211; Von der Pr\u00e4sidentin des Deutschen Landfrauenverbandes bis zum Vize-Vorsitzenden eines Oldtimerfreunde-Vereins aus dem Sauerland: Es war eine breite Koalition von Akteuren in Politik und Gesellschaft in Nordrhein-Westfalen, die sich am Mittwochabend in Br\u00fcssel f\u00fcr eine gute Zukunft des EU-F\u00f6rderprogramms LEADER eingesetzt hat.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">LEADER steht bereits seit 1991 f\u00fcr \u201eVerbindung von Aktionen zur Entwicklung der l\u00e4ndlichen Wirtschaft\u201c (auf Franz\u00f6sisch: Liaison Entre Actions de D\u00e9veloppement de l\u2019\u00c9conomie Rurale). Das Programm f\u00f6rdert zum Beispiel Dorfgemeinschaften und Vereine bei der Umsetzung von Vorhaben vor Ort \u2013 beispielhaft pr\u00e4sentierten die Oldtimerfreunde aus Hallenberg im Sauerland, wie sie mit Hilfe von EU-Geldern in ihrer Ausstellungshalle eine Schreiner- und Schmiedewerkstatt einrichten konnten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">LEADER sei \u201eeines der ganz zentralen F\u00f6rderinstrumente f\u00fcr die Entwicklung l\u00e4ndlicher Regionen\u201c, sagte Nordrhein-Westfalens Landwirtschaftsministerin <strong>Silke Gori\u00dfen<\/strong> (CDU). Sie verwies darauf, dass es europaweit 2700 Regionen mit LEADER-Projekten gibt, 45 davon in Nordrhein-Westfalen. Dort seien in den vergangenen zehn Jahren rund 1500 Projekte unterst\u00fctzt worden, \u201emehrheitlich getragen von gro\u00dfem freiwilligem Engagement. Und jedes einzelne dieser Projekte hat ganz konkret zu mehr Lebensqualit\u00e4t in den D\u00f6rfern gef\u00fchrt.\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Christina Steinbicker<\/strong>, Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft der NRW-LEADER-Regionen, betonte, dass die an den Projekten beteiligten Menschen Selbstwirksamkeit erfahren und dadurch sehen: \u201eWir k\u00f6nnen etwas bewegen, wir werden geh\u00f6rt, unsere Bed\u00fcrfnisse werden wahrgenommen.\u201c Dies helfe dann auch dabei, dass Tendenzen im antidemokratischen Bereich durch die Projekte vor Ort abgefangen werden k\u00f6nnten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die in Br\u00fcssel derzeit anstehenden Verhandlungen um den n\u00e4chsten mehrj\u00e4hrigen Finanzrahmen der EU (Multiannual Financial Framework, MFF) f\u00fcr die Jahre 2028 bis 2034 hat bei vielen Beteiligten in den LEADER-Regionen jedoch gro\u00dfe Bef\u00fcrchtungen aufkommen lassen, dass k\u00fcnftig deutlich weniger Geld f\u00fcr ihre Ma\u00dfnahmen zur Verf\u00fcgung stehen wird \u2013 weil zum Beispiel sehr viel mehr EU-Geld f\u00fcr die St\u00e4rkung der Sicherheit ausgegeben werden soll.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Landwirtschaftsminister Rainer bef\u00fcrchtet Kannibalisierung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der deutsche Bundeslandwirtschaftsminister <strong>Alois Rainer<\/strong> (CSU) sagte, er wisse, \u201edass sich viele Sorgen um die Zukunft von LEADER machen\u201c, und er \u201ebef\u00fcrchte \u2013 es darf sie aber nicht geben \u2013 eine Kannibalisierung um die Mittel.\u201c Das j\u00fcngste Angebot der EU-Kommission, das eine feste Mindestquote f\u00fcr Mittel der nationalen und regionalen Partnerschaftspl\u00e4ne f\u00fcr l\u00e4ndliche Regionen vorsieht, sei \u201egrunds\u00e4tzlich zu begr\u00fc\u00dfen\u201c, k\u00f6nne aber \u201enur ein Einstieg in die kommende Diskussion sein\u201c. Rainer forderte zudem eine deutliche Vereinfachung der Abwicklung von F\u00f6rderungen im LEADER-Programm: \u201eDamit gute Ideen wachsen k\u00f6nnen, brauchen wir vor allem eins: weniger B\u00fcrokratie\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Konkret steht im Raum, dass der Finanzierungsanteil bei LEADER-Projekten, der aus nationalen Finanzmitteln beigesteuert wird, in wirtschaftsstarken Regionen von 20 auf 60 Prozent steigen k\u00f6nnte \u2013 eine Entwicklung, die in Deutschland weite Landesteile betreffen w\u00fcrde. \u201eDas ist nat\u00fcrlich erheblich, und das w\u00fcrde viele dieser Projekte infrage stellen\u201c, sagte <strong>Bernd S\u00f6ntgerath<\/strong>, Referatsleiter im Bundesministerium f\u00fcr Landwirtschaft, Ern\u00e4hrung und Heimat, der auf die Finanzlage von Bund und L\u00e4ndern verwies. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Martin Michalzik <\/strong>(CDU), ehemaliger B\u00fcrgermeister von Wickede (Ruhr) und Sprecher der Vorsitzenden der 45 LEADER-Regionen in Nordrhein-Westfalen, ordnete das so ein: \u201eWenn ein Programm in der Zukunft so gestrickt wird, dass die Kofinanzierung auf nationaler Ebene um den Faktor Drei steigen soll, wird das von den Akteuren vor Ort als die K\u00fcndigung des Programms verstanden.\u201c&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hauptadressat all dieser Hinweise war an diesem Abend <strong>Oliver Sitar<\/strong>, Direktor in der Generaldirektor Landwirtschaft und l\u00e4ndliche Entwicklung in der EU-Kommission, der mit auf dem Podium sa\u00df und feststellte: \u201eDie Bedeutung von LEADER in Deutschland liegt auf der Hand, auch f\u00fcr uns in Br\u00fcssel.\u201c&nbsp; Die Kommission stehe weiter zu LEADER.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Europaabgeordnete <strong>Peter Liese<\/strong> (CDU) machte allerdings klar, dass auch f\u00fcr ihn der gegenw\u00e4rtige MFF-Vorschlag deutlich nachgebessert werden m\u00fcsse, bevor \u00fcber das Paket im Europ\u00e4ischen Parlament abgestimmt wird: \u201eWenn nicht klar ist, dass der l\u00e4ndliche Raum substanziell gef\u00f6rdert wird, dann werde ich nicht zustimmen &#8211; und viele andere Kollegen im Europ\u00e4ischen Parlament auch nicht.\u201c\u00a0(4. Dezember)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie viel Geld kann die Europ\u00e4ische Union in der Zukunft f\u00fcr regionale Projekte in ihren Mitgliedstaaten zur Verf\u00fcgung stellen? Eine ver\u00e4nderte geopolitische Lage sorgt f\u00fcr neue Priorit\u00e4ten, mit Sorge schauen nicht zuletzt l\u00e4ndliche Regionen auf die Beratungen zum n\u00e4chsten mehrj\u00e4hrigen Finanzrahmen (MFF) der EU. In Br\u00fcssel haben sich nun Vertreter aus Nordrhein-Westfalen f\u00fcr die Zukunft des F\u00f6rderprogramms LEADER stark gemacht.<\/p>\n","protected":false},"author":179,"featured_media":1851036,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[45],"tags":[147,22594,22593,22595],"class_list":["post-1851164","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-europe-in-brief","tag-eu","tag-laendlicher-raum","tag-mff-8","tag-nordrhein-westfalen"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1851164","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/179"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1851164"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1851164\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1851036"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1851164"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1851164"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1851164"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}