{"id":18591,"date":"2022-07-22T14:48:34","date_gmt":"2022-07-22T13:48:34","guid":{"rendered":"https:\/\/enr.today\/?p=18591"},"modified":"2022-07-22T15:00:30","modified_gmt":"2022-07-22T14:00:30","slug":"hitzewelle-ueberrollt-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/hitzewelle-ueberrollt-europa\/","title":{"rendered":"Hitzewelle \u00fcberrollt Europa"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben den verheerenden Nachrichten aus dem S\u00fcden Europas meldete diese Woche auch der normalerweise k\u00fchlere Norden extrem hohe Temperaturen: Die niederl\u00e4ndische K\u00fcstenprovinz Zeeland erreichte Temperaturen von bis zu 38 Grad Celsius, und westlich davon, brach Gro\u00dfbritannien mit 40 Grad seinen Hitzerekord. W\u00e4hrend Belgien die Kapazit\u00e4t von zwei Atomreaktoren reduzierte, rief Deutschland f\u00fcr 10 seiner 16 Bundesl\u00e4nder die h\u00f6chste Waldbrandwarnstufe aus. Die anhaltend hohen Temperaturen treffen Menschen, Wasserst\u00e4nde und Ernten in vielerlei Hinsicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Forschende der<strong> Gemeinsamen Forschungsstelle der Europ\u00e4ischen Kommission <\/strong>warnten vorige Woche, dass fast die H\u00e4lfte des Gebietes innerhalb der Europ\u00e4ischen Union aktuell von D\u00fcrre bedroht sei. Laut ihrem Expertenbericht seien 46 Prozent des EU-Gebiets einer D\u00fcrre der Warnstufe zwei ausgesetzt, und f\u00fcr 11 Prozent gelte die h\u00f6chste von drei Warnstufen. Die Forschenden warnten au\u00dferdem davor, dass Wassermangel und starke Hitze Ernteertr\u00e4ge in Frankreich, Rum\u00e4nien, Spanien, Portugal und Italien sinken lie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Angaben des italienischen Bauernverbands Coldiretti hat Italiens Landwirtschaftssektor durch D\u00fcrre und Hitze \u00fcber drei Milliarden Euro Schaden erlitten. Die Ernteertr\u00e4ge seien in einigen F\u00e4llen um bis zu 70 Prozent zur\u00fcckgegangen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>D\u00fcrre und niedrige Wasserst\u00e4nde: Der Po-Fluss in Italien und der Rhein trocknen aus<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das hei\u00dfe und trockene Wetter belastet Italiens und Deutschlands Fl\u00fcsse. Italiens l\u00e4ngster Fluss Po, mit seinem Delta bei Venedig, hat an einigen Stellen seines Laufs den niedrigsten Pegelstand der letzten 70 Jahre erreicht. Am Dienstag [19. Juli] erkl\u00e4rte der <strong>Gouverneur der Lombardei, Attilio Fontana, <\/strong>dass die Region aufgrund der schweren D\u00fcrre, fast kein Wasser mehr f\u00fcr die Landwirtschaft habe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Dienstag [19. Juli], verk\u00fcndete die<strong> Bundesanstalt f\u00fcr Gew\u00e4sserkunde (BfG),<\/strong> dass die zwei wichtigsten Fl\u00fcsse und Schifffahrtswege Deutschlands, die Elbe und der Rhein, derzeit niedrigere Wasserst\u00e4nde als \u00fcblich haben, sodass einige Schiffe gezwungen seien, ihre Ladung zu verringern, um nicht steckenzubleiben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Spanien, so der Bericht der EU-Kommission, liegt das Volumen der Wasserreservoirs derzeit 31 Prozent unter dem Zehnjahresdurchschnitt, w\u00e4hrend in Portugal die Wassermenge f\u00fcr die Erzeugung von Strom durch Wasserkraft nur die H\u00e4lfte des Durchschnitts der vergangenen sieben Jahre betr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Waldbr\u00e4nde w\u00fcten in ganz Europa<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trockenheit und hohe Temperaturen f\u00fchren in vielen Teilen Europas dazu, dass sich Br\u00e4nde schneller ausbreiten. In der vergangenen Woche brachen zahlreiche Waldbr\u00e4nde aus, unter anderem in Kroatien, Frankreich, Griechenland, Italien, Portugal und Spanien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Waldbr\u00e4nde, weiter angefacht durch starke Winde, haben in Spanien innerhalb von 10 Tagen mindestens 60.000 Hektar zerst\u00f6rt. Gleichzeitig wurden im benachbarten Portugal innerhalb einer Woche etwa 30.000 Hektar vernichtet.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><strong>&#8222;Der Klimawandel t\u00f6tet&#8220;,<\/strong><\/p><cite><strong>sagte Spaniens Ministerpr\u00e4sident Pedro S\u00e1nchez bei einem Besuch in der Gemeinschaft Extremadura.<\/strong><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Er t\u00f6tet Menschen, wie wir gesehen haben, aber er t\u00f6tet auch unser \u00d6kosystem, unsere Artenvielfalt. Und er zerst\u00f6rt auch die wertvollsten G\u00fcter unserer Gesellschaft: unsere H\u00e4user, unsere Unternehmen, unsere Viehbest\u00e4nde&#8220;, sagte<strong> S\u00e1nchez.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Waldbr\u00e4nde breiteten sich auch an der franz\u00f6sischen Atlantikk\u00fcste in dieser Woche weiter aus und zerst\u00f6rten bisher 20.600 Hektar. Zu den betroffenen Gebieten geh\u00f6rten Landiras s\u00fcd\u00f6stlich von Bordeaux und Teste-de-Buch, direkt an der K\u00fcste im S\u00fcdwesten. Mehr als 37.000 Menschen wurden evakuiert. Am Mittwoch teilte die Feuerwehr mit, dass die Br\u00e4nde dank besserer Wetterbedingungen unter Kontrolle gebracht, aber noch nicht vollst\u00e4ndig einged\u00e4mmt worden seien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Italien ist Friuli-Venezia Giulia eine der am st\u00e4rksten betroffenen Regionen. Am Mittwoch brach in der Region Carso ein Gro\u00dfbrand aus, der den Stra\u00dfen- und Schienenverkehr behinderte und den<strong> italienischen Schiffbauer Fincantieri <\/strong>zwang, sein Werk in Monfalcone zu schlie\u00dfen, nachdem die Stadt im Nordosten des Landes in Rauch aufgegangen war.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Waldbr\u00e4nde in verminten Gebieten<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Bosnien und Herzegowina, das noch immer unter den w\u00e4hrend des Krieges verlegten Landminen leidet, haben Br\u00e4nde das verminte Gebiet um den Boracko-See in Konjic erfasst. Es wurden Hubschrauber der bosnischen Streitkr\u00e4fte zur Unterst\u00fctzung angefordert. W\u00e4hrenddessen k\u00e4mpfen Feuerwehrleute mit dem bosnischen Bergrettungsdienst gegen Feuer im Naturpark Blidinje. Das benachbarte Kroatien unterst\u00fctzt mit L\u00f6schflugzeugen, doch die Windverh\u00e4ltnisse erschweren die L\u00f6scharbeiten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Notfallma\u00dfnahmen: St\u00e4dte in Alarmbereitschaft<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den Niederlanden reagierte man auf den Anstieg der Temperaturen auf fast 40 Grad mit Streumaschinen, die auf ausgew\u00e4hlten Stra\u00dfen Salz streuten, um die Oberfl\u00e4chentemperatur zu senken. Laut Beh\u00f6rden entziehe das Salz der Luft Feuchtigkeit und k\u00fchle so den Asphalt, der bei den derzeitigen Temperaturen bis zu 50 Grad hei\u00df werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die italienische Regierung hat 36 Millionen Euro f\u00fcr f\u00fcnf Regionen bereitgestellt, f\u00fcr die die Regierung von Mario Draghi wegen der D\u00fcrre den Notstand ausgerufen hat: Lombardei, Emilia-Romagna, Piemont, Friaul-Julisch Venetien und Venetien. Am Montag [18. Juli] hat das Gesundheitsministerium des Landes neun St\u00e4dte in Alarmstufe Rot versetzt. Diese signalisiert: Die Hitze ist so stark, dass sie eine Gefahr f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung darstellt. Dar\u00fcber hinaus will die Regierung einen Sonderbeauftragten ernennen, der sich mit der Krise und den Problemen der italienischen Wasserinfrastruktur befassen soll.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aufgrund der D\u00fcrre schr\u00e4nken sowohl Rum\u00e4nien als auch Kroatien den Wasserverbrauch ein. Am Montag haben die kroatischen Beh\u00f6rden auf der Halbinsel Istrien Wasserbeschr\u00e4nkungen erlassen, die die Verwendung von Trinkwasser f\u00fcr die meisten anderen Zwecke verbietet. Auch<strong> Rum\u00e4niens Umweltminister Barna T\u00e1nczos<\/strong> k\u00fcndigte an, den Wasserverbrauch einzuschr\u00e4nken, um die Trinkwasserversorgung mittel- und langfristig zu sichern.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Rekordtemperaturen in Zukunft wahrscheinlicher<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die <strong>Weltorganisation f\u00fcr Meteorologie (WMO) <\/strong>geht davon aus, dass starke Hitzewellen, wie sie derzeit Europa heimsuchen, in den Sommermonaten in Europa zur Regel werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Derartige Hitzewellen werden in den kommenden Jahrzehnten immer h\u00e4ufiger auftreten, und der negative Klimatrend wird sich bis mindestens 2060 fortsetzen, unabh\u00e4ngig von unseren Erfolgen beim Klimaschutz&#8220;, sagte<strong> WMO-Generalsekret\u00e4r Petteri Taalas<\/strong> am Dienstag [19. Juli].<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Drohende Ernteausf\u00e4lle<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rum\u00e4nien &#8211; ein wichtiger europ\u00e4ischer Getreideexporteur &#8211; warnte, dass es in dieser Saison deutlich weniger Mais und Sonnenblumen liefern k\u00f6nne, da es nach der D\u00fcrre vorrangig den heimischen Markt beliefern will, wie<strong> Landwirtschaftsminister Petre Daea<\/strong> mitteilte. Das Land hinkt beim Ausbau der Bew\u00e4sserungssysteme hinter anderen Staaten her und steht vor ernsten Problemen, da der Klimawandel extreme Wetterereignisse h\u00e4ufiger werden l\u00e4sst. Aufgrund der Wettervorhersagen haben einige Landwirte beschlossen, den Mais fr\u00fcher als \u00fcblich geerntet, um so viel wie m\u00f6glich von den Pflanzen zu retten und sie dann als Futtermittel oder f\u00fcr die Biokraftstoffproduktion zu verwenden. Im Kampf gegen die Probleme will die Regierung die rechtzeitige Bereitstellung von Subventionen und Mitteln aus dem EU-Haushalt und dem Staatshaushalt einbeziehen. Gef\u00f6rdert werden sollen vor allem Investitionen in das Bew\u00e4sserungssystem, die Unterst\u00fctzung der Ernte, des Transports, der Lagerung und des Verkaufs landwirtschaftlicher Erzeugnisse sowie Investitionsziele zur Senkung des Energieverbrauchs unter anderem.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Dieser Artikel wird freitags ver\u00f6ffentlicht. Der Inhalt basiert auf Nachrichten der teilnehmenden Agenturen im enr.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rekordtemperaturen, D\u00fcrre, Waldbr\u00e4nde: Europa wird derzeit von einer noch nie dagewesenen Hitzewelle heimgesucht. Spanien, Portugal und Frankreich k\u00e4mpfen weiterhin gegen Waldbr\u00e4nde und auch n\u00f6rdliche L\u00e4nder wie das Vereinigte K\u00f6nigreich und die Niederlande sind von der ungew\u00f6hnlichen Hitze betroffen.<\/p>\n","protected":false},"author":119,"featured_media":16959,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[39],"tags":[],"class_list":["post-18591","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-key-story"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18591","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/119"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18591"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18591\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/16959"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18591"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18591"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18591"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}