{"id":188798,"date":"2023-12-22T14:48:58","date_gmt":"2023-12-22T13:48:58","guid":{"rendered":"https:\/\/europeannewsroom.dpa.com\/?p=188798"},"modified":"2023-12-22T14:49:07","modified_gmt":"2023-12-22T13:49:07","slug":"euro-und-waehrungsunion-bis-heute-ein-kritisiertes-erfolgsmodell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/euro-und-waehrungsunion-bis-heute-ein-kritisiertes-erfolgsmodell\/","title":{"rendered":"Euro und W\u00e4hrungsunion: Bis heute ein kritisiertes Erfolgsmodell"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Frankfurt\/Main &#8211; 350 Millionen Menschen, 20 Staaten, 1 W\u00e4hrung &#8211; der Euro eint Europa. Die Gemeinschaftsw\u00e4hrung sei \u00abso viel mehr als nur Bargeld in unseren Taschen\u00bb, schw\u00e4rmte EU-Kommissionspr\u00e4sidentin <strong>Ursula von der Leyen <\/strong>im Mai. \u00abDer Euro ist ein Symbol f\u00fcr unsere gemeinsamen Ideale und die f\u00fcr uns so wichtige Stabilit\u00e4t.\u00bb Um die Bindung der Menschen an die gemeinsame W\u00e4hrung noch zu festigen, l\u00e4sst die<strong> Europ\u00e4ische Zentralbank<\/strong> (EZB) B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger bei der laufenden Gestaltung der neuesten Banknoten-Serie mitreden: Fl\u00fcsse, V\u00f6gel und europ\u00e4ische Kultur waren deren Favoriten bei einer Umfrage der Notenbank zu m\u00f6glichen Motiven der Geldscheine.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zugleich jedoch ist die Skepsis gegen\u00fcber dem vor allem in seinen Anfangsjahren als \u00abTeuro\u00bb gescholtenen Euro auch 25 Jahre nach dessen Einf\u00fchrung zum 1. Januar 1999 nicht v\u00f6llig verschwunden. Manche Verbraucher sehnen sich beim Blick auf die gerade in j\u00fcngster Zeit rasant gestiegenen Preise nach guten alten D-Mark-Zeiten zur\u00fcck. In etlichen Staaten machen Rechtspopulisten Stimmung gegen den Euro und fordern die R\u00fcckkehr zu nationalen W\u00e4hrungen. Ein Problem: Die Geldpolitik wurde zwar bei der EZB geb\u00fcndelt, Wirtschafts- und Haushaltspolitik jedoch blieben weitgehend in nationaler Hoheit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Schwieriger Anfang f\u00fcr den Euro<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schon der Anfang der gemeinsamen europ\u00e4ischen W\u00e4hrung war kein Selbstl\u00e4ufer, wie sich sp\u00e4ter der damalige Chefvolkswirt der 1998 gegr\u00fcndeten EZB, <strong>Otmar Issing<\/strong>, erinnerte: \u00abDer Euro wurde damals mit gr\u00f6\u00dfter Skepsis begleitet.\u00bb Auch Issing selbst hatte nach eigenem Bekunden Ende der 1990er Jahre Zweifel, ob die Europ\u00e4er schon reif sind f\u00fcr einheitliches Geld. \u00abSchon 1999 zu beginnen, mit so vielen L\u00e4ndern, hielt ich f\u00fcr ein riskantes Unterfangen\u00bb, sagte er sp\u00e4ter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr 11 der damals 15 Mitgliedstaaten der <strong>Europ\u00e4ischen Union <\/strong>(EU) wurde der Euro am 1. Januar 1999 gesetzliches Zahlungsmittel &#8211; zun\u00e4chst elektronisch, ab 2002 dann als Bargeld. Von Beginn an dabei waren Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, \u00d6sterreich, Portugal und Spanien. Dass die Abl\u00f6sung der nationalen W\u00e4hrungen wie D-Mark, Franc, Lira, Gulden und Peseten letztlich reibungslos klappte, erstaunte auch Fachleute.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00abDie Verwirklichung der Europ\u00e4ischen Wirtschafts- und W\u00e4hrungsunion ist (&#8230;) f\u00fcr uns Deutsche wie auch f\u00fcr die Europ\u00e4er die wichtigste und bedeutendste Entscheidung seit der Wiedervereinigung Deutschlands\u00bb, warb der damalige Bundeskanzler <strong>Helmut Kohl <\/strong>(CDU) im April 1998 im Bundestag. \u00abIch glaube, dass sie &#8211; auf lange Sicht &#8211; eine der wichtigsten Entscheidungen des ganzen Jahrhunderts ist.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Gro\u00dfe Mehrheit bef\u00fcrwortet Gemeinschaftsw\u00e4hrung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Mehrheit der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger sieht das \u00e4hnlich: Im j\u00fcngsten \u00abEurobarometer\u00bb der EU-Kommission sagten 79 Prozent der im Oktober 2023 befragten Menschen ab 15 Jahren, aus ihrer Sicht sei der Euro eine gute Sache f\u00fcr die EU. In allen 20 Eurostaaten sind die Euro-Bef\u00fcrworter mit Abstand in der Mehrheit. Am st\u00e4rksten ist die Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Gemeinschaftsw\u00e4hrung demnach aktuell in der Slowakei, wo 90 Prozent der Befragten den Euro gut finden. Die niedrigste Zustimmung gibt es in Lettland (70 Prozent), Zypern und Italien (beide 72 Prozent). Deutschland kommt in der Umfrage auf 80 Prozent Euro-Bef\u00fcrworter &#8211; 6 Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Vorteile einer gemeinsamen W\u00e4hrung liegen aus Sicht der Bef\u00fcrworter auf der Hand: Wer im Euroraum reist, muss kein Geld mehr wechseln und daf\u00fcr Geb\u00fchren zahlen. Eink\u00e4ufe im Ausland oder das Vergleichen von Preisen sind einfacher. Der Wettbewerb um Kunden \u00fcber Landesgrenzen hinweg kann zu g\u00fcnstigeren Preisen f\u00fcr Produkte f\u00fchren. Unternehmen sparen, weil Kosten f\u00fcr W\u00e4hrungsumtausch und Absicherung von Wechselkursschwankungen wegfallen. Denn die Wechselkurse wurden unwiderruflich fixiert: 1 Euro = 1,95583 D-Mark. Der Exportnation Deutschland kommt der erweiterte europ\u00e4ische Binnenmarkt wie kaum einer anderen Volkswirtschaft in Europa zugute: Knapp 40 Prozent der Ausfuhren \u00abMade in Germany\u00bb gehen in die Euro-Partnerl\u00e4nder.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Euro = \u00abTeuro\u00bb?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seinen Ruf als \u00abTeuro\u00bb ist der Euro nie ganz losgeworden: Schon nach der Einf\u00fchrung des Euro-Bargelds zum Jahreswechsel 2001\/2002 folgte auf Euphorie bald Ern\u00fcchterung. Volkswirte konnten noch so sehr argumentieren &#8211; beim Einkaufen, in der Kneipe oder beim Friseur wurden Verbraucher das Gef\u00fchl nicht los, D-Mark-Preise seien damals 1:1 in Euro umgerechnet worden. \u00abTeuro\u00bb wurde im Jahr der Einf\u00fchrung des Euro-Bargeldes zu Deutschlands \u00abWort des Jahres\u00bb.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch in Kroatien, das zum 1. Januar 2023 als 20. Mitglied in den Euro-Club aufgenommen wurde, h\u00e4uften sich wenige Tage nach der Umstellung von Kuna auf Euro die Beschwerden dar\u00fcber, Lebensmittel sowie Friseur- und Caf\u00e9-Besuche h\u00e4tten sich abrupt verteuert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>EZB betont Stabilit\u00e4t der gemeinsamen W\u00e4hrung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die EZB h\u00e4lt dem die Stabilit\u00e4t der Gemeinschaftsw\u00e4hrung entgegen: \u00abWenn ich auf die letzten 25 Jahre schaue, mit all ihren H\u00f6hen und Tiefen, dann haben wir im Durchschnitt eine Inflationsrate von 2,05 Prozent geliefert, was recht bemerkenswert ist\u00bb, sagte EZB-Pr\u00e4sidentin Christine Lagarde im Mai im \u00abtagesschau.de\u00bb-Interview. Zum Vergleich: In den 50 D-Mark-Jahren lag die Teuerungsrate in Deutschland im Schnitt bei 2,8 Prozent. Die EZB peilt f\u00fcr den W\u00e4hrungsraum mittelfristig Preisstabilit\u00e4t bei einer j\u00e4hrlichen Inflationsrate von zwei Prozent an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass sich manche Menschen immer noch die D-Mark zur\u00fcckw\u00fcnschen, h\u00e4lt Ex-EZB-Volkswirt Issing f\u00fcr Nostalgie, wie er vor einigen Jahren sagte: \u00abDie entz\u00fcndet sich dann am Preis f\u00fcr die Ma\u00df Bier beim Oktoberfest in M\u00fcnchen, und die Leute vergessen dann, dass auch zu D-Mark-Zeiten dieser Preis von Jahr zu Jahr immer angestiegen ist.\u00bb (21. Dezember)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">EU zahlt vorerst letzten Milliardenkredit an Ukraine aus<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Br\u00fcssel (dpa) &#8211; Die EU hat die Auszahlung eines weiteren Hilfskredits f\u00fcr die Ukraine angek\u00fcndigt. Wie <strong>Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen<\/strong> am Donnerstag mitteilte, geht es um die letzten 1,5 Milliarden Euro aus einem insgesamt 18 Milliarden Euro umfassenden Unterst\u00fctzungsprogramm f\u00fcr 2023. Dieses war im Dezember vergangenen Jahres von den EU-Mitgliedstaaten vereinbart worden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie es mit den Finanzhilfen f\u00fcr das von Russland angegriffene Land im kommenden Jahr weitergeht, ist unklar. Eigentlich hatte beim EU-Gipfel Ende der vergangenen Woche ein neues Hilfsprogramm \u00fcber 50 Milliarden Euro f\u00fcr die kommenden vier Jahre vereinbart werden sollen. Der ungarische Ministerpr\u00e4sident <strong>Viktor Orb\u00e1n<\/strong> verhinderte dies allerdings mit einem Veto. Er hatte die Pl\u00e4ne zuvor mehrfach kritisiert und in diesem Zusammenhang auch darauf verwiesen, dass die EU aus seiner Sicht zu Unrecht f\u00fcr sein Land vorgesehene Gelder aus dem Gemeinschaftshaushalt eingefroren hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sollte in den kommenden Wochen keine L\u00f6sung mit Ungarn gefunden werden, wollen die anderen EU-Staaten im 26er-Kreis handeln. F\u00fcr den 1. Februar ist ein EU-Sondergipfel zum weiteren Vorgehen angek\u00fcndigt. Von der Leyen mahnte am Donnerstag, man m\u00fcsse eine Vereinbarung finden, um der Ukraine weiterhin die ben\u00f6tigte Unterst\u00fctzung zukommen zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit den Finanzhilfen will die EU es dem ukrainischen Staat erm\u00f6glichen, weiter L\u00f6hne und Renten zu zahlen. Zudem soll der Betrieb von Krankenh\u00e4usern, Schulen und Notunterk\u00fcnften f\u00fcr umgesiedelte Menschen garantiert werden. Dar\u00fcber hinaus kann das Geld auch genutzt werden, um durch den russischen Angriffskrieg zerst\u00f6rte Infrastruktur wiederherzustellen. Dazu geh\u00f6ren zum Beispiel Stromleitungen, Wassersysteme sowie Stra\u00dfen und Br\u00fccken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die bisherigen Kredite sind trotz des andauernden Krieges an 20 Reformzusagen und Berichtspflichten gekn\u00fcpft. Bei ihnen geht es beispielsweise um Rechtsstaatlichkeit und Korruptionsbek\u00e4mpfung. F\u00fcr die ab 2033 vorgesehene R\u00fcckzahlung des Geldes hat die Ukraine bis zu 35 Jahre Zeit. Die Zinskosten werden von den Mitgliedstaaten der EU \u00fcbernommen. (21. Dezember)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Studie: Strombedarf f\u00fcr E-Mobilit\u00e4t steigt rasant<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">M\u00fcnchen &#8211; Der Stromverbrauch elektrischer Autos und Lastwagen in Europa d\u00fcrfte einer aktuellen Studie zufolge rasant steigen &#8211; von heute 16 Terawattstunden auf 355 Terawattstunden im Jahr 2040. Bezogen auf die gesamte Strommenge, die zurzeit in der EU erzeugt wird, entspreche dies einem Mehrbedarf von 13 Prozent, teilte die Unternehmensberatung PwC am Donnerstag mit. Sie hat die\u00a0Berechnungen zusammen mit dem Fraunhofer-Institut f\u00fcr System- und Innovationsforschung angestellt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Jahr 2040 w\u00fcrden voraussichtlich alle neu zugelassenen Autos und Lastwagen in der EU batterieelektrisch oder mit Wasserstoff und Brennstoffzelle fahren. Auf den Stra\u00dfen d\u00fcrften dann noch 70 Prozent der Autos und 65 Prozent Lastwagen mit Benzin oder Diesel unterwegs sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00abEs dauert also noch eine ganze Weile, bis wir \u00fcberwiegend elektrische Fahrzeuge im Bestand sehen werden und sie den Verbrenner aus der \u00d6ffentlichkeit verdr\u00e4ngen\u00bb, sagte der Branchenexperte von PwC-Strategy&amp;, <strong>Philipp Rose<\/strong>. Weil die \u00e4lteren Fahrzeuge aber weniger fahren als neue, d\u00fcrfte sich der CO2-Aussto\u00df direkt auf der Stra\u00dfe bis 2040 halbieren. (21. Dezember)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Diese Zusammenstellung ist eine redaktionelle Auswahl der dpa-Europaberichterstattung. Die redaktionelle Verantwortung f\u00fcr die Ver\u00f6ffentlichung liegt bei der dpa.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch nach 25 Jahren ist die Skepsis gegen\u00fcber dem Euro nicht v\u00f6llig verschwunden. Die Europ\u00e4ische Union zahlt den vorerst letzten Milliardenkredit an die Ukraine aus. 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