{"id":2018890,"date":"2026-01-14T14:50:48","date_gmt":"2026-01-14T13:50:48","guid":{"rendered":"https:\/\/europeannewsroom.com\/?p=2018890"},"modified":"2026-01-14T15:04:02","modified_gmt":"2026-01-14T14:04:02","slug":"durchbruch-nach-blockade-eu-steht-vor-unterzeichnung-des-mercosur-handelsabkommens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/durchbruch-nach-blockade-eu-steht-vor-unterzeichnung-des-mercosur-handelsabkommens\/","title":{"rendered":"Durchbruch nach Blockade: EU steht vor Unterzeichnung des Mercosur-Handelsabkommens"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten gab am Freitag gr\u00fcnes Licht f\u00fcr die Unterzeichnung des Mercosur-Freihandelsabkommens mit Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay. Mehr als zwei Jahrzehnte haben die Verhandlungen bis jetzt gedauert und noch kurz vor Weihnachten war die Entscheidung <a href=\"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/widerstand-von-eu-laendern-und-bauernproteste-verzoegern-handelsabkommen-mit-mercosur-staaten\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/widerstand-von-eu-laendern-und-bauernproteste-verzoegern-handelsabkommen-mit-mercosur-staaten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">erneut aufgeschoben worden<\/a>.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei einem Treffen der Botschafterinnen und Botschafter der EU-Mitgliedstaaten in Br\u00fcssel sprachen sich f\u00fcnf Regierungen gegen das Abkommen aus \u2013 Frankreich, Polen, \u00d6sterreich, Ungarn und Irland \u2013, w\u00e4hrend Belgien sich der Stimme enthielt. Italiens \u201cJa\u201d beendete das seit Dezember bestehende Abstimmungs-Patt. Rom hatte seine Vorbehalte aufgegeben, nachdem Br\u00fcssel weitreichende Garantien f\u00fcr die Landwirtschaft versprochen hatte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 17. Januar werden daher EU-Kommissionspr\u00e4sidentin <strong>Ursula von der Leyen<\/strong> und EU-Ratspr\u00e4sident <strong>Ant\u00f3nio Costa<\/strong> nach Asunci\u00f3n, der Hauptstadt Paraguays, reisen \u2013 das Land hat derzeit die rotierende Mercosur-Pr\u00e4sidentschaft inne \u2013, um den Vertrag offiziell zu unterzeichnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Laut der Kommissionspr\u00e4sidentin etabliert dieser Schritt Europa als einen \u201everl\u00e4sslichen Partner\u201c, der in der Lage sei, \u201eseinen eigenen Kurs zu bestimmen\u201c. Von der Leyen sagte au\u00dferdem: \u201eHeute hat Europa ein starkes Signal gesendet, dass wir es ernst meinen mit (&#8230;) unserem Engagement, unseren Handel zu diversifizieren und unsere Abh\u00e4ngigkeiten zu reduzieren.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Abkommen wurde auch in S\u00fcdamerika begr\u00fc\u00dft. Der brasilianische Pr\u00e4sident <strong>Luiz In\u00e1cio Lula da Silva <\/strong>bezeichnete den Tag als historisch f\u00fcr den Multilateralismus. \u201eVor dem Hintergrund eines zunehmend protektionistischen und unilateralen internationalen Umfelds ist das Abkommen ein Signal daf\u00fcr, dass internationaler Handel ein Faktor f\u00fcr Wirtschaftswachstum ist, von dem beide Bl\u00f6cke profitieren werden,\u201c sagte er.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Abkommen muss noch von einer Mehrheit der Abgeordneten im Europ\u00e4ischen Parlament genehmigt werden. Die Mehrheiten bei Abstimmungen sind dort jedoch zunehmend unberechenbar. Ein Datum f\u00fcr die Abstimmung ist noch nicht bekannt. Landwirtinnen und Landwirte sind vehemente Gegner des Abkommens. Interessensvertretungen wie die Irish Farmers\u2019 Association wollen nach eigenen Angaben versuchen, das Abkommen im Parlament zu torpedieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wird das Abkommen ratifiziert, w\u00fcrde eine neue Freihandelszone mit mehr als 700 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern entstehen, so die Europ\u00e4ische Kommission. Es w\u00e4re demnach die gr\u00f6\u00dfte Freihandelszone weltweit. Sch\u00e4tzungen zufolge k\u00f6nnte das Abkommen die j\u00e4hrlichen EU-Exporte in die Mercosur-L\u00e4nder um bis zu 39 Prozent oder 49 Milliarden Euro steigern, was mehr als 440.000 Arbeitspl\u00e4tze in Europa sichern k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-rich is-provider-twitter wp-block-embed-twitter\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-width=\"550\" data-dnt=\"true\"><p lang=\"en\" dir=\"ltr\">Today\u2019s Council decision to support the EU-Mercosur deal is historic. <br><br>Europe is sending a strong signal.<br><br>We are serious about creating growth, jobs and securing the interests of Europeans consumers and businesses.<br><br>With Mercosur, we are creating a shared market of 700 million\u2026 <a href=\"https:\/\/t.co\/WMGXWzFgua\">pic.twitter.com\/WMGXWzFgua<\/a><\/p>&mdash; Ursula von der Leyen (@vonderleyen) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/vonderleyen\/status\/2009669940236956122?ref_src=twsrc%5Etfw\">January 9, 2026<\/a><\/blockquote><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Unterst\u00fctzung f\u00fcr Mercosur<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im vergangenen Jahr brachte der Handelsstreit zwischen der EU und den Vereinigten Staaten neuen Schwung in den festgefahrenen Prozess. Europa wollte deutlich machen, dass fairer Handel kein Ding der Vergangenheit ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die deutsche Industrie hatte jahrelang auf den Abschluss des Abkommens gedr\u00e4ngt. Bundeskanzler <strong>Friedrich Merz<\/strong> begr\u00fc\u00dfte den Durchbruch am Freitag als einen \u201eMeilenstein der europ\u00e4ischen Handelspolitik und ein wichtiges Signal f\u00fcr unsere strategische Souver\u00e4nit\u00e4t und Handlungsf\u00e4higkeit\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Insbesondere die Automobilindustrie, der Maschinenbau und die Pharmaindustrie w\u00fcrden profitieren. Autoimporte in die Mercosur-L\u00e4nder unterliegen derzeit einem Zollsatz von 35 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Deloitte-\u00d6konom <strong>David Marek<\/strong> sagte, dieser wichtige Moment komme zu einem Zeitpunkt, an dem sich die M\u00e4rkte zunehmend darauf konzentrieren, den heimischen Markt vor ausl\u00e4ndischer Konkurrenz zu sch\u00fctzen. Das Abkommen k\u00f6nne auch den Wettbewerb innerhalb des europ\u00e4ischen Marktes st\u00e4rken, was zu niedrigeren Preisen und h\u00f6herer Qualit\u00e4t von Produkten f\u00fchren k\u00f6nne.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Laut <strong>Pavel Peterka<\/strong>, Analyst bei der Investmentplattform XTB, geh\u00f6rt Tschechien zu den gr\u00f6\u00dften Gewinnern dieses Abkommens, da der Automobilsektor \u2013 \u00e4hnlich wie der deutsche \u2013 stark profitieren werde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Spanien geh\u00f6rt zu den L\u00e4ndern, die am st\u00e4rksten auf den Abschluss des Vertrags gedr\u00e4ngt haben. Ministerpr\u00e4sident <strong>Pedro S\u00e1nchez <\/strong>begr\u00fc\u00dfte das Abkommen, da es \u201espanischen Unternehmen erm\u00f6glichen wird, neue M\u00e4rkte zu erschlie\u00dfen, mehr zu exportieren und mehr Arbeitspl\u00e4tze zu schaffen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einem Post auf sozialen Medien hob S\u00e1nchez die Bedeutung eines Abkommens hervor, das es der EU erm\u00f6glichen werde, \u201eeine starke Verbindung zu Lateinamerika, einer Schwester- und Strategie-Region\u201d, aufrechtzuerhalten, in einer Welt, in der es \u201enicht nur Z\u00f6lle, Drohungen und schlechte Nachrichten gibt.\u201c Er betonte, dass dieses Abkommen \u201eneue Br\u00fccken und Allianzen\u201c baue, um \u201egemeinsamen Wohlstand\u201c mit den L\u00e4ndern S\u00fcdamerikas zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das benachbarte Portugal, ebenfalls ein Bef\u00fcrworter des Vertrags, hob dessen erhebliche Auswirkungen auf das Land und die Union hervor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Minister f\u00fcr Landwirtschaft und Meer, <strong>Jos\u00e9 Manuel Fernandes<\/strong>, betonte, dass dieses Abkommen angesichts der geopolitischen Lage unerl\u00e4sslich sei und \u201egro\u00dfe Chancen\u201c f\u00fcr Produkte wie Wein, Oliven\u00f6l und K\u00e4se biete. Er wies auch darauf hin, dass es ein Handelsbilanzdefizit von 500 Millionen Euro mit Mercosur gebe und dieser Vertrages erm\u00f6glichen werde, den Betrag auszugleichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">D\u00e4nemark ist ein weiterer Freihandels-Verfechter in der EU, und unterst\u00fctzt das Mercosur-Abkommen uneingeschr\u00e4nkt. \u201eDas ist ein gro\u00dfer Durchbruch, auch f\u00fcr D\u00e4nemark, das als kleine, offene Wirtschaft auf den Handel mit anderen L\u00e4ndern angewiesen ist,\u201c sagte <strong>Jacob Jensen<\/strong>, der d\u00e4nische Minister f\u00fcr Ern\u00e4hrung, Landwirtschaft und Fischerei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">D\u00e4nemark hatte gehofft, dass das Abkommen w\u00e4hrend der d\u00e4nischen EU-Ratspr\u00e4sidentschaft, die bis zum 31. Dezember lief, abgeschlossen werden k\u00f6nnte. Das wurde zwar nicht geschafft, doch der Minister zeigte sich erfreut, dass die EU nun einen Schritt in Richtung der Erschlie\u00dfung neuer M\u00e4rkte unternehme, nachdem US-Pr\u00e4sident<strong> Donald Trump <\/strong>Z\u00f6lle auf europ\u00e4ische Waren verh\u00e4ngt hatte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch das benachbarte Schweden ist seit Langem ein Unterst\u00fctzer des Abkommens. Handelsminister<strong> Benjamin Dousa <\/strong>sagte, er freue sich auf bessere Exportm\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Automobil- und Pharmaindustrie sowie auf niedrigere Verbraucherpreise. Zudem k\u00f6nnten mehr kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit dem Handel mit den Mercosur-L\u00e4ndern beginnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eF\u00fcr viele von ihnen war es bisher technisch kompliziert und zu teuer, Anw\u00e4lte zu beauftragen, um beispielsweise nach Brasilien zu exportieren,\u201c sagte Dousa.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Legitime Sorgen der Landwirtinnen und Landwirte<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Europ\u00e4ische Kommission, die den Text des Abkommens ausgehandelt hat, konnte jedoch nicht alle Mitgliedstaaten der EU \u00fcberzeugen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Frankreich, ein Schwergewicht in der EU, f\u00fchrte eine letztlich erfolglose Kampagne gegen das Abkommen an. Politikerinnen und Politiker aller politischen Lager sehen darin einen Angriff auf den einflussreichen Agrarsektor. Kritikerinnen und Kritiker bef\u00fcrchten, dass franz\u00f6sische Landwirtinnen und Landwirte durch eine Flut billigerer Waren \u2013 darunter Fleisch, Zucker, Reis, Honig und Soja \u2013 aus dem Agrarriesen Brasilien und seinen Nachbarl\u00e4ndern unterboten werden k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Dienstag protestierten etwa 350 Landwirtinnen und Landwirte mit ihren Traktoren in Paris. Sie forderten \u201ekonkrete und sofortige Ma\u00dfnahmen\u201c von der Regierung, die Schwierigkeiten hat, der Wut aus dem Agrarsektor zu begegnen. Die Veranstaltung wurde jedoch auch von Desinformation \u00fcberschattet, da ein <a href=\"https:\/\/dpa-factchecking.com\/germany\/260112-99-145737\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/dpa-factchecking.com\/germany\/260112-99-145737\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">KI-generiertes Video von Traktoren in der Hauptstadt <\/a>\u2013 das von der Faktencheck-Abteilung der Deutschen Presse-Agentur (dpa) als F\u00e4lschung entlarvt wurde \u2013 die Runde machte.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" data-id=\"2019147\" src=\"https:\/\/europeannewsroom.com\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/urnnewsmldpa.com20090101260113-99-153547-v1-s2048-1-1024x683.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2019147\" srcset=\"https:\/\/europeannewsroom.com\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/urnnewsmldpa.com20090101260113-99-153547-v1-s2048-1-980x653.jpeg 980w, https:\/\/europeannewsroom.com\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/urnnewsmldpa.com20090101260113-99-153547-v1-s2048-1-480x320.jpeg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw\" \/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-link-color wp-elements-1 wp-block-paragraph\" style=\"color:#8b8b8b\"><em>Bauern fahren mit ihren Traktoren die Avenue des Champs-Elys\u00e9es hinunter, um gegen das Mercosur-Handelsabkommen zu protestieren. Foto: Emma Da Silva\/AP\/dpa.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die franz\u00f6sische Landwirtschaftsministerin <strong>Annie Genevard <\/strong>betonte, dass die Zustimmung der Botschafterinnen und Botschafter der EU-Mitglieder \u201enicht das Ende der Geschichte\u201c sei, da das Europ\u00e4ische Parlament noch \u00fcber das Abkommen abstimmen m\u00fcsse. Sie hob hervor, dass \u201edie Wut der Landwirtinnen und Landwirte tief sitze und ihre Forderungen legitim sind\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch in Polen und Irland gingen Landwirtinnen und Landwirte auf die Stra\u00dfe, w\u00e4hrend in Belgien und anderen L\u00e4ndern Stra\u00dfen blockiert wurden, als die EU am Freitag gr\u00fcnes Licht f\u00fcr das Handelsabkommen gab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Selbst nach der Abstimmung am Freitag organisierten Landwirtinnen und Landwirte in Belgien weiterhin Proteste und Stra\u00dfenblockaden. Bereits Ende letzten Jahres war klar, dass Belgien sich bei der Abstimmung enthalten musste, da die verschiedenen Regierungen keinen Konsens erzielt hatten. Die regionale wallonische Regierung lehnte das Handelsabkommen ab, und es gab keine Einigung zwischen den Koalitionsparteien auf f\u00f6deraler und fl\u00e4mischer Ebene.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die fl\u00e4mische nationalistische Partei N-VA von Ministerpr\u00e4sident <strong>Bart De Wever <\/strong>war die lautst\u00e4rkste Bef\u00fcrworterin des Abkommens, fand jedoch zu wenig Unterst\u00fctzung unter den politischen Parteien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei Protesten in Warschau am Freitag beklagten polnische Landwirtinnen und Landwirte, dass das Abkommen die polnischen und europ\u00e4ischen M\u00e4rkte mit deutlich billigeren Lebensmitteleinfuhren \u00fcberschwemmen und damit lokale Produzentinnen und Produzenten gef\u00e4hrden k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am selben Tag traf sich der konservative Pr\u00e4sident <strong>Karol Nawrocki <\/strong>mit Bauernvertreterinnen und -vertretern und erkl\u00e4rte seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ministerpr\u00e4sident <strong>Donald Tusk<\/strong> sagte, er teile die Ablehnung des Vertrags durch die protestierenden Landwirtinnen und Landwirte. \u201eWir haben bei jeder Abstimmung gegen das Abkommen gestimmt, auch bei der letzten Abstimmung,\u201c f\u00fcgte er hinzu.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der polnische Landwirtschaftsminister <strong>Stefan Krajewski<\/strong> drohte, das EU-Mercosur-Handelsabkommen vor den Europ\u00e4ischen Gerichtshof zu bringen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Selbst einige EU-L\u00e4nder, die f\u00fcr das Abkommen gestimmt haben, stehen unter internem Druck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Slowenien beispielsweise bekr\u00e4ftigte <strong>Jo\u017ee Podgor\u0161ek<\/strong>, Pr\u00e4sident der slowenischen Landwirtschafts- und Forstkammer (KGZS), dass die Organisation das Abkommen mit Mercosur nicht unterst\u00fctzen k\u00f6nne, da es den europ\u00e4ischen Landwirtinnen und Landwirten schade.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Landwirtschaftsministerium reagierte auf die von den B\u00e4uerinnen und Bauern ge\u00e4u\u00dferten Bedenken, indem es versprach, die Umsetzung des Abkommens sorgf\u00e4ltig zu \u00fcberwachen und im Falle von Risiken f\u00fcr die slowenische Landwirtschaft Ma\u00dfnahmen zu fordern und alle verf\u00fcgbaren Schutzmechanismen zu nutzen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>EU-Landwirtinnen und -Landwirte an erster Stelle<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genau in diesem Bereich der Schutzma\u00dfnahmen passte die Kommission die Vertragsinhalte an, was Italien \u00fcberzeugte und damit die notwendigen Mehrheiten f\u00fcr eine europ\u00e4ische Zustimmung schuf. Die Schwelle, die Untersuchungen zu sensiblen Agrarprodukten bei Marktst\u00f6rungen ausl\u00f6st, wurde von 8 Prozent auf 5 Prozent gesenkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das bedeutet, dass die Europ\u00e4ische Kommission weiterhin eine Untersuchung einleitet, sobald die Einfuhrmengen um 5 Prozent steigen oder die Einfuhrpreise f\u00fcr bestimmte Produkte \u2013 wie Rindfleisch, Gefl\u00fcgel, Reis, Honig, Eier, Knoblauch, Ethanol oder Zucker \u2013 um 5 Prozent sinken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Italiens Zustimmung, betonte Ministerpr\u00e4sidentin <strong>Giorgia Meloni<\/strong>, sei dank der Garantien m\u00f6glich gewesen, die f\u00fcr die Landwirtinnen und Landwirte des Landes erzielt wurden und die nun eine nachhaltige Balance erm\u00f6glichen. \u201eDie Regierung h\u00e4tte niemals auf Kosten unserer exzellenten Produkte gr\u00fcnes Licht geben k\u00f6nnen,\u201c erkl\u00e4rte Meloni und f\u00fcgte hinzu, dass es nie eine ideologische Ablehnung gegeben habe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rom wurde auch durch die in den letzten Wochen erzielten Zugest\u00e4ndnisse beruhigt: ein Entsch\u00e4digungsfonds in H\u00f6he von 6,3 Milliarden Euro, verst\u00e4rkte Kontrollen betreffend die Gesundheit von Pflanzen, das Versprechen, die D\u00fcngemittelpreise nicht zu erh\u00f6hen, und die M\u00f6glichkeit, zus\u00e4tzliche 45 Milliarden Euro aus dem n\u00e4chsten EU-Haushalt f\u00fcr die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU bereitzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dar\u00fcber hinaus wird das Abkommen \u00fcber 340 traditionelle EU-Lebensmittelprodukte sch\u00fctzen, die als geografischen Ursprungs anerkannt sind, und eine Obergrenze f\u00fcr die Menge an Produkten festlegen, die aus Mercosur-L\u00e4ndern importiert werden und von niedrigeren Z\u00f6llen f\u00fcr Rind-, Schweine- und Gefl\u00fcgelfleisch profitieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese zus\u00e4tzlichen Schutzma\u00dfnahmen \u00fcberzeugten auch andere L\u00e4nder wie zum Beispiel Rum\u00e4nien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Laut Pr\u00e4sident <strong>Nicu\u0219or Dan<\/strong> stimmte sein Land dem Handelsabkommen nur zu, nachdem zus\u00e4tzliche Schutzma\u00dfnahmen ausgehandelt wurden, um rum\u00e4nische und europ\u00e4ische Produzentinnen und Produzenten zu sch\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rum\u00e4niens Haltung zum Mercosur-Abkommen ist tats\u00e4chlich stark polarisiert, gespalten zwischen den potenziellen wirtschaftlichen Vorteile \u2013 wie den Zugang zu neuen M\u00e4rkten und Exportm\u00f6glichkeiten \u2013 und den Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf die heimische Landwirtschaft, Umweltstandards und die Wettbewerbsf\u00e4higkeit rum\u00e4nischer Produzentinnen und Produzenten. Letztere sehen darin eine gro\u00dfe Bedrohung f\u00fcr die Lebensf\u00e4higkeit des nationalen Agrar- und Lebensmittelsektors.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine \u00e4hnliche Situation zeigt sich in der Slowakei. Landwirtschaftsminister <strong>Richard Tak\u00e1\u010d<\/strong> begr\u00fc\u00dfte die Schutzmechanismen, die monatliche Kontrollen garantieren und sicherstellen, dass auch die Qualit\u00e4t der importierten Produkte \u00fcberpr\u00fcft wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der bulgarische Landwirtschafts- und Ern\u00e4hrungsminister <strong>Georgi Tahov <\/strong>sagte, dass die Kosten f\u00fcr Energie, D\u00fcngemittel, Futtermittel, Arbeitskr\u00e4fte und Dienstleistungen weiter steigen, w\u00e4hrend die Marktertr\u00e4ge unsicher bleiben. Dies bedrohe die wirtschaftliche Nachhaltigkeit von Betrieben direkt, insbesondere in L\u00e4ndern wie Bulgarien, wo die Einkommen unter dem EU-Durchschnitt liegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daher unterst\u00fctzte Bulgarien ebenfalls die Einf\u00fchrung von Schutzmechanismen in der EU-Gesetzgebung, um die Interessen der Landwirtinnen und Landwirte zu wahren und potenzielle Risiken f\u00fcr den Agrarsektor abzumildern. Der Minister betonte, dass Landwirtinnen und Landwirte ohne faire Einkommen und gleiche Standards im Handel mit Drittl\u00e4ndern nicht wettbewerbsf\u00e4hig sein k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dar\u00fcber hinaus bekundete der stellvertretende Wirtschaftsminister <strong>Doncho Barbalov<\/strong> die Absicht des Landes, der Entwicklung der letzten Jahre zu folgen und die Pr\u00e4senz in den Mercosur-L\u00e4ndern weiter zu verst\u00e4rken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun liegt es an den Mitgliedstaaten und dem Europ\u00e4ischen Parlament zu entscheiden, ob die getroffenen Schutzma\u00dfnahmen ausreichen, um das Abkommen umzusetzen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Dieser Artikel ist eine enr Key Story. Der Inhalt basiert auf Nachrichten der am enr teilnehmenden Agenturen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach 25 Jahren Verhandlungen und inmitten globaler Spannungen steht die EU kurz davor, ein wegweisendes Handelsabkommen mit vier s\u00fcdamerikanischen Staaten zu unterzeichnen. Doch Europas Agrarsektor ist weiterhin in Abwehrhaltung \u2013 einige Mitgliedstaaten wollen die Mercosur-Abstimmung im Europ\u00e4ischen Parlament blockieren.<\/p>\n","protected":false},"author":197,"featured_media":2019192,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":true,"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[39],"tags":[22993,6555,22995,22994],"class_list":["post-2018890","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-key-story","tag-eu-mercosur","tag-handelsabkommen","tag-kampagnen-der-landwirtinnen","tag-unterzeichnung"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2018890","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/197"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2018890"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2018890\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2019192"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2018890"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2018890"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2018890"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}