{"id":2088450,"date":"2026-01-28T16:35:38","date_gmt":"2026-01-28T15:35:38","guid":{"rendered":"https:\/\/europeannewsroom.com\/?p=2088450"},"modified":"2026-01-28T16:35:43","modified_gmt":"2026-01-28T15:35:43","slug":"eu-will-bessere-grenzueberschreitende-verbindungen-doch-verspaetungen-und-kostenexplosionen-ueberschatten-verkehrs-megaprojekte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/eu-will-bessere-grenzueberschreitende-verbindungen-doch-verspaetungen-und-kostenexplosionen-ueberschatten-verkehrs-megaprojekte\/","title":{"rendered":"EU will bessere grenz\u00fcberschreitende Verbindungen \u2013 doch Versp\u00e4tungen und Kostenexplosionen \u00fcberschatten Verkehrs-Megaprojekte"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Vision der Europ\u00e4ischen Union, bis zum Jahr 2050 ein fugenloses, nachhaltiges und hochwertiges multimodales Verkehrsnetz in ganz Europa zu schaffen, erscheint ausgebremst: Eine EU-Aufsichtsbeh\u00f6rde hat davor gewarnt, dass Verz\u00f6gerungen bei Gro\u00dfprojekten bedeuten k\u00f6nnen, dass wichtige Meilensteine f\u00fcr 2030 und 2040 nicht erreicht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von der Eisenbahnverbindung Lyon-Turin bis zum Canal Seine-Nord: Das EU-Ziel, bis 2030 eine Reihe grenz\u00fcberschreitender Verbindungen fertig zu stellen, wird laut einem Bericht des Europ\u00e4ischen Rechnungshofs (EuRH) vom Januar \u201enicht erreicht werden\u201d.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDrei Jahrzehnte nach der Planung der meisten dieser Projekte sind wir noch weit davon entfernt, sie fertig zu stellen und die angestrebten Verbesserungen im Personen- und G\u00fcterverkehr in ganz Europa zu erreichen,\u201c sagte EuRH-Mitglied <strong>Annemie Turtelboom<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der EuRH hat acht Projekte gepr\u00fcft, die das R\u00fcckgrat der EU-Pl\u00e4ne zur F\u00f6rderung des Stra\u00dfen-, Schienen-, Wasser- und Luftverkehrs in den 27 Mitgliedstaaten bilden, um den Handel und das Wirtschaftswachstum anzukurbeln.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>TEN-V auf dem absteigenden Ast<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das transeurop\u00e4ische Verkehrsnetz (TEN-V) gilt als Kern des europ\u00e4ischen Verkehrswesens und umfasst zahlreiche gro\u00df angelegte transnationale Projekte, die f\u00fcr die Verbesserung der Anschl\u00fcsse in ganz Europa von entscheidender Bedeutung sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Jahr 2013 einigten sich die EU-Mitgliedstaaten darauf, das TEN-V-Kernnetz bis 2030 fertig zu stellen, aber der Rechnungshof aktualisierte seine Einsch\u00e4tzung von vor f\u00fcnf Jahren und kam zu dem Schluss, dass \u201edie Aussichten f\u00fcr 2025 schlechter sind als f\u00fcr 2020 und weit von den urspr\u00fcnglichen Vorstellungen entfernt sind\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Jahr 2020 berichteten die EU-Pr\u00fcfer, dass die tats\u00e4chlichen, inflationsbereinigten Kosten der acht untersuchten Megaprojekte im Vergleich zu den urspr\u00fcnglichen Sch\u00e4tzungen um insgesamt 47 Prozent gestiegen waren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Projekte, an denen 13 L\u00e4nder beteiligt sind &#8211; darunter Belgien, D\u00e4nemark, Deutschland, Estland, Frankreich und Italien -, gab es 15,3 Milliarden Euro an EU-Mitteln. Verz\u00f6gert haben sie sich dennoch durchschnittlich um 17 Jahre, wie die Pr\u00fcferinnen und Pr\u00fcfer feststellten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Laut dem Bericht des Europ\u00e4ischen Rechnungshofs waren die Verz\u00f6gerungen auf eine Reihe von Herausforderungen zur\u00fcckzuf\u00fchren, darunter unerwartete technische Probleme sowie die Covid-19-Pandemie und der Krieg Russlands gegen die Ukraine.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"830\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/europeannewsroom.com\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Asset-139@-1-830x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2088451\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Gesch\u00e4tzte Gesamtkosten und die zugewiesene EU-Cofinanzierung f\u00fcr die acht Verkehrs-Megaprojekte im \u00dcberblick. Quelle: EuRH auf der Grundlage von Informationen der Kommission, nationaler Beh\u00f6rden und Projektf\u00f6rdernder.<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Steigende Kosten erh\u00f6hen den Druck<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dem neuen Bericht zufolge sind die Kosten st\u00e4rker als erwartet gestiegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ohne Ber\u00fccksichtigung der Inflation lagen die Gesamtkosten f\u00fcr die analysierten Projekte um 82 Prozent \u00fcber den urspr\u00fcnglichen Sch\u00e4tzungen, hei\u00dft es in dem Bericht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die j\u00fcngsten Berechnungen f\u00fcr die Projekte seien nun fast doppelt so hoch wie urspr\u00fcnglich vorgesehen, wobei der starke Anstieg auf zwei Eisenbahnverbindungen zur\u00fcckzuf\u00fchren ist: die Rail Baltica, die Tallinn in Estland \u00fcber Riga und Kaunas mit Polens Hauptstadt Warschau verbindet und deren Kosten um 291 Prozent gestiegen sind, sowie die Verbindung zwischen Lyon in S\u00fcdfrankreich und Turin in Norditalien, deren Kosten um 127 Prozent gestiegen sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Estland, Lettland und Litauen, die sich 1990\/91 aus der Sowjetunion l\u00f6sten und 2004 sowohl der EU als auch der NATO beitraten, verf\u00fcgen alle \u00fcber Breitspur-Eisenbahnen aus der Sowjetzeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit einer Gesamtbev\u00f6lkerung von nur sechs Millionen Menschen unterzeichneten die drei baltischen Staaten 2017 einen Vertrag \u00fcber den Bau einer Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke, um neue M\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Region in Bezug auf Handel und Logistik zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben steigenden Kosten stie\u00df der Bau der Eisenbahnstrecke Lyon-Turin im Laufe der Jahre auch auf Widerstand von Umweltgruppen, die das Tunnelprojekt Lyon-Turin kritisierten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bef\u00fcrworter sagen, dass es den G\u00fcterverkehr auf der Stra\u00dfe erheblich entlasten wird. Aber Gegner \u2013 die unter anderem 2017 in der N\u00e4he des Dorfes Saint Remy-de-Maurienne im S\u00fcdosten Frankreichs protestierten \u2013 sagen, dass die \u00f6kologischen Sch\u00e4den verheerend sein k\u00f6nnten und dass es Quellen gebe, die aufgrund der Bauarbeiten bereits zu versiegen begonnen h\u00e4tten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Brenner-Basistunnel zwischen Innsbruck in \u00d6sterreich und Norditalien, der in erster Linie den G\u00fcterverkehr von der Stra\u00dfe auf die Schiene verlagern soll, wird nun 40 Prozent mehr kosten als urspr\u00fcnglich veranschlagt und soll derzeit fr\u00fchestens 2032 er\u00f6ffnet werden. Der urspr\u00fcngliche Er\u00f6ffnungstermin war 2016, und der ECA hatte seine Sch\u00e4tzung in seinem Bericht vor f\u00fcnf Jahren bereits auf 2028 verschoben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kosten f\u00fcr die Stra\u00dfen- und Schienenverbindung Fehmarnbelt zwischen D\u00e4nemark und Deutschland werden um 52 Prozent h\u00f6her ausfallen, die Er\u00f6ffnung ist f\u00fcr 2029 geplant. Das w\u00e4re 11 Jahre sp\u00e4ter als urspr\u00fcnglich vorgesehen, und es gibt die M\u00f6glichkeit einer weiteren Verz\u00f6gerung bis 2031.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Canal Seine-Nord Europe, eine Hochleistungswasserstra\u00dfe, die den G\u00fctertransport zwischen den Benelux-L\u00e4ndern und der Region Paris erleichtern soll, litt ebenfalls unter massiven Kosten\u00fcberschreitungen von bis zu 225 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDie Eisenbahnlinie Basque Y, die nach dem urspr\u00fcnglichen Zeitplan bis 2010 und nach dem \u00fcberarbeiteten Plan von 2020 bis 2023 in Betrieb genommen werden sollte, wird nun fr\u00fchestens 2030 fertiggestellt sein,\u201c hei\u00dft es in dem Bericht, obwohl die Pr\u00fcfenden 2035 f\u00fcr realistischer halten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Angaben der Europ\u00e4ischen Kommission war Spanien eines der L\u00e4nder, die am meisten in Hochgeschwindigkeitsz\u00fcge investierten, mit durchschnittlich rund 1,5 Milliarden Euro pro Jahr zwischen 2018 und 2022. Die Folgen von drei t\u00f6dlichen Zugungl\u00fccken Anfang dieses Monats haben jedoch die unzureichende Instandhaltung der bestehenden Eisenbahnnetze offenbart.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz der kritischen Situationen, die bei den acht Megaprojekten aufgetreten sind, hat die Europ\u00e4ische Kommission laut dem Bericht nie die ihr zur Verf\u00fcgung stehenden rechtlichen Mittel genutzt, um von den Hauptst\u00e4dten eine Erkl\u00e4rung f\u00fcr die Verz\u00f6gerungen zu bekommen. Mit Blick auf die Zukunft \u00e4u\u00dferten die Pr\u00fcferinnen und Pr\u00fcfer die Hoffnung, dass die nationalen Verkehrspl\u00e4ne k\u00fcnftig mit den Priorit\u00e4ten auf europ\u00e4ischer Ebene abgestimmt werden. Die Mitgliedstaaten sind dazu nun zwar verpflichtet, aber die Resultate werden sich erst bei neuen Megaprojekten abzeichnen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Zwei Projekte trotzen den Widrigkeiten<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Positiv zu vermerken ist, dass bei zwei Projekten &#8211; der Autobahn A1 in Rum\u00e4nien und der Eisenbahnstrecke E59 in Polen &#8211; die aktuellen Kostensch\u00e4tzungen tats\u00e4chlich unter den urspr\u00fcnglichen Sch\u00e4tzungen liegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Laut dem Bericht des Europ\u00e4ischen Rechnungshofs sanken die Kosten f\u00fcr die E59-Strecke um 18 Prozent, wobei die Pr\u00fcfer kein voraussichtliches Er\u00f6ffnungsjahr nannten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das TEN-V-Netz Polens umfasst bereits die Seeh\u00e4fen Danzig, Gdynia, Stettin und Swinem\u00fcnde sowie Flugh\u00e4fen wie Warschau, Krakau, Danzig und Kattowitz, die als wichtige multimodale Knotenpunkte dienen. Die Eisenbahnstrecke E59 ist Teil des Korridors Ostsee\u2013Adria.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Laut dem Bericht des Rechnungshofs liegen die Kosten f\u00fcr die Autobahn A1 in Rum\u00e4nien um 11 Prozent unter den urspr\u00fcnglichen Sch\u00e4tzungen. Die Autobahn A1 in Rum\u00e4nien ist ein wichtiger Bestandteil des Rhein-Donau-Korridors und stellt innerhalb Rum\u00e4niens eine direkte Verbindung zwischen der Hauptstadt Bukarest und der ungarischen Grenze am \u00dcbergang N\u0103dlac her.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Aussichten f\u00fcr die Fertigstellung der Autobahn A1 haben sich folglich verbessert, und das Projekt k\u00f6nnte noch vor Ablauf der Frist im Jahr 2030 in Betrieb genommen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Dieser Artikel ist eine enr Key Story. Der Inhalt basiert auf Nachrichten der am enr teilnehmenden Agenturen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein neuer Bericht der Finanzaufsichtsbeh\u00f6rde der Europ\u00e4ischen Union in Luxemburg hat M\u00e4ngel bei der Umsetzung gro\u00dfer Verkehrsvorhaben aufgedeckt. Kann die EU Gas geben und ihre Ziele in den Megaprojekten erreichen?<\/p>\n","protected":false},"author":119,"featured_media":2045446,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":true,"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[39],"tags":[147,11046,11048,23117],"class_list":["post-2088450","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-key-story","tag-eu","tag-ten-v","tag-transport-6","tag-verbindung"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2088450","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/119"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2088450"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2088450\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2045446"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2088450"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2088450"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2088450"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}