{"id":2094816,"date":"2026-01-29T16:36:05","date_gmt":"2026-01-29T15:36:05","guid":{"rendered":"https:\/\/europeannewsroom.com\/?p=2094816"},"modified":"2026-01-29T16:36:09","modified_gmt":"2026-01-29T15:36:09","slug":"oesterreichisches-anti-geldwaesche-gesetz-nicht-eu-konform","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/oesterreichisches-anti-geldwaesche-gesetz-nicht-eu-konform\/","title":{"rendered":"\u00d6sterreichisches Anti-Geldw\u00e4sche-Gesetz nicht EU-konform"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Luxemburg (APA) &#8211; Die Vorschriften des \u00f6sterreichischen Rechts \u00fcber die Haftung juristischer Personen f\u00fcr Verst\u00f6\u00dfe gegen Anti-Geldw\u00e4sche-Regelungen und \u00fcber festgelegte Verj\u00e4hrungsfristen sind laut einem Urteil des Europ\u00e4ischen Gerichtshofs (EuGH) nur teilweise mit EU-Recht vereinbar. Bei den Verj\u00e4hrungsfristen sieht das Gericht keine Widerspr\u00fcche zur EU-Anti-Geldw\u00e4sche-Richtlinie, bei der Haftung juristischer Personen jedoch schon, hei\u00dft es am Donnerstag in dem Urteil (Rechtssache C 291\/24).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hintergrund des Urteils ist, dass die \u00f6sterreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) gegen die Steierm\u00e4rkische Bank und Sparkassen AG wegen der Verletzung von Sorgfaltspflichten eine Sanktion verh\u00e4ngt hatte. Die Steierm\u00e4rkische Bank legte daraufhin zusammen mit zwei nat\u00fcrlichen Personen Beschwerde beim \u00f6sterreichischen Bundesverwaltungsgericht (BVwG) ein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das \u00f6sterreichische Bundesverwaltungsgericht hatte Zweifel, ob die im Finanzmarkt-Geldw\u00e4schegesetz festgelegten Anforderungen, die die Haftung einer juristischen Person an die Haftung einer identifizierten nat\u00fcrlichen Person kn\u00fcpfen, gegen EU-Regelungen zur Bek\u00e4mpfung der Geldw\u00e4sche versto\u00dfen. Dar\u00fcber hinaus sei unsicher, ob die im Finanzmarkt-Geldw\u00e4schegesetz festgelegten Verj\u00e4hrungsfristen mit dem Unionsrecht vereinbar seien.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Haftungsvorschriften juristischer Personen EU-widrig<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der EuGH vertritt die Auffassung, dass im Falle eines Versto\u00dfes einer juristischen Person nicht zwingend erforderlich ist, dass zuvor einer nat\u00fcrlichen Person eine f\u00f6rmliche Parteistellung als Beschuldigter einger\u00e4umt werde. So hei\u00dft es in dem Urteil: &#8222;Vielmehr ist die Verantwortlichkeit nat\u00fcrlicher Personen nach nationalem Recht nur akzessorisch und erg\u00e4nzt die Verantwortlichkeit der betreffenden juristischen Person.&#8220; Auch m\u00fcsse die nat\u00fcrliche Person nicht namentlich als Verantwortliche genannt werden. Das nationale Gesetz laufe der EU-Richtlinie damit zuwider.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Entscheidung geht gegen den Schlussvortrag der Generalanw\u00e4ltin <strong>Tamara \u0106apeta<\/strong>. Diese hatte im Juli 2025 noch keinen Widerspruch zwischen den nationalen Vorschriften und dem Unionsrecht gesehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Keine Probleme sieht der EuGH dagegen mit den im \u00f6sterreichischen Recht festgelegten Verj\u00e4hrungsfristen. Das nationale Recht sieht eine Verfolgungsverj\u00e4hrung von drei Jahren nach Ende des Versto\u00dfes und eine Strafbarkeitsverj\u00e4hrung nach f\u00fcnf Jahren vor. (29.01.2026)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00d6sterreich verst\u00f6\u00dft gegen die EU-Bestimmungen gegen Geldw\u00e4sche. Dies hat der Europ\u00e4ische Gerichtshof am Donnerstag in einem Urteil entschieden. <\/p>\n","protected":false},"author":91,"featured_media":1923065,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[45],"tags":[],"class_list":["post-2094816","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-europe-in-brief"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2094816","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/91"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2094816"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2094816\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1923065"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2094816"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2094816"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2094816"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}