{"id":247903,"date":"2024-05-17T14:01:16","date_gmt":"2024-05-17T12:01:16","guid":{"rendered":"https:\/\/europeannewsroom.dpa.com\/?p=247903"},"modified":"2024-05-17T14:01:48","modified_gmt":"2024-05-17T12:01:48","slug":"lobbycontrol-eu-nicht-genug-vor-einflussnahme-geschuetzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/lobbycontrol-eu-nicht-genug-vor-einflussnahme-geschuetzt\/","title":{"rendered":"Lobbycontrol: EU nicht genug vor Einflussnahme gesch\u00fctzt"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Berlin\/Br\u00fcssel &#8211; Die deutsche Organisation Lobbycontrol h\u00e4lt den Schutz der EU vor Einflussnahme durch Konzerne und Drittstaaten f\u00fcr unzureichend. \u00abKonzerne und ihre Verb\u00e4nde betreiben mit viel Geld, Personal und privilegierten Zug\u00e4ngen Lobbyarbeit in Br\u00fcssel und finden daf\u00fcr vorteilhafte Bedingungen vor\u00bb, teilte die politische Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin von Lobbycontrol, <strong>Imke Dier\u00dfen<\/strong>, zum EU-Lobbyreport 2024 mit, der am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mitautorin <strong>Nina Katzemich<\/strong> betonte, dass die 50 Konzerne mit den gr\u00f6\u00dften Lobbyausgaben in Br\u00fcssel diese Ausgaben in den vergangenen zehn Jahren um zwei Drittel erh\u00f6ht h\u00e4tten. Zu den gr\u00f6\u00dften Lobbyakteuren in Br\u00fcssel &#8211; gemessen an ihren j\u00e4hrlichen Lobbyausgaben laut EU-Lobbyregister &#8211; z\u00e4hlen dem Bericht zufolge etwa US-Unternehmen wie Meta, Microsoft und Apple, aber auch der deutsche Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Mitautor: Durchsetzung der Lobbyregeln ist Problem<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die EU-Lobbyregeln seien eigentlich sehr gut, teilweise auch besser als in Deutschland, erkl\u00e4rte Mitautor <strong>Aurel Eschmann<\/strong>, der in diesem Bereich Fortschritte festmacht. Das Problem in Br\u00fcssel sei aber die Durchsetzung, ohne die auch die besten Regeln nichts bewirkten. Bislang sei kein einziger Abgeordneter im EU-Parlament f\u00fcr einen Versto\u00df gegen Lobbyregeln sanktioniert worden, kritisierte Eschmann in einer Mitteilung. \u00abSo gehen weiterhin Akteure im Parlament ein und aus, die den Eintrag ins EU-Lobbyregister verweigern, obwohl dies bereits bei der Aufarbeitung des &#8222;Katargate&#8220;-Skandals als ein wichtiges Schlupfloch erkannt worden war.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Einflussversuche durch Drittstaaten<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei dem unter diesem Namen bekannt gewordenen Skandal geht es um mutma\u00dfliche Einflussnahme auf politische Entscheidungen durch die Regierungen von Katar und Marokko. Ende 2022 wurden Ermittlungen gegen die inzwischen abgesetzte Vizepr\u00e4sidentin des EU-Parlaments <strong>Eva Kaili<\/strong> und weitere Verd\u00e4chtige wegen Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung, Geldw\u00e4sche und Korruption eingeleitet.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ende vergangenen Monats stimmte das Europaparlament f\u00fcr die Einrichtung eines Ethikgremiums, dass die Einhaltung von Lobby- und Antikorruptionsregeln kontrollieren soll. An der Vereinbarung beteiligen sich laut der damaligen Mitteilung acht EU-Institutionen, darunter das Parlament und die Kommission.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dier\u00dfen h\u00e4lt die derzeitigen Mechanismen in der EU f\u00fcr nicht ausreichend, \u00abum illegitime Einflussnahme fr\u00fchzeitig zu erkennen oder zu verhindern\u00bb. Als Beleg daf\u00fcr verweist sie neben dem Katar-Korruptionsskandal auch auf \u00abm\u00f6gliche russische Geldzahlungen an Maximilian Krah\u00bb. Der Europa-Spitzenkandidat der AfD steht wegen m\u00f6glicher Russland- und China-Verbindungen sowie der Festnahme eines Mitarbeiters unter Spionage-Verdacht in der Kritik. (16. Mai)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Donnerstag wurde in Berlin der EU-Lobbyreport 2024 vorgestellt. 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