{"id":270914,"date":"2024-06-11T13:07:04","date_gmt":"2024-06-11T11:07:04","guid":{"rendered":"https:\/\/europeannewsroom.dpa.com\/?p=270914"},"modified":"2024-06-11T13:07:41","modified_gmt":"2024-06-11T11:07:41","slug":"frustration-und-rassismus-warum-die-jugend-in-deutschland-so-oft-rechts-gewaehlt-hat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/frustration-und-rassismus-warum-die-jugend-in-deutschland-so-oft-rechts-gewaehlt-hat\/","title":{"rendered":"Frustration und Rassismus: Warum die Jugend in Deutschland so oft rechts gew\u00e4hlt hat"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Berlin &#8211; Sie sind jung, politisch interessiert und begeistert von der rechtspopulistischen AfD: Bei der Europawahl haben deutlich mehr junge W\u00e4hler als 2019 ihr Kreuzchen bei der Partei gemacht, deren Spitzenkandidaten zuletzt vor allem durch Skandale aufgefallen waren. Auch die konservative Union konnte bei den 16- bis 24-J\u00e4hrigen zulegen &#8211; im Gegensatz zu den einstigen Lieblingen der Jugend, den Gr\u00fcnen, und der FDP. Sind junge W\u00e4hler \u00abrechter\u00bb als andere?\u00a0<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Elf Prozentpunkte mehr f\u00fcr die AfD<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">17 Prozent der teilnehmenden 16- bis 24-J\u00e4hrigen in Deutschland w\u00e4hlten diesmal CDU oder CSU &#8211; bei der vorangegangenen Europawahl 2019 waren es noch 12 Prozent, ein Plus also von f\u00fcnf Prozentpunkten. F\u00fcr die AfD haben in der Altersgruppe 16 Prozent gestimmt &#8211; das sind sogar satte elf Punkte mehr.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Experte: Junge Menschen sind \u00abgrundfrustriert\u00bb<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00abDas hat mich gar nicht \u00fcberrascht\u00bb, sagt der deutsche Politikberater und Social-Media-Experte Martin Fuchs. Er nehme bei jungen Leuten schon l\u00e4nger eine \u00abGrundfrustration\u00bb wahr. Das habe schon zu Zeiten der Finanzkrise begonnen und sich bis nach der Corona-Pandemie durchgezogen: Es seien immer die J\u00fcngeren gewesen, f\u00fcr die \u00abam wenigsten Politik gemacht\u00bb worden sei. Ein weiterer Grund sei der Umgang der deutschen Regierung mit Kriegen und Krisen. Der habe zu einer \u00abmaximalen Ern\u00fcchterung\u00bb auch von Anh\u00e4ngern progressiver Ideen gef\u00fchrt, analysiert Fuchs. Die AfD habe hier einfache Antworten zu bieten. \u00abPopulismus ist anschlussf\u00e4hig &#8211; nicht nur bei jungen Leuten.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00abStruktureller Rassismus\u00bb helfe der AfD<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und dennoch bleibt die Frage: Warum w\u00e4hlt ein Teil der jungen Menschen dann nicht eher die Union und letztendlich doch die AfD &#8211; eine Partei, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall und in drei L\u00e4ndern sogar als gesichert rechtsextrem eingestuft wird? \u00abJunge Menschen sind nicht unbedingt links-progressiv eingestellt, sondern haben auch teilweise ein vielleicht antisemitisches, rassistisches Weltbild\u00bb, sagt Fuchs. Einigen sei die CDU \u00abzu mittig\u00bb und \u00abzu wenig nationalistisch\u00bb. Die AfD habe es geschafft, das Potenzial von strukturellem Rassismus in Deutschland zu heben &#8211; dieser sei schon seit 20, 25 Jahren durch Studien belegt. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Experte: Absturz der Gr\u00fcnen auch durch Regierungsbeteiligung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die schwerste Niederlage bei den J\u00fcngeren mussten die Gr\u00fcnen einstecken: 23 Prozentpunkte Verlust seit der letzten Wahl. Nur noch elf Prozent der W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler zwischen 16 und 24 Jahren entschieden sich f\u00fcr die Partei, die einst neben der FDP als Magnet f\u00fcr junge Menschen galt und als Garant f\u00fcr gute Klimaschutzpolitik.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Politikwissenschaftler Thorsten Faas verweist zwar darauf, dass das Thema Klima in der medialen Wahrnehmung j\u00fcngst nicht mehr so pr\u00e4sent war wie beispielsweise Migration. Eine generelle \u00abKlima-M\u00fcdigkeit\u00bb sieht er aber nicht. Die Europawahl habe vor allem eines gezeigt: \u00abKeine Gruppe hat so heterogen gew\u00e4hlt wie die Gruppe junger Menschen.\u00bb Das zeige sich auch am Zuspruch zu Volt und anderen Kleinstparteien. In den westdeutschen Gro\u00df- und Universit\u00e4tsst\u00e4dten sei Volt mit einer progressiven Agenda verst\u00e4rkt in die \u00abL\u00fccke gesto\u00dfen, die die Gr\u00fcnen hinterlassen haben\u00bb, analysiert Faas. Seit der letzten Wahl 2019 habe die gr\u00fcne Regierungsbeteiligung bei jungen Leuten teilweise Entt\u00e4uschung hervorgerufen. Debatten wie die um das \u00abHeizungsgesetz\u00bb h\u00e4tten \u00abextrem polarisiert\u00bb und den Gr\u00fcnen geschadet. (10. Juni)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei der Europawahl in Deutschland durften zum ersten Mal auch 16-J\u00e4hrige ihre Stimme abgeben. Viele von ihnen haben die rechtspopulistische AfD gew\u00e4hlt, die Gr\u00fcnen sind im Gegenzug stark abgerutscht. Warum r\u00fccken junge Deutsche nach rechts?<\/p>\n","protected":false},"author":161,"featured_media":252037,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[45],"tags":[10836,117,147,9959,10727],"class_list":["post-270914","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-europe-in-brief","tag-afd","tag-deutschland","tag-eu","tag-europawahl","tag-jugend"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/270914","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/161"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=270914"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/270914\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/252037"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=270914"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=270914"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=270914"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}