{"id":279759,"date":"2024-06-19T09:49:19","date_gmt":"2024-06-19T07:49:19","guid":{"rendered":"https:\/\/europeannewsroom.dpa.com\/?p=279759"},"modified":"2024-06-19T09:51:25","modified_gmt":"2024-06-19T07:51:25","slug":"eu-renaturierung-eugh-klage-fuer-experten-aussichtslos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/eu-renaturierung-eugh-klage-fuer-experten-aussichtslos\/","title":{"rendered":"EU-Renaturierung &#8211; EuGH-Klage f\u00fcr Experten aussichtslos"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Br\u00fcssel\/Wien\/EU-weit &#8211; Der Europarechtsexperte Peter Hilpold hat der von der \u00f6sterreichischen Regierungspartei \u00d6VP angek\u00fcndigten Nichtigkeitsklage vor dem Europ\u00e4ischen Gerichtshof (EuGH) aufgrund der Zustimmung von \u00d6sterreichs Umweltministerin Leonore Gewessler (Gr\u00fcne) zum EU-Renaturierungsgesetz im APA-Gespr\u00e4ch am Dienstag wenig Chancen einger\u00e4umt. Er sah eindeutig ein &#8222;rechtsg\u00fcltiges Zustandekommen&#8220; des Gesetzes, obwohl Gewessler in einer &#8222;Grauzone&#8220; agiert habe. F\u00fcr ihn stand fest, dass &#8222;der Wahlkampf nach Br\u00fcssel getragen worden ist.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der an der Universit\u00e4t Innsbruck lehrende EU-Experte meinte, dass man sich in diesem Fall &#8211; mangels Pr\u00e4zedenzf\u00e4llen im Europarecht &#8211; auf allgemeines V\u00f6lkerrecht berufen m\u00fcsse. Und dies besage klar, dass die anderen Vertreter der EU-Staaten davon ausgehen und darauf vertrauen mussten, dass Gewessler als fachzust\u00e4ndige Ministerin auch entscheidungsbefugt sei. &#8222;Wenn die Vertretungsbefugnis von Staatenvertretern auf Zuruf st\u00e4ndig in Zweifel gezogen werden k\u00f6nnte, weil es unterschiedliche Auffassungen \u00fcber nationale Beschlussverfahren im Vorfeld gibt, w\u00fcrden internationale Entscheidungsverfahren v\u00f6llig zum Erliegen kommen&#8220;, verdeutlichte er seine Ansicht. Der Brief von Bundeskanzler Karl Nehammer (\u00d6VP) an den belgischen Ratsvorsitz, in dem der Kanzler Gewesslers Unzust\u00e4ndigkeit erkl\u00e4rt hatte, \u00e4nderte f\u00fcr Hilpold auch nichts: &#8222;Der Bundeskanzler hat gegen\u00fcber seinen Ministern keine Richtlinienbefugnis&#8220;, sah er auch eine Bedeutung auf EU-Ebene.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sollte der EuGH wider seines Erwartens &#8211; andere EU-Rechtler waren hier anderer Meinung &#8211; die Nichtigkeitsklage doch zulassen und zur Erkenntnis kommen, dass die Entscheidung rechtswidrig getroffen worden sei, &#8222;dann w\u00fcrde das Gesetz aufgehoben. Man k\u00f6nnte aber schon jetzt als vorl\u00e4ufige Ma\u00dfnahme beantragen, dass das Gesetz nicht in Kraft treten kann.&#8220; Eine Entscheidung des EU-Gerichts \u00fcber Abweisung oder Zulassung erwartete er aber erst in eineinhalb Jahren &#8211; also nach Inkrafttreten des Gesetzes. Dieses m\u00fcsse innerhalb von zehn Tagen im Amtsblatt ver\u00f6ffentlicht werden. Dann k\u00f6nne die Nichtigkeitsklage innerhalb einer Zwei-Monats-Frist eingebracht werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Insgesamt w\u00fcnschte sich der Europarechtler einen etwas moderateren Ton und einen sachlicheren Zugang zu Rechtsfragen. Fragen \u00fcber nationale Verfahrenswege sollten, so wie EU-weit \u00fcblich, grunds\u00e4tzlich national gekl\u00e4rt und nicht nach Br\u00fcssel getragen werden, da ansonsten das Ansehen \u00d6sterreichs Schaden nehmen w\u00fcrde. (18.06.2024)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem \u00d6sterreichs Umweltministerin Leonore Gewessler (Gr\u00fcne) gegen den Willen ihres Koalitionspartners \u00d6VP auf EU-Ebene dem Renaturierungsgesetz zugestimmt hat, will die \u00d6VP das EU-Gesetz nun mit einer Nichtigkeitsklage vor dem Europ\u00e4ischen Gerichtshof (EuGH) kippen. Europarechtsexperte Peter Hilpold r\u00e4umt diesem Vorhaben aber wenig Chancen ein. <\/p>\n","protected":false},"author":91,"featured_media":272202,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[45],"tags":[],"class_list":["post-279759","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-europe-in-brief"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/279759","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/91"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=279759"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/279759\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/272202"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=279759"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=279759"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=279759"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}