{"id":32003,"date":"2022-08-19T13:00:00","date_gmt":"2022-08-19T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/enr.today\/?p=32003"},"modified":"2022-11-09T13:38:18","modified_gmt":"2022-11-09T12:38:18","slug":"ist-europa-bereit-fuer-eine-neue-migrationswelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/ist-europa-bereit-fuer-eine-neue-migrationswelle\/","title":{"rendered":"Ist Europa bereit f\u00fcr eine neue Migrationswelle?"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Angaben der europ\u00e4ischen Grenzschutzagentur Frontex kamen von Januar bis Juli insgesamt 155.090 Migranten in der Europ\u00e4ischen Union an. Die Zahl der Migranten in der EU stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 86 Prozent. Ukrainische Fl\u00fcchtlinge sind in diesen Zahlen nicht enthalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei geht die Tendenz der europ\u00e4ischen Asylpolitik seit Jahren grunds\u00e4tzlich Richtung Abschottung. In Br\u00fcssel als Erfolg, dass die meisten EU-Staaten sich im Juni auf einen Solidarit\u00e4tsmechanismus geeinigt haben. Die Idee: Andere EU-Mitglieder k\u00f6nnen entweder Fl\u00fcchtlinge aus Italien, Spanien, Malta, Griechenland und Zypern aufnehmen oder mit Geld und Sachleistungen helfen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">13 Staaten wollen sich an der Aufnahme von Fl\u00fcchtlingen beteiligen, sie haben Zusagen f\u00fcr insgesamt gut 8000 Menschen gemacht. Deutschland nimmt fast die H\u00e4lfte (3500), im August sollen die ersten Menschen aus Italien umgesiedelt werden. Im Gegenzug f\u00fcr diese Hilfe bekommen die s\u00fcdlichen Staaten neue Aufgaben bei der Identifikation Schutzsuchender. All jene, die keine Aussicht auf Asyl haben, sollen k\u00fcnftig sofort abgewiesen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der Seenotrettung sind auf EU-Ebene bislang keine Fortschritte zu verzeichnen. Seit der gro\u00dfen Fluchtbewegung 2015\/16 und den daraus resultierenden Verwerfungen zwischen den EU-L\u00e4ndern scheint eine staatlich unterst\u00fctzte und EU-koordinierte Seenotrettung nicht mehr denkbar. Die zentrale Mittelmeerroute von Nordafrika nach S\u00fcdeuropa wurde zwischen Januar und Juli von mehr als 42.500 Migranten genutzt, ein Anstieg von 44 Prozent im Vergleich zu den ersten sieben Monaten des vergangenen Jahres.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Spaniens Mittelmeerk\u00fcsten, einschlie\u00dflich der Inseln Mallorca (Mittelmeer) und Kanarische Inseln (Atlantik), sind erneut das Ziel der kleinen Boote, mit denen sich die Migranten aus Afrika auf den letzten Abschnitt ihres europ\u00e4ischen Traums begeben. Der spanische Staatspr\u00e4sident <strong>Pedro S\u00e1nchez<\/strong> erkl\u00e4rte am 16. August, dass die Zahl der in Spanien ankommenden Migranten im Vergleich zum letzten Jahr &#8222;r\u00fcckl\u00e4ufig&#8220; sei. Er betont, dass diese Tatsache &#8222;gefeiert werden sollte&#8220; und beweise, dass Spanien mit den Transitl\u00e4ndern gut zusammenarbeite.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Westbalkan ist die &#8222;aktivste&#8220; Migrationsroute<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Die aktivste&#8220; Route ist nach wie vor die westliche Balkanroute mit mehr als 14.866 irregul\u00e4ren Einreisen, fast dreimal mehr&#8220; als im Juli letzten Jahres. Die wichtigsten Nationalit\u00e4ten auf dieser Route waren Migranten aus Syrien, Afghanistan und der T\u00fcrkei. An der Ostgrenze der EU zu Estland, Finnland, Ungarn, Lettland, Litauen, Norwegen, Polen, der Slowakei und Rum\u00e4nien ist die Zahl der illegalen \u00dcbertritte seit Jahresbeginn um 32 Prozent auf 2.923 zur\u00fcckgegangen. Die wichtigsten Nationalit\u00e4ten auf dieser Route waren ukrainische, irakische und wei\u00dfrussische Staatsangeh\u00f6rige. Die Zahl der Grenz\u00fcbertritte vom europ\u00e4ischen Festland in das Vereinigte K\u00f6nigreich stieg laut Frontex im Zeitraum Januar bis Juli 2021 um 55 Prozent auf 28.000 festgestellte F\u00e4lle.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ausnahmezustand an den Grenzen von Belarus<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unterdessen hat Lettland den Ausnahmezustand an der Grenze zu Belarus bis zum 10. November verl\u00e4ngert. Das beschloss die Regierung in Riga am Dienstag. Der Ausnahmezustand gilt bereits seit fast genau einem Jahr. Er wurde im August 2021 beschlossen, weil Tausende Migranten \u00fcber die EU-Au\u00dfengrenzen nach Polen oder in die baltischen Staaten gelangen wollten. Die Europ\u00e4ische Union wirft den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko vor, in organisierter Form Migranten aus Krisenregionen an die EU-Au\u00dfengrenze zu bringen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der lettische Grenzschutz soll mit der Verl\u00e4ngerung des Ausnahmezustands erm\u00e4chtigt bleiben, illegal aus Belarus eingereiste Migranten zur\u00fcckzuschicken. Nach Angaben des Innenministeriums in Riga ist die Zahl der illegalen Grenz\u00fcbertritte zuletzt zur\u00fcckgegangen. Dennoch m\u00fcsse sich der Grenzschutz weiter mit Migranten auseinandersetzen, die versuchten, von Belarus aus nach Lettland zu gelangen. Ein weiterer wichtiger Faktor f\u00fcr die erneute Verl\u00e4ngerung des Ausnahmezustands sei auch Russlands Krieg in der Ukraine, hie\u00df es. Lettland grenzt an Russland und dessen autorit\u00e4r regierten Verb\u00fcndeten Belarus.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach offiziellen Angaben wurden in Lettland seit Ausrufung des Ausnahmezustands fast 6.800 Versuche von Migranten verhindert, die Grenze illegal zu \u00fcberqueren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Russischer Krieg l\u00f6st ukrainische Fl\u00fcchtlingswelle aus<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Angaben von Frontex sind seit Beginn der russischen Invasion im Februar 7,7 Millionen ukrainische B\u00fcrger in die EU eingereist. Die Zahl der ukrainischen Fl\u00fcchtlinge in der EU ist nach Angaben der Europ\u00e4ischen Kommission derzeit jedoch relativ konstant.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mehr als 700.000 Menschen aus der Ukraine sind in die benachbarte Slowakei gekommen. Das geht aus Zahlen des Innenministeriums in Bratislava hervor, die die staatliche Nachrichtenagentur TASR am 14. August ver\u00f6ffentlichte. Schon bis Sonntag erreichte die am Montag ver\u00f6ffentlichte Gesamtzahl der Grenz\u00fcbertritte seit Kriegsbeginn 699 874. Zuletzt waren jeden Tag zwischen drei- und viertausend Menschen dazugekommen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"1278\" src=\"https:\/\/europeannewsroom.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/urnnewsmldpa.com20090101220803-921-009675-v5-s2048-1.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-31929\"\/><figcaption>Der Kommandeur eines Bataillons der Territorialen Verteidigung mit dem Decknamen Staryi (oder Bohun) ist in der Region Saporischschja im S\u00fcdosten der Ukraine im Einsatz. Foto: Ukrinform\/dpa<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die nur 5,5 Millionen Einwohner z\u00e4hlende Slowakei ist damit jenes EU-Land, das gemessen an der Bev\u00f6lkerungszahl die meisten Ukraine-Fl\u00fcchtlinge zumindest vor\u00fcbergehend aufgenommen hat. Nach Polen kamen zwar im selben Zeitraum 3,7 Millionen Menschen, also mehr als f\u00fcnfmal so viele wie in die Slowakei.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zahl der Menschen, die in der EU ankommen, entspricht derzeit in etwa der Zahl derer, die aus der Europ\u00e4ischen Union in die Ukraine kommen, sagte EU-Innenkommissarin <strong>Ylva Johansson<\/strong> in einem Interview mit mehreren Nachrichtenagenturen. T\u00e4glich reisen zwischen 35.000 und 40.000 Menschen aus der EU in die Ukraine ein. Gleichzeitig betonte die Schwedin, dass dies nicht die Zahl derer sei, die dauerhaft zur\u00fcckkehrten. Einige von ihnen lebten einfach in der Grenzregion. In letzter Zeit seien mehr Menschen aus der Slowakei und Polen in die Ukraine zur\u00fcckgekehrt als von dort eingereist seien. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&#8222;Im Moment sehen wir nicht viele Menschen kommen. Daher liegt der Schwerpunkt auf der Unterst\u00fctzung derjenigen, die zur\u00fcckkehren wollen&#8220;, <\/p><cite>so Johansson, die jedoch Vorsicht walten lassen will.<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sollte sich die Lage verschlechtern, seien die Menschen in der EU jederzeit wieder willkommen, sagte sie. Verl\u00e4ssliche Daten dar\u00fcber, wie viele Menschen sich f\u00fcr eine dauerhafte R\u00fcckkehr entschieden haben, gibt es nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Dieser Artikel wird freitags ver\u00f6ffentlicht. Der Inhalt basiert auf Nachrichten der teilnehmenden Agenturen im enr.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend Europa einen Zustrom von Fl\u00fcchtlingen erlebt, haben 21 EU-Mitglieder am 22. Juni einen freiwilligen Solidarit\u00e4tsmechanismus unterzeichnet, der s\u00fcdliche L\u00e4nder wie Italien entlasten soll. Doch in Kraft ist dieser auch knapp zwei Monate sp\u00e4ter noch nicht.<\/p>\n","protected":false},"author":119,"featured_media":31963,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[39],"tags":[2307,2311,115],"class_list":["post-32003","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-key-story","tag-balkan","tag-frontex","tag-ukraine"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32003","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/119"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=32003"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32003\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/31963"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=32003"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=32003"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=32003"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}