{"id":340314,"date":"2024-07-31T16:24:57","date_gmt":"2024-07-31T14:24:57","guid":{"rendered":"https:\/\/europeannewsroom.com\/?p=340314"},"modified":"2024-07-31T16:24:59","modified_gmt":"2024-07-31T14:24:59","slug":"eu-klimadienst-waermster-tag-in-der-juengeren-erdgeschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/eu-klimadienst-waermster-tag-in-der-juengeren-erdgeschichte\/","title":{"rendered":"EU-Klimadienst: W\u00e4rmster Tag in der j\u00fcngeren Erdgeschichte"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der 22. Juli 2024 war nach Angaben des <strong>Copernicus Climate Change Service <\/strong>(C3S) der Europ\u00e4ischen Union der bisher w\u00e4rmste Tag in der j\u00fcngeren Erdgeschichte. C3S zufolge hat sich Europa in den letzten Jahrzehnten viel schneller erw\u00e4rmt als der globale Durchschnitt, n\u00e4mlich ungef\u00e4hr doppelt so schnell.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dies sei auf eine Kombination verschiedener Faktoren zur\u00fcckzuf\u00fchren, sagte der Direktor von C3S, <strong>Carlo Buontempo<\/strong>,<strong> <\/strong>in einem Interview mit der slowenischen Nachrichtenagentur STA am Montag. Einer von ihnen sei, dass die Arktis, die teilweise zu Europa geh\u00f6rt, wahrscheinlich eine der sich am schnellsten erw\u00e4rmenden Regionen der Welt ist. Auch der R\u00fcckgang von Eis und Schnee in den Bergen und dem Flachland in Mitteleuropa z\u00e4hle zu den Gr\u00fcnden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hitzewellen in Europa seien bereits h\u00e4ufiger und intensiver und w\u00fcrden l\u00e4nger andauern. \u201eDaran m\u00fcssen wir uns also gew\u00f6hnen,\u201c sagte Buontempo.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">EU-Katastrophenschutzverfahren r\u00fcstet sich f\u00fcr den Sommer<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Europ\u00e4ische Kommission rechnet mit einem weiteren atypischen Sommer in der Europ\u00e4ischen Union mit extremen Wetterph\u00e4nomenen, sagte der EU-Kommissar f\u00fcr Krisenmanagement, Janez Lenar\u010di\u010d, Mitte Juli gegen\u00fcber der portugiesischen Nachrichtenagentur Lusa.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Zeiten, in denen S\u00fcdeuropa mit hohen Temperaturen und Mittel- und Nordeuropa mit tagelangen Regenf\u00e4llen konfrontiert w\u00fcrden, seien die Katastrophenschutzdienste durch den Katastrophenschutzmechanismus vorbereitet, so der slowenische Kommissar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Obwohl der Katastrophenschutz in die nationale Zust\u00e4ndigkeit f\u00e4llt, k\u00f6nnen die nationalen Beh\u00f6rden in Notf\u00e4llen \u00fcber das EU-Katastrophenschutzverfahren um Unterst\u00fctzung bitten. Alle 27 EU-Mitgliedstaaten \u00ad\u00ad\u2013 und zehn Nicht-Mitgliedstaaten \u2013 nehmen an dem seit 2001 existierenden Verfahren teil. Das EU-Zentrum f\u00fcr die Koordination von Notfallma\u00dfnahmen hilft bei der Bearbeitung von Hilfeersuchen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr diesen Sommer hat die EU eine spezielle Flotte von 28 L\u00f6schflugzeugen und vier Hubschraubern in zehn Mitgliedsstaaten eingerichtet. Au\u00dferdem hat die Europ\u00e4ische Kommission 600 Millionen Euro an EU-Mitteln bereitgestellt, um die Anschaffung von zw\u00f6lf weiteren Flugzeugen zu erm\u00f6glichen, die von sechs L\u00e4ndern der Union benutzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Extreme Wetterereignisse in Europa nehmen zu<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcberall auf dem Kontinent gef\u00e4hrden Hitzewellen und anschlie\u00dfende Br\u00e4nde Menschen, ihre Lebensgrundlagen, Tiere und Ernten und hinterlassen oft Sch\u00e4den in Millionenh\u00f6he, die auch den Alltag der Menschen beeintr\u00e4chtigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ende Juli herrschte in allen <strong>spanischen<\/strong> Regionen mit Ausnahme der Kanarischen Inseln \u201eAlarmstufe Orange\u201c \u2013 was auf der Skala der h\u00f6chsten Warnstufe ein \u201eerhebliches Risiko\u201c bedeutet. Gr\u00fcnde hierf\u00fcr waren hohe Temperaturen oder St\u00fcrme mit Warnungen, dass die H\u00f6chsttemperaturen 39-40 Grad erreichen werden, so die spanische meteorologische Agentur Aemet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Montag schoss das Thermometer im S\u00fcden <strong>Frankreichs <\/strong>infolge<strong> <\/strong>einer Hitzewelle in die H\u00f6he. Der franz\u00f6sische Wetterdienst M\u00e9t\u00e9o-France teilte mit, dass sich in weiten Teilen S\u00fcdfrankreichs \u201edie Hitze erheblich verst\u00e4rken wird\u201c und in einigen Regionen die 40-Grad-Marke \u00fcberschritten werden k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Paris ist derzeit Gastgeber der Olympischen Spiele, deren Austragungsorte \u00fcber das ganze Land verteilt sind. Am Montag k\u00fcndigte die Region Paris die Aktivierung des Hitzewellenplans f\u00fcr die Region \u00cele-de-France an, in der die Luftqualit\u00e4t laut der Beobachtungsstelle Airparif \u201eschlecht\u201c sein wird. Der Regionalplan sieht die Verteilung von mehr als 2,5 Millionen Wasserflaschen in den \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln und \u201efast 200.000 Kappen, F\u00e4cher und Wasserflaschen\u201c an die Olympia-Zuschauer vor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend <strong>Norditalien <\/strong>in den letzten Wochen von St\u00fcrmen und sintflutartigen Regenf\u00e4llen heimgesucht wurde, die zu \u00dcberschwemmungen und Erdrutschen f\u00fchrten, leidet der s\u00fcdliche Teil des Landes unter einer gro\u00dfen D\u00fcrre. Der stellvertretende Ministerpr\u00e4sident und Minister f\u00fcr Verkehr und Infrastruktur, <strong>Matteo Salvini<\/strong>, nannte die schwere D\u00fcrre in Sizilien letzte Woche einen \u201enationalen Notstand\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Letzte Woche warnte der italienische Verband der landwirtschaftlichen Wasserbeh\u00f6rde (ANBI), dass es in drei Wochen \u201ekein Wasser f\u00fcr die Landwirtschaft\u201c in Mittel- und S\u00fcditalien geben werde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Sizilien nehmen die Proteste gegen die schlechte Wasserversorgung zu. Die D\u00fcrre hat dazu gef\u00fchrt, dass die Wasserreservoirs um 60 Prozent geschrumpft sind, was die lokalen Beh\u00f6rden dazu veranlasst hat, das Wasser in Siziliens Hauptstadt Palermo und 50 weiteren Gemeinden zu rationieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Slowenien <\/strong>wurde im vergangenen Jahr von schweren \u00dcberschwemmungen heimgesucht, die Sch\u00e4den in Milliardenh\u00f6he verursachten, und ist immer noch mit dem Wiederaufbau besch\u00e4ftigt. Auch in diesem Sommer verursachten heftige Regenf\u00e4lle einige \u00dcberschwemmungen und Erdrutsche in den am st\u00e4rksten betroffenen Regionen. Ausbleibende Niederschl\u00e4ge f\u00fchrten jedoch Mitte Juli zu einem Waldbrand in der s\u00fcdwestlichen Region Kras, demselben Gebiet, das bereits 2022 von den verheerendsten Br\u00e4nden in der Geschichte Sloweniens heimgesucht wurde.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch in <strong>Bulgarien <\/strong>hat die<strong> <\/strong>Hitze der letzten Wochen zu Br\u00e4nden gef\u00fchrt: Seit dem 12. Juli waren landesweit mehr als 1.430 Personen und etwa 280 Einheiten milit\u00e4rischer Ausr\u00fcstung an der Brandbek\u00e4mpfung beteiligt. Am 16. Juli bat Bulgarien um Unterst\u00fctzung durch das EU-Katastrophenschutzverfahren und um Hilfe aus Spanien, Frankreich und der Tschechien. Die Regierung arbeitet an Entsch\u00e4digungsregelungen f\u00fcr die Betroffenen und die Landwirte, die ihre Ernte verloren haben. Au\u00dferdem plant das Land eine \u00c4nderung des Gesetzes im Zusammenhang mit dem \u00f6ffentlichen Beschaffungswesen, um den Kauf von Spezialausr\u00fcstung f\u00fcr den Katastrophenschutz zu erleichtern.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 17. Juli bat <strong>Nordmazedonien <\/strong>im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens um dringende Hilfe bei der Bek\u00e4mpfung schwerer Waldbr\u00e4nde \u2013 Hilfe kam aus Serbien, Slowenien, der T\u00fcrkei, Kroatien und Rum\u00e4nien. Zwischen Januar und Juni hatte das Land mit 73 Waldbr\u00e4nden zu k\u00e4mpfen. Im Jahr 2023 wurden in Nordmazedonien 170 Waldbr\u00e4nde gez\u00e4hlt, so <strong>Kire Mihailov<\/strong>, stellvertretender Leiter des staatlichen Forstbetriebs.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Juli erlebte das benachbarte <strong>Albanien<\/strong> eine Hitzewelle und k\u00e4mpfte mit Waldbr\u00e4nden im S\u00fcden des Landes \u2013 und erhielt ebenfalls Hilfe im Rahmen des zivilen Rettungsmechanismus der EU, in diesem Fall von Griechenland. Die Hitze f\u00fchrte auch zu Ma\u00dfnahmen bei der Verteilung von Trinkwasser an kulturellen und historischen Sehensw\u00fcrdigkeiten.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch<strong> Griechenland <\/strong>hat derzeit mit Br\u00e4nden zu k\u00e4mpfen. Auf der zweitgr\u00f6\u00dften Insel des Landes, Evia, k\u00e4mpfen seit Montag Hunderte von Feuerwehrleuten gegen einen Fl\u00e4chenbrand.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eWir haben noch einen sehr schwierigen Monat vor uns, den August, und nat\u00fcrlich m\u00fcssen wir alle absolut wachsam sein,\u201c sagte der griechische Minister <strong>Kyriakos Mitsotakis <\/strong>vor einer Sitzung am Dienstag.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Klimawandel: Ursache f\u00fcr fr\u00fchen Tod, keine Anpassung bei der \u201eVerletzung der Menschenrechte\u201c<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die <strong>Weltgesundheitsorganisation <\/strong>(WHO) sch\u00e4tzt, dass sich vier der gr\u00f6\u00dften Folgen des Klimawandels \u2013 extreme Wetterereignisse, schlechte Luftqualit\u00e4t, Ern\u00e4hrungsunsicherheit und Infektionskrankheiten \u2013 verschlimmern werden, wenn keine Ma\u00dfnahmen gegen den Klimawandel ergriffen werden, was zwischen 2030 und 2050 zu zus\u00e4tzlichen 250.000 vorzeitigen Todesf\u00e4llen pro Jahr f\u00fchren wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Sch\u00e4tzungen der <strong>Weltorganisation f\u00fcr Meteorologie <\/strong>(WMO) seien Hitzewellen das t\u00f6dlichste meteorologische Ph\u00e4nomen im Zusammenhang mit dem Klimawandel und verursachen j\u00e4hrlich 489.000 Todesf\u00e4lle. Die tats\u00e4chliche Sterblichkeit im Zusammenhang mit extremen Wetterereignissen k\u00f6nnte jedoch 30 Mal h\u00f6her sein, weil in vielen L\u00e4ndern keine zuverl\u00e4ssigen Daten vorl\u00e4gen, bef\u00fcrchtet die WMO.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die <strong>Internationale Arbeitsorganisation<\/strong> (ILO) erkl\u00e4rte am 25. Juli, dass der Klimawandel die Arbeit f\u00fcr Milliarden von Menschen schwieriger und gef\u00e4hrlicher macht. W\u00e4hrend in Europa und Zentralasien der Anteil der Menschen, die bei der Arbeit \u00fcberm\u00e4\u00dfiger Hitze ausgesetzt sind, im weltweiten Vergleich gering sei, habe er in den letzten 20 Jahren mehr als in jeder anderen Region der Welt zugenommen, so die IAO weiter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einem Bericht von <strong>Oxfam Frankreich <\/strong>Anfang Juli prangerte die Nichtregierungsorganisation an, dass mindestens 26 der 50 Grundrechte wie Gesundheit, Zugang zu Bildung oder angemessenem Wohnraum in Frankreich durch die \u201eNachl\u00e4ssigkeit des Staates\u201c bei der Anpassung an den Klimawandel bedroht seien.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>FACT CHECK<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Faktencheck zu Wetterextremen: Es gibt sowohl historische Hitzetage als auch den Klimawandel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In sozialen Netzwerken teilten Nutzer ein altes Bild zusammen mit Wetterdaten f\u00fcr das Jahr 1921. Dem Posting zufolge gab es bereits vor 100 Jahren H\u00f6chsttemperaturen von bis zu 39,4 Grad Celsius. In einem Kommentar hie\u00df es, das sei trotz der Tatsache, dass es damals \u201ekeinen Mythos vom menschengemachten Klimawandel\u201c gab, geschehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Fact-Checking-Team der Deutschen Presse-Agentur dpa erkl\u00e4rt, dass die Wetterdaten und das Bild selbst korrekt seien, dass aber \u2013 im Zusammenhang mit dem Vorwurf \u2013 der Unterschied zwischen Wetter und Klima betont werden m\u00fcsse. Das Wetter beziehe sich auf kurzfristige Ereignisse an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit, w\u00e4hrend das Klima langfristige Wettermuster \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum und ein gr\u00f6\u00dferes Gebiet umfasse. Weiter hie\u00df es, dass der Mensch eine Mitverantwortung f\u00fcr den Klimawandel trage.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lesen Sie den vollst\u00e4ndigen Faktencheck auf Deutsch:<a href=\"https:\/\/dpa-factchecking.com\/germany\/240626-99-537375\/\"> https:\/\/dpa-factchecking.com\/germany\/240626-99-537375\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Dieser Artikel wird zwei Mal pro Woche\u00a0ver\u00f6ffentlicht. Der Inhalt basiert auf Nachrichten der teilnehmenden Agenturen im enr.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Monat f\u00fcr Monat werden die hei\u00dfesten Temperaturen seit Beginn der Aufzeichnungen gemessen, und es kommt immer h\u00e4ufiger zu extremen Wetterereignissen wie Hitzewellen, \u00dcberschwemmungen, Erdrutschen und D\u00fcrre. 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