{"id":69915,"date":"2022-11-25T14:07:52","date_gmt":"2022-11-25T13:07:52","guid":{"rendered":"https:\/\/enr.today\/?p=69915"},"modified":"2022-11-25T14:13:06","modified_gmt":"2022-11-25T13:13:06","slug":"migrationskrise-vor-den-toren-europas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/migrationskrise-vor-den-toren-europas\/","title":{"rendered":"Migrationskrise vor den Toren Europas"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein humanit\u00e4res Schiff mit 234 Migranten an Bord, darunter 57 Minderj\u00e4hrige, trieb fast drei Wochen lang in internationalen Gew\u00e4ssern. Schlie\u00dflich wurde die unter norwegischer Flagge fahrende Ocean Viking der franz\u00f6sischen NGO SOS M\u00e9diterran\u00e9e nach Toulon in Frankreich umgeleitet, nachdem die Regierung in Rom den Zugang zu italienischen H\u00e4fen verweigert hatte. Der Vorfall l\u00f6ste einen diplomatischen Streit zwischen Italien und Frankreich aus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Wir m\u00fcssen bedenken, dass eine deutliche Mehrheit der Menschen, die heute \u00fcber diese zentrale Mittelmeerroute ankommen, keinen internationalen Schutz braucht&#8220;, sagte<strong> Ylva Johansson<\/strong>, EU-Kommissarin f\u00fcr Inneres. Viele dieser Migranten k\u00e4men vor allem aus \u00c4gypten, Tunesien und Bangladesch und wollten in der Europ\u00e4ischen Union Geld verdienen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit Jahren streiten die EU-Staaten \u00fcber die Verteilung von Fl\u00fcchtlingen. Im Vorfeld der au\u00dferordentlichen Tagung des Rates &#8222;Justiz und Inneres&#8220; am 25. November 2022 legte die Europ\u00e4ische Kommission einen Aktionsplan f\u00fcr das zentrale Mittelmeer vor, der eine Reihe von Ma\u00dfnahmen zur Bew\u00e4ltigung der unmittelbaren Herausforderungen entlang der Route vorsieht. Mit dem Aktionsplan soll die illegale Migration \u00fcber das Mittelmeer einged\u00e4mmt und die Solidarit\u00e4t und Verantwortung der Mitgliedstaaten gest\u00e4rkt werden. Br\u00fcssel will auch die Zusammenarbeit mit den Herkunfts- und Transitl\u00e4ndern intensivieren und der irregul\u00e4ren Migration entgegenwirken. Es sollen aber auch L\u00f6sungen im Bereich der Suche und Rettung angeboten werden. Die Kommission k\u00fcndigte au\u00dferdem an, dass \u00e4hnliche Aktionspl\u00e4ne f\u00fcr die Migrationsrouten \u00fcber das \u00f6stliche Mittelmeer und den westlichen Balkan entwickelt werden sollen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Laut der zust\u00e4ndigen Kommissarin <strong>Johansson <\/strong>zielt der Aktionsplan auch darauf ab, die Umsetzung des Solidarit\u00e4tsmechanismus zu beschleunigen, auf den sich 19 EU-Mitgliedstaaten im Juni dieses Jahres geeinigt haben. Im Rahmen dieser Vereinbarung sollen die Mitgliedstaaten 8.000 Fl\u00fcchtlinge aufnehmen, die vor den K\u00fcsten der s\u00fcdlichen EU-Mitgliedstaaten gerettet wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch der Streit zwischen Frankreich und Italien hat das Abkommen bereits gef\u00e4hrdet. Die neue rechte Regierung in Rom m\u00f6chte privaten Rettungsschiffen mit Migranten an Bord das Einlaufen in italienische H\u00e4fen verweigern. Im Gegenzug erkl\u00e4rte Paris, dass es 3.500 Migranten aus Italien nicht mehr aufnehmen werde, und forderte andere EU-L\u00e4nder auf, ihre Teilnahme am EU-Umverteilungsmechanismus f\u00fcr Migranten auszusetzen. Rom erkl\u00e4rte, dass einige NGO-Schiffe gegen internationales Recht versto\u00dfen w\u00fcrden. Mittlerweile verweigerte Frankreich 123 der 234 Migranten der &#8222;Ocean Viking&#8220;, am 18. November die Einreise. Am 25. November sollen die EU-Innenminister auch dazu beraten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Verteilung von Fl\u00fcchtlingen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einer gemeinsamen Erkl\u00e4rung kritisierten Italien, Griechenland, Zypern und Malta, die anderen Mitgliedstaaten w\u00fcrden nicht genug tun, um Asylbewerber zu verteilen. Sie erkl\u00e4rten, dass nur ein kleiner Teil der in den vier L\u00e4ndern ankommenden Migranten im Rahmen des derzeitigen europ\u00e4ischen Systems umgesiedelt werde. Nach Angaben der Kommission wurden bisher nur 117 Migranten im Rahmen des freiwilligen Solidarit\u00e4tsmechanismus umverteilt. Der Plan sieht vor, dass bis Ende Juni 2023 8.000 Fl\u00fcchtlinge umverteilt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Italiens Innenminister<strong> Matteo Piantedosi <\/strong>sagte, dass der Solidarit\u00e4tsmechanismus f\u00fcr sein Land &#8222;absolut unzureichende Ergebnisse&#8220; geliefert habe. Er f\u00fcgte hinzu, andere Staaten seien nicht bereit, Verantwortung zu \u00fcbernehmen, wenn Schiffe mit fast 1.000 geretteten Migranten an Bord tagelang vor der italienischen K\u00fcste auf die Zuweisung eines Hafens warteten. Er begr\u00fc\u00dfte den EU-Plan zur\u00fcckhaltend und betonte, wie wichtig es sei, den im Juni vereinbarten Plan zur Verteilung der Migranten wieder aufleben zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Sprecherin der Europ\u00e4ischen Kommission, <strong>Anitta Hipper<\/strong>, erkl\u00e4rte, es gebe eine &#8222;klare, eindeutige Verpflichtung&#8220;, Menschen in Seenot zu retten, und es d\u00fcrfe kein Unterschied zwischen NGO-Schiffen und anderen Schiffen gemacht werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Spanien haben die europ\u00e4ischen Mittelmeerl\u00e4nder bereits ihre Flexibilit\u00e4t bewiesen, wenn es um die Umsetzung wirksamer Verfahren zur Bek\u00e4mpfung der irregul\u00e4ren Migration, zur Verbesserung der R\u00fcckf\u00fchrung und zur Gew\u00e4hrleistung einer besseren Unterst\u00fctzung des Asylsystems geht. In Bezug auf den Mechanismus der freiwilligen Solidarit\u00e4t erkl\u00e4rte der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska, dass das System vorhersehbar sein m\u00fcsse, damit jedes Land in der Lage sei, die Verpflichtungen, die es zu erf\u00fcllen habe, vorauszusehen. Nach Ansicht Spaniens kann eine wirksame Steuerung der Migrationsstr\u00f6me auf lange Sicht nur durch eine enge Zusammenarbeit zwischen den Herkunfts-, Transit- und Ziell\u00e4ndern erreicht werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Deutschland und Belgien verzeichnen hohe Zahlen von Ank\u00fcnften<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der deutsche Botschafter in Rom,<strong> Viktor Elbling<\/strong>, kommentierte am 11. November in einem Tweet: &#8222;Italien tut viel in Sachen Migration, aber es ist nicht allein: 154.385 Asylbewerber in Deutschland im Zeitraum Januar bis September 2022, 110.055 in Frankreich, 48.935 in Italien. Das sind jeweils 0,186 Prozent der deutschen Bev\u00f6lkerung, 0,163 Prozent der franz\u00f6sischen Bev\u00f6lkerung und 0,083 Prozent der italienischen Bev\u00f6lkerung.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-rich is-provider-twitter wp-block-embed-twitter\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-width=\"550\" data-dnt=\"true\"><p lang=\"it\" dir=\"ltr\">Italia fa tanto in termini di <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/migrazione?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw\">#migrazione<\/a> ma non \u00e8 da sola: 154.385 richiedenti asilo in \ud83c\udde9\ud83c\uddea gen-set 2022, 110.055 in \ud83c\uddeb\ud83c\uddf7, 48.935 in \ud83c\uddee\ud83c\uddf9. Sono risp. 0,186% della popolazione \ud83c\udde9\ud83c\uddea, 0,163% della popolazione \ud83c\uddeb\ud83c\uddf7 e 0,083% della popolazione \ud83c\uddee\ud83c\uddf9. Fonte: <a href=\"https:\/\/t.co\/9z4vmhiES3\">https:\/\/t.co\/9z4vmhiES3<\/a> <a href=\"https:\/\/t.co\/YPI0v1M8pk\">pic.twitter.com\/YPI0v1M8pk<\/a><\/p>&mdash; Hans-Dieter Lucas (@Ambtedesco) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/Ambtedesco\/status\/1591036559578771456?ref_src=twsrc%5Etfw\">November 11, 2022<\/a><\/blockquote><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die deutsche Bundespolizei hat in diesem Jahr bisher 75.934 unerlaubte Einreisen nach Deutschland festgestellt. Im September waren es 12.700, im Oktober 13.400. Das letzte Mal, dass Deutschland f\u00fcnfstellige monatliche Zahlen verzeichnete, war im Februar 2016.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unterdessen hat Belgien in letzter Zeit mehr als 4.000 Asylantr\u00e4ge pro Monat erhalten und hat Probleme, gen\u00fcgend Unterk\u00fcnfte f\u00fcr Asylbewerber zu finden. Belgien setzt sich seit Jahren f\u00fcr ein gemeinsames europ\u00e4isches Vorgehen ein und bef\u00fcrwortet den Umsiedlungsmechanismus der EU f\u00fcr Migranten, allerdings unter der Bedingung, dass die Asylbewerber tats\u00e4chlich im Ankunftsland registriert werden und Sekund\u00e4rbewegungen verhindert werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die belgische Staatssekret\u00e4rin<strong> Nicole de Moor <\/strong>reiste letzte Woche in den Kongo und plant einen Besuch in \u00c4gypten. &#8222;Wir tun dies auf bilateraler Basis und es zeigt Wirkung, aber wir erzielen bessere Ergebnisse, wenn die EU als Ganzes ihr kollektives Gewicht einbringt&#8220;. Sie sch\u00e4tzte vor allem die Bedeutung, die der neue Aktionsplan der Zusammenarbeit mit den Herkunfts- und Transitl\u00e4ndern beimisst, sowie die Entmutigung von Menschen, die versuchen, Europa zu erreichen, aber wahrscheinlich nicht als Asylbewerber akzeptiert werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Neue Krise auf der Westbalkanroute<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"1280\" src=\"https:\/\/europeannewsroom.com\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/urnnewsmldpa.com20090101221014-99-129616-v2-s2048.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-68719\"\/><figcaption>Migranten gehen zum Lager Lipa in Bosnien und Herzegowina. Foto: Kemal Softic\/AP\/dpa<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den letzten Monaten hat die Zahl der irregul\u00e4ren Migranten, die \u00fcber die Westbalkanroute einreisen, deutlich zugenommen, und &#8222;eine gro\u00dfe Zahl von ihnen kommt \u00fcber Serbien, weil sie ohne Visum in dieses Land einreisen und dann in die Mitgliedstaaten der Union weiterreisen&#8220;, erkl\u00e4rte die zust\u00e4ndige Kommissarin Johansson am 18. November.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf Druck der EU-L\u00e4nder hat Serbien seine Visapolitik f\u00fcr einige L\u00e4nder in Asien, Afrika und der Karibik an die der EU angeglichen. Die Abkommen \u00fcber die visafreie Einreise mit Tunesien und Burundi liefen im November aus. Serbien k\u00fcndigte an, dass es demn\u00e4chst mit zwei weiteren L\u00e4ndern Visa einf\u00fchren werde, sagte der serbische Pr\u00e4sident<strong> Aleksandar Vu\u010di\u0107<\/strong>, ohne jedoch zu sagen, welche beiden L\u00e4nder demn\u00e4chst nicht mehr ohne Visum nach Serbien einreisen k\u00f6nnen werden.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der \u00f6sterreichische Bundeskanzler<strong> Karl Nehammer<\/strong> sagte bei seinem Besuch in Belgrad am 16. November:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Ich danke Serbien\u2019s Pr\u00e4sident Vu\u010di\u0107, dass sie sich f\u00fcr ein Ende des Asyltourismus einsetzen, der durch die Visaliberalisierung f\u00fcr Indien, Tunesien und andere L\u00e4nder entstanden ist. Wir hatten eine gro\u00dfe Anzahl von Asylwerbern aus Indien, Vu\u010di\u0107 hat reagiert und \u00d6sterreich nicht im Stich gelassen&#8220;, so Nehammer.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 16. November unterzeichneten Serbien, Ungarn und \u00d6sterreich ein Memorandum \u00fcber die St\u00e4rkung der Zusammenarbeit im Bereich Migration und Grenzschutz, in dessen Rahmen Polizeibeamte der drei L\u00e4nder zusammenarbeiten werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bosnien und Herzegowina (BiH), Kroatien und Slowenien sind zu Transitl\u00e4ndern f\u00fcr Migranten auf dem Weg nach Westeuropa geworden. In Bosnien und Herzegowina sind derzeit etwa 2.600 Migranten in Aufnahmezentren registriert, w\u00e4hrend sich etwa 700 weitere Migranten haupts\u00e4chlich in der N\u00e4he der EU-Grenze aufhalten. B\u00fcrger aus Burundi geh\u00f6ren zu den drei gr\u00f6\u00dften Gruppen von Ankommenden, was eine direkte Folge Serbiens Visafreien Regelung war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Beh\u00f6rden in BiH haben die L\u00e4nder ermittelt, mit denen R\u00fcck\u00fcbernahmeabkommen unterzeichnet werden sollten, doch diese L\u00e4nder verz\u00f6gerten den Prozess. Bislang gibt es nur mit Pakistan ein Abkommen. BiH reagiert viel besser auf die Migration als in den vergangenen Jahren, aber nach wie vor wird die Zahl der Polizisten, die die Grenzen des Landes sch\u00fctzen, als unzureichend angesehen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kroatien, Slowenien und Bulgarien &#8211; Kontrolle der Schengen-Au\u00dfengrenzen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kroatien verzeichnete einen starken Anstieg der illegalen Grenz\u00fcbertritte um 146 Prozent, so \u017darko Katic, Staatssekret\u00e4r im kroatischen Innenministerium. Und auch die Herkunftsl\u00e4nder der nach Kroatien str\u00f6menden Migranten haben sich ver\u00e4ndert. In der Vergangenheit kamen die Migranten aus dem Nahen Osten, Nord- und Subsahara-Afrika nach Kroatien. In diesem Jahr sind die f\u00fcnf wichtigsten Herkunftsl\u00e4nder der Irak, Burundi, die T\u00fcrkei, Afghanistan und Kuba.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der \u00f6sterreichische Innenminister<strong> Gerhard Karner<\/strong> sorgte k\u00fcrzlich f\u00fcr Unruhe in Kroatien, als er erkl\u00e4rte, er werde sich gegen eine Ausweitung des Schengen-Raums aussprechen. \u00d6sterreich stehe unter einem enormen Migrationsdruck, f\u00fcgte er hinzu. In diesem Jahr hat \u00d6sterreich rund 100.000 Migranten aufgenommen, von denen 75.000 zuvor in keinem anderen EU-Mitgliedstaat registriert waren. Der \u00f6sterreichische Bundeskanzler<strong> Nehammer<\/strong> erkl\u00e4rte jedoch am Mittwoch in Zagreb, dass \u00d6sterreich den Antrag Kroatiens auf Beitritt zum Schengen-Raum unterst\u00fctzen werde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch Kroatiens nordwestlicher Nachbar Slowenien verzeichnete in den ersten zehn Monaten des Jahres 2022 einen deutlichen Anstieg der illegalen Grenz\u00fcbertritte um 160 Prozent auf 21.467. Und die meisten dieser Migranten kamen aus L\u00e4ndern wie Burundi, Indien, Kuba, Afghanistan und Bangladesch. Nachdem Serbien seine Visapolitik an die EU angeglichen hat, sei die Zahl der burundischen und tunesischen Migranten jedoch bereits zur\u00fcckgegangen, so das slowenische Innenministerium.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die Asylantr\u00e4ge in Slowenien haben sich in den ersten zehn Monaten des laufenden Jahres auf 21.452 vervielfacht, gegen\u00fcber nur 4.174 im gleichen Zeitraum 2021. Nach den neuesten Daten wurden in diesem Jahr bisher nur 167 Antr\u00e4ge auf internationalen Schutz genehmigt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Obwohl Slowenien den Beitritt Kroatiens zum Schengen-Raum unterst\u00fctzt, sagte<strong> <\/strong>Au\u00dfenministerin<strong> Tanja Fajon<\/strong>, dass das Land notfalls Grenzkontrollen zu Kroatien einf\u00fchren werde. Sie sagte, Slowenien wolle nicht zu einem Einfallstor f\u00fcr illegale Migration werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unterdessen verzeichnet der Schengen-Kandidat Bulgarien seit dem Sommer 2022 eine steigende Zahl von Migranten, die versuchen, die EU-Au\u00dfengrenze aus der T\u00fcrkei illegal zu \u00fcberqueren. In den letzten Wochen kam es t\u00e4glich zu Unf\u00e4llen, die von Schmugglern und Migranten verursacht wurden. Im September wurde in drei s\u00fcdlichen Regionen Bulgariens aufgrund des erh\u00f6hten Migrationsdrucks erstmals der Ausnahmezustand verh\u00e4ngt. In der Zwischenzeit hat Europol mit Sofia \u00fcber die Bildung gemeinsamer Grenzeinsatzteams gesprochen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Dieser Artikel wird freitags ver\u00f6ffentlicht. Der Inhalt basiert auf Nachrichten von Agenturen, die an der enr.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Inmitten der franz\u00f6sisch-italienischen Kontroverse \u00fcber Migranten will Br\u00fcssel mit einem neuen Aktionsplan die illegale Migration im zentralen Mittelmeer bek\u00e4mpfen. Die gr\u00f6\u00dfere Herausforderung d\u00fcrfte jedoch die wahrscheinlich aktivste Migrationsroute in Europa sein &#8211; der westliche Balkan.<\/p>\n","protected":false},"author":119,"featured_media":69761,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[39],"tags":[831,839,3947],"class_list":["post-69915","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-key-story","tag-europa-de","tag-migration-de-2","tag-schengen-5"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69915","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/119"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69915"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69915\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/69761"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69915"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69915"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69915"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}