{"id":818450,"date":"2025-01-09T11:48:54","date_gmt":"2025-01-09T10:48:54","guid":{"rendered":"https:\/\/europeannewsroom.com\/?p=818450"},"modified":"2025-01-09T11:48:58","modified_gmt":"2025-01-09T10:48:58","slug":"eu-foerdert-internet-kompetenz-bei-kindern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/eu-foerdert-internet-kompetenz-bei-kindern\/","title":{"rendered":"EU f\u00f6rdert Internet-Kompetenz bei Kindern"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eWir m\u00fcssen versuchen, uns so gut wie m\u00f6glich zu sch\u00fctzen\u201c, sagt die\u00a0Polizistin zu den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern einer Grundschule in Rennes, Frankreich. Sie tr\u00e4gt Uniform und hat eine Pistole in ihrem G\u00fcrtel<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eIch bin nicht hier, um euch zu belehren\u201c, f\u00fcgt sie hinzu, bevor sie die Kinder fragt, was im Internet alles m\u00f6glich ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die kleinen H\u00e4nde schie\u00dfen in die H\u00f6he: online nach Informationen suchen, Freunden Nachrichten schicken, Videoanrufe t\u00e4tigen, Dinge kaufen oder verkaufen und Videospiele spielen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrenddessen schreibt die Polizistin die Schattenseiten des Internets auf eine Tafel: Betrug, Hacking, Cyber-Mobbing, Fake News und Desinformation.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eManchmal ist es, als ob man versucht, einen Ozean&nbsp; mit einem Teel\u00f6ffel zu leeren. Aber wenn ich mit diesem kleinen L\u00f6ffel schon etwas bewegen kann, ist das nicht schlecht\u201c, meint die 52-j\u00e4hrige Polizistin, die im vergangenen Jahr rund 40 Kurse gegeben hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben Grundlagen wie Passwortsicherheit oder dass man Treffen mit Fremden, die man online kennengelernt hat, vermeiden sollte , geht es in den Kursen auch darum, wie man soziale Medien nutzt und&nbsp; irref\u00fchrende oder falsche Informationen erkennt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ziel ist es, dass sich Kinder einen Verhaltenskodex f\u00fcr den Umgang mit dem Internet aneignen, der sicherlich auch f\u00fcr ihre Eltern von Interesse sein wird.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p>Wir m\u00fcssen sie dazu bringen, mit digitalen Werkzeugen zu arbeiten. Das Internet und die Computer geh\u00f6ren dazu, und sie m\u00fcssen sie kennenlernen. Und sie m\u00fcssen auch lernen, kritisch zu denken<\/p><cite>Marie-H\u00e9l\u00e8ne Guillemin, Lehrerin<\/cite><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Internet: Bereicherung, aber auch Risiko&nbsp;<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mehr denn je versuchen Frankreich und andere Mitgliedsstaaten der Europ\u00e4ischen Union, ihre B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger darauf vorzubereiten, mit den gewaltigen Auswirkungen der digitalen Technologie und des Internets auf Wirtschaft und Gesellschaft umzugehen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um diese Bem\u00fchungen zu unterst\u00fctzen, hat der Europarat, eine internationale Menschenrechtsorganisation, das Jahr 2025 zum Europ\u00e4ischen Jahr der Erziehung zur digitalen Staatsb\u00fcrgerschaft erkl\u00e4rt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dies kn\u00fcpft an laufende EU-Projekte wie den Aktionsplan f\u00fcr digitale Bildung an. Dieser zielt darauf ab,&nbsp; die mit digitalen Technologien verbundenen Gesundheitsrisiken wie Internetsucht und die Gefahren der durch Online-Plattformen versch\u00e4rften sozialen Spaltung zu verringern.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Europ\u00e4ischen Regierungen sollen die \u00d6ffentlichkeit dabei unterst\u00fctzen, die Bildungs- und Besch\u00e4ftigungsm\u00f6glichkeiten, die das Internet bietet, durch eine bessere digitale Kompetenz zu nutzen. In einigen&nbsp; einigen EU-Mitgliedsstaaten gab es bereits Schritte in diese Richtung. .&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Dezember 2024 k\u00fcndigte beispielsweise der bulgarische Interims-Bildungsminister <strong>Galin Tsokov <\/strong>ein neues Projekt zum digitalen Wohlbefinden an, das durch das EU-Programm Erasmus+ mit \u00fcber 783.000 Euro finanziert wird.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Angaben des bulgarischen Bildungsministeriums bezieht das&nbsp;Projekt f\u00fcnf andere L\u00e4nder mit ein. Es integriert demnach&nbsp; digitale Technologien und k\u00fcnstliche Intelligenz in das Bildungssystem und f\u00f6rdert die digitale Kompetenz in den Schulen, wobei die Bedeutung von Sicherheit, Ethik und Integration betont und auch Cybermobbing bek\u00e4mpft wird.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Spanien hat unterdessen ein neues Gesetz auf den Weg gebracht, das zum ersten Mal die Rechte von Minderj\u00e4hrigen im Internet garantiert. Dazu geh\u00f6ren das Recht auf Privatsph\u00e4re, die Vertraulichkeit der Kommunikation, der Schutz pers\u00f6nlicher Daten und der Zugang zu altersgerechten Inhalten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das k\u00fcnftige Gesetz enth\u00e4lt auch einen von den zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden ausgearbeiteten Plan f\u00fcr die digitale Kompetenz, so dass die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler ab dem Grundschulalter im Unterricht lernen, falsche Informationen zu bek\u00e4mpfen und das Internet verantwortungsvoll zu nutzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zudem beinhaltet es&nbsp; ein Protokoll f\u00fcr \u00c4rztinnen und \u00c4rzte zur Erkennung von Abh\u00e4ngigkeiten bei Kindern im Zusammenhang mit digitalen Technologien und Vorschriften f\u00fcr Warnhinweise auf allen digitalen Produkten \u00fcber den Inhalt von Anwendungen und ob diese f\u00fcr Minderj\u00e4hrige geeignet sind oder nicht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Politische Fallstricke und digitale Defizite<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Programme zur digitalen Bildung und Alphabetisierung sind jedoch, wie alle politischen Ma\u00dfnahmen,&nbsp; politischem Gegenwind ausgeliefert. Selbst grundlegende Programme zur Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) sind etwa in Deutschland umstritten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach monatelangem Ringen einigten sich Bund und L\u00e4nder im Dezember auf die Fortsetzung des sogenannten Digitalpakts 2.0. Der Pakt sieht vor, in den n\u00e4chsten sechs Jahren 2,5 Milliarden Euro in die Ausstattung von Schulen mit Laptops und moderner IT-Infrastruktur zu investieren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gespr\u00e4che zwischen beiden Seiten waren unter der ehemaligen Bildungsministerin<strong> Bettina Stark-Watzinger<\/strong>, deren liberale FDP im November aus der regierenden Drei-Parteien-Koalition ausschied, ins Stocken geraten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz des Streits sagte Bildungsminister<strong> Cem \u00d6zdemir<\/strong>, dass die Vereinbarung die Zukunft der digitalen F\u00e4higkeiten deutscher Sch\u00fcler gestalten werde. Dabei spiele die Ausbildung von Lehrern eine wichtige Rolle . \u00d6zdemir r\u00e4umte ein, dass die Zukunft des Paktes von den k\u00fcnftigen Regierungen und ihren Haushalten abh\u00e4ngen werde, zeigte sich aber zuversichtlich, dass keine deutsche Regierung in der Lage sein werde, die Vereinbarung au\u00dfer Kraft zu setzen. In Deutschland finden am 23. Februar vorgezogene Neuwahlen statt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Slowenien zeigt das Ausma\u00df der Herausforderungen, vor denen viele EU-L\u00e4nder im Hinblick auf&nbsp; digitale Kompetenz und die Modernisierung ihrer Wirtschaft stehen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwar lobte die Europ\u00e4ische Kommission Ljubljana 2024 f\u00fcr die digitale Modernisierung \u00f6ffentlicher Dienste wie des Gesundheitswesens. Jedoch liegt die Digitalisierung der Wirtschaft bei den meisten Indikatoren unter dem EU-Durchschnitt, und der Mangel an IKT-Fachkr\u00e4ften ist ein gro\u00dfes Problem.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch bei der Entwicklung digitaler Kompetenzen unter jungen Menschen liegt Slowenien hinter dem EU-Durchschnitt zur\u00fcck (63,4 Prozent gegen\u00fcber 71,2 Prozent im europ\u00e4ischen Durchschnitt).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kritik gab es an einer&nbsp; im Jahr 2023 eingef\u00fchrten nationalen Strategie zur Behebung dieser digitalen Defizite in Slowenien, da sie mit zu wenig Mitteln ausgestattet ist und viele der beschlossenen Ma\u00dfnahmen zu langsam in die Praxis umgesetzt werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">K\u00fcnstliche Intelligenz und digitaler Analphabetismus: eine echte Gefahr f\u00fcr die Demokratie?&nbsp;<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein gr\u00f6\u00dferes gesellschaftliches Risiko, das alle Menschen und nicht nur Kinder betrifft, ist K\u00fcnstliche Intelligenz (KI).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ist KI jedoch eine Gefahr f\u00fcr die Demokratie? Vielleicht nicht allein, aber in Kombination mit der \u201emangelnden digitalen Kompetenz des Durchschnittsnutzers\u201c k\u00f6nnte sie es sein, so der Wissenschaftler<strong> Izidor Mlakar<\/strong>,&nbsp; der ein Team f\u00fcr menschenzentrierte Erkundungen und Forschung in den Bereichen KI, Technologie, Medizin und erweiterte Daten (HUMADEX) leitet.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">HUMADEX ist eine Forschungsgruppe mit Sitz in Slowenien und geh\u00f6rt zur Universit\u00e4t f\u00fcr Elektrotechnik und Informatik in Maribor.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eGenerative KI-Modelle k\u00f6nnen verwendet werden, um \u00e4u\u00dferst \u00fcberzeugende Desinformationen und manipulierte Medien zu erstellen, die sich dann schnell online verbreiten k\u00f6nnen\u201c, sagte Mlakar.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mlakar zufolge ist KI auch deshalb gef\u00e4hrlich, weil \u201esoziale Medien, die von ihr angetrieben werden, die Verbreitung von Fehlinformationen beschleunigen k\u00f6nnen\u201c, zum Beispiel weil \u201eKI-gesteuerte Bots und gezielte Nachrichten eingesetzt werden k\u00f6nnen, um die \u00f6ffentliche Meinung und die Stimmung der W\u00e4hler weiter zu beeinflussen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p>Vielen Menschen f\u00e4llt es schwer, die Richtigkeit und Verl\u00e4sslichkeit von Online-Informationen kritisch zu bewerten, vor allem wenn sie aus KI-generierten Quellen stammen<\/p><cite>Izidor Mlakar, Wissenschaftler, Universit\u00e4t Maribor<\/cite><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eOhne digitale Kompetenz sind die Menschen anf\u00e4llig f\u00fcr Entscheidungen, die auf falschen Erz\u00e4hlungen und manipulativen Inhalten beruhen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eAu\u00dferdem k\u00f6nnen die Reaktionen und die Reaktivit\u00e4t des Staates und der traditionellen, vertrauensw\u00fcrdigen Medien nicht mit der Qualit\u00e4t und der potenziellen Reichweite negativer Inhalte mithalten\u201c, sagte er.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Dieser Artikel wird zweimal pro Woche ver\u00f6ffentlicht. Der Inhalt basiert auf den Nachrichten der am European Newsroom beteiligten Agenturen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kinder sollen digitale Inhalte sicher konsumieren k\u00f6nnen.Die Europ\u00e4ische Union m\u00f6chte dies im Rahmen ihres\u00a0 f\u00fcr digitale Bildung sicherstellen.\u00a0 Die digitale Welt bietet nie dagewesene M\u00f6glichkeiten, aber birgt auch neue Risiken f\u00fcr alle &#8211; wie zum Beispiel KI.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"author":177,"featured_media":415141,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":true,"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[39],"tags":[14005,147,1275,14873],"class_list":["post-818450","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-key-story","tag-digital-gesetze","tag-eu","tag-internet","tag-kuenstliche-intelligenz"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/818450","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/177"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=818450"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/818450\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/415141"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=818450"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=818450"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=818450"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}