{"id":92049,"date":"2023-01-27T14:59:00","date_gmt":"2023-01-27T13:59:00","guid":{"rendered":"https:\/\/enr.today\/?p=92049"},"modified":"2023-01-27T14:59:37","modified_gmt":"2023-01-27T13:59:37","slug":"europa-schmiedet-leopard-panzerallianz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/europa-schmiedet-leopard-panzerallianz\/","title":{"rendered":"Europa schmiedet Leopard-Panzerallianz"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Mittwoch hat Bundeskanzler<strong> Olaf Scholz <\/strong>der ukrainischen Regierung in Kiew 14 Leopard-2-Panzer aus Bundeswehrbest\u00e4nden versprochen. Kurz darauf k\u00fcndigte US-Pr\u00e4sident <strong>Joe Biden<\/strong> an, dass die USA 31 ihrer M1-Abrams-Panzer liefern werde.<br><br>Die Bundesregierung wird auch die erforderlichen Ausfuhrgenehmigungen f\u00fcr die Lieferung der in Deutschland hergestellten Panzer in andere L\u00e4nder erteilen. Da die Leopard-2-Panzer in Deutschland produziert werden, muss die Bundesregierung jede Weitergabe genehmigen \u2013 egal in welches Land. In der Regel findet sich eine entsprechende Klausel in den Kaufvertr\u00e4gen der Leopard 2. Damit sitzt Scholz am Schalthebel, wenn es um die Lieferung dieser Panzer in die Ukraine geht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit seinem Schritt hat Scholz den Weg f\u00fcr andere europ\u00e4ische Nationen freigemacht, Leopard-Panzer aus ihren eigenen Best\u00e4nden der Ukraine zu liefern und so das kombinierte Waffenarsenal auszubauen,das nach Angaben Kiews ben\u00f6tigt wird<em>, <\/em>um Gegenoffensiven zu starten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Insbesondere Polen, Finnland und die baltischen Staaten hatten auf die Lieferung von Panzern gedr\u00e4ngt. Derzeit sind mindestens elf EU-L\u00e4nder sowie die T\u00fcrkei und Norwegen im Besitz von Leopard-2-Panzern aus deutscher Produktion. Insgesamt verf\u00fcgen sie \u00fcber mehr als 2.000 St\u00fcck. Deutschland, die Vereinigten Staaten und andere Verb\u00fcndete wollen die Ukraine im Krieg gegen Russland mit deutlich mehr als 100 Kampfpanzern westlicher Bauart unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Laut der deutschen Regierung k\u00f6nnten die ersten Leopard-2-Kampfpanzer aus Deutschland in rund drei Monaten in der Ukraine eintreffen. Berlin verfolgt das Ziel, binnen kurzer Zeit zwei Panzerbataillone mit Leopard 2 aufzustellen, die durch Panzer aus anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern erg\u00e4nzt werden.<br><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Selbstverpflichtungen zur Entsendung von Leopard-2-Panzern in die Ukraine<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu den L\u00e4ndern, die \u00f6ffentlich angek\u00fcndigt haben, dass sie bereit sind, Panzer in die Ukraine zu entsenden, geh\u00f6ren Polen, Spanien, Norwegen und Finnland.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Polen hatte in der Debatte um die Lieferung von Kampfpanzern erheblichen Druck auf Deutschland ausge\u00fcbt. Das mitteleurop\u00e4ische Land, das unmittelbar an die Ukraine angrenzt, verf\u00fcgt laut seinem Verteidigungsministerium \u00fcber nicht weniger als 247 Leopard-Panzer. Bereits letzte Woche hatte der polnische Pr\u00e4sident <strong>Andrzej Duda<\/strong> angek\u00fcndigt, dass 14 davon an die Ukraine gehen w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Spanien sagte, man sei bereit einige seiner Leopard-Panzer aus deutscher Produktion in die Ukraine zu entsenden, sobald die entsprechende Genehmigung f\u00fcr deren Weitergabe innerhalb Europas aus Berlin vorliege. Die spanische Verteidigungsministerin <strong>Margarita Robles<\/strong> \u00e4u\u00dferte am Mittwoch, Spanien sei im st\u00e4ndigen Austausch mit den B\u00fcndnispartnern bereit, Leopard-Panzer in die Ukraine zu entsenden und Schulungen f\u00fcr deren Nutzung durchzuf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Spanien verf\u00fcgt \u00fcber 347 Leopard-Kampfpanzer, von denen 108 bereits in den 1990er Jahren aus Deutschland bezogen wurden und aus der \u00e4ltesten derzeit noch im Einsatz befindlichen Modellreihe 2A4 stammen. Diese Panzer m\u00fcssen \u00fcberholt werden, was rund anderthalb Monate dauern werde, wie spanische Verteidigungsquellen berichten, die au\u00dferdem darauf hinweisen, dass f\u00fcr die anschlie\u00dfende Schulung der ukrainischen Armee ein weiterer Monat zu veranschlagen sei. Bei den \u00fcbrigen 239 Panzern handelt es sich um Modelle aus der sogenannten Baureihe 2E, die spanische Version und eine der modernsten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Norwegen werde ebenfalls im Rahmen der westlichen Hilfsleistungen Leopard-2-Kampfpanzer in die Ukraine entsenden, sagte Verteidigungsminister <strong>Bj\u00f8rn Arild Gram<\/strong>, und schloss sich damit anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern an. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums habe Norwegen 2001 aus den Niederlanden 52 gebrauchte Leopard 2A4 erworben, von denen jedoch nicht alle einsatzbereit seien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00dcberlegungen f\u00fcr weitere milit\u00e4rische Hilfen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend die Debatte \u00fcber die Lieferung effizienterer milit\u00e4rischer Ausr\u00fcstung an die Ukraine anh\u00e4lt, halten sich einige europ\u00e4ische Regierungen zur\u00fcck, um ihre n\u00e4chsten Schritte sorgf\u00e4ltig abzuw\u00e4gen. Andere distanzieren sich von der Debatte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von franz\u00f6sischer Seite wird es \u201ebegr\u00fc\u00dft\u201c, dass Deutschland gr\u00fcnes Licht f\u00fcr die Entsendung von Leopard-Panzern in die Ukraine gegeben hat. Dies \u201eerweitere und verst\u00e4rke\u201c die Unterst\u00fctzung durch Waffen, zu der sich Paris bereits verpflichtet habe, hie\u00df es am Mittwoch aus dem \u00c9lys\u00e9e-Palast. Die franz\u00f6sische Regierung selbst hat noch nicht entschieden, ob sie eigene schwere Leclerc-Panzer entsenden wird. Pr\u00e4sident <strong>Emmanuel Macron<\/strong> schlie\u00dft diese M\u00f6glichkeit nicht aus. Am 4. Januar hatte Paris die Entsendung von \u201eleichten Kampfpanzern\u201c angek\u00fcndigt, gefolgt von einer \u00e4hnlichen Entscheidung Deutschlands und der Vereinigten Staaten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Sonntag versicherte Pr\u00e4sident Macron, dass \u201enichts auszuschlie\u00dfen\u201c sei, stellte jedoch drei Kriterien f\u00fcr jede potenzielle Ma\u00dfnahme auf: Sie d\u00fcrfe nicht eskalierend sein, sie m\u00fcsse die Ukrainer und Ukrainerinnen tats\u00e4chlich effektiv unterst\u00fctzen und dabei die f\u00fcr Schulungen ben\u00f6tigten Zeitr\u00e4ume ber\u00fccksichtigen, und sie d\u00fcrfe die franz\u00f6sische Verteidigungsf\u00e4higkeit nicht schw\u00e4chen. In jedem Fall, so warnte Paris, sei sehr kurzfristig nicht mit einer Entscheidung zu diesem Thema zu rechnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Italien sei nicht Teil der Debatte um die ukrainische Forderung, deutsche Leopard-2-Panzer zu entsenden, um das Land im Kampf gegen die russische Invasion zu unterst\u00fctzen, sagte der italienische Au\u00dfenminister <strong>Antonio Tajani <\/strong>am Montag im Rat f\u00fcr Ausw\u00e4rtige Angelegenheiten in Br\u00fcssel. Das Land habe sich zusammen mit Frankreich darauf festgelegt, Raketenabwehrsysteme an die Ukraine zu liefern, f\u00fcgte der Au\u00dfenminister hinzu.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Slowenien besitze keine Leopard-2-Panzer, unterst\u00fctze jedoch die Ukraine auf jede m\u00f6gliche Weise, lie\u00df die slowenische Au\u00dfenministerin <strong>Tanja Fajon<\/strong> Montag am Rande des Rats f\u00fcr Ausw\u00e4rtige Angelegenheiten verlauten. Slowenien hatte schon im vergangenen Herbst 28 Panzer vom Typ M55S in die Ukraine entsandt, die 1991 nach dem R\u00fcckzug der jugoslawischen Truppen im Land verblieben und sp\u00e4ter modernisiert wurden. Dies war Teil eines Abkommens \u00fcber den Austausch von Milit\u00e4rfahrzeugen mit Deutschland, in dessen Rahmen Slowenien 28 Panzer in die Ukraine schickte und im Gegenzug 40 Transportfahrzeuge aus deutscher Produktion erhielt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch Kroatien z\u00e4hlt zu den EU-Mitgliedsstaaten, die nicht \u00fcber deutsche Leopard-2-Panzer verf\u00fcgen. Bereits ganz zu Beginn des Krieges in der Ukraine hatte die kroatische Regierung die Lieferung von Infanteriewaffen genehmigt: Maschinen- und Sturmgewehre, Munition und Schutzausr\u00fcstungen in einem Gesamtwert von rund 16,5 Millionen Euro, genug um bis zu vier Brigaden auszur\u00fcsten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bulgarien verf\u00fcgt haupts\u00e4chlich \u00fcber milit\u00e4rische Ausr\u00fcstung aus der Sowjet-\u00c4ra und betreibt keine westlichen Panzer oder Kampfjets. Im vergangenen Dezember beschloss das Land, die Ukraine milit\u00e4risch zu unterst\u00fctzen. Jede einzelne Lieferung muss dabei allerdings vom Parlament genehmigt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Befehlshaber der bulgarischen Streitkr\u00e4fte Admiral <strong>Emil Eftimov<\/strong> erkl\u00e4rte, dass auf der Grundlage von Erkenntnissen \u00fcber den Verlauf der Feindseligkeiten in der Ukraine sowie Zustand und Kapazit\u00e4t der Verteidigungsindustrie in Bulgarien und derjenigen der EU- und NATO-B\u00fcndnispartner die Lieferung einer bestimmten Anzahl von R\u00fcstungsg\u00fctern und Material vorgeschlagen worden sei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Dieser Artikel wird freitags ver\u00f6ffentlicht. Der Inhalt basiert auf Nachrichten der teilnehmenden Agenturen im enr.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einer historischen Entscheidung erkl\u00e4rte Bundeskanzler Olaf Scholz am Mittwoch, dass Deutschland mehrere seiner Leopard-2-Panzer in die Ukraine entsenden und es auch anderen L\u00e4nder erm\u00f6glichen wird, Panzer dieses Typs in das Land zu exportieren. W\u00e4hrend einige L\u00e4nder in Europa und dar\u00fcber hinaus bereits \u00f6ffentlich zugesagt haben, dass sie Panzer in die Ukraine schicken werden, bleiben andere z\u00f6gerlich.<\/p>\n","protected":false},"author":119,"featured_media":91959,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[39],"tags":[117,7529,7531,7525],"class_list":["post-92049","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-key-story","tag-deutschland","tag-europaeische-allianz","tag-militaerhilfe","tag-panzerlieferung"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/92049","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/119"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=92049"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/92049\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/91959"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=92049"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=92049"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=92049"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}