{"id":948875,"date":"2025-02-12T15:43:26","date_gmt":"2025-02-12T14:43:26","guid":{"rendered":"https:\/\/europeannewsroom.com\/?p=948875"},"modified":"2025-02-12T16:04:58","modified_gmt":"2025-02-12T15:04:58","slug":"verbraucher-auf-dem-balkan-haben-genug-boykott-gegen-steigende-preise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/verbraucher-auf-dem-balkan-haben-genug-boykott-gegen-steigende-preise\/","title":{"rendered":"Verbraucher auf dem Balkan haben genug: Boykott gegen steigende Preise"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alles begann Ende Januar in Kroatien: In den vergangenen Wochen gab es in dem Land eine Reihe von Supermarktboykotten, durch die die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger ihren Unmut \u00fcber die steigenden Preise zum Ausdruck brachten. Der Frust \u00fcber hohe Lebenshaltungskosten wird auch von Konsumentinnen und Konsumenten in anderen EU-Mitgliedstaaten und Beitrittskandidaten geteilt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Facebook-Gruppe namens &nbsp;\u201e<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/halo.inspektore\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.facebook.com\/halo.inspektore\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Halo, Inspektore<\/a>\u201c (\u201eHallo, Inspektor\u201c auf Kroatisch) hatte den Einkaufsboykott ins Leben gerufen. &nbsp;Mit der Zeit erhielt die Bewegung Unterst\u00fctzung von Verbrauchersch\u00fctzern, Gewerkschaften, politischen Parteien und dem Wirtschaftsminister.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p>\u201eHeute boykottieren wir erneut alles, von Superm\u00e4rkten \u00fcber Apotheken, B\u00e4ckereien, Caf\u00e9s bis hin zu Restaurants. Wir werden keine Gesch\u00e4fte betreten und keine Dienstleistungen in Anspruch nehmen.\u201d  <\/p><cite>Josip Kelemen von \u201cHalo, Inspektore\u201d&nbsp;<\/cite><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kelemen sprach im Vorfeld der dritten Boykott-Runde in Kroatien am 7. Februar.&nbsp; Die Initiative begann mit Posts in sozialen Medien, die die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger dazu animierten, nichts zu kaufen. Die Organisatorinnen und Organisatoren riefen zun\u00e4chst zum Boykott gro\u00dfer internationaler Unternehmen wie der deutschen Kette Lidl oder dem italienischen Discounter Eurospin auf, sp\u00e4ter folgte ein einw\u00f6chiger Boykott der kroatischen Einzelhandelskette Konzum, der am 14. Februar endet.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Leere Einkaufsk\u00f6rbe<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Problem ist ein doppeltes: Einerseits machen es die hohen Preise vielen Verbraucherinnen und Verbraucher schwer, \u00fcber die Runden zu kommen, andererseits sagen&nbsp; lokale Erzeuger, dass sie mit den gro\u00dfen Ketten nicht konkurrieren k\u00f6nnen, weil die Importe billiger sind und die ihnen gezahlten Preise die Produktionskosten nicht decken.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00d6konominnen und \u00d6konomen erkl\u00e4ren die neue Welle des Preisanstiegs in Kroatien mit dem starken Wachstum des privaten Verbrauchs und der gesamten Inlandsnachfrage, w\u00e4hrend das Wachstum auf der Angebotsseite begrenzt ist.&nbsp; Ein gro\u00dfer Teil der Nachfrage wird vom Staat generiert, insbesondere durch den Zufluss europ\u00e4ischer Mittel, Koh\u00e4sionsfonds und Geldern&nbsp; f\u00fcr die Erholung von der Pandemie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Lebenshaltungskosten steigen in der gesamten EU, da die L\u00f6hne und Geh\u00e4lter nicht mit den steigenden Lebensmittelpreisen und anderen Teuerungen Schritt halten. Im Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) von Eurostat lag der EU-Durchschnitt der Lebensmittelpreise im Dezember 2024 bei 145,2 Punkten, ausgehend von einem Basiswert von 100 im Jahr 2015. In Kroatien lagen die Lebensmittelpreise mit 148,7 Punkten \u00fcber dem EU-Durchschnitt, in Rum\u00e4nien bei 166,2 Punkten und in Bulgarien sogar bei 174,4 Punkten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Euroraum lag die j\u00e4hrliche Inflationsrate im Januar nach Sch\u00e4tzungen von Eurostat bei 2,5 Prozent. Die Inflationsrate f\u00fcr Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak lag bei 2,3 Prozent. In den beiden westlichen Balkanl\u00e4ndern, die den Euro eingef\u00fchrt haben \u2013 Slowenien und Kroatien \u2013 lag die Inflationsrate bei 2,3 Prozent bzw. 5 Prozent. Kroatiens ist die h\u00f6chste Inflationsrate in der Eurozone.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ausbreitung des Boykotts<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die Verbraucherinnen und Verbraucher in den EU-Kandidatenl\u00e4ndern Bosnien und Herzegowina, Serbien, Nordmazedonien und Montenegro sind auf den Boykott aufgesprungen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Menschen in Bosnien und Herzegowina (BiH) sp\u00fcren zunehmend den Druck steigender Preise \u2013 der Lebensstandard sinkt, da die L\u00f6hne nicht mit den wachsenden Lebenshaltungskosten Schritt halten. Um diesen Trend umzukehren, rief die Gruppe \u201e<strong>Bojkot u BiH<\/strong>\u201c am 7. und 8. Februar in den sozialen Medien zum Boykott der gro\u00dfen Einzelhandelsketten auf. An beiden Tagen gingen deren Ums\u00e4tze zur\u00fcck.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/europeannewsroom.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/250212_FENA_supermarket.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-946660\" srcset=\"https:\/\/europeannewsroom.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/250212_FENA_supermarket.jpg 1024w, https:\/\/europeannewsroom.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/250212_FENA_supermarket-980x735.jpg 980w, https:\/\/europeannewsroom.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/250212_FENA_supermarket-480x360.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ein leerer Supermarkt in Bosnien-Herzegowina w\u00e4hrend des Boykotts. . (Foto: FENA\/Tijana Grujic)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 31. Januar und am 7. Februar waren die Superm\u00e4rkte in Nordmazedonien halb leer,&nbsp; die Menschen kauften auf Wochenm\u00e4rkten&nbsp; und in lokalen Gesch\u00e4ften ein oder gingen gar nicht erst einkaufen. Die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger unterst\u00fctzen die <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/photo?fbid=9337539796285021&amp;set=gm.3246719785470268&amp;idorvanity=638365006305772\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.facebook.com\/photo?fbid=9337539796285021&amp;set=gm.3246719785470268&amp;idorvanity=638365006305772\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Kampagne<\/a>, zweifeln aber, ob ein eint\u00e4giger Boykott die Probleme l\u00f6sen kann. Die Preise steigen, w\u00e4hrend die L\u00f6hne stagnieren. Im Vorfeld des Boykotts k\u00fcndigten einige Einzelh\u00e4ndler Rabatte und Verg\u00fcnstigungen an und machten die Lieferanten f\u00fcr die steigenden Preise verantwortlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die serbische Verbraucherorganisation \u201e<strong>Efektiva<\/strong>\u201c rief Konsumentinnen und Konsumenten zu einem eint\u00e4gigen Boykott von Einzelhandelsketten am 31. Januar auf. Sie erinnerte daran, dass die serbische Wettbewerbsbeh\u00f6rde&nbsp; im vergangenen Oktober ein Verfahren gegen vier Einzelhandelsketten wegen des Verdachts auf Preisabsprachen eingeleitet hatte. Ein neuer Boykott unter dem Motto \u201eWillst du ausgeraubt werden oder nicht?\u201c begann am 10. Februar und richtet sich f\u00fcnf Tage lang gegen f\u00fcnf gro\u00dfe Einzelhandelsketten \u2013 Delhaize, Mercator, Univexport, DIS und Lidl.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-rich is-provider-twitter wp-block-embed-twitter\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-width=\"550\" data-dnt=\"true\"><p lang=\"und\" dir=\"ltr\">\u203c\ufe0fNOVI BOJKOT\u203c\ufe0f<br><br>Udru\u017eenje potro\u0161a\u010da Efektiva, poziva potro\u0161a\u010de na novi bojkot 5 velikih trgovinskih lanaca, u trajanju od ponedeljka 10. februara do petka 14. feb. Ovaj poziv podr\u017eavaju i udru\u017eenja potro\u0161a\u010da Prosperitet iz Novog Sada i Republi\u010dka unija potro\u0161a\u010da iz Beograda\u203c\ufe0f<br>\ud83d\udc47 <a href=\"https:\/\/t.co\/zmmeqWbygy\">pic.twitter.com\/zmmeqWbygy<\/a><\/p>&mdash; Udru\u017eenje potro\u0161a\u010da EFEKTIVA (@UBKEFEKTIVA) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/UBKEFEKTIVA\/status\/1887202096052629701?ref_src=twsrc%5Etfw\">February 5, 2025<\/a><\/blockquote><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im benachbarten Montenegro fanden bereits am 31. Januar sowie am 7. und 8. Februar Boykotte statt. \u201eJeden Tag erleben wir beispiellose Preiserh\u00f6hungen bei Grundnahrungsmitteln, w\u00e4hrend die Eigent\u00fcmer der gro\u00dfen Handelsketten auf Kosten der Menschen Gewinne anh\u00e4ufen. Es ist Zeit zu sagen: Genug!&#8220; so die Organisation \u201c<strong>Alternative Montenegro<\/strong>\u201d in den sozialen Netzwerken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Aktion wurde von <strong>Ministerpr\u00e4sident Milojko Spaji\u0107<\/strong>, einigen NGOs und Gewerkschaften unterst\u00fctzt, w\u00e4hrend sie von der Handelskammer und dem montenegrinischen Verbraucherverband abgelehnt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch in Bulgarien hat sich die Idee verbreitet. Vier Organisationen riefen f\u00fcr den 13. Februar zu einem Boykott von Einzelh\u00e4ndlern und Lebensmittelgesch\u00e4ften auf, so <strong>Velizar Enchev<\/strong>, Koordinator der Initiative und ehemaliger bulgarischer Botschafter in Kroatien.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Albanien und Slowenien sind von Boykotten&nbsp; bisher nicht betroffen, w\u00e4hrend die Verbraucherinnen und Verbraucher in Rum\u00e4nien noch unentschlossen sind.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>In Albanien gab es bisher keinen Supermarkt-Boykott, trotz sporadischer Aufrufe in sozialen Netzwerken. Die Regierung erh\u00f6hte im vergangenen Jahr die Geh\u00e4lter der \u00f6ffentlichen Bediensteten und Renten und senkte dieses Jahr die Strompreise. Die Gehalts- und Rentenerh\u00f6hungen gingen nicht mit einem deutlichen Anstieg der Preise in den Superm\u00e4rkten einher.&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Es gab auch keinen organisierten Boykott von Gesch\u00e4ften in Slowenien, obwohl die hohen Lebensmittelpreise in der \u00f6ffentlichen Debatte ein wichtiges Thema sind. Nach Angaben der slowenischen Statistikbeh\u00f6rde stabilisierten sich die Preise f\u00fcr Lebensmittel und alkoholfreie Getr\u00e4nke im Jahr 2024 nach einer Phase des rasanten Anstiegs. Die Einkaufszentren in den slowenischen St\u00e4dten entlang der kroatischen Grenze verzeichneten jedoch w\u00e4hrend des kroatischen Boykotts einen starken Anstieg der Besucherzahlen. K\u00e4uferinnen und K\u00e4ufer aus Kroatien sagen, dass Lebensmittel und Reinigungsmittel in Slowenien viel billiger sind. Slowenische Konsumentinnen und Konsumenten hingegen fahren wieder h\u00e4ufiger ins benachbarte Italien, um dort billiger einzukaufen.<\/li>\n\n\n\n<li>Einige Politikerinnen und Politiker haben die Bev\u00f6lkerung Rum\u00e4niens aufgefordert, die Superm\u00e4rkte einen Tag lang zu boykottieren, weil sie keine rum\u00e4nischen Produkte verkaufen. Stattdessen sagte <strong>Landwirtschaftsminister Florin Barbu<\/strong>, er glaube, ein solcher Boykott w\u00fcrde den \u201eBankrott der rum\u00e4nischen Verarbeiter\u201c bedeuten. Ihm zufolge werden 70 Prozent der Produkte in Rum\u00e4niens Einzelhandelsgesch\u00e4ften von rum\u00e4nischen Lebensmittelverarbeitungsunternehmen hergestellt.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Preisdeckel als Reaktion<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ob die Boykotte langfristig mehr bewirken, als ein Bewusstsein zu schaffen, bleibt abzuwarten. Eine Reaktion war jedoch der Ruf nach Preisdeckeln durch die Politik<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Regierung von Bosnien und Herzegowina versprach, die Preise f\u00fcr 50 Produkte einzufrieren, w\u00e4hrend die Regierung der Entit\u00e4t Republika Srpska verst\u00e4rkte Kontrollen und strengere Strafen f\u00fcr Einzelh\u00e4ndlerinnen und -h\u00e4ndler angek\u00fcndigte, die Preise ungerechtfertigt erh\u00f6hen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Bulgarien hat das Mitte-Links-B\u00fcndnis BSP \u2013 Vereinigte Linke einen Gesetzentwurf zur Festlegung einer Obergrenze f\u00fcr Preiserh\u00f6hungen bei Grundnahrungsmitteln vorgelegt, so die Abgeordnete <strong>Nina Dimitrova<\/strong>. Auch die Partei&nbsp; MRF \u2013 New Beginning hat einen \u00e4hnlichen Gesetzentwurf eingebracht. Die beiden Gruppen sind besorgt, dass sich Hunderttausende von B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern aufgrund der hohen Inflation die meisten Grundnahrungsmittel nicht leisten k\u00f6nnen. Der bulgarische Handelsverband AMT hingegen machte solche Preisobergrenzen f\u00fcr einen Anstieg der Inflation verantwortlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die kroatische Regierung reagierte auf die Boykotte, indem sie die Liste der Produkte, f\u00fcr die Preisobergrenzen gelten, um 40 neue Erzeugnisse erweiterte, darunter Mehl, Milch, Fleisch, Brot, Backwaren, S\u00e4fte und Hygieneartikel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Viel L\u00e4rm um nichts?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"573\" src=\"https:\/\/europeannewsroom.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/250211_MIA_supermarket-1024x573.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-946748\" srcset=\"https:\/\/europeannewsroom.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/250211_MIA_supermarket-1024x573.jpg 1024w, https:\/\/europeannewsroom.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/250211_MIA_supermarket-980x548.jpg 980w, https:\/\/europeannewsroom.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/250211_MIA_supermarket-480x268.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Menschenleere G\u00e4nge in einem nordmazedonischen Supermarkt, der von Verbrauchen boykottiert wurde. (Foto: MIA)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Angaben der nordmazedonischen Finanzbeh\u00f6rden sank der Umsatz in den acht gr\u00f6\u00dften Handelsketten am 31. Januar um 46,59 Prozent im Vergleich zum selben Tag in der Vorwoche. Allerdings zeigen die Daten auch, dass der Umsatz am Tag nach dem Boykott um 11,2 Prozent h\u00f6her war.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ministerpr\u00e4sident Hristijan Mickoski<\/strong> zeigte Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Boykotte und rief zum Dialog mit Herstellern, H\u00e4ndlerinnen und H\u00e4ndlern, Einzelhandelsketten und Verbraucherinnen und Verbrauchern auf, um eine Eskalation der Situation zu vermeiden. Ihm zufolge griffen einige Hersteller, Lieferanten und Einzelh\u00e4ndler zu Tricks, um die Produktpreise zu erh\u00f6hen, und rechtfertigten dies mit h\u00f6heren B\u00f6rsenpreisen. \u201eWir wissen, dass dies nicht der Fall ist,\u201d so Mickoski.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Minister f\u00fcr Wirtschaft und Arbeit, <strong>Besar Durmishi<\/strong>, sagte, es sei das Recht der Verbraucherinnen und Verbraucher zu entscheiden, wie und wo sie ihr Geld ausgeben wollen. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p>\u201eIch habe Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, weil bestimmte Unternehmen auf Kosten der B\u00fcrger enorme Gewinne erzielen wollen.\u201c <\/p><cite>Nordmazedoniens Arbeitsminister Besar Durmishi<\/cite><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daten der montenegrinischen Steuerbeh\u00f6rde zeigten, dass der Boykott am 31. Januar erfolgreich war. Die f\u00fcnf gr\u00f6\u00dften Einzelhandelsketten verzeichneten einen Umsatzr\u00fcckgang von 56,14 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum der Vorwoche. Aus den Daten ging jedoch auch hervor, dass diese f\u00fcnf Ketten am Tag vor und am Tag nach dem Boykott im Vergleich zu denselben Tagen der Vorwoche einen Umsatzanstieg von insgesamt 1,1 Millionen Euro erzielten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch in Serbien gab die Steuerbeh\u00f6rde an, dass der Gesamtumsatz der f\u00fcnf vom Boykott betroffenen Einzelh\u00e4ndler am 31. Januar um etwa ein Drittel niedriger war als am Vortag.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Kroatien \u2013 wo alles begann \u2013 f\u00fchrte der erste landesweite Boykott am 24. Januar zu einem 44-prozentigen R\u00fcckgang der Transaktionen und einem 53-prozentigen Umsatzr\u00fcckgang. Ein zweiter Boykott am 31. Januar brachte einen geringeren Umsatzr\u00fcckgang mit sich, und am dritten sogenannten \u201eBuy Nothing Friday\u201c am 7. Februar war der R\u00fcckgang nochmals geringer.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es bleibt fraglich, inwieweit der Boykott zur Verlangsamung der Inflation beitragen kann. In jedem Fall sind die Menschen sehr w\u00fctend, wenn sie sehen, dass bestimmte Produkte in Kroatien, das 2023 den Euro eingef\u00fchrt hat, teurer sind als in einigen wirtschaftlich weiterentwickelten EU-Mitgliedstaaten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Dieser Artikel wird zweimal pro Woche ver\u00f6ffentlicht. Der Inhalt basiert auf den Nachrichten der am European Newsroom beteiligten Agenturen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Verbraucher auf dem Balkan sind frustriert: Steigende Preise in den Superm\u00e4rkten der Region belasten ihre Budgets f\u00fcr den t\u00e4glichen Bedarf. Ihre Antwort: Nicht einkaufen. Von Kroatien bis Bulgarien hat es eine Reihe von Einzelhandelsboykotten gegeben. Doch eine Frage bleibt \u2013 werden diese Boykotte etwas bewirken?<\/p>\n","protected":false},"author":71,"featured_media":946735,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":true,"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[39],"tags":[147,1193,18638,18639],"class_list":["post-948875","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-key-story","tag-eu","tag-handel","tag-konsumenten","tag-lebenshaltungskosten"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/948875","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/71"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=948875"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/948875\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/946735"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=948875"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=948875"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=948875"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}