{"id":98469,"date":"2023-02-10T16:25:12","date_gmt":"2023-02-10T15:25:12","guid":{"rendered":"https:\/\/enr.today\/?p=98469"},"modified":"2023-02-10T17:57:14","modified_gmt":"2023-02-10T16:57:14","slug":"europas-soforthilfe-nach-erdbeben-in-tuerkei-und-syrien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/europas-soforthilfe-nach-erdbeben-in-tuerkei-und-syrien\/","title":{"rendered":"Europas Soforthilfe nach Erdbeben in T\u00fcrkei und Syrien"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Beben, das bereits Tausende von Menschenleben gekostet hat, ist eines der schwersten der j\u00fcngeren Vergangenheit. Obwohl die T\u00fcrkei kein EU-Mitglied ist und sich die bilateralen Beziehungen nicht immer reibungslos gestalten, kamen die Hilfsangebote schnell. Die Unterst\u00fctzung der Opfer in Syrien k\u00f6nnte sich allerdings schwieriger gestalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bis Freitagnachmittag hatte die Zahl der Todesoper nach der Katastrophe und ihren Nachbeben an der t\u00fcrkisch-syrischen Grenze bereits die Marke von 22.000 \u00fcberschritten. Die Hoffnung, in den Tr\u00fcmmern immer noch \u00dcberlebende zu finden, schwindet mit jeder Stunde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die EU aktivierte nach der Katastrophe das sogenannte EU-Katastrophenschutzverfahren, in dessen Rahmen andere L\u00e4nder um Notfallhilfe von der EU ersuchen k\u00f6nnen, wie der EU-Kommissar f\u00fcr Krisenmanagement <strong>Janez Lenar\u010di\u010d<\/strong> bekannt gab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Verfahren, das im Oktober 2001 von der EU-Kommission ins Leben gerufen wurde, zielt darauf ab, die Zusammenarbeit im Bereich des Katastrophenschutzes zwischen den EU-Mitgliedsstaaten und acht teilnehmenden Drittl\u00e4ndern (Albanien, Bosnien und Herzegowina, Island, Montenegro, Nordmazedonien, Norwegen, Serbien und die T\u00fcrkei) zu verst\u00e4rken. So soll es die Pr\u00e4vention von, die Einsatzbereitschaft bei und die Reaktion auf Katastrophen verbessern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kurz nach dem Erdbeben bat die T\u00fcrkei im Rahmen des Verfahrens um Unterst\u00fctzung. Daraufhin begann das Zentrum f\u00fcr die Koordination von Notfallma\u00dfnahmen (ERCC) mit der Mobilisierung von Hilfen und Expertise.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Mittwoch hatte auch Syrien im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens um Hilfe ersucht. Die Europ\u00e4ische Kommission bitte die L\u00e4nder Europas darum, \u201epositiv auf dieses Ersuchen zu reagieren,\u201c sagte Lenar\u010di\u010d.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die syrische Regierung appellierte an die EU, die Sanktionen gegen das Land aufzuheben. Lenar\u010di\u010d verwies darauf, dass die Ma\u00dfnahmen 2011 nach Ausbruch des syrischen B\u00fcrgerkrieges eingef\u00fchrt worden und ausschlie\u00dflich gegen das syrische Regime und dessen Unterdr\u00fcckung der Bev\u00f6lkerung gerichtet seien. Diese Sanktionen w\u00fcrden die Lieferung von humanit\u00e4ren oder Nothilfen nicht behindern, versicherte der EU-Kommissar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die aktuellen Such- und Rettungsoperationen in der T\u00fcrkei und in Syrien geh\u00f6ren zu den umfangreichsten, die jemals im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens angelaufen sind. Dar\u00fcber hinaus stellt die Europ\u00e4ische Union 6,5 Millionen Euro an humanit\u00e4rer Soforthilfe f\u00fcr die Opfer des verheerenden Erdbebens bereit, wie die EU-Kommission am Mittwoch bekanntgab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kommissar Lenar\u010di\u010d reiste am Donnerstag in die T\u00fcrkei, um die betroffenen Gebiete zu besuchen. Am fr\u00fchen Nachmittag traf er in Gaziantep ein, einer Stadt im S\u00fcdosten des Landes, nahe am Epizentrum des Erdbebens.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Europ\u00e4ische Rettungsteams b\u00fcndeln ihre Kr\u00e4fte<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die EU hat gemeinsam mit anderen europ\u00e4ischen und au\u00dfereurop\u00e4ischen L\u00e4ndern unmittelbar nach Ausbruch der Notsituation in der T\u00fcrkei und in Syrien mit humanit\u00e4rer Hilfe reagiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bis Donnerstag hatten europ\u00e4ische L\u00e4nder insgesamt bereits 31 Rettungs- und 5 medizinische Teams mit mehr als 1.500 Rettungskr\u00e4ften und rund 100 Rettungshunden aufgeboten. Zu den 20 europ\u00e4ischen L\u00e4ndern, die bislang Teams entsendet haben, geh\u00f6ren im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens auch zahlreiche EU-Staaten, sowie Albanien, Montenegro und Serbien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rum\u00e4nien war am Montag unter den ersten L\u00e4ndern, die auf das Ersuchen der T\u00fcrkei um internationale Hilfe im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens reagierten. Laut der Abteilung f\u00fcr Notsituationen des rum\u00e4nischen Innenministeriums sei ein 58-k\u00f6pfiges Unterst\u00fctzungsteam entsendet worden. Am Mittwoch hatten drei Milit\u00e4rflugzeuge der rum\u00e4nischen Luftwaffe ein Rettungsteam, medizinisches Personal, Such- und Rettungsausr\u00fcstung und Grundversorgungsg\u00fcter in die T\u00fcrkei transportiert. Derzeit befinden sich zwei rum\u00e4nische Hilfsteams vor Ort in der T\u00fcrkei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ebenfalls bereits am Montag flogen zwei Transportmaschinen des bulgarischen Milit\u00e4rs mit 73 Rettungskr\u00e4ften und mehr als 30 Einheiten Spezialausr\u00fcstung an Bord in das Katastrophengebiet. Am Mittwoch schickte Sofia zwei Teams seiner Milit\u00e4rmedizinischen Akademie, 58 Feuerwehrleute und weitere 12 Rettungskr\u00e4fte in die T\u00fcrkei und gab am Donnerstag bekannt, man sei bereit, weitere 30 \u00c4rzte bereitzustellen und am Samstag ein bis zwei weitere Fl\u00fcge nach Adana zu organisieren. Die Kosten f\u00fcr diese Fl\u00fcge werden von der EU erstattet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Slowakei werde der T\u00fcrkei zehn Mitglieder seines Brandschutz- und Rettungscorps (HaZZ) und f\u00fcnf Bergretter mit speziell ausgebildeten Hunden zur Verf\u00fcgung stellen, sagte <strong>Zuzana Eli\u00e1\u0161ov\u00e1<\/strong>, Sprecherin im Innenministerium der Slowakei, am Montag. Diese Hilfe leiste die Slowakei in Reaktion auf eine Anfrage des EU-Zentrums f\u00fcr die Koordination von Notfallma\u00dfnahmen (ERCC). Die Bereitstellung der Teams von HaZZ und der Bergrettung werde aus EU-Programmen unterst\u00fctzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Slowenien hat am Dienstag eine Staffel von sieben Rettungshunden mit Hundef\u00fchrern und Assistenten in die T\u00fcrkei geschickt. Au\u00dferdem wurde im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens ein Experte entsandt, um bei der Koordination zu unterst\u00fctzen. Zwei weitere Assistenten und Koordinationsexpertinnen aus Slowenien stehen auf Abruf bereit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Laut dem kroatischen Premierminister <strong>Andrej Plenkovi\u0107<\/strong> hatten sich am Montagabend 40 Rettungskr\u00e4fte aus Kroatien, darunter Mitglieder des Katastrophenschutzes, Feuerwehreinheiten und Angeh\u00f6rige der kroatischen Bergrettung (HGSS) auf den Weg in die T\u00fcrkei gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Ministerrat von Bosnien und Herzegowina hat eine halbe Million Euro aus dem Staatshaushalt freigegeben, um&nbsp; Sch\u00e4den nach den verheerenden Erdbeben in der T\u00fcrkei zu beheben. Rund 100 Mitglieder des Zivilschutzes wurden bisher in die T\u00fcrkei entsandt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das spanische Innenministerium aktivierte eine milit\u00e4rische Notfalleinheit, Personal der Kommune Madrid und \u2013 zur Unterst\u00fctzung von Suchma\u00dfnahmen \u2013 die Luftrettung. Des Weiteren werde die Spanische Agentur f\u00fcr Internationale Zusammenarbeit und Entwicklung ein Feldlazarett in das Katastrophengebiet entsenden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Weitere Initiativen und k\u00fcnftige Unterst\u00fctzung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend die Rettungsma\u00dfnahmen weitergehen, sind in ganz Europa Geberinitiativen auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene angelaufen, um die T\u00fcrkei und Syrien mit Lebensmitteln, Hilfsg\u00fctern und Unterk\u00fcnften zu versorgen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Bosnien und Herzegowina richteten mehrere humanit\u00e4re Organisationen Soforthilfe-Hotlines ein. Viele Menschen folgten dem Aufruf, und es gingen betr\u00e4chtliche Spenden ein, die den Erdbebenopfern zugutekommen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit Dienstag sammelt Caritas Kroatien \u2013 der kroatische Zweig der internationalen katholischen Non-Profit-Organisation f\u00fcr humanit\u00e4re und Entwicklungshilfe \u2013 Spenden f\u00fcr die Erdbebenopfer in der T\u00fcrkei und in Syrien. Die Dachorganisationen Caritas Internationalis und Caritas Europa beteiligen sich ebenfalls an den Hilfsinitiativen f\u00fcr die Katastrophenopfer in den beiden L\u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Slowenische Hilfs- und Wohlt\u00e4tigkeitsorganisationen, darunter UNICEF Slovenija, das slowenische Rote Kreuz und der slowenische Zweig der Caritas, haben ebenfalls Hilfs- und Spendenkampagnen gestartet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Bulgarien wurden mehrere Spendenaufrufe zur Unterst\u00fctzung der Erdbebenopfer organisiert, sowohl in den Sozialen Medien als auch \u00fcber offizielle Einrichtungen. Gemeinden im ganzen Land sowie verschiedene zivile und politische Organisationen starteten Spenden- und Freiwilligenkampagnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Rum\u00e4nien wurden mehrere Tonnen Lebensmittel, Wasser und Kleidung, Heizger\u00e4te und Generatoren, Hygieneartikel, Milchpulver und Windeln gesammelt, die f\u00fcr die Opfer in der T\u00fcrkei und in Syrien bestimmt sind und in die Erdbebengebiete geschickt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Mittwoch k\u00fcndigte EU-Kommissionspr\u00e4sidentin <strong>Ursula von der Leyen<\/strong> an, dass die EU im M\u00e4rz eine Geberkonferenz plant. Sie soll internationale Hilfe f\u00fcr Syrien und die T\u00fcrkei &nbsp;mobilisieren, um die verheerenden Auswirkungen des Erdbebens zu bew\u00e4ltigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eAktuell k\u00e4mpfen wir gemeinsam gegen die Uhr, um Leben zu retten. In K\u00fcrze werden wir gemeinsam Soforthilfe leisten\u201c, twitterte von der Leyen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die EU erkl\u00e4rte, die Konferenz werde in Abstimmung mit den t\u00fcrkischen Beh\u00f6rden Anfang n\u00e4chsten Monats in Br\u00fcssel stattfinden, um \u201eweltweit Mittel f\u00fcr die betroffenen Gemeinschaften\u201c beider L\u00e4nder zu mobilisieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Veranstaltung diene der Koordinierung der internationalen Reaktion auf die Katastrophe und stehe \u201eEU-Mitgliedstaaten, Nachbarl\u00e4ndern, UN-Mitgliedern, internationalen Finanzinstitutionen und anderen relevanten Akteuren\u201c sowie internationalen Kreditgebern offen, so die Europ\u00e4ische Kommission.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Dieser Artikel wird freitags ver\u00f6ffentlicht. Der Inhalt basiert auf Nachrichten der teilnehmenden Agenturen im enr.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Montag wurde der S\u00fcdosten der T\u00fcrkei in der N\u00e4he der syrischen Grenze von einem Erdbeben der St\u00e4rke 7,7 ersch\u00fcttert. W\u00e4hrend die Zahl der Todesopfer weiter steigt und die Such- und Rettungsoperationen andauern, sind in- und au\u00dferhalb von Europa die Hilfsleistungen angelaufen.<\/p>\n","protected":false},"author":119,"featured_media":99319,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[39],"tags":[7879,7883,6545],"class_list":["post-98469","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-key-story","tag-erdbeben","tag-syrien","tag-tuerkei"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/98469","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/119"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=98469"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/98469\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/99319"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=98469"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=98469"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/europeannewsroom.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=98469"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}