Luxemburg (enr) – Die Europäische Investitionsbank (EIB) ist nach Angaben ihrer Präsidentin Nadia Calviño auf Kurs, in diesem Jahr ihr Ziel zu erreichen oder möglicherweise sogar zu übertreffen, 5 Prozent ihrer Finanzierungen in der Europäischen Union für Projekte im Bereich Sicherheit und Verteidigung bereitzustellen.
Das entspricht nach Angaben der EU-Förderbank rund 4,5 Milliarden Euro.
„Es ist klar, dass wir in Europa mehr Investitionen im Bereich Sicherheit und Verteidigung benötigen“, sagte Calviño im Juni in Luxemburg Mitgliedern des Nachrichtenagentur-Netzwerks European Newsroom (enr). „Für die kommenden Jahre sind wir bereit, noch mehr zu tun, um Europas Sicherheits- und Verteidigungsfähigkeiten zu finanzieren“, fügte die ehemalige spanische Wirtschaftsministerin hinzu.
Die EIB hatte ihre Unterstützung für den Bereich im vergangenen Jahr als Reaktion auf Russlands Krieg gegen die Ukraine und die allgemeine Verschlechterung der geopolitischen Lage deutlich ausgeweitet. Die Finanzierungen für Sicherheits- und Verteidigungsprojekte stiegen 2025 auf mehr als 4 Milliarden Euro. Das war viermal so viel wie im Vorjahr und entsprach fast fünf Prozent aller Finanzierungen der EIB-Gruppe in der EU.
„Der politische Kurswechsel im Bereich Sicherheit und Verteidigung war für die EIB-Gruppe ein Wendepunkt“, sagte Calviño.
Innerhalb weniger Jahre weitete die Bank ihre Förderkriterien auf rein militärische Projekte aus. Sie unterstützt inzwischen Unternehmen und Investmentfonds, die im gesamten Sicherheits- und Verteidigungssektor tätig sind.
Seit 2024 hat die EIB ihre Finanzierungsregeln schrittweise gelockert. Sie kann inzwischen militärische Ausrüstung, Infrastruktur, Dienstleistungen und Technologie finanzieren. Waffen und Munition bleiben ausgeschlossen.
Die EIB mit Sitz in Luxemburg ist für langfristige Finanzierungen in der Europäischen Union zuständig. Eigentümer sind die Mitgliedstaaten der EU. Mit ihren Investitionen soll die Bank grundsätzlich die politischen Ziele der Europäischen Union unterstützen.
Das Interview mit Calviño fand am Rande der jährlichen Sitzung des Verwaltungsrats der EIB sowie eines Treffens der für Wirtschafts- und Finanzfragen und den EU-Haushalt zuständigen Minister der Mitgliedstaaten statt.
