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Die Arbeitslosenquote in der Eurozone ist im November 2022 stabil geblieben. Laut Eurostat-Daten, die am Montag veröffentlicht wurden, lag sie bei 6,5 Prozent der Erwerbsbevölkerung. Das ist der niedrigste Stand, der erstmals im Oktober desselben Jahres erreicht wurde. Innerhalb eines Jahres ist die Arbeitslosenquote dank des wirtschaftlichen Aufschwungs nach dem Ende der Pandemie um 0,6 Punkte gesunken.

Das ist der niedrigste Stand seit April 1998, als das europäische Statistikamt die Reihe erstmals erstellte. Die Eurostat-Daten basieren auf der Definition der Arbeitslosigkeit der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Als arbeitslos gelten Personen, die in den letzten vier Wochen aktiv nach Arbeit gesucht haben und in den nächsten zwei Wochen eine Arbeit aufnehmen können.

In der Europäischen Union (EU) insgesamt lag die Arbeitslosenquote bei 6 Prozent, ebenfalls stabil über einen Monat und auf einem Rekordtief.

Die durch den Krieg in der Ukraine verursachte starke Verlangsamung des Wachstums und die steigende Inflation trüben zwar die Aussichten für die kommenden Monate, haben sich aber noch nicht in den Beschäftigungszahlen niedergeschlagen.

Junge Menschen sind allerdings nach wie vor besonders betroffen: Die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen lag im November letzten Jahres sowohl in der EU, als auch in der Eurozone bei 15,1 Prozent und ist damit gegenüber Oktober 2022 um 0,1 Prozentpunkte gestiegen.


Höchste Jugendarbeitslosigkeit in der EU in Spanien

Dieser Trend ist auch in Spanien zu beobachten. Der spanische Arbeitsmarkt beendete das Jahr 2022 mit der niedrigsten Arbeitslosenzahl seit 2007. 2,83 Millionen Menschen waren arbeitslos. Im Jahr 2022 trat eine Arbeitsmarktreform in Kraft, die befristete Verträge einschränkte und zu einem Anstieg von mehr als 4,9 Millionen unbefristeten Verträgen im Vergleich zu 2021 führte.

Eine Auffälligkeit des spanischen Arbeitsmarktes ist jedoch die hohe Jugendarbeitslosigkeit, die nach den jüngsten Daten des EU-Statistikamtes Eurostat im November bei 32,3 Prozent lag und damit die höchste in der Europäischen Union ist.


Braindrain in Bosnien und Herzegowina

In Bosnien und Herzegowina ist die Jugendarbeitslosigkeit eines der brennendsten Probleme und hat einen Spitzenwert von fast 40 Prozent erreicht. Untersuchungen haben ergeben, dass die Schwierigkeit, einen Arbeitsplatz zu finden der Hauptgrund dafür ist, dass junge Menschen Bosnien und Herzegowina stetig verlassen. Laut der Zeitschrift The Economist steht Bosnien und Herzegowina auf der Liste der Länder mit der größten Abwanderung von Fachkräften ganz oben. Beunruhigend zudem: 51,3 % der jungen Menschen sind daran interessiert, Bosnien und Herzegowina zu verlassen.

Einer der zahlreichen Gründe dafür ist, dass das Land einen wenig erfolgreichen wirtschaftlichen Übergangsprozess durchlaufen ist. Ein weiteres Problem ist das unzureichende und nicht modernisierte Bildungssystem sowie die niedrigen Einkommen. Die Daten zeigen auch, dass die häufigsten Gründe für die Abwanderung die instabile politische Lage im Land und der Glaube an größere Chancen in anderen Ländern sind.

Schwierige Lebensbedingungen trotz Arbeit für Europas Jugend

Aber auch in Ländern, in denen die Jugendarbeitslosigkeit zurückgeht, können die Lebensbedingungen für junge Menschen schwierig sein. In Slowenien sank die Zahl der Arbeitslosen im Dezember ebenfalls um fast ein Fünftel im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt waren 53.181 Arbeitslose beim Arbeitsamt gemeldet. Der Anteil junger Menschen (19-25 Jahre) liegt hier bei fast 20 Prozent. Dies entspricht einem Rückgang von 18,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Nach Einschätzung der Arbeitsagentur weist Slowenien eine rekordverdächtig niedrige Jugendarbeitslosigkeit bei den unter 29-Jährigen auf. Denn noch vor wenigen Jahren seien mehr als 40 000 junge Menschen arbeitslos gewesen.

Die Agentur stellt jedoch fest, dass junge Menschen häufig ohne entsprechende Qualifikationen in den Arbeitsmarkt eintreten, was sie auf das Bildungssystem zurückführt. Die Jugendgewerkschaft Mladi Plus warnt vor der versteckten Arbeitslosigkeit junger Menschen, welche nicht erfasst werden und oft prekären Arbeitsverhältnissen nachgehen.

Auch in Bulgarien ist die Jugendarbeitslosigkeit deutlich gesunken: Im September 2021 lag sie bei 18 Prozent. Laut Eurostat-Daten lag sie im November 2022 bei 10,9 Prozent und damit fast 5 Prozent unter dem EU-Durchschnitt.

Allerdings ist der Anteil der jungen Bulgaren, die in der Schattenwirtschaft arbeiten, doppelt so hoch wie der ihrer Eltern. Dies ergab eine landesweite repräsentative Umfrage über die Toleranz der Bulgaren gegenüber ungeregelten Wirtschaftspraktiken, durchgeführt 2022 vom Institut für Philosophie und Soziologie (IPS)zusammen mit der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften.

Arm trotz Arbeit

In Italien herrscht Ungleichheit durch verschiedene Lohnarten. Die Gesamtqualität der Beschäftigungsverhältnisse hat sich auch durch die Ausbreitung atypischer Arbeitsverhältnisse verschlechtert. Dies führt ebenfalls zu einem niedrigeren Durchschnittslohnniveau. Die Kombination aus niedrigen Stundenlöhnen und kurzfristigen Arbeitsverträgen führt zu einem stark reduzierten Jahreslohnniveau.

Laut dem Jahresbericht 2022 des italienischen nationalen Instituts für Statistik sind etwa 4 Millionen Beschäftigte in der Privatwirtschaft (ohne Landwirtschaft und Hausarbeit) Niedriglohnempfänger. Das bedeutet, dass sie einen theoretischen Bruttojahreslohn von weniger als 12.000 Euro erhalten. Etwa 1,3 Millionen Beschäftigte erhalten einen niedrigen Stundenlohn von weniger als 8,41 Euro. Bei einer Million Arbeitnehmern kommen beide Elemente zusammen. Dabei handelt es sich vor allem um junge Menschen bis 34 Jahre, Frauen und Ausländer mit niedrigen Bildungsabschlüssen, die im Süden wohnen und im Dienstleistungssektor beschäftigt sind.

Deutschland steht vor einem Mangel an qualifizierten Arbeitskräften

Die deutsche Arbeitslosenzahl ist  – trotz eines saisonbedingten Anstiegs im Dezember und nach einem Jahr geprägt durch die Pandemie, den Krieg, die Inflation und die Energiekrise – wie im Rest der EU stabil geblieben.

Deutschland hatte im November 2022 mit 5,8 Prozent die niedrigste Jugendarbeitslosenquote in der EU, wie die Daten von Eurostat zeigen. Die Herausforderung für 2023 liegt für Deutschland im Fachkräftemangel. Die Chefin der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles, sieht für 2023 weitere Unsicherheiten in diesem Bereich.

Sie sagte, eines der Ziele im kommenden Jahr sei es, das duale Ausbildungssystem in Deutschland zu verbessern, nachdem es coronabedingt eine Flaute gegeben habe. Die Berufsausbildung im dualen System bedeutet, dass die Auszubildenden ihre Zeit zwischen der Ausbildung in einer Berufsschule und in einem Unternehmen aufteilen.

Die Zuwanderung von Fachkräften sowie die Qualifizierung und Weiterbildung von Arbeitnehmern und Arbeitslosen seien weitere Schlüsselfaktoren für Verbesserungen.

Dieser Artikel wird freitags veröffentlicht. Der Inhalt basiert auf Nachrichten der teilnehmenden Agenturen im enr.