SOFIA – Die Einführung des Euro ist eine nominale Veränderung und steht in keinem Zusammenhang mit einem Anstieg der Inflation, heißt es in einer Analyse des Fiskalrats von Bulgarien, der das Inflationsniveau in mehreren Ländern der Eurozone drei Jahre vor und drei Jahre nach der Einführung des Euro untersucht.
Die Inflation wird nicht durch den eigentlichen Währungswechsel verursacht, sondern durch reale Faktoren wie militärische Konflikte mit unmittelbarem Einfluss auf das Land, Produktionskosten, Nachfrage, Energiepreise und Wirtschaftspolitik, so der Fiskalrat.
Die Preise und Einkommen im Land wurden zum festen Kurs umgerechnet, was nicht zu einer Ausweitung des Geldangebots führte, zumal sich unser Land auch in einem Währungsrat (Currency Board) befand. Die Erfahrungen der Länder der Eurozone zeigen nur einen minimalen einmaligen Effekt, und das Gefühl eines allgemeinen Anstiegs der Preise (Inflation) ist häufig eher psychologischer als realer Natur, heißt es weiter in der Analyse.
Der Fiskalrat stellt fest, dass vor der Einführung des Euro in den betrachteten Ländern ein moderater bis starker Anstieg der Inflation zu beobachten ist, und zwar konkret – stark in Estland, negativ bis moderat in Lettland und moderat in Slowenien, der Slowakei und Kroatien.
Im ersten Jahr nach der Einführung des Euro ist die Inflation in drei Ländern gestiegen – Slowenien (+1,3%), Estland (+2,4%) und Lettland (+0,7%). In drei Ländern ist die Inflation gesunken – Slowakei (-3,0%), Litauen (-0,9%) und Kroatien (-2,1%).
Im zweiten und dritten Jahr nach der Einführung kommt es in allen sechs Ländern zu einer Stabilisierung und Rückkehr zu moderaten Niveaus.
Seit dem 1. Januar 2026 ist Bulgarien offiziell das 21. Mitglied der Eurozone. Am 8. Juli 2025 hat der Rat der EU einstimmig die letzten Beschlüsse im Zusammenhang mit der Einführung des Euro im Land gefasst. Damit war das Verfahren abgeschlossen, nachdem das Europäische Parlament zuvor am selben Tag ebenfalls mit großer Mehrheit den Bericht über die Einführung der einheitlichen europäischen Währung durch Bulgarien gebilligt hatte. (26.01.2026)
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