Brüssel – Laut dem am Mittwoch in Brüssel veröffentlichten Bericht „Investieren in Bildung 2025“ der EU-Kommission haben sich die öffentlichen Investitionen in Bildung nach der Covid-19-Pandemie zwar erholt. Sie hätten aber noch nicht das Vorkrisenniveau erreicht. Insgesamt gaben die EU-Länder im Jahr 2023 806 Milliarden Euro für Bildung aus. Die Unterschiede in Europa sind groß; Österreich liegt mit etwas unter 10 Prozent der öffentlichen Ausgaben im hinteren Ende der Rangliste.
Die nationalen Bildungsausgaben erreichten im EU-Durchschnitt 9,6 Prozent der gesamten öffentlichen Ausgaben und 4,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Den größten Anteil an den öffentlichen Ausgaben geben Estland (14,5 Prozent), Schweden (14,4) und Lettland (14) für Bildung aus, den geringsten Anteil Italien (7,3 Prozent), Griechenland (8) und Rumänien (8,1). Relativ zum BIP lässt sich Schweden mit 7,2 Prozent die Ausbildung seiner Bürgerinnen und Bürger am meisten kosten; Schlusslicht ist hier Irland mit 2,8 Prozent. Österreich erreicht rund 5 Prozent.
Löwenanteil fließt in Schulen
Der Löwenanteil der öffentlichen Bildungsausgaben fließt laut Bericht EU-weit in Schulen: Im Jahr 2023 waren es mehr als 70 Prozent. Diese verteilen sich in etwa zu gleichen Teilen auf Vor-und Volksschulen (35 Prozent) und weiterführende Schulen (37 Prozent), während auf die tertiäre Bildung 16 Prozent der öffentlichen Ausgaben entfielen. Der Rest fließt in andere Bildungsangebote. Die Aufteilung in Österreich folgt dem EU-Schnitt.
Die EU-Kommission betont in ihrem Bericht auch die Bedeutung von Bildung: Laut ihren Schätzungen könnte das BIP der europäischen Länder bis 2030 um 8 bis 10 Prozent über aktuellen Prognosen liegen, wenn mehr Menschen über ausreichende Grundkompetenzen verfügten. Zudem würden Menschen mit einem höheren Bildungsniveau tendenziell mehr verdienen: Schon ein zusätzliches Bildungsjahr könnte das Einkommen einer Person in Europa um 7 Prozent steigern.
„Eine hochwertige Bildung ist von zentraler Bedeutung für die Bewältigung des demografischen Wandels in Europa, einschließlich der Herausforderung des Fachkräftemangels. Eine alternde Bevölkerung droht zu einem Rückgang der Erwerbsbevölkerung und einer Belastung der öffentlichen Finanzen zu führen. Investitionen in die Bildung, insbesondere für die jüngeren Generationen, sind unerlässlich, um die wirtschaftliche Dynamik aufrechtzuerhalten“, appelliert die Kommission an die EU-Staaten, mehr zu investieren. (28.08.2025)
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