Wien – Österreichs Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) hat angesichts der Sorge vor einem Flächenbrand in der Nahost-Region dazu aufgerufen, „Rationalität zu bewahren“. Der Angriff des Iran auf Israel stelle eine „neue Dimension der Gewaltspirale“ dar, sagte Nehammer am Dienstag im EU-Hauptausschuss des Parlaments in Wien. Der Kanzler begrüßte, dass sich der EU-Gipfel am Mittwoch und Donnerstag damit befasse. Er zeigte außerdem Bereitschaft, die Sanktionen gegen den Iran weiter zu verschärfen.

Die EU habe klar ihre Unterstützung für Israel ausgedrückt und setze sich dafür ein, dass es zu keiner weiteren Eskalation kommt. Nehammer versicherte Israel weiter die „volle Solidarität“ Österreichs.

Zu den Sanktionen gegenüber dem Iran würden bereits am Dienstagabend die EU-Außenminister beraten, so Nehammer weiter. „Klar ist, dass der Angriff des Iran völlig unverantwortlich ist“, so der Kanzler. Die Region befinde sich damit „einen Schritt weiter am Abgrund“. Der iranische Botschafter sei ins Außenministerium zitiert worden, und Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) habe auch mit seinem iranischen Amtskollegen telefoniert.

Die Bedrohungslage sei nach dem Iran-Angriff deutlich erhöht. Es stelle sich nunmehr die Frage, wie man deeskalierend einwirken könne. Auch für Österreich sei die Lage in mehrfacher Hinsicht bedrohlich. Zum einen könne eine Eskalation zur Destabilisierung der EU-Außengrenzen führen, zum anderen sei noch immer eine österreichisch-israelische Geisel in Gewalt der Terrororganisation Hamas. (16/04/2024)

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