Wien (APA) – Österreich hat sich gegen die Erpressungspolitik von US-Präsident Donald Trump in Sachen Grönland gewandt. Die EU müsse „selbstbewusst und geschlossen reagieren“, betonte der österreichische Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) am Montag gegenüber der APA. „Wir müssen uns auf unsere wirtschaftliche Stärke konzentrieren und die Nutzung aller zur Verfügung stehenden Instrumente in Betracht ziehen.“ Er will sich in den nächsten Tagen mit seinen EU-Amtskollegen in Davos und Brüssel „eng abstimmen“.
Nach der Entsendung von Truppen auf die dänische Insel hatte Trump am Wochenende Strafzölle gegen die beteiligten europäischen Staaten angekündigt, wenn Dänemark nicht einem Verkauf der Insel ab die USA zustimmen sollte. Die Drohungen zogen scharfe Reaktionen der europäischen Staaten nach sich. EU-Ratspräsident António Costa kündigte einen Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs an, um über eine konkrete Antwort zu beraten. Im Raum stehen massive wirtschaftspolitische Vergeltungsmaßnahmen wie Strafzölle.
„Souveränität und territoriale Integrität sind ausnahmslos von allen zu respektieren“
Stocker bekräftigte gegenüber der APA die „volle Solidarität und Unterstützung für Dänemark und Grönland“. „Die Souveränität und territoriale Integrität sind ausnahmslos von allen zu respektieren. Entscheidungen über die Zukunft Grönlands dürfen und können nicht über die Köpfe der Menschen in Grönland und Dänemark hinweg getroffen werden“, unterstrich der Bundeskanzler.
Seitens der EU liege der Fokus „auf Dialog und Deeskalation“. „Gleichzeitig werden wir unsere Werte verteidigen und entschieden für unsere Interessen eintreten. Als größter Binnenmarkt der Welt können und werden wir als EU stark und selbstbewusst auftreten.“, so Stocker. Zuvor hatte bereits sein Stellvertreter, Österreichs Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) dafür plädiert, dass die Europäische Union zur Verteidigung Grönlands ihr wirtschaftspolitisches Gewicht in die Waagschale wirft. Konkret brachte er etwa Maßnahmen gegen große US-Technologiekonzerne und gegen Agrarprodukte ins Spiel, um die Unterstützer Trumps zu treffen. (19.01.2026)
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