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Derzeit verwüsten verheerende Brände große Teile Südeuropas, während gleichzeitig eine anhaltende und intensive Hitzewelle die Temperaturen in weiten Teilen des Mittelmeerraums und des Balkans auf über 40 °C steigen ließ.

Die anhaltende sengende Hitze trocknete die Vegetation aus, die in Ländern wie Spanien und Portugal nach einem feuchten Frühjahr schnell gewachsen war. Die Brände  sind dadurch intensiver geworden und konnten sich leichter ausbreiten. 

Laut einer AFP-Analyse auf der Grundlage von Schätzungen des Europäischen Informationssystems für Waldbrände (EFFIS) haben Waldbrände im Jahr 2025 bisher mehr als 1 Million Hektar in der Europäischen Union verwüstet, ein Höchstwert seit Beginn der statistischen Erfassung im Jahr 2006.

Zwischen Januar und dem 19. August waren Waldbrände in 22 der 27 EU-Länder für den Ausstoß von 35 Megatonnen CO₂ verantwortlich, eine für diese Jahreszeit beispiellose Menge, wie EFFIS mitteilte.

Zur Bekämpfung der Brände können die Länder Hilfe im Rahmen des Katastrophenschutzverfahrens der Europäischen Union (UCPM) anfordern. Das Verfahren soll  die Zusammenarbeit zwischen den EU-Ländern und zehn weiteren Staaten bei der Bewältigung von Katastrophen – wie Natur- oder humanitären Katastrophen – verbessern.

Bis Mitte August wurde der UCPM in der aktuellen Brandsaison, die in der Regel von Juni bis September dauert, bereits 16 Mal alarmiert. Nach Angaben der Europäischen Kommission entsprach die Zahl der Einsätze für 2025 bereits der Gesamtzahl für die Brandsaison 2024. 

Südeuropa in Flammen

Der größte Teil Südeuropas wird nach wie vor von Bränden heimgesucht, und mit Unterstützung durch den UCPM arbeiten Feuerwehren mit Hochdruck daran, die Flammen zu löschen. Hier einige Beispiele, wie die betroffenen Länder vorgehen: 

Portugal


Ein am 13. August in Piódão in Zentralportugal ausgebrochener Brand wütete elf Tage lang und zerstörte laut einem Bericht des portugiesischen Nationalinstituts für Natur- und Waldschutz mehr als 64.000 Hektar Land. Aber das ist nur die Spitze des Eisbergs. In diesem Jahr wurden in Portugal über 250.000 Hektar Land durch Waldbrände zerstört. 

Am 15. August aktivierte die portugiesische Regierung den UCPM. Die Opposition und die Bevölkerung warfen der Regierung vor, die Situation nicht ernst zu nehmen. Innenministerin Maria Lúcia Amaral hatte tagelang zu den Bränden geschwiegen und den Kritikerinnen und Kritikern zufolge keine ausreichenden Maßnahmen angeordnet. Auch Ministerpräsident Luís Montenegro wurde für sein spätes Handeln und unzureichende Maßnahmen von der Opposition kritisiert.

Nach seinem Hilfeersuchen hat Portugal zwei Fire Boss-Flugzeuge und einen Super Puma-Hubschrauber aus Frankreich bekommen sowie zwei Canadair-Flugzeuge aus Griechenland, sowie 20 Feuerwehrleuten aus Estland und 20 aus Malta. Sie werden bis zum 29. August vor Ort bleiben.

Spanien


Spanien hat mit zahlreichen Bränden im Westen des Landes zu kämpfen. Bislang sind in diesem Jahr über 400.000 Hektar verbrannt, wobei die Bemühungen zur Bekämpfung der 40 (nach Angaben vom Montag) noch aktiven Brände dank verbesserter Wetterbedingungen gut vorankommen.

Spanien löste am 13. August den UCPM aus und hat damit zum ersten Mal in seiner Geschichte andere Mitgliedstaaten um Hilfe bei der Bekämpfung von Waldbränden gebeten. 

Dieser Alarmruf wurde rasch zum größten Einsatz des Mechanismus im Sommer 2025 – sowohl hinsichtlich der beteiligten Länder als auch der bereitgestellten Ressourcen. Spanien erhielt Unterstützung durch Flugzeuge, Hubschrauber und Bodenteams aus Frankreich, Italien, den Niederlanden, der Slowakei, der Tschechischen Republik, Deutschland, Finnland, Rumänien, Griechenland und Estland. Einige dieser Länder hatten bereits selbst mit eigenen Waldbränden zu kämpfen. 

Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, sagte Ministerpräsident Pedro Sánchez die Unterstützung Europas beim Wiederaufbau der betroffenen Gebiete zu und schlug vor, nach der Brandsaison Mittel aus dem Europäischen Solidaritätsfonds einzusetzen. 

Frankreich


Frankreich erlebte den größten Waldbrand seit 1949. Er brach Anfang des Monats in der Gemeinde Ribaute in der südlichen Region Okzitanien aus und breitete sich auf 16.000 Hektar aus. Eine Frau kam bei dem Brand ums Leben, 25 Menschen wurden verletzt.  

Zeitweise waren mehr als 2.000 Feuerwehrleute im Einsatz.  

Frankreich hat den UCPM nicht aktiviert. Das slowakische Feuerwehr- und Rettungskorps (HaZZ) ist jedoch seit dem 16. August und bis zum 31. August mit Feuerwehrleuten in der Region im Einsatz.

Albanien


Bei Bränden im EU-Beitrittskandidatenland Albanien kam ein Mensch ums Leben und Hunderte Hektar Land und Wald wurden zerstört. Albanien erhielt über den UCPM Hilfe bei der Bekämpfung der Brände. 

Am 6. Juli sorgen Brände im Süden des Landes für die Aktivierung des UCPM. Zur Hilfe wurden zwei Canadair-Flugzeuge aus der rescEU-Flotte mobilisiert.

Vom 8. bis 14. August alarmierte Albanien erneut den UCPM, um die Brandwelle zu bekämpfen, von der auch Nachbarländer betroffen waren. Die Europäische Kommission mobilisierte rescEU mit Flugzeugen aus Kroatien, Bulgarien, Italien, der Tschechischen Republik und der Slowakei.

Griechenland


Insgesamt 323 europäische Feuerwehrleute sind in dieser Waldbrandsaison vom 1. Juli bis zum 15. September im Rahmen des Programms zur Vorabstationierung des UCPM in Griechenland vor Ort. Feuerwehrleute aus Österreich, Bulgarien, Frankreich, Moldau, Rumänien und der Tschechischen Republik werden eingesetzt, wobei die Teams an drei Standorten im ganzen Land stationiert sind – Attika, Thessaloniki und Patras.

Den vorliegenden Daten zufolge hat Griechenland den Mechanismus bisher zweimal aktiviert. Am 26. Juli reagierte Italien mit der Entsendung von zwei Löschflugzeugen. Am 12. August bestätigte der UCPM den Einsatz von zwei schwedischen rescEU-Flugzeugen, die zuvor in Bulgarien stationiert waren.

Gleichzeitig reagiert Griechenland über den UCPM auf Anfragen anderer Länder und entsandte sowohl Flugzeuge als auch Feuerwehrleute nach Spanien, Portugal, Zypern, Albanien und Nordmazedonient, um dort bei der Bekämpfung großflächiger Waldbrände zu helfen. Darüber hinaus unterstützt Griechenland im Rahmen bilateraler Abkommen auch Albanien und Nordmazedonien bei der Brandbekämpfung.  

Bulgarien


In einem am 19. August in der Tageszeitung Trud veröffentlichten Interview sagte Alexander Dzhartov, der Leiter der bulgarischen Generaldirektion für Brandschutz und Bevölkerungsschutz, dass Feuerwehrleute in Bulgarien seit Anfang Juli rund 3.500 Brände gelöscht hatten. Bei einigen Bränden mussten Hubschrauber und Flugzeuge eingesetzt werden, die über den UCPM bereitgestellt wurden.

Bulgarische Feuerwehrleute wurden auch ins Ausland entsandt. Am 9. Juli teilte das Außenministerium mit, dass ein Team mit einem Löschfahrzeug an der Eindämmung eines Brandes in Kriva Palanka in Nordmazedonien beteiligt war. Ein weiteres Team bulgarischer Feuerwehrleute mit zwei Löschfahrzeugen wurde am 2. Juli nach Vourvourou auf der Halbinsel Chalkidiki im Norden Griechenlands entsandt.

Einsatzkräfte arbeiten bei der Großübung „Eichkater 2024“ einen Flächenbrand ab. An der Übung nehmen neben hunderten Einsatzkräften am Boden auch Hubschrauber der Polizeihubschrauberstaffeln aus Niedersachsen und Bayern, der Bundeswehr und eines privaten Dienstleisters sowie die in Niedersachsen stationierte Löschflugzeugstaffel teil. Foto: picture alliance/dpa | Philipp Schulze

Aufklärung und Schulung sind entscheidend

Um Bürgerinnen, Bürger und Feuerwehrleute gleichermaßen auf die neue Realität häufigerer Waldbrände vorzubereiten, ist es von entscheidender Bedeutung, die Bevölkerung für Sicherheitsmaßnahmen zu sensibilisieren und Feuerwehrleute mit dem notwendigen Wissen und den erforderlichen Werkzeugen auszustatten.

Die Europäische Kommission sagte, die Welt habe im vergangenen Jahr ihren eigenen Temperaturrekord überschritten. Die globale Durchschnittstemperatur lag um mehr als 1,5 °C über dem vorindustriellen Niveau, was 2024 zum bisher heißesten Jahr machte. Eine schwerwiegende Folge der Rekordtemperaturen ist das erhöhte Risiko von Waldbränden.

Eine Maßnahme in Bulgarien ist zum Beispiel, dass an Tagen mit hohem Risiko, insbesondere an Wochenenden, wenn sich mehr Menschen im Freien aufhalten, zusätzliche Einsatzkräfte mobilisiert werden. Fahrlässigkeit ist zwar weiterhin eine der Hauptursachen für Brände, aber  das öffentliche Engagement für die Brandverhütung und -bekämpfung wächst. Forstdienste, Streitkräfte, Kommunen, Landwirte, Unternehmen und Freiwillige unterstützen die Feuerwehr zunehmend aktiv.

Nachdem 2022 das größte Feuer in der Geschichte Sloweniens den westlichen Teil des Landes an der Grenze zu Italien verwüstet hatte, begann das Land aktiv mit dem Ausbau seiner Kapazitäten zur Brandbekämpfung, auch mit Hilfe europäischer Mittel. 

Im März wurde während eines Besuchs des EU-Haushaltskommissars Piotr Serafin das slowenische Zentrum für die Bekämpfung von Großbränden in der Natur in der Stadt Sežana offiziell eröffnet. Dort werden Feuerwehrleute nach einem speziellen, auf Schutz und Rettung zugeschnittenen Programm ausgebildet, und es ist mit moderner Ausrüstung für den Einsatz bei Naturkatastrophen ausgestattet.

Nicht zuletzt sind auch Technologien mit hochmodernen (Früh-)Warnsystemen von entscheidender Bedeutung, um neue Brände zu erkennen, bevor sie außer Kontrolle geraten.

Am Pont du Gard, einem römischen Aquädukt etwa dreißig Kilometer von Nîmes in Frankreich entfernt, das jedes Jahr von mehr als einer Million Touristinnen und Touristen besucht wird, wurden Anfang dieses Monats mehr als 120 kleine, mit Satelliten verbundene Boxen installiert, die mit Sensoren zur Messung von Luftdruck, Temperatur und Luftfeuchtigkeit ausgestattet sind. 

Sie wurden von der deutschen Firma Dryad entwickelt und sind die erste Phase eines Projekts, das Feuerwehrleuten helfen soll, Waldbrände besser vorherzusagen. Sie lassen sich leicht in einigen Metern Höhe an Baumstämmen anbringen und messen die Luftqualität sowie das Vorhandensein von Kohlenmonoxid oder Feinstaub in der Luft in einem Umkreis von 200 Metern.

Am Ende der Testphase werden „zwischen 10.000 und 13.000” Sensoren installiert und bis zum Frühsommer 2026 einsatzbereit sein, sagte Oberstleutnant Eric Agrinier, Kommunikationsleiter der Feuerwehr der Region Gard.


Faktencheck: Hitzerekorde von über 40 °C in Südeuropa

In den sozialen Medien haben Nutzerinnen und Nutzer Zweifel an der extremen Hitzewelle in Europa in diesem Monat, in 2025, geäußert und behauptet, dass die Thermometer im Laufe der Jahre immer häufiger höhere Temperaturen anzeigen.

Auf Facebook wurde beispielsweise behauptet, dass bis zum 13. August um 17 Uhr nirgendwo in Europa Temperaturen von 40 Grad oder mehr gemessen worden seien. Messungen zeigen jedoch, dass in mehreren Regionen Temperaturen über 40 Grad gemessen wurden.

Lesen Sie den Fakencheck der Deutschen Presse-Agentur dpa, um herauszufinden, wo solche Temperaturen tatsächlich gemessen wurden: https://dpa-factchecking.com/germany/250815-99-743068/ 

Dieser Artikel ist eine Key Story des enr. Der Inhalt basiert auf der Berichterstattung der teilnehmenden Nachrichtenagenturen.